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Letzter Kick in Osnabrück

Alemannia verabschiedet sich endgültig aus dem Profigeschäft




Während die einen noch um den Aufstieg in die zweite Fußballbundesliga rungen, flossen bei anderen schon in der vergangenen Woche dicke Tränen, als beim letzten Heimspiel auf dem Tivoli erst begriffen wurde, was mit dem Abstieg in die Regionalliga am Ende dieser Saison alles verloren geht. Doch die Partie gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart, die Schwarz-Gelb ehrwürdig mit 4:2 bestritt, sollte nicht die letzte in dieser geschichteschreibenden Saison sein. Am Samstag sollte Alemannia noch einmal zu Gast beim VfL Osnabrück sein, der mit einem Sieg die Chance hatte, die Relegation zu erreichen und somit möglicherweise in die zweite Bundesliga aufzusteigen.

Schwarz-Gelb, begleitet von unzähligen Anhängern, startete mit nur wenigen Veränderungen im Vergleich zur letzten Woche in die Partie. Für den verletzten U19-Keeper Rauhut hütete Mark Flekken den Kasten. Die Viererkette setzte sich unverändert aus Kapitän Herröder, Strujic, Wilschrey und Ajani. Die Sechserposition wurde von Marquet und Andersen ausgestattet, während Heller neben Leipertz und Kefkir den Vorzug gegenüber Murakami bekommen hatte. Alemannias einzige Spitze markierte Angreifer Timmy Thiele.

Osnabrücks Motivation, mit der Alemannias kaum zu vergleichen, zeigte sich schon in den allerersten Minuten. Das Team aus Niedersachsen wollte die Relegation noch erreichen und setzte alles auf eine Karte. So war der Führungstreffer der Lila-Weißen in der zehnten Spielminute keine Überraschung. 
So sehr sich Schwarz-Gelb auch bemühte, dem Druck der Hausherren Stand zu halten, es gelang ihnen nicht. So setzten die Gastgeber keine zehn Minuten nach dem Führungstreffer noch einmal nach und drückten dem Keeper der Tivoli-Kicker den zweiten Gegentreffer rein. 
Alemannia, dem nun Tabellendritten vollkommen unterlegen, reagierte mit dem Wechsel Brauer für Wilschrey auf die bevorstehende Deklassierung. Was kurzfristig Früchte zu tragen schien, weil sich Schwarz-Gelb nun häufiger dem gegnerischen Sechszehner näherte, wurde noch vor dem Seitenwechsel zunichte gemacht. Osnabrück erhöhte vor dem Pausenpfiff auf 3:0.

Die zweite Hälfte begann mit einem heftigen Rückschlag für die Gäste aus dem Westen. Keeper Mark Flekken sah nach einer Tätigkeit am Osnabrücker Angreifer Zoller Glatt Rot. Für den Stammkeeper von Schwarz-Gelb sollte die letzten vierzig Minuten U19-Keeper Marcel Simon ran. Der ungeübte Schlussmann machte sich gut zwischen den weißen Pfosten und sollte das Leder bis zur Schlussphase des Spiel nicht mehr durchlassen, was zum einen an seiner eigenen Motivation zum anderen jedoch auch am erhöhten Druck der Gäste lag, welcher die Osnabrücker zunehmend in die eigene Hälfte beförderte.
Am klaren Sieg der Gastgeber sollte sich allerdings nicht mehr viel ändern. Kurz bevor Schiedsrichter Wingenbach Alemannias letzte Partie in der dritten Liga abpfiff, schoss sich Osnabrück mit dem vierten Treffer an diesem Tag in die Regionalliga. Weil der FC Heidenheim zeitgleich gegen Offenbach kein Erfolgserlebnis feiern konnte, hatten sich die Lila-Weißen auf den dritten Rang geschoben und treffen nun in der Relegation auf Dynamo Dresden.

Während die Hausherren mit einem Platzsturm den Einzug in die Qualifikation für die zweite Liga feierten, gab es im Gästeblock lange Gesichter und dicke Tränen. Ein letztes Mal wurde Abschied genommen - von einer harten Saison mit vielen Schicksalsschlägen, von Personen, die am Tivoli in Erinnerung bleiben werden und einer Zeit, in der Schwarz-Gelb zum bezahlten Fußball einfach dazu gehörte.

TypischLinksAussen bedankt sich bei allen, die den Verein mit dem Abstieg in die Regionalliga verlassen, insbesondere bei Trainer René van Eck, der am Tivoli wohl so schnell nicht wieder vergessen wird. Euer Engagement im Kampf um den Klassenerhalt war beachtlich, alles Glück der Welt auf eurem weiteren Weg. Macht et jut!

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Sportlicher Abstieg besiegelt

Alemannia sagt Adieu dem Profigeschäft


Es war ein Szenario, dass sich in den letzten Wochen zwar abgezeichnet, sich in den Köpfen aller Beteiligten aber noch nicht ganz verankert hatte. Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem das Team vom Tivoli den schweren Gang in die Drittklassigkeit antreten musste, steht jetzt fest: Erstmals in der Vereinsgeschichte ist ein Abstieg in die Viertklassigkeit unvermeidbar. Der Verein, der fortwährend den Tabellenführer der zweiten Fußballbundesliga markiert, wird in der kommenden Saison nicht mehr als Profiverein gehandelt werden. Nach der abgelaufenen Saison wird es auch finanziell einen Umbruch geben, da die bereits angemeldete Insolvenz von dort an im Verfahren eröffnet werden soll.

Dennoch: Zur vorletzten Auswärtspartie der laufenden Saison begleiteten rund 130 Aachener ihr Team in den Norden, obwohl eigentlich lange feststand, dass im Kampf um den Klassenerhalt nichts mehr zu holen war. Mit dem letzten Aufgebot musste sich das Team um René van Eck nach neunzig Minuten mit einer 0:1 Niederlage geschlagen geben und steht damit als erster Absteiger in die Regionalliga fest.

Doch die sportlichen Ereignisse auf dem Platz traten in den Hintergrund. Festgehalten wurde, dass sich "das neue Team", verstärkt mit vielen Kräften aus der U23-Mannschaft, das in ähnlicher Formation auch im nächsten Jahr auftreten soll, in den ersten fünfzehn Minuten gut präsentierte. Danach wurde klar: Mithalten mit einem Drittligaverein konnte man so schon lange nicht mehr.
So ist es vielleicht besser, im Unterhaus neu zu starten und alle Hebel auf Werkseinstellungen zurück zu setzen. In welcher konkreter Formation dies geschehen wird, ist unklar, rückt jedoch angesichts des finanziellen Manövers, das noch durchzustehen ist, erst einmal in den Hintergrund. 

Doch gleich, wer auch im nächsten Jahr auf dem Platz und an der Seitenlinie stehen wird: Viel wichtiger ist, wer auch in den nächsten Jahren die Tribünen füllt. Wer mitreist zu Zweitvertretungen ambitionierter Erstligaklubs. Wer um Längen kleinere Vereine besucht und den Verein mit allen Mitteln unterstützt, die einem zur Verfügung stehen.
Jetzt, nach alledem, was der Klub durchgestanden hat, liegt es in unserer Hand, was aus ihm in den nächsten Jahren werden kann. Wo Leute gegangen, weil sie dem Verein geschadet, haben wir gestanden und ihn wieder aufgebaut. Getreu dem Motto "Nur gemeinsam sind wir stark" müssen wir jetzt eine Einheit bilden. Eine Einheit, an der es in den letzten Jahren vielleicht gehapert hat, die in der Zukunft allerdings unvermeidbar bleibt, um den Verein wieder auf Vordermann zu bringen. Und für alle die, die an eine bessere Zukunft nicht glauben wollen: et hät noch emmer joot jejange.

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Der Blick zurück

Alemannia und das wohl schwärzeste Jahr der Vereinsgeschichte




2012 - das war ein Jahr voller Emotionen, voller Entscheidungen und Schicksalsschläge, die Anhänger des Traditionsvereins ereilten und 2012 zu einem Jahr machten, dem man nur zu gerne den Rücken zuwendet und das man am liebsten in die hinterste Schublade der Erinnerungen steckt.
Doch wollen wir vorne anfangen, am Anfang, an dem die Hoffnung noch nicht aufgegeben war, dass 2012 im Vergleich zu den letzten ein Gutes werden könnte.

Januar - Nach dem Abschluss der Liga vor der Winterpause hatte sich die Alemannia den 14. Tabellenplatz gesichert und zeigte sich im neuen Jahr gewillt, an dieser Situation schnellstmöglich etwas zu ändern. Von zwei Hallenturnieren in der Vorbereitung gewann Schwarz-Gelb Ersteres und bewies auch im nächsten ihre Fähigkeiten.
Beim Ligastart gegen den FC St. Pauli sollte an diese Erfolge angeknüpft werden - mit Erfolg. Doch die neugewonnene Motivation sollte nicht von langer Dauer sein. Schon in Cottbus reichte es wieder nicht für einen Dreier - Alemannia geriet abermals in einen Strudel, der sie nach unten zog; doch dieses Mal sollte es von dort aus nicht wieder nach oben gehen.

Anfang April wurde dann die Reißleine gezogen. Mit dem erst Ende September eingestellten Trainer Friedhelm Funkel schien man zu keinem Ergebnis zu kommen, für ihn sollte es der Mann richten, der schon im vergangenen Jhr vorübergehent funktioniert hatte. Und tatsächlich: Ralf Aussem schaffte es, das Team, das schon am Boden lag, noch einmal umzukrempeln, die letzten Kräfte zu mobilisieren, um den drohenden Abstieg im Schlussspurt doch noch abwenden zu können. Mit dem 3:3 Unendschieden, bei dem Schwarz-Gelb geich dreimal in Führung gegangen war, startete man eine Serie - gewann gegen Bochum und den KSC und schaffte es so, am letzten Spieltag noch Chancen auf den Klassenerhalt durch Relegation zu haben. Doch beim TSV 1860 München sollte es nicht reichen: Weil der KSC zeitgleich gegen die bereits aufgestiegene Eintracht aus Frankfurt gewann, blieb der Sieg bei den Bayern nutzlos. Zum ersten Mal nach dreizehn Jahren hatte die Alemannia damit am fünften Juni 2012 den Weg in die dritte Liga anzutreten.

Dem Schicksalsschlag, der mit als schwärzester Tag der Vereinsgeschichte eingehen sollte, folgte ein tiefer Schleier der Trauer, der jedoch nicht von allzu langer Dauer sein sollte. Denn auf die verkürzte Sommerpause folgte am Tivoli große Euphorie: Nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit sollte es in der Kaiserstadt wieder aufwärts gehen - zahlreiche Neuverpflichtungen sollten über die Abschiede der Alten hinweg helfen.
Mit dem Auftaktspiel in Bielefeld Mitte Juli stieg die Vorfreude, eine vollkommen neue Alemannia endlich wieder siegen zu sehen. Doch unter der Leitung von Cheftrainer Ralf Aussem konnten die Ergebnisse den neuen Sportchef Uwe Scherr nicht zufrieden stellen. Kurzerhand beschloss der 46-Jährige, fortan getrennte Wege mit ihm zu gehen und entließ neben Aussem auch gleich den Rest des Trainerteams um Co-Trainer Burlet und Torwarttrainer Hans Spillmann am achten Spieltag. 
Eine Woche nach der verfrühten Trennung mit Aussem & Co. wurde am Tivoli ein neuer Mann vorgestellt, der es von dort an zu richten hatte. Unter René van Eck sollte die gestrauchelte Alemannia in Liga 3 Fuß fassen - doch so wirklich von Erfolg konnte man auch durch den Trainerwechsel nicht reden.
Durch die ständigen Niederlagen kehrte erneute Unruhe in der Kaiserstadt ein. Man war auf dem besten Wege, sich wieder dort einzunisten, wo man erst in der letzten Saison monatelang fest gesessen hatte, im Tabellenkeller der Liga - da, wo man sich vor der Saison überhaupt nicht gesehen hatte.
Denn der schwarz-gelbe Traditionsverein hatte nach dem Abstieg aus der zweiten Liga in der Unterklasse als Favorit gegalten und auf ganzer Linie enttäuscht.

Ende November sollte es dann noch dicker kommen: Die durch den Bau des neuen Stadions entstandenen Kosten konnten nicht länger gedeckt werden. Der Abstieg habe nun auch finanziellen Folgen hinterlassen, Alemannia trat mit ihren Schulden an die Öffentlichkeit und gab bekannt, zahlungsunfähig zu sein. Damit musste der Schritt in die Insolvenz vollzogen werden und Schwarz-Gelb stand als erster Absteiger der Saison in die Regionalliga fest.
Dieser Schicksalsschlag überschattete die immernoch desolat schlechten Ergebnisse in der Liga . Schwarz-Gelb gab bekannt, wie viel Geld schlussendlich fehle und startete sämtliche finanziellen Rettungsaktionen. Neben Rettungsfanartikeln und Spendenkonto soll im Januar des neuen Jahres auch ein Benefitzspiel gegen den FC Bayern München frisches Geld in die Kassen bringen, das dazu beiträgt, dass es die Alemannia auch im nächsten Jahr noch gibt.

Während bei anderen Vereinen die größten Pläne für's neue Jahr nicht größer ausfallen könnten, scheint es für Schwarz-Gelb ein Jahr zu werden, in dem es um das nackte Überleben geht. Das Jahr 2013, von dem wir noch nicht wissen, was es uns geben wird - von dem wir aber sicher sein können, dass es 2012 mit seinem negativ Trend unter keinen Umständen toppen kann!

Abschließend möchte ich mich mit TypischLinksAussen für ein mehr oder minder tolles Jahr bedanken. Auch wenn die Zeiten schlecht waren habe ich mit euch neuen Mut tanken können. Ich wünsche somit allen Lesern und Fans der Alemannia einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo es mit TypischLinksAussen in eine neue Runde geht. Bis dann!

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Gewonnen und trotzdem verloren

 Alemannia kehrt nach 13 Jahren wieder in die dritte Liga zurück



Es sind Spieler, die vor der Kurve zu Boden gehen, angestrengt darin, nicht gleich in Tränen auszubrechen. Doch die wenigsten schaffen es tatsächlich. Das Schluchzen jener erwachsenen Männer, die 34 Spieltage lang vergeblich um den Klassenerhalt gekämpft haben, hört man hoch bis auf die Ränge - dort, wo man selbst Tränen überströmt immer noch nicht begreifen kann, was hier gerade vor sich geht.
In einem großen Stadion, wo man sich überhaupt nicht familiär fühlt und trotzdem das Gefühl vermittelt bekommen soll, dass hier große Emotionen auf der Tagesordnung stehen, war man gerade als Sieger vom Platz gegangen. Und doch hatte es nicht gereicht, einen Abstieg noch zu verhindern.

Schon vor der Partie gegen die Münchner Löwen hatte festgestanden, dass ein alleiniger Sieg über die Hausherren aus der bayrischen Landeshauptstadt nicht genügte, um dem direkten Abstieg doch noch zu umgehen. Am Tivoli war man nämlich auf Schützenhilfe vom Karlsruher SC angewiesen, der im Spiel vor heimischer Kulisse die katastrophale Saison nicht mit einem Sieg abschließen durfte.
Auch wenn man von Eintracht Frankfurt, dem zuvor bereits festehenden Aufsteiger in die Bundesliga, nicht mehr viel erwarten konnte, glaubte man nicht nur in der Heimat noch an das Wunder. Mit dem Anpfiff in der Allianz-Arena zückte jeder Zweite das Handy - und das nicht, um die ergreifenden Minuten im möglicherweise letzten Zweitligaspiel festzuhalten, sondern um mittels Liveticker die Partie in Karlsruhe zu verfolgen. Schiedsrichter Marco Fritz pfiff die Partie im Wildparkstadion mit wenigen Minuten Verspätung an.

Bevor man sich aber darüber Gedanken machen konnte, dass man im Anschluss an die Partie möglicherweise noch zittern könnte, weil in Karlsruhe noch gespielt wurde, während in München schon Schluss war, zählte zunächst, was Schwarz-Gelb in den finalen 90 Minuten noch für den Klassenerhalt tat. Nach seiner abgesessenen Gelbsperre war Albert Streit der einzige, der nach der erfolgreichen Partie gegen den Karlsruher SC neu ins Team kam. Der Winterneuzugang ersetzte Benjamin Auer und schnappte sich auch gleich die Binde. Der Rest blieb unverändert.

Doch die genauen Personalien wurden zur Nebensache, als das Leder zum ersten Mal auf's gegnerische Tor zu rollte. Nie zuvor in dieser Saison nahm man Torchancen so bewusst wahr, wartete gespannt auf die nächste und konnte sich vor Aufregung kaum auf den Beinen halten. Alemannia war klar überlegen, doch was zählte, war das Ergebnis. Und das blieb - sowohl in München als auch in Karlsruhe - in den Anfangsminuten weiterhin unverändert.
Doch dies sollte sich mit dem nächsten Angriff der Aachener ändern: Über Uludag und Odonkor kam das Leder zu Albert Streit, der sich wenige Meter vor Tor nicht anmerken ließ, wie stark sie alle unter Druck standen, und es mit voller Wucht zum 1:0 in die Maschen jagte. Doch die Freude über den Treffer hielt nicht lange - und das nicht nur, weil auch 1860 München ihren Fans zum Abschluss der Saison noch einmal einen Sieg schenken wollte. Denn zeitgleich mit dem Streit-Tor gingen auch in Karlsruhe die Gastgeber in Führung und machten somit die Hoffnungen der Schwarz-Gelben, mit der Relegation noch eine zwei-Spiele-Verlängerung zu bekommen, zunichte.

Und es sollte noch dicker kommen für die Tivoli-Kicker, die auf dem Rasen von der Tragödie im 290 Kilometer entfernten Karlsruhe noch gar nichts mitbekommen hatten. Denn den Münchener Löwen genügte eine Glanzszene, um die alte Ausgeglichenheit im Ergebnis wieder sichtbar zu machen.
Sportlich gesehen entsprach dieses jedoch nicht den Leistungen von Schwarz-Gelb: Alemannia war bemüht, doch dies sollte nicht alleine zum Klassenerhalt reichen. Was fehlten waren die Tore, Mangelware in dieser Saison, doch nicht in diesem Spiel.
Denn heute war alles - wie schon in den Spielen unter Aussem zuvor - gänzlich anders, als in den Spielen der Restsaison. Vorbereiter Alper Uludag hatte das Leder dieses Mal von Timo Achenbach aufgelegt bekommen und sich aus 20 Metern ein Herz gefasst. Ein Tor, möglicherweise Tor-des-Monats-reif, dass die Alemannen weiterhin im Rennen hielt. Doch um auch dieses Rennen zu gewinnen benötigte es einen weiteren Treffer im Karlsruher Wildparkstadion - und zwar dieses Mal von der gänzlich anderen Seite.

Doch der Treffer der Eintracht blieb aus - bis zur Halbzeitpause und dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Fritz, wenige Minuten nach dem in der Allianz Arena. Auch wenn die Alemannia ihre Führung über die Zeit rettete, brachte diese nicht den gewünschten Erfolg. Und so begannen die Sekunden, in dem sich das Schreckliche offenbarte: Alemannia war abgestiegen - und keiner wollte es so wirklich wahrhaben.
Es entstanden Bilder, die auch Tage danach noch unbeschreiblich schwer anzuschauen sind. Über 4.000 in Schwarz und Gelb gekleidete, die zurück auf die Sitze sinken, sich den Kopf stützen und Gefühlen freien Lauf lassen. Alle jene, die Kraft dazu finden, klatschen die Hände derer ab, die ebenfalls am Boden zerstört ihre letzten Kräfte auftreiben, um denen zu danken, monatelang hinter ihnen standen - und auch weiterhin hinter ihnen stehen werden.

Denn auch wenn die Alemannia durch den Abstieg in die dritte Liga vor einem riesengroßen Scherbenhaufen steht, wird dies die Fans nicht dazu bringen, jetzt einfach ohne weiteres das Feld zu räumen. Und obgleich alle Verträge der Kicker eine Klasse tiefer keine Wirkung mehr haben, ist auch ein Großteil dieser nicht gewillt, beim Neuaufbau nicht tatkräftig mitzuwirken. Nach der Bestätigung, dass zumindest Trainer Ralf Aussem den Weg in Liga 3 mitgehen wird, liegt es jetzt lediglich an den Spielern. Wer macht den ersten Schritt? Wer bekennt sich zur Alemannia?
All diese Fragen sollen in den nächsten Wochen geklärt werden, wo es schon am 20. Juli wieder zur Sache geht. Vorerst hatten am gestrigen Mittwoch alle Akteure der Schwarz-Gelben ihren letzten Arbeitstag. Wer dann am 10. Juni zum Trainingsauftakt wieder auf dem Platz stehen wird, ist ungewiss. Dass sowohl Mirko Casper als auch Tobias Feisthammel zu jenen nicht mehr gehören werden, die auch im nächsten Jahr ihre Schuhe für die Alemannia schnüren werden, steht schon jetzt fest. Casper wird in der nächsten Saison für Bayer Leverkusen II auflaufen, "Feisti" verschlägt es zum SC Paderborn, der in der abgelaufenen Spielzeit die Relegationsplätze zur ersten Bundesliga ankratzte. Denn der SCP will nach oben und hat sich damit ein ähnliches Ziel wie Schwarz-Gelb gesetzt!

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You don't hate the last-place team

Eintracht: "Wir steigen auf und ihr steigt ab!"


Mal fällt es mir als Blogger schwer, mal weniger schwer, über das zu schreiben, was ich am Spieltag fühle und erlebe. Nach den Ereignissen des vergangenen Montags ist dieser Post schnell in die richtige Spalte eingeordnet. Durch die Niederlage gegen den jetztigen Tabellenführer aus Frankfurt ist der Abstieg des Kultklubs nahezu besiegelt. Nur mit Hilfe der Konkurrenz könnte der Relegationsplatz noch erreicht werden, wobei man dabei von zwei Niederlagen des KSCs sowie mindestens einem Sieg des FC Hansa Rostocks auszugehen hat. Verpflichtend wäre unter anderem, dass die Alemannia ihre letzten beiden Spiele beide gewinnt. 

Die Chancen stehen also schlecht für den Traditionsverein, dessen Fans sich langsam aber sicher mit dem Abstieg in Liga Drei abgefunden haben. Doch ausgerechnet da, wo man es am ehesten erwartet hätte, sieht man es nicht ein, von Dingen abzusehen, die offensichtlich keinen Erfolg bringen.
"Ich glaube immer noch an den Klassenerhalt.", sagt zum Beispiel Manager Meijer, ziemlich naiv, kurz nach der Partie, die sich als fünfzehnte aller Niederlagen in dieser Saison in die Liste einreiht. Wirklich abkaufen kann man dem Mann, der an der momentanen sportlichen Lage einen ziemlich großen Anteil hat, diese Aussage nur schwer. Vor allem nach den Enthüllungen der Aachener Zeitung am heutigen Mittwoch ist der Holländer bei vielen Anhängern unten durch, seinen Rücktritt forden sie fast alle – ganz gleich ob direkt heute oder erst nach den finalen Endspielen zuhause und in München.
Denn Meijer konnte nicht loslassen. Er setzte den entscheidenen Männern stets eine neue Gnadenfrist, anstatt Nägel mit Köpfen zu machen; hielt an ihnen fest und sah nicht ein, dass sie dem Verein womöglich viel mehr schadeten, als sie ihm Gutes taten. Laut Aussagen der Presse war Meijer nicht verständnisvoll, gab Spielern keine Chance, auf ihn zuzukommen – suchte keine Gespräche, ließ einfach geschehen; die Alemannia ins Unheil abdriften.

Und da ist sie nun fast angekommen – im Unheil Liga 3, die am Montag abermals an die Tore des Tivolis anklopfte. Es ist nahezu irrelevant, wie das eigentliche Spiel verlief, blickt man alleinig auf das Geschehen danach. Denn eine 0:3 Niederlage vor zahlreich erschienenem Publikum kann man getrost so im Raum stehen lassen. Eintracht Frankfurt feierte nämlich nicht nur ihren mehrmaligen Torschützen Idrissou sondern auch den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga – lauthals, im fremden Stadion, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Gegner aus Hessen provozierte nicht nur einen riesigen Polizeieinsatz sondern produzierte sogleich einen Schaden in Höhe von 75.000€.
Respektlos stürmten die Fans des Spitzenreiters das Feld, demolierten, was ihnen in die Quere kam. Dass auf der anderen Seite ein Verein gerade in die Knie ging – ja, schon auf dem Boden lag – war nicht von Bedeutung. Man trat ihn vielmehr noch mit Füßen, beschimpfte ihn, als hätte er ein Verbrechen begangen – hasste ihn, obwohl es an ihm nichts mehr zu hassen gab. Denn er war lediglich der Tabellenletzte, der mit seinem Handeln nur sich selbst schadete. Als Konsequenz muss er nun aller Wahrscheinlichkeit den Weg nach unten antreten – und der wird gewiss nicht leicht werden.

Nur mithilfe von uns – den Fans des TSV Alemannia Aachen – kann dieser Schritt auch gewagt werden. Ohne die Unterstützung und den Zusammenhalt auf den Rängen kann die Alemannia dort unten nicht bestehen. Und auch die letzten beiden Spiele – zuhause gegen den Karlsruher SC (Sonntag, 29.04.12, 13:30 Uhr) und am 34. Spieltag in München (Sonntag, 06.05.12, 13:30 Uhr) – würden für das Team ohne ihre Anhänger zu einer Hollenquäl werden.
Laut Verein möchte man das Unmögliche schaffen, ein kleines Wunder bewirken, indem man durch zwei Siege in Folge doch noch die Klasse hält. Auch wenn wir nicht mehr daran glauben sollten wir zumindest für die Alemannia da sein und sie unterstützen. Denn nur gemeinsam sind wir stark. Und unser Verein braucht uns jetzt – und das mehr als je zuvor!