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Alemannia zieht die Notbremse

Funkel muss seine Koffer packen – Aussem soll Alemannia retten!



Mit der Pleite gegen Dynamo Dresden stieg die Zahl der Niederlagen in Folge auf beachtliche fünf an, was am Tivoli einen radikalen Handlungsbedarf auslöste. Schon am Freitag konnte man aus den Interviews von Manager Meijer raushören, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, bis man nun auch Trainer Friedhelm Funkel den Laufpass gab. Am gestrigen Sonntag hatte sich dann der Aufsichtsrat zusammengesetzt und darüber entschieden, dass der erfahrene Fußballlehrer am Tivoli keine Zukunft mehr hat.

Nach der Entlassung Peter Hyballas im September des vergangenen Jahres war Funkel mit der Aufgabe, das Team aus dem Abstiegswahn zu befreien, in die Soers gekehrt. Seine Bilanz: 17 Punkte aus 20 Spielen – zu wenig, wenn man bedenkt, in welcher Situation sich die Alemannia schon seit dem ersten Spieltag befindet. 
Als Konsequenz hatte der 58-Jährige gestern seine Koffer zu packen, wurde, zusammen mit Co-Trainer Christoph John, mit sofortiger Wirkung "beurlaubt".
Eine Alternativlösung hatte man direkt in Petto: Heute Morgen übernahm Ralf Aussem die Profis, die er schon einmal in dieser Saison als Interimscoach betreut hatte, und wird sie nun nicht nur auf das Spiel in Ingolstadt (Ostersonntag, 08. April – 13:30 Uhr), sondern auch die verbleibenden sechs Begegnungen vorbereiten. Der 51-Jährige, der zur Zeit nicht nur als Trainer der U23-Mannschaft tätig ist, sondern unter anderem auch das Nachwuchsleistungszentrum leitet, seie vertraut mit Mannschaft und Verein, weswegen man sich am Tivoli "für diese interne Lösung entschieden" habe. 

Aussem stehen nun zunächst sechs "End"-Spiele bevor, in denen es klar um den Verbleib in Liga 2, die Existenz dieses Klubs geht. Durch den Sieg des Karlsruher SCs (2:0 über Union Berlin) und der Punkteteilung zwischen den Zebras aus Duisburg und Ingolstadt (1:1) sind die Schwarz-Gelben nun auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht, bereits sieben Punkte beträgt die Differenz auf einen Nicht-Abstiegsplatz.
Der 51-Jährige, der früher selbst jahrelang in der zweiten Liga aktiv war, hat schon jetzt eine klare Vorstellung von seiner Arbeit bis zum Saisonende: "Die Alemannia muss in der Zweiten Liga bleiben!" Doch das ist leichter gesagt, als getan. Aussem bleibt daher seiner strengen Linie treu: "Sollte es Spieler in der Mannschaft geben, die dazu nicht bereit sind, werden wir den Weg eben ohne sie gehen!" – so einfach ist das eben.

Hätte man zuvor mit solch einer Konsequenz gehandelt, wäre es vielleicht nie so weit gekommen – dann wäre die Alemannia vielleicht nie soweit abgegrutscht, wie sie es jetzt ist. Doch da man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann, bleibt es dabei: Es kann nur nach vorne geblickt werden. Auf eine Zeit, die besser sein wird, als die jetzige; eine Zeit ohne Abstiegsangst, ohne Zitterpartien und schweißnasse Hände. Eine Zeit ohne Friedhelm Funkel und Christoph John – es hat eben nicht sollen sein.

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Marmor, Stein und Eisen bricht!



Es waren die Bilder des Spiels, als sich Friedhelm Funkel nach der Partie gegen seinen Ex-Klub am Mittelkreis von jedem einzelnen Spieler verabschiedete. Die Rückkehr des erfahrenen Fußballlehrers überschattete das eigentliche Derby, was bei der Alemannia so auch noch nie vorgefallen war.
Ein Meisterschaftsspiel gegen den VfL Bochum bedeutete vor allem für die Schwarz-Gelben stets pralle Derbystimmung. Mit rund 2.000 Mann waren die Anhänger der Tivoli-Kicker nach Bochum gereist, um nach dem vielversprechen, ersten Sieg ihrer Elf vom vergangenen Spieltag auf den nächsten zu hoffen.
Personell gesehen standen die Zeichen vor dem Flutlichtspiel nämlich  noch besser als bei der Begegnung gegen Ingolstadt: Bas Sibum konnte nach abgesessener Gelb-Sperre auf seine alte Position zurück kehren, womit er Manuel Junglas wieder zurück auf die Ersatzbank kickte. Die Doppelsechs stellte sich daher aus dem Holländer und Aimen Demai zusammen, während David Odonkor und Ray Yabo über Außen kamen. Unverändert durfte Radu abermals neben Auer ran, die Abwehrreihe setzte sich wie in der letzten Woche aus den bekannten Gesichtern zusammen. Lediglich im Kasten der Schwarz-Gelben sollte der nächste Wechsel vollzogen werden: Der wiedergenesene Stammkeeper Waterman ersetzte den starken Krumpen der letzten Woche. Weil sich David Hohs zuvor das Syndesmoseband angerissen hatte, durfte der Schlussmann der zweiten Mannschaft seinen Ersatz markieren.

Nicht geschwächt von der Pokalpartie, welche die Blau-Weißen unter der Woche noch austragen mussten (4:1 gegen Unterhaching), kam die Elf von Andreas Bergmann besser in die Partie. Die Gäste standen sehr tief, was den Kickern aus dem Ruhrpott kaum entgegen kam. 
Durch Standards allerdings waren die Blau-Weißen gefährlich, gewannen die Mehrheit an Zweikämpfen und bereiteten Aachens Schlussmann mit ihren häufigen Abschlüssen aus der Entfernung schon früh Probleme. Doch Waterman ließ sich von den Angriffen der Gastgeber nicht beirren und pushte seine Jungs nach vorne, was mitunter auch zum Erfolg hätte führen können. Denn die erste Möglichkeit der Tivoli-Kicker hatte sich direkt sehen lassen können: Nach einer Ecke durch Timo Achenbach kam plötzlich Olanjengbesi, der Überraschungs-Torschütze der letzten Woche, ans Leder, zog allerdings unglücklich am Tor vorbei.
Auch wenn die Aachener alles ins Spiel warfen - viel kam bei dem Ganzen nicht heraus. Eine ganze Weile lang prägten Fehlpässe im Mittelfeld die Partie, vorne war Alemannia nicht aggressiv genug und hinten stand man neuerlich viel zu offen. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bochumer die Defizite ihrer Gegner zu ihrem eigenen Vorteil verwendeten. Die Alemannen ließen den Gastgebern Raum zu Spielen - und wurden damit kurz vor Ende der ersten Halbzeit dann selbst bestraft: Inui kam aus rund 20 Metern völlig frei zum Ball und ließ mit seinem nur leicht plazierten Schuss Keeper Waterman ziemlich alt aussehenen.

Die 1:0 Pausenführung der Bochumer hinderte die mitgereisten Fans in ihrer Kurve nicht daran, ihr Team weiter mit guter Stimmung zu versorgen. Nach 45 Minuten wurden die Kicker mit dem Spruch "Kämpfen, Aachen, Kämpfen und Siegen!" in die Kabine verabschiedet, was neben der harten Ansprache des Trainers zum Erfolg in der zweiten Halbzeit führen sollte.
Und als hätte man es herbei geschworen: Die Alemannen kamen in Hälfte Zwei tatsächlich besser ins Spiel als die Hausherren. Trainer Funkel hatte einen ungewohnt frühen Wechsel vollzogen, indem er für den schwachen, gelb-vorbelasteten Odonkor Manuel Junglas gebracht hatte. Weil Junglas wieder über Rechts kommen sollte, rückte Ray Yabo zurück auf Linksaußen, was der Köln-Leihgabe deutlich entgegen kam: Auf alter Position startete Yabo schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff durch, umkurvte einige Bochumer Abwehrmänner und zog dann schlussendlich auch noch selber ab. Luthe kam im Kasten der Blau-Weißen gerade noch an's Leder.
Der Schlussmann aus dem Ruhrgebiet wurde in den kommenden Minuten immer wieder in Szene gesetzt, weil die Aachener Offensivmannschaft jetzt die Führung übernahm. Immer wieder kreuzte der eingewechselte Manuel Junglas im gegnerischen Sechszehner auf, konnte allerdings nicht einmal kaltblütig vollstrecken.

Alemannia hatte die größeren Spielanteile, doch dass man vor'm Tor generell nicht gerade die größte Gefahr ausstrahlt, wird schon dann sichtbar, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft. Mit dem Remis des FC Ingolstadt beim Tabellenzweiten aus Frankfurt ist die Alemannia Tabellenletzter. Gerade einmal sechs geschossene Tore zieren die Statistik, das ist - immer noch - ein absoluter Negativrekord.
Dass man die schlechteste Offensivmannschaft im bezahlten Profifußball besaß, sollte selbst bis in den Ruhrpott langsam vorgedrungen sein, was im Laufe der zweiten Halbzeit dazu führte, dass sich die Bochumer immer weiter in die eigene Hälfte drängen ließen. Nun stand der VfL tief, sodass die Alemannia nur noch aus der Distanz zu einem Abschluss kam. Bas Sibum hatte eine Viertelstunde vor Schluss die größte Möglichkeit aus rund 30 Metern, sein Schuss ging jedoch knapp am Tor vorbei.
Es sah mal wieder danach aus, als würde die Alemannia ein Spiel aus der Hand geben, dass man in der zweiten Halbzeit vielleicht sogar noch hätte drehen können. Die eingewechselten, neuen Kräfte, wie Stiepermann und Uludag, konnten in den letzten Minuten auch nicht mehr die Akzente setzen, die man sich gewünscht hatte, sodass der Coach nur noch einen Apell an sein Team hatte: "Schmeißt jetzt alles nach vorne!"
Diese Ansprache schien Früchte zu tragen; ein Mann, den man - wenn überhaupt - nur bei Standards vor dem gegnerischen Tor vorfand, wurde in der 90. Minute von Torhüter Luthe zu Fall gebracht. Es war wieder einmal Tobias Feisthammel, seines Zeichens Torschützenkönig der Alemannia (und das als Innenverteidiger!), der einen Elfmeter für sein Team rausholte. Mit der gelben Karte war Luthe gut bedient, hätte es für den Schlussmann der Blau-Weißen schließlich auch glatt Rot geben können. Doch der Stammkeeper hatte noch einmal Glück gehabt und sollte somit wenigstens die Chance bekommen, seinen Fehler wieder glatt zu bügeln. Der bereits aussortiert gewesene Aimen Demai sollte den späten Erfolg der Aachener garantieren - doch er scheiterte. Der sichere Elfmeterschütze der letzten Wochen hatte sich die falsche Ecke ausgesucht, mit seinem schwach geschossenen, unplatzierten Schuss hatte er es Luthe dazu noch umso leichter gemacht.

Mit dem Strafstoß ertönte der Schlusspfiff im alten Ruhrstadion. Nach dem vielversprechenden Sieg über den FC Ingolstadt folgte in Trainer Funkels alter Heimat der nächste, herbe Rückschlag. Nach der Niederlage im Bochumderby sanken die Köpfe der 2.000 mitgereisten Fans gen Boden - dahin, wo sich die Alemannia momentan befindet. Als Tabellenschlusslicht, ganz unten - trotzalledem ertönten weder Pfiffe noch böse Worte, während die Heimfans ihr Gewinnerteam feierten. "Marmor, Stein und Eisen bricht!", hallte es aus der Gästekurve. "Aber Alemannia nicht. Alles, alles geht vorbei, doch wir bleiben treu - treu!"
Und vielleicht gab wenigstens das Kraft, zu Hause - vor voller Hütte - den nächsten Erfolg einzufahren.

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Die Sache mit der Leiter

Immer tiefer versinkt die Alemannia in den letzten Wochen in den Tiefen des düsteren Tabellenkellers. Mit nur vier Punkten aus neun Ligaspielen steht das Team von Trainer Funkel als schlechteste Mannschaft der Liga dar. Und auch die Torausbeute zeugt nicht gerade davon, dass dieser Stand ziemlich ungerechtfertigt ist: Ein mageres Törchen gelang der Truppe am dritten Spieltag beim FC St. Pauli. Seitdem ist Schicht im Schacht - Alemannia hat die schlechteste Offensive aller Lizensmannschaften aus Liga 1-3.
Als man am Boden der Tatsachen angekommen war, nach einer miserablen Leistung beim SC Paderborn, hatte man Peter Hyballa entlassen. Man fragte sich, wer diese Leiter gestohlen hatte, die alleinig das Entkommen aus dem Tabellenkeller sicherte. Sieben Tage später kam ein Mann mit neuer Leiter: Doch auch diese zerbrach am vergangenen Samstag, als im ersten Spiel unter Trainer Funkel die nächste Pleite (0:2) eingefahren wurde.

Im übertragenen Sinne steht unsere Leiter für die Tore, die bei der Alemannia zur Zeit wirklich Mangelware sind. Neben "den Fans endlich ein Erfolgserlebnis schenken" steht das Ziel, die Bälle mal im gegnerischen Kasten zu versenken, ganz oben auf der Schwarz-Gelben To-Do-Liste.
Schon morgen könnten diese Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, wenn man am Tivoli den FSV Frankfurt empfängt. Noch nie zuvor hatte man gegen den Gegner aus Hessen, der erst einmal in dieser Saison einen Dreier einfahren konnte, verlieren können.
Um zu verhindern, dass sich alle Vorahnungen ins Gegenteil wenden, wird David Hohs am Freitag den Kasten hüten. Boy Waterman musste aufgrund wiederkehrender Hüftprobleme am Dienstag das Training abbrechen, wird dem Trainer daher nicht zur Verfügung stehen. Und auch auf Anouar Hadouir muss der erfahrene Fußballlehrer verzichten: Der Marokkaner hatte sich im Training am Knie verletzt und fällt damit bis auf weiteres aus. Benjamin Auer wird dahingegen wieder in die Startelf zurückkehren, soll mit Sergiu Radu für ein erfahrenes Sturmduo sorgen.

Wenn man den Zahlen der Alemannia trauen kann, wurden für die Partie gegen den Tabellenlelften nicht einmal 12.000 Karten verkauft. Es wäre nach der Partie gegen Tabellenführer Fürth der nächste negativ Rekord.

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Kein Funkeln in den Augen

Auch mit neuem Trainer altes Alemannia Leid: Keine Tore, keine Siege.


Friedhelm Funkel ist bei weitem nicht der einzige, der in dieser Saison versucht, mit seinem Team das erste Erfolgserlebnis zu feiern. Er ist der dritte Trainer im Bunde, der nach der Entlassung Hyballas Interimscoach Ralf Aussem am Dienstag ablöste. Peter Hyballa hatte gegen Paderborn noch auf der Bank gesessen, wurde vier Tage später dann aufgrund der abermals niederschmetternden Leistungen entlassen. U-23 Trainer Ralf Aussem musste einspringen und gegen Fürth das erste und einzige Mal an der Seitenlinie stehen. Denn schon wenige Tage nach dem überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft (Remis gegen Tabellenführer) musste er diese an den neuen  Trainer abgeben. Friedhelm Funkel hatte das Rennen gemacht und am Dienstag einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Nachdem der erfahrene Coach im Training erste Eindrücke sammeln konnte, hatte er bei seinem Debüt am Samstag zum ersten Mal auf der Bank Platz zu nehmen. 
Das Spiel an der alten Försterei stand unter einem weniger guten Stern, musste Funkel schließlich neben Junglas (Rotsperre) verletzungsbedingt auch auf Radjabali-Fardi und Mario Erb verzichten. Anouar Hadouir saß zudem nicht mit im Flieger nach Berlin, da er am Vortag Vater geworden war. Falkenberg und Hartmann feierten dafür ihre erste Nominierung in den Profikader.
Mit Boy Waterman stand Alemannias richtige Nummer Eins am Samstag wieder zwischen den Pfosten. In der Partie gegen Fürth hatte der Stammtorhüter aufgrund von Adduktorenproblemen passen müssen, wurde von David Hohs ersetzt, der am Samstag als Ersatz auf der Bank Platz nahm. 
Weil Radjabali-Fardi in seiner Heimat aussetzen musste durfte Jonas Strifler auf Rechtsaußen von Beginn an ran. Neben dem Neuzugang von Dynamo Dresden bestand die Viererkette aus Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Timo Achenbach. Im 4-3-3 markierten Kratz und Sibum die Doppelsechs, davor kam Ray Yabo. Über Außen stürmten David Odonkor und Marco Stiepermann, der den frischgebackenen Vater Hadouir ersetzte. Sergiu Radu blieb, wie in der vergangenen Woche, der zentrale Punkt im Aachener Angriff.

Dass Kapitän Auer zum zweiten Mal in Folge nur auf der Bank Platz nahm änderte in den Anfangsminuten nichts daran, dass in Alemannias Offensive ein frischerer Wind wehte. Beide Mannschaften kamen nicht so richtig aus den Puschen, was zur Folge hatte, dass die Torhüter in den Anfangsminuten nur bedingt gefordert wurden. 
Die Startschwierigkeiten der Alemannen bestimmten allerdings keinen Großteil des Spiels. Stiepermann ließ den Knoten platzen, als er mit der ersten richtig guten Chance Eindruck schindete. Sein Schuss aus spitzem Winkel brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, der Ball strich um Zentimeter am Kasten Glinkers vorbei.

Wirklich eingreifen musste Boy Waterman nur selten, was die Tatsache des plötzlichen Gegentors nicht gerade positiver machte. Nach einer Ecke kam der Ball über Umwege zu Markus Karl, der keine Probleme damit hatte, das Leder aus kurzer Distanz über die weiße Linie zu drücken.
Vor der Pause lag die Alemannia also aus heiterem Himmel zurück, was dazu führte, dass bis zum Pausentee bei ihr überhaupt nichts mehr ging. Der Gegentreffer schien die Tivoli-Kicker zu frusten, hatte man schließlich zuvor selbst die besseren Anteile am Spiel gehabt.
Nach 45 Minuten war dann auch Schluss, Schiedsrichter Rafati pfiff pünktlich zum Pausentee.


Ein guter Start sah anders aus, fand auch Trainer Funkel, beließ es zur Pause jedoch bei der Anfangself. Keine Wechsel brachten auch keinen frischen Wind in das Spiel der Alemannia, Union hatte Göhlert für Madouni gebracht und auch wenn der Verteidiger für das Offensivspiel der Berliner nicht viel konnte, kamen diese deutlich besser wieder ins Spiel. 
Ex-Aachener Mosquera, der schon häufiger gegen die Alemannia traf, hatte schon in der ersten Hälfte immer wieder angedeutet, dass er auch gerne in diesem Spiel scoren wollte. Nach einer knappen Stunde wäre es dann fast so weit gewesen, Boy Waterman musste sich ziemlich lang machen, um den Ball des Kolumbianers noch aus dem Winkel zu fischen. 

Alemannias Offensive hatte man sozusagen "auf Null geschaltet" und deswegen reagierte Funkel, indem er Benny Auer für den ausgelaugten Stiepermann brachte. Den aufgestauten Frust des 30-Jährigen, wieder einmal nur von der Bank aus zu gestartet zu sein, brachte dieser in seiner ersten Szene direkt ans Tageslicht; Auers ruppiges Einsteigen in einen Zweikampf gegen Zoundi wurde allerdings nicht geahndet.
Der Kapitän hatte Minuten später dann die größte Chance der zweiten Halbzeit auf dem Fuß: Nach einer Hereingabe in den Sechszehner rutschte der "Torjäger" neben den Ball, Glinker war bereits zur Stelle und versaute den Schwarz-Gelben somit die Hoffnung, doch noch einen Punkt aus der Hauptstadt mitzunehmen.
Denn auf der anderen Seite entschied sich schon im Gegenzug, dass man sich mit einer Niederlage bei den Eisernen zufrieden geben musste: Quiring wurde im Strafraum von Olajengbesi zu Fall gebracht, woraufhin Schiedsrichter Rafati ohne zu zögern auf den Punkt zeigte. Mattuschka verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0 Endstand.


Damit ist die Alemannia auch nach neun Spieltagen (wieder) Tabellenletzter. Mit nur einem, mageren Torerfolg (zur Erinnerung: Führungstreffer beim FC St. Pauli am 3. Spieltag - Endstand: 3:1) besitzt man nicht nur die schlechteste Offensive der eigenen, sondern auch der ersten und dritten Liga. Letztere haben schon jetzt die ersten im Visier, wenn es um Alemannias Zukunft geht. Doch wenn man wirklich schon jetzt kapitulieren möchte, sollte man wenigstens der nackten Tatsache ins Auge sehen, dass es die Schwarz-Gelben im Falle eines Abstiegs, was wohl eine Insolvenz nach sich ziehen würde, noch viel tiefer verschlagen würde, als "nur" in die dritte Liga.
Angesichts der Tatsache, dass den Tivoli-Kickern noch rund 25 Spiele bevor liegen, sind solche Rückschlüsse allerdings vollkommen überstürzt. Die ersten beginnen schon jetzt, am neuen (!) Trainer - der ja bekanntlich noch nicht einmal eine Woche mit der Mannschaft zusammen ist - zu zweifeln und den Kopf in den Sand zu stecken, weil man sich nicht verstanden fühlt. Andererseits hackt man auf der Mannschaft herum, die es - und das sollte man vielleicht auch einmal anmerken - momentan auch nicht allzu einfach hat, die sich vielleicht zur Zeit auch von niemandem verstanden fühlt. 

„In schweren Zeiten muss man zusammenhalten.“, heißt es. „Sich helfen, unterstützen und daran denken, dass es auch einmal anders - einmal besser - war.“
Auch wenn es schwer fällt, in der Dunkelheit an ein Licht zu glauben, sollten wir jetzt noch nicht den Teufel an die Wand malen. Et hätt' schließlich noch immer jot jejange! 

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Funkel, Funkel, kleiner Stern?

Funkel feiert Debüt in Berlin - Mark Flekken wird Profi




Aus dem Vollen schöpfen können - dies war schon zu Zeiten Peter Hyballas ein Vorhaben, dass nur schwer in die Tat umzusetzen war. Und auch Trainer Funkel hat es aktuell nicht einfacher. Mit Radjabali-Fardi, der sich seit der Partie gegen den Tabellenführer Greuther Fürth mit Meniskusproblemen herumschlägt, fehlt dem Coach am Samstag ein weiterer Bestandteil der Aachener Stammformation. Der 20-Jährige hatte sich bereits darauf gefreut, in seiner Heimatstadt wieder gegen den Ball treten zu können - und auch die Familie war für die Begegnung bereits in die alte Försterei geladen. Jetzt fällt "Radja" kurzfristig aus, soll allerdings laut Vereinsseite schon in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen können.
Auf Manuel Junglas wird der Trainer dahingegen noch etwas länger nicht zurückgreifen können. Nach seiner roten Karte in der Partie gegen Greuther Fürth wurde der Zehner für drei Meisterschaftsspiele gesperrt. Mario Erb fehlt zudem mit einer Kapselverletzung.

Für den neuen Trainer, der sein Amt erst am Dienstag angetreten war, könnte der Stand der Dinge also besser aussehen. Doch dass es der erfahrene Coach mit der Alemannia nicht immer leicht haben würde, hatte er gewusst, als er sich für zwei Jahre an die Schwarz-Gelben band.
Schon in der Pressekonferenz am Dienstag hatte der 57-Jährige erklärt, dass er sich trotz der aktuellen, sportlichen Situation auf seine Aufgabe am Tivoli freue. Er betonte, dass es ihm wichtig wäre, das Team in den wenigen Tagen kennen zu lernen und sich optimal auf den kommenden Gegner einzustellen.
Dieser nämlich ist angesichts der bisher absolvierten Spiele schwer einschätzbar. Union Berlin liegt mit 11 Punkten im guten Mittelfeld der Tabelle. Die Elf von Uwe Neuhaus kam dabei auf drei Siege, drei Niederlagen und zwei Remis.
Ziemlich ausgeglichen die Bilanz, was es für die Tivoli-Kicker natürlich nicht einfacher macht. "Im Training ist von großer Verunsicherung nichts zu erkennen.", weiß Trainer Funkel, der die Mannschaft bislang in fünf Einheiten begleitete. "Der Umgang stimmt, eine gewisse Aggressivität liegt in den Zweikämpfen die Bereitschaft ist absolut da. Das alles sind schon einmal Dinge, die ziemlich positiv sind."


Durchweg positiv ist zudem, dass zum Ende der Woche auch im Bereich des Nachwuchs Fortschritte gemacht wurden. Mark Flekken, bis zur Vorsaison Stammtorhüter der U19 Mannschaft, hat gestern für drei Jahre bei der Alemannia unterschrieben. Der junge Holländer gilt als Nachwuchstalent und trainiert schon seit geraumer Zeit regelmäßig bei den Profis mit.
Der 18-Jährige wurde von Torwarttrainer Hans Spillmann vor zwei Jahren an die Alemannia geführt, spielte in seiner Jugend für Roda Kerkrade. Dass Flekken am Samstag als Ersatzkeeper auf der Bank Platz nehmen wird, ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich.

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Mit Funkel aus der Krise

Meijer findet in Funkel einen erfahrenen Hyballa-Nachfolger!


Eine gute Woche ist es jetzt schon her, als Erik Meijer auf einer spontanen Pressekonferenz bekanntgab, dass man eine schwere Entscheidung getroffen und Peter Hyballa mit sofortiger Wirkung entlassen hatte. 
Mit Interimstrainer Ralf Aussem, dem eigentlichen U23-Coach der Alemannia, hatte sich die Mannschaft auf die nächste Zweitligapartie vorzubereiten, während Manager Meijer nun in der Pflicht stand, sich nach einem neuen Mann für die Seitenlinie umzusehen. Für den 42-Jährigen stand schnell fest, dass Friedhelm Funkel genau in sein Bild passte.

Funkel ist der wohl erfahrenste Mann, den die Alemannia in dieser Woche hätte verpflichten können, hat er schließlich schon rund 1.100 Spiele auf dem Puckel. 
Die Spieler-Kariere des heute 57-Jährigen begann dort, wo sie 17 Jahre später wieder endete: Beim KFC Uerdingen. Zwischenzeitig hatte der Mittelfeldmann 3 Jahre beim FC Kaiserslautern unter Vertrag gestanden, schoss dort 24 Tore in nur 66 Meisterschaftspartien. Insgesammt kommt der Torjäger damit auf eine beachtliche Bilanz von 149 geschossenen Toren in 471 Ligaspielen.
Lange ist es her, dass Friedhelm Funkel noch selbst gegen den Ball tritt, denn heute ist es vielmehr seine Aufgabe, von Außen auf das Geschehen zu blicken. Nach seiner aktiven Zeit als Spieler wechselte er die Seiten und stand fortan nur noch für Vereine wie den MSV Duisburg, Hansa Rostock, Hertha BSC Berlin, den 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt an der Seitenlinie. 
Funkels letzte Station war der VfL Bochum, mit welchem er in der letzten Saison knapp am Aufstieg vorbeigeschrappt war. Vergangene Woche wurde der Coach dann vom Zweitligisten beurlaubt: Ligakonkurrent Bochum war ähnlich schlecht in die Liga gestartet, steht nach der 0:4 Pleite gegen Paderborn nun noch hinter der Alemannia auf dem letzten Tabellenplatz.

Doch mit der Alemannia möchte der erfahrene Trainer dem Tabellenkeller entkommen. "Sich stablisieren", fordert der neue Coach "und dann mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben." Schon am Samstag hat Funkel die Möglichkeit, dafür einen Grundstein zu setzen, wenn seine Elf beim Tabellenneunten Union Berlin geladen ist. 
Am Mittwochmorgen wird das Team mit Funkel und Co-Trainer Christoph John, den er mit an den Tivoli brachte, das Training nach der heutigen Pause wieder aufnehmen.

Funkel unterschrieb übrigens einen Vertrag bis 2013. Ausschlaggebend für eine Verpflichtung seie nicht nur gewesen, dass die Alemannia wieder auf einen erfahrenen Trainer setzen wollte; Erik Meijer kannte den Trainer noch aus seiner eigenen Spielerzeit! Unter Funkel durfte Meijer in Deutschland das erste Mal die Schuhe schnüren (und zwar für den KFC Uerdingen 05!), ehe dort seine eigentliche Kariere begann!