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Nass gemacht

Occean lässt Alemannia untergehen





Es war der vorerst letzte große Gegner aus dem Oberhaus, bei dem die Alemannia am Freitagabend zu gastieren hatte. Und dieser war nicht ohne, wenn man bedachte, dass er sich nun schon seit Saisonbeginn im obersten Tabellendrittel aufhält. Denn die Spielvereinigung Greuther Fürth steht zudem seit wenigen Spieltagen wieder auf dem ersten Tabellenplatz und besitzt mit den meist gewonnen Spielen sowie den meist geschossenen Toren den besten Angriff der zweiten Bundesliga. Für die Alemannia dahingegen sieht es nach dem 25. Spieltag wieder düster aus, wo doch der FC Ingolstadt beim Geisterspiel in Dresden auf einen Punktgewinn kam und die Tivoli Kicker somit auf den Relegationsplatz abrutschen ließ.

Denn beim Spitzenreiter aus Fürth konnte das Team von Trainer Friedhelm Funkel nicht zu einem gewünschten Punkterfolg kommen – und das obwohl der Coach seine Elf nicht nur personell sondern auch taktisch ein wenig umgestellt hatte.
Denn da mit Streit, Olajengbesi (beide (Gelb-)Rot-Sperre) und Falkenberg (Knochenmarksödem) auf gleich drei Stammspieler verzichtet werden musste, hatte der erfahrene Übungsleiter notgedrungen zu reagieren. In der Viererkette kam Mirko Casper an der Seite von Tobias Feisthammel zu seinem ersten Saisoneinsatz. Shervin Radjabali-Fardi ersetzte Falkenberg auf der Rechtsverteidiger-Position, Timo Achenbach kam über Links. Im Mittelfeld der Schwarz-Gelben wurden die größten (taktischen) Veränderungen erst sichtbar: Im 4-1-4-1-System markierte Bas Sibum den einzigen Sechser, gleich vor dem Holländer starteten Manuel Junglas und Aimen Demai im zentralen Mittelfeld. Kevin Kratz und Alper Uludag kamen über Außen, während Sergiu Radu die einzige Spitze darstellte. Boy Watermann hatte ebenso in seinem Kasten Platz genommen, wie Benjamin Auer auf der ihm fremden Ersatzbank. Der Kapitän wärmte diese Plätze ebenso wie David Odonkor, Thomas Stehle und Marco Stiepermann.

Mit nur vier Ersatz-Feldspielern zu den Franken gereist zeigten diese von Beginn, dass sie nicht grundlos an der Tabellenspitze verweilten. Mit viel Druck ging es immer wieder in Richtung Keeper Waterman, welcher die Alemannia in den ersten Minuten vor Schlimmerem bewahrte. Doch abgesehen vom Aachener Schlussmann schien das Team vom Tivoli nur körperlich anwesend zu sein. So hatten die Fürther keine große Mühe, die Abwehrreihe der Schwarz-Gelben auseinander zu nehmen. Für Gefahr sorgten unter anderem immer wieder 
Sararer und Occean im Fürther Offensivzentrum, während die Alemannen sogar Mühe hatten, einmal über Mittellinie zu kommen. 
Unter'm Strich kam nichts von der Alemannia in Hälfte Eins, was nach rund 30 Minuten dann auch bestraft wurde. Occean ließ die gesamte Abwehrreihe der Alemannia alt aus sehen und setzte den Strafraum der Gäste mit einer schönen Einzelaktion gänzlich unter Wasser. Der Kanadier vollstreckte anschließend aus kurzer Distanz zur längst fälligen 1:0 Führung.

Der Gegentreffer schien den Alemannen nichts an zu haben. Sie blieben stur ihrer Linie treu, indem sie ideenlos durch die eigene Hälfte kickten und die Fehlpassquote vor der Pause nur noch erhöhten. Pünktlich zur 45. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie für eine gute Viertelstunde und gönnte damit nicht nur den Spielern auf dem Rasen eine kleine Verschnaufpause. Denn vor allem die Anhänger der Schwarz-Gelben benötigten eine Pause, um vielleicht zu begreifen, warum ihr Team so nachgelassen hatte. Warum sie so wenig zeigten, sich gegen den großen Gegner aus Fürth nicht einmal im geringsten anstrengten.

Man hatte die Hoffnung zwar noch nicht verloren, dass in Hälfte Zwei alles besser werden konnte – doch so wirklich daran glauben tat spätestens dann niemand mehr, als die Fürther nach dem Wiederanpfiff den ersten Angriff auf's gegnerische Tor starteten. Dieser brachte jedoch nichts Zählbares ein.
Die Alemannia dahingegen war von einem wirklichen "Angriff", einer guten "Torchance" noch meilenweit entfernt. Obwohl man bis zur Einwechslung von Benjamin Auer nur mit einer Spitze agierte, versuchten es die Schwarz-Gelben zunehmend mit hohen Bällen, die entweder erst gar keinen Abnehmer fanden oder durch Sergiu Radu stets in Ballverlusten endeten. Funkel reagierte erstmals, als er Kapitän Auer für Aimen Demai brachte. Der Tunesier war angeschlagen und verließ humpelnd das Feld.
Der für ihn eingewechselte "Torgarant" sollte den letzten Anstoß geben, noch einmal Druck machen. Doch so wirklich begreifen tat dies sein Team nicht. 10 Minuten vor Schluss war es David Odonkor, der sich noch eine kurze Spielzeit sicherte und die geringe Druckphase der Alemannia miterlebte, die allerdings zu keiner nennenswerten Aktion führte.

So blieb es nach 90 Minuten bei einem Spiel, dass zumindest aus der Sicht der Alemannia nicht zweitligareif war. Der Tabellenführer hatte beim abstiegsgefährdeten keine große Mühe, die drei Punkte in der Heimat zu belassen. Für die Schwarz-Gelben geht es damit in der Tabelle wieder tiefer. Durch das bereits angesprochene Remis von Mitkonkurrent Ingolstadt, dem Punktgewinn des MSV Duisburg und dem Dreier des FSV Frankfurt hat die Alemannia wieder einen Platz in der gefährlichen Zone eingenommen. Mit 21 Punkten markiert das Team von Friedhelm Funkel den Relegationsplatz, der Karlsruher SC hätte morgen im Spiel gegen den FC St. Pauli noch die Chance, an den Tivoli-Kickern vorbeizuziehen, die schon am kommenden Freitag zu Hause auf Union Berlin treffen.

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Mit viel Herz zum Erfolg

 Schon am Freitag ist die Alemannia zu Gast bei Spitzenreiter Fürth!


Es ist wohl das erste Mal in dieser Saison, dass Trainer Friedhelm Funkel sein Team notgedrungen auf gleich mehreren Positionen zu verändern hat. Denn die Partie gegen den SC Paderborn, welche die Blau-Weißen am vergangenen Wochenende mit 0:3 für sich entschieden, trug Folgen: Weil Schiedsrichter Ittrich am Samstag gleich zwei mal den roten Karton zückte, muss der erfahrene Fußballlehrer am Freitag auf Albert Streit und Seyi Olajengbesi verzichten. Nachdem Streit bereits in der ersten Halbzeit mit einer gelben Karte verwarnt wurde, durfte der Neuzugang gut eine Viertelstunde vor Spielende frühzeitig die Duschen aufsuchen. Wenige Minuten später folgte ihm dann auch schon Aachens nigeranische Abwehrrecke. "Ola" war seinem Gegenspieler bei einer Standardsituation unglücklich auf den Fuß getreten und sah für diese "Tätigkeit" glatt Rot – eine wohl mehr als fragwürdige Entscheidung.

Doch das Sportgericht hat es besiegelt: Zwei Spiele lang muss Friedhelm Funkel auf den Abwehrmann verzichten, der in dieser Saison bislang an jedem Spieltag auf dem Rasen gestanden hatte – und das ausgerechnet dann, wenn es für die Schwarz-Gelben zum wohl anspruchsvollsten Gegner der Liga geht. Denn die Spielvereinigung aus Fürth steht nicht ohne Grund seit Wochen an der Tabellenspitze, wo das Team von Trainer Mike Büskens doch über den stärksten Angriff der Liga verfügt (55 Tore) und mit 15 Siegen vor Kaltblütigkeit nur so trotzt. 
Kaltblütigkeit (vor allem vor dem Tor) ist genau das, was der Alemannia in dieser Saison fehlt. Nur 20 Treffer gehen zur Zeit auf das Konto der Funkel Elf – zu wenig, um von sich zu behaupten, den Sprung aus dem Tabellenkeller geschafft zu haben. Denn auch wenn die Platzierung in der Tabelle auf den ersten Blick Mut macht: Nur einen Punkt trennt die Alemannia von einem Abstiegsplatz, im unteren Tabellendrittel könnte es punktemäßig gar nicht mehr enger sein. Und genau in der Zeit, in der es im Abstiegskampf langsam aber sicher um's Eingemachte geht, muss die Alemannia gegen die Spitzenklubs der Liga ran! Doch das Gewissen, in der Rückrunde bereits gegen zwei von drei Topteams aus dem Oberhaus gepunktet zu haben (2:1 Erfolg über St. Pauli, 0:0 Remis in Düsseldorf), ermutigt die Elf vom Tivoli. Friedhelm Funkel ist sich daher sicher, genau zu wissen, zu was sein Team in der Lage ist. Vorallem auswärts hätten seine Jungs bereits gezeigt, dass sie große Gegner auch einmal alt aussehen lassen konnten. Um gegen den Spitzenreiter aus Franken aber nicht unterzugehen, müssen Auer & Co. "immer wieder in die Vorwärtsbewegung kommen", nicht aufgeben, stets weiterkämpfen. Dafür, so ist sich der Coach sicher, benötige es "Laufstärke, Einsatzbereitschaft und Herz" – diese zu zeigen gilt es schlussendlich am Freitag, wenn Schiedsrichter Markus Schmidt gegen 18 Uhr die Partie in der Trolli-Arena anpfeift.

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Klassenunterschied? Von wegen!

Alemannia lässt Spitzenreiter Fürth in starkem Remis alt aussehen!


Die Unterschiede beider Mannschaften, die am Sonntagvormittag aufeinandertrafen, hätte wohl größer nicht sein können. Während die einen die Liga stürmen und mit einer einzigartigen Siegesserie glänzen (6 Spiele, 6 Siege), geht es bei den anderen momentan einfach drunter und drüber. Nach 7 sieglosen Partien, aus denen nur magere drei Punkte hervorgingen, entließen die Schwarz-Gelben am Dienstagmorgen mit Peter Hyballa auch Kollegen van der Luer.
Ausgerechnet vor der Partie gegen den Spitzenreiter standen die Alemannen also ohne Trainergespann da, sodass es Interimscoach Ralf Aussem zu richten hatte. Neben dem U23-Trainer mit langjähriger Profierfahrung nahm unter anderem auch Erik Meijer auf der Bank Platz. Der Manager der Schwarz-Gelben hat bis zum heutigen Tag noch keinen endgültigen Nachfolger für Hyballa bestimmen können, dies solle sich allerdings schon in naher Zukunft ändern, versprach er im direkten Anschluss an die Begegnung.

Die Änderungen der Personalie Hyballa hatten zur Folge, dass sich auch auf dem Rasen etwas tat. Aussem veränderte die Elf der letzten Woche (schwaches Remis in Paderborn) auf gleich vier Positionen. Überraschend war, dass Benjamin Auer erstmals seit der Pleite in Pauli zu Beginn auf der Bank Platz nehmen musste. Der Kapitän gab die Binde an Sibum ab und machte somit Platz für Radu, der in der Aachener Offensive den zentralen Mittelpunkt markierte. Und auch über die Außen stürmten am Sonntag andere Gesichter: Anouar Hadouir bekam den Vorzug gegenüber Stiepermann und feierte damit, ähnlich wie David Odonkor, sein Debüt in der Startelf. Für den Ex-Nationalspieler musste Ray Yabo weichen.
Im 4-3-3 markierte Bas Sibum die Sechserposition, knapp davor kamen Kevin Kratz und Manuel Junglas. Die Viererkette bildete sich wie in der letzten Woche aus Achenbach, Feisthammel, Olajengbesi und Radjabali-Fardi, weil Thomas Stehle und Mario Erb weiterhin verletzt ausfielen.
Verletzungsbedingt auch der Wechsel im Aachener Kasten: David Hohs stand zwischen den Pfosten, weil sich Stammkeeper Boy Waterman mit Adduktorenproblemen quälte. Seinen Ersatz markierte der selbst nicht ganz genesene Tim Krumpen.


Die Alemannia ließ von einem scheinbaren Klassenunterschied in den Anfangsminuten nicht sehen, sondern spielte überraschender Weise befreit auf und hatte zu Beginn die klar besseren Chancen.
David Odonkor bewies Klasse, als er sich wenige Minuten nach dem Anpfif das erste Mal auf Rechts durchsetzen konnte. Der Abschluss des schnellen Flügelflitzers allerdings zu unplaziert, Radu schaffte es nichtmehr, die Flanke mit dem Kopf zu erreichen. Im zweiten Versuch war der 27-Jährige dann zu eigensinnig: Nachdem er wieder perfekt über Außen gekommen war, probierte er sich selbst an Keeper Grün. Sein Schuss erreichte den Schlussmann der Grün-Weißen allerdings nicht einmal.
Vor allem in Form von Odonkor ging von den Schwarz-Gelben in den Anfangsminuten mächtig Druck aus. Hinten stand man kompakt, vorne fehlten abermals wenige Zentimeter für den entscheideten Treffer. 

Die Alemannen spielten nicht so, als würden sie seit dem ersten Spieltag im Tabellenkeller gefangen sein - und auch der Tabellenerste bewies nicht, dass er zurecht dort oben stand. Die Alemannen hatten die Kleeblätter in der Hand, ließen diese kaum bis an den eigenen Sechszehner vorstoßen. Doch gerade in einer Druckphase der Gastgeber erlitten diese einen herben Rückschlag. Nachdem Junglas mit gestrecktem Bein in einen Fürther  gegangen war, zog Schiedsrichter Stieler glatt Rot. 
Doch es blieb nicht das einzige Pfeifkonzert, wenn es um Entscheidungen des Unparteiischen ging. Nur vier Minuten später nämlich hatte dieser abermals eine schwere Entscheidung zu treffen: In einer ähnlichen Situation wie zuvor ging Edgar Prib mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf. Sergiu Radu ging darauf zu Boden und Schiedsrichter Stieler zögerte nicht lange, auch in diesem Fall die Rote Karte gegen den Foulenden zu zeigen. Beide Karten waren im Endeffekt vertretbar, das Spiel basierte in der verbleibenden Stunde auf einem Zehn gegen Zehn.

Immer wieder war es auch im Anschluss David Odonkor, der vor dem gegnerischen Tor für Gefahr sorgte. Die Fürther statteten Keeper Hohs dahingegen nur selten Besuch ab, viel davon, weiterhin Spitzenreiter zu sein, zeigten sie nicht.
Die größte Chance der ersten Halbzeit wurde dann allerdings doch nicht in der Personalie Odonkor ausgeführt. Shervin Radjabali-Fardi hatte sich wunderbar auf Außen freigespielt, umrannte gleich mehrere Fürther Abwehrspieler und versuchte sich aus spitzem Winkel dann selbst. Der Abwehrmann zwang Keeper Grün zu einer Parade, wenige Minuten später war dann auch Schluss. Es ging torlos in die Kabinen, auch wenn sich vorallem die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte einen Treffer verdient gehabt hätten. Es war wohl mit die stärkste Halbzeit der Tivoli-Kicker der ganzen Saison.


Ralf Aussem zog es wie Trainerkollege Michael Büskens vor, seine "Zehn" in der Halbzeit noch nicht zu verändern. Die Personalien also die selben, starteten die Schwarz-Gelben mit nicht ganz so viel Elan in die zweite Hälfte. Das hohe Tempo der bereits vergangenen 45 Minuten hing ihnen in den Knochen, sodass man als Fan auf der Tribüne die Augen schon einmal zukneifen musste, als beispielsweise das Leder einmal nur wenige Zentmeter von einem Fürther neben den Kasten gesetzt wurde.
Die Alemannen waren fast nur noch nach Standards gefährlich: Hadouir zwang Keeper Grün nach einer guten Stunde dazu, sich ordentlich lang zu machen. Ohne die Parade des Schlussmanns hätte der Freistoß so gepasst. Auch Kratz versuchte es aus ähnlicher Position wenige Minuten später, der Mittelfeldmann setzte das Leder jedoch knapp über die Latte.
Mit frischen Leuten versuchte Aussem noch einmal etwas Schwung in das geschwächte Spiel der Alemannen zu bringen. Für den müden Odonkor kam Marco Stiepermann und auch Ray Yabo durfte Anouar Hadouir in den letzten Minuten ehrenvoll vertreten. Beide Akteure wurden unter tosendem Applaus verabschiedet.

Die beiden Neuen versuchten sich in den Schlussminunten noch einmal zu präsentieren, während Ray Yabo vor Grün jedoch zu egoistisch war, scheiterte Stiepermann klar an diesem. In den letzten Sekunden der Partie hätten die Gäste das Spiel dann allerdings im Handumdrehen für sich entscheiden können. Hohs fasste den Ball gegen zwei Angreifer jedoch sicher und garantierte somit wie Waterman in Paderborn und Rostock in den Schlussminuten das torlose Remis.
Die Alemannia hat damit nach der Pleite des Tabellennachbarn Bochum (0:4 gegen Paderborn) den letzten Platz an diesen abgegeben und steht nach 8 Spieltagen - immer noch mit nur einem erzielten Tor - auf dem 17. Tabellenplatz. Schon am Samstag könnte man nach 4 Niederlagen und 4 Remis dieser "Serie" einen neuen Namen verleihen, indem man den ersten von 4 Siegen erziehlt. Vielleicht wird bei Union Berlin schon ein neuer Coach im Alemannengewand auf der Bank sitzen.

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David gegen Goliath

Alemannia empfängt als Tabellenschlusslicht das komplette Gegenteil aus Fürth!


Unberechenbar - das ist eine Eigenschaft, mit der die Alemannia zur Zeit am aussagekräftigsten zu beschreiben ist. Schon am vergangenen Freitag in der Partie gegen den SC Paderborn hatte man erwartet, dass sich die Mannschaft nach der Länderspielpause anders präsentierte, enttäuschte allerdings auf ganzer Linie. 
Und auch, dass man - als Konsequenz darauf - am Dienstag Peter Hyballa und dessen Co-Trainer Eric van der Luer entließ, kam unerwartet und überraschend.

Dementsprechend ist es noch ungewiss, auf was man sich einstellen muss, wenn die Alemannia am Sonntag den Tabellenersten Greuther Fürth empfängt. Es ist ein Spiel "David gegen Goliath", das weiß auch U-23 Coach Ralf Aussem, der die Elf als Interimstrainer begleiten wird.
"Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die gewillt ist, am Sonntag ein Spiel zu gewinnen.", sagt der Mann, der selbst Jahrelang als Spieler und Trainer Erfahrungen sammelte. Auf Dauer soll Aussem allerdings keine Option sein.
In seinem wohl einzigen Spiel als Profi-Trainer kann der 51-Jährige nicht aus dem vollen Schöpfen. Neben den bekannten Langzeitverletzten fehlt dem Coach neben Thomas Stehle, der sich nach einer Grippe nun mit muskulären Problemen herum plagt, auch Mario Erb. Laut Alemannia soll sich der Verteidiger im Training am Donnerstag eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen haben und fällt damit bis auf weiteres aus.

Die Vorzeichen vor der Partie könnten also um einiges besser sein, wenn man dazu einmal bedenkt, dass der Gast aus dem Süden mit dem 6-fachen an Punkten an den Tivoli reist. 
Um zu verhindern, dass sich die Punktezahl der Fürther noch um weitere 3 Punkte erhöht, setzt die Alemannia auf die Unterstützung ihrer Anhänger. Keine 12.000 Tickets sollen für die Partie bereits verkauft sein. Das ist ein zur Situation vielleicht passendes aber dennoch trauriges Resultat. 
Es ist schade, dass in dieser Zeit - in der am Tivoli vielleicht wirklich nicht alles rund läuft - nicht alle an einem Strang ziehen können. Ohne ihre Fans wird die Alemannia da unten nicht rauskommen! Es ist ein Appell an den Zusammenhalt, das Motto ist vielsagend: "Nur gemeinsam sind wir stark!" - und dem sollten wir jetzt auch nachkommen! 
An den Tageskassen werden noch zahlreiche Tickets zu erwerben sein.

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Festgefahren im Mittelfeld

 Remis gegen Fürth erlaubt keinen Sprung nach oben!

Am Samstag Vormittag trafen am neuen Tivoli wieder Mannschaften aufeinander, die zwar irgendwie ähnlich scheinen, doch (zumindest in dieser Saison) grundverschieden sind. Während die einen mit starken Einzelspielern (wie Nicolai Müller, Christopher Nöthe und Max Grün) und Angriffslust glänzen, überschatten die anderen mit ihren Pokalerfolgen (Mainz und Frankfurt) die Liga und setzen vielmehr auf unerfahrene, junge Fußballer, als auf erfahrene alte Hasen. Doch beide haben einen Schwachpunkt, ein kleines Makel: Die einen werden die "Unaufsteigbaren" genannt, stehen auch nach 20 Spieltagen in der Saison 2010/2011 wieder "nur" auf Platz 4; die anderen erkämpfen sich die spielerisch besten (Tor-)Chancen und nutzen sie nicht.

Nach der Pokalflaute gegen die Bayern erwartete Aachens Trainer Hyballa also nun viel von der Partie gegen die Grün-Weißen. Mit dem 3. Heimspiel innerhalb einer Woche sollte diese natürlich glorreich abgeschlossen werden.
Um ähnliche Schandtaten wie gegen die Bayern zu vermeiden, setzte der Coach auf eine neu aufgestellte Startelf. Während im Tor erstmal alles beim Alten blieb, David Hohs wie gewohnt zwischen den Pfosten stand, fand man die erste Änderung in der Viererkette. Shervin Radjabali-Fardi  bekam "den Vorzug" gegenüber Aimen Demai (und Mirko Casper) und rückte so hinunter neben Thomas Stehle, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach. Auf der "Sechs" begann wieder Kevin Kratz, der gegen den KSC von Manuel Junglas ersetzt wurde, da er aufgrund einer Grippe passen musste. Dieser wirbelte dann wieder auf den Außenbahnen, ersetzte die Stelle des Radjabali-Fardis. Auf der Gegenseite agierte Marco Höger. Bilal Cubukcu bekam den Vorzug gegenüber Tolgay Arslan. Das Sturmduo Stieber/Auer wurde nicht auseinander gerissen.

Heiß her ging es direkt zum Start der Partie. Der erste Angriff der Fürther endete in dem ersten Gegentreffer für die Schwarz-Gelben. Über Felix Klaus ging es über Nehrig zu Christopher Nöthe, der keine Probleme damit hatte, den Ball an David Hohs vorbei zu seinem x. Saisontreffer ins Netz zu lenken (7.). Obwohl die Aachener an Schiri Wingenbach's Entscheidung, dass Nöthes Tor nicht aus einer Abseitsposition heraus geschah, zweifelten: Der Mann mit der Pfeife handelte Recht; das 0:1 erschien auf der Videowand und forderte nun eine noch aufmerksamere und wachere Alemannia.
Die zeigte sich dann auch nach anfänglichen Schwierigkeiten nach knapp 20 gespielten Minuten: Stieber schickte Aachenbach auf links auf die Reise, der spitzelte die Flanke auf Auer, sodass der Torjäger nur noch hinhalten musste - 1:1.

Auch wenn der Ausgleich bei der Alemannia zunächst Mut und Angriffslust bewirkte, dass Glück jedoch nicht so weit durchrang, dass auch ein weiterer Treffer auf die Kosten der Schwarz-Gelben ging, zogen die Fürther zum Ende der ersten Hälfte wieder an. Hohs stand gegen Nöthe und Müller zweimal stark auf der Linie (33.), musste die erneute Führung der Gäste wenige Minuten später dann kaum auf seine Schulter nehmen. Nach einem Abpraller des Aachener Keepers ließ die Abwehr dem ankommenden Fürstner genug Freiraum, der Fürther markierte den Abstauber und das 1:2 (40.).

Obwohl es durch Junglas gleich zwei Mal auf der Gegenseite noch einmal hätte rappeln können, blieb es nach 45 Minuten beim 1:2 Pausenstand. Auch Nöthe hätte kurz vor Schluss noch einmal erhöhen können, fand jedoch in Keeper Hohs seinen Meister.
Nach dem Pausentee reagierte Hyballa auf den Rückstand. So brachte der jüngste Coach der Liga HSV-Leihgabe Arslan für den ausgelaugten Bilal Cubukcu. Mit dem Wechsel sollten sich Veränderungen zeigen. Auch wenn die Gäste mit den ersten Gelegenheiten in Hälfte Zwei den besseren Start erwischten, entwickelte sich die Partie im Verlauf mehr und mehr zum positiven - aus Aachener Sicht. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff gelang der Alemannia nach einer Standartsituation (!) der verdiente Ausgleich: Ein Stieber Freistoß landete auf dem Kopf Junglas', der junge Mittelfeldmann platzierte genau und ließ ein '2:2' auf der Videowand aufleuchten. (51.).

Der Ausgleich machte die Tivolí-Kicker spürbar stark. Man erarbeitete sich Chance um Chance, hätte nach 10 Minuten Dauer-Vorwärtsbewegung gut haushoch führen können - doch, so kannnte man die Alemannia ja, bleib jede Option ungenutzt. Stieber scheiterte beispielsweise an Walke (58.), ehe der Keeper gleich von vier Alemannen attackiert ebenfalls den Überblick behielt, auf der Linie parierte und den Ausgleich hielt (61.).
Viel Fahrt war nun in der Partie. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten, wobei es im Endeffekt immer die Schlussmänner waren, die für ihr Team den Ausgleich hielten.
Leider kann man auch über die Schlussminuten der Alemannia was Tore-schießen angeht weiter nur im Konjunktiv reden. Junglas und Auer probierten, ackerten auch zum Schluss der Partie, schafften es jedoch nicht, den (verdienten) Siegestreffer ins Netz zu hauen.

Nach 90 Minuten blieb es dann dabei: Die beiden sich so ähnelnden Mannschaften brachten es in der zweiten Begegnung (Hinspiel: 1:1) wieder nur auf ein Remis.
Trainer Hyballa zog aus der Partie glasklare Schlüsse, analysierte konkret, ohne wenn und aber: "Vom Unterhaltungswert war das heute top, offensiv-taktisch war es top, defensiv-taktisch war es Schrott."

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"In der zweiten Liga sind wir Zuhause!"

 Nicht gerne wird man als Alemannia Fan wohl in dieser Woche auf das Ergebnis am Mittwoch angesprochen. Wenn es um das finale Ergebnis geht, sind sich eigentlich alle einig: Ein bisschen zu hoch war das schon.
Doch da man im Nachhinein auch nicht mehr viel feilen kann, gilt es den Blick geradeaus zu richten. Und wenn man von "geradeaus" spricht, heißt das im Klartext: Beim Ligaspiel am Wochenende wieder guten Fußball spielen.

Wieder "Normalität einfließen lassen" versucht man bei der Alemannia in den wenigen Tagen, in denen die Umstellungen von Pokal auf Liga erfolgen soll. Denn schließlich heißt der Gegner am Samstag Vormittag nicht wieder FC Bayern München sondern "nur" Greuther Fürth.
Doch das ist nunmal das Zuhause der Schwarz-Gelben. Dass die junge Truppe noch nicht bereit für höherklassigen Fußball wäre, hatte man beim Spiel gegen den Rekordmeister ja sehen können. 

Voller Zuversicht ist man also nun dann, wenn es wieder darum geht, "gleichstarke" Gegner vor sich stehen zu haben. Obwohl Greuther Fürth momentan weiter oben in der Tabelle steht, soll die 3-Heimspiel-Woche am Tivoli glorreich abgeschlossen werden. Nach einem 4:2 Auftakt gegen den KSC am letzten Samstag und dem (trotzalledem) gelungenen Pokalabend, sollen gegen die Spielvereinigung endlich wieder Punkte rieseln. In der Tabelle steht die Alemannia momentan nämlich nur mittelmäßig. Mit 27 Punkten aus 19 Spielen steht die Alemannia am 20. Spieltag nur auf Platz 11 - verglichen mit den erbrachten Leistungen jedoch eigentlich zu wenig. "Wenn sie immer so spielen würden, wie heute Abend, da ständen wir lange nicht da, wo wir jetzt stehen. Sondern viel weiter oben!", darf ich einen Mann aus dem S-Block zitieren. Bei der Partie gegen die Bayern stand dieser Herr schräg hinter mir - mit seinen Worten trifft er genau ins Schwarze.

Dass auch Hyballa mit dieser Situation nicht gerade zu Frieden ist, lassen die kommenden, "angekündigten" personellen Änderungen schließen. Auch wenn Neuzugang Radu in den wenigen Tagen, in denen er nun am Tivoli beschäftigt ist, bereits ein gutes Bild von sich gab (keine 24 Stunden Vertrag, gegen den KSC in der 85. eingewechselt und in der 89. das 4:2 geschossen), seie der 33 keine Alternative für das Sturmduo Auer/Stieber - jedenfalls nicht in der Startelf. „Sergiu Radu ist erst eine Woche da und hat noch nicht genug Einheiten absolviert.", gibt Hyballa an. 
Aller Voraussicht nach wird Kevin Kratz wieder in die Startelf rücken. Nachdem der Leverkusener gegen den KSC aufgrund einer Grippe passen musste, wurde der Mittelfeldmann gegen die Bayern für den ausgelaugten Fardi gebracht - überzeugte und soll nun wieder spielen.
Ob es in der Viererkette einen erneuten Wechsel zwischen Mirko Casper und Aimen Demai geben wird, ist noch nicht klar zu sagen. Die Möglichkeit bestände, da Demai im Spiel gegen die Bayern ein unsicheres Bild von sich gab. Auf den weiteren Positionen werde sich wohl sonst nichts ändern.

Anstoß am Samstag, 29.01.2011, ist um 13:00 Uhr. Bisher wurden knapp 18.000 (+ Kombi-)Tickets verkauft. Wer noch nicht in den Genuss einer Karte gekommen ist, kann diese noch an allen bekannten Vorverkaufstellen sowie ab morgen, rund 2 1/2 Stunden vor Spielbeginn, an den Tageskassen erwerben.
Schiedsrichter der Partie gegen die Grün-Weißen ist Markus Wingenbach. Ihm assistieren Kai Voss und Martin Thomsen. Vierter Offizieller ist Rafael Foltyn.

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Sonntagsspiel in der Trolli-Arena.

Unter'm Strich war es ein gutes Spiel der Alemannia, dass am Sonntag bei den Mittelfranken ausgetragen wurde. Bei sommerlichen Temperaturen um die 20°C bot die Alemannia den knapp 100 mitgereisten Fans ein attraktives Fußballspiel. Trotz des Führungstreffers der Grün-Weißen durch einen Strafstoß in den Anfangsminuten, blieb die Alemannia weiter am Ball. Bei klarer Überlegenheit schafften sie es, ebenfalls nach einem Strafstoß, den Ausgleich zu besorgen. Das Spiel endete (vielleicht etwas unverdient) mit 1:1.

Nachdem Trainer Hyballa in der vergangenen Zeit öfters eine ähnliche, manchmal sogar gleiche Elf auf den Platz schickte, musste er in Fürth aufgrund Personalmangel umändern. Für den angeschlagenen Nico Herzig (typischlinksaussen berichtete) durfte Thomas Stehle von Beginn an ran. Neben ihm kam Seyi Olajengbesi zu seinem ersten Einsatz von Beginn an; er drückte Tobi Feisthammel auf die Außenposition. Auf der linken Seite begann wie gewohnt Timo Achenbach. Im Mittelfeld gab es dann keine größeren Wechsel: Kevin Kratz startete von der 6, auf den Außenbahnen wirbelten Höger und Uludag. Für Tolgay Arslan rückte Manuel Junglas auf die 10, neben Gueye kam Stieber zu seinem Start Elf Debüt.

Von Anfang an merkte man der Partie an, dass in ihr der Wurm drin war. Die Alemannia presste offensiv nach vorne, war gut ins Spiel gekommen, bis ein mehr als fragwürdiger Elfmeter die Grün-Weißen in Führung brachte. Nachdem die Axt den Ball mit mit der Hand im 16ner streifte, zeigte Schiri Thielert ohne zu zögern auf den Punkt, ob es nun doch nur die Schutzhand war, konnte nicht mehr berücksichtigt werden. Den fälligen Elfer verwandelte Müller zum 1:0 (6.).
Wider Erwarten ließ sich die Alemannia vom Gegentreffer nicht wirklich einschüchtern. Sie hielt weiter den Zug zum Tor, kam zu guten Chancen in Hälfte eins. Sie war klar dominierend, schaffte es jedoch nicht, die Führung der Kleeblätter zu stoppen und ging so mit einem 1:0 Rückstand in die Kabine.

Wieder zurück auf dem Feld blieb die Aufstellung der Schwarz-Gelben vorerst unverändert. Es war klar, dass die Fürther zu Hause auch nach der Pause die Führung weiter ausbauen wollten. Die Kicker aus dem Westen hielten jedoch stark dagegen und kamen dann knapp 10 Minuten nach Wiederanpfiff zum verdienten Ausgleichstreffer: Nach einer Flanke von Achenbach wurde Stieber im Strafraum am Schuss gehindert. Wieder war Schiri Thielert eiskalt und zeigte erneut auf den Punkt. Die rechte Ecke ausgewählt und perfekt verwandelt glich Höger zum verdienten 1:1 aus und bleibt somit vorerst der einzigste Schwarz-Gelbe Torschütze.
Im weiteren Verlauf des Spiels hätten Gueye und Junglas, zum Ende auch die eingewechselten Arslan und Auer noch den Sack zu machen können (müssen), somit blieb es jedoch bei einem, aus allen Blickwinkeln betrachtet, schönen, gerechtfertigtem 1:1 am Ronhof. 

Für die Alemannia gibt es nun nur wenig Erholung, denn schon am kommenden Freitag wird der FC Energie Cottbus zu Hause am Tivoli erwartet. Für Fürth heißt es ebenfalls am Freitagabend wieder Flutlicht-Time: Auch die Grün-Weißen erleben ihr zweites Spiel hintereinander vor heimischer Kulisse. Ab 18 Uhr ist der FSV Frankfurt zu Gast.