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Verlorene Punkte in Ingolstadt

Alemannia überzeugt und sichert doch nur einen Punkt!




Es ist schwer die richtigen Worte für das zu finden, was man am Sonntagnachmittag gefühlt und erlebt hat, als vor dem Gästeblock diejenigen in die Knie gingen, die über neunzig Minuten um das nackte Überleben ihres Vereins gekämpft hatten. Nicht nur einmal war man im Audi Sportpark in Führung gegangen, war immer da wieder zurückgekommen, wo der ein oder andere schon längst die Flinte ins Korn geworfen hätte. Man hatte dem rettenden Erfolg nahezu ins Auge geblickt – und am Ende dennoch nicht gewonnen.

Umso enttäuschter waren die Gesichter der 800 Seelen, die ihre Mannschaft ins rund 570 Kilometer entfernte Ingolstadt begleitet hatten. Ihr Team hatte sich bemüht wie noch nie und dabei die wohl beste Leistung der Saison gezeigt, doch wieder einmal wurde man dafür nicht belohnt. Einen großen Teil dazu trugen die Unparteiischen bei, die durch fragwürdige Entscheidungen das Spiel bestimmten. Die dadurch entstandene Unsicherheit, die Selbstzweifel und der eigene Leistungsabbau verstärkten dabei nur noch das Gefühl, dass es am Sonntag einfach nicht hat sollen sein.

Dabei hatte sich Ralf Aussem nichts sehnlicher gewünscht, als bei seinem ersten Auftritt als Alemannen-Coach im neuen Jahr einen Sieg einzufahren. So hatte der 51-Jährige sein Team auf gleich mehreren Positionen umgestellt: Sowohl Kapitän Benjamin Auer als auch Stammsechser Bas Sibum, Sergiu Radu und Shervin Radjabali-Fardi verordnete Aussem neben sich auf die Ersatzbank. Im defensiven Part veränderte der neue Mann an der Seitenlinie zunächst nichts, vertraute mit Boy Waterman, Kim Falkenberg, Seyi Olajengbesi, Mirko Casper und Timo Achenbach auf die Männer der letzten Wochen. Aimen Demai bekam mit Neuzugang Albert Streit einen neuen Partner auf der Doppelsechs, Alper Uludag und David Odonkor sollten die Flügel berennen. Hinter der einzigen Spitze Marco Stiepermann füllte Anouar Hadouir die Zehnerposition. Zudem war Offensiv-Allrounder Sascha Marquet mit im Aufgebot der Schwarz-Gelben.


Das Gäste-Team um Kapitän Kim Falkenberg sorgte von Anfang an dafür, dass den Hausherren wenig Platz geboten wurde. Hinten stand man sicher, vorne suchte man den Weg zum Tor von Keeper Özcan. Man spielte schnell in die Zwischenräume, stand eng am Mann und lauerte auf Konter – soweit die Devise von Interimstrainer Ralf Aussem.
Doch anders als in den 28 Partien zuvor nahm sich die Elf den Worten ihres Trainers an. Man spielte nicht wie der Tabellenletzte aus Liga Zwei, wie ein Absteiger in Liga Drei. Man spielte stattdessen schönen Kombinationsfußball, der auch schnell belohnt wurde. Denn das gezeigte Engagement sollte schnell Früchte tragen: Einem Ballverlust von Marvin Matip zufolge kam Marco Stiepermann an den Ball und stolzierte frei auf das Tor von Özcan zu. Als er den Schlussmann der Franken umkurvt hatte schob er lässig zur 1:0 Führung ein.

Es war das erste Tor der Dortmund-Leihgabe, doch es sollte leider nicht das letzte an diesem Tag sein. Die Alemannia hatte bis kurz vor der Pause stets gute Aktionen, sich aber nie konsequent genug gezeigt. Als sich die Anhänger der Schwarz-Gelben schon über die Pausenführung freuten, traf Stiepermann erneut: Doch dieses Mal ins falsche Tor!
Bei einer harmlosen Standardsituation geriet der 21-Jährige ins Stolpern, Mirko Casper hatte den eigenen Mann unglücklich geschubst, sodass er den Ball ebenso unglücklich mit der Hüfte ins eigene Tor bugsierte.
Die Freude auf den Rängen dahin, doch die Halbzeit war noch nicht vorbei! Denn auf der anderen Seite sorgte ebenfalls eine Standardsituation für einen Ausnahmezustand während der fünfzehnminütigen Halbzeitpause: Alper Uludag hatte eine Ecke genau auf den Kopf von Abwehrrecke Seyi Olajengbesi gezirkelt, der Innenverteidiger hatte frei vor Özcan keine Probleme, das Leder zum 1:2 – dem endgültigen Halbzeitstand – einzunetzen.

Den Seitenwechsel erlebte der angeschlagene Mirko Casper nur von der Ersatzbank aus mit. Für den erfahrenen Abwehrmann stand in Hälfte Zwei der nicht weniger erfahrene Thomas Stehle auf dem Platz, was an der Ausgangslage allerdings nichts änderte: Alemannia führte, verdient, und machte nicht den Anschein, in den letzten fünfundvierzig Minuten daran etwas zu ändern – im Gegenteil! Alemannia wollte noch einen drauflegen, nachlegen, nicht aufgeben – und zwar in Form von Marco Stiepermann! Der neue Mann im Aachener Startaufgebot kam wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff am Strafraumrand an den Ball, ließ gleich zwei Mann der Ingolstädter Defensive hinter sich und vollstreckte anschließend aus der Distanz zum 1:3!

Der junge Angreifer hatte seinen Fehler aus der ersten Halbzeit wieder glatt gebügelt, indem er die Alemannia ein Stückchen näher zum Erfolg brachte. Von den Rängen erschallte ein „Stiepermann, Stiepermann, Stiepermann!“, die Alemannia führte mit zwei Toren Vorsprung doch noch war ja nicht Ende im Ingolstädter Audi Sportpark.
Die Alemannen ruhten sich leicht auf ihrer Führung aus, der Druck wurde etwas runter gefahren – man ließ die Hausherren kommen. Als Anouar Hadouir mit einem Krampf an der gegnerischen Strafraumgrenze zu Boden ging ließ Schiedsrichter Fischer einfach weiterspielen. Dadurch, dass David Odonkor versuchte, den Teamkollegen von seinen Schmerzen zu befreien war die gesamte rechte Seite der Aachener ausgehebelt, Ingolstadt kam zum ersten Mal gefährlich in Strafraumnähe, doch Seyi Olajengbesi klärte den Ball im Sechszehner sicher vor Angreifer Schäffler. Die Situation bereinigt wartete man nun darauf, dass sich Fischer endlich zu Hadouir begab, der sich am Boden immer noch vor Schmerzen räkelte. Doch der Unparteiische deutete statt auf die medizinischen Leiter der Alemannia auf den Punkt: Strafstoß für den FC, wo „Ola“ doch klar den Ball gespielt hatte! Eine falsche Entscheidung, die mit spielentscheidend wurde! Denn Leitl, der den Strafstoß schlussendlich ausführte, traf, obwohl sich Waterman die richtige Ecke ausgesucht und das Leder sogar berührt hatte. Dem Ergebnis tat dies nichts an, die Alemannia führte nur noch mit einem Zähler Vorsprung – und es waren noch ganze dreizehn Minuten zu spielen!

Und die Gastgeber drängten auf den Ausgleich! Die Alemannia hatte für den ausgelaugten Stiepermann jetzt Sergiu Radu eingewechselt, der vor dem gegnerischen Tor die Chance zum entscheidenden 2:4 allerdings um ein Haar verpasste. Und so waren es die Hausherren, die auf der anderen Seite mehr Glück im Abschluss hatten: Eine Flanke traf Schäffler perfekt mit dem Kopf, der nicht herausgekommene Boy Waterman hatte beim platzierten Kopfball ins linke obere Eck keine Chance. Doch auch die Alemannia bekam noch einmal die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden, doch die Flanke von Neuzugang Streit fand Sergiu Radu am langen Pfosten nicht. Und so blieb es beim 3:3 Unentschieden nach neunzig Minuten. Die Schwarz-Gelben gingen vor dem Gästeblock in die Knie. Sie hatten gekämpft bis zum Schluss, dabei die beste Leistung der Saison gezeigt – und dennoch nicht gewonnen. Seyi Olajengbesi war nur ein Beispiel dafür, wie der bittere Abstiegskampf auch den Akteuren auf dem Platz zusetzte. Der Nigerianer strich sich winzigen Tropfen aus Auge und Gesicht, ehe er zur Kabine umdrehte – man hatte ein gewonnen geglaubtes Spiel „verloren“. Da kullerten auch schon einmal die Tränen.

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Aussems erste Härteprobe

Interimscoach fordert vollen Einsatz in Ingolstadt





Aussem kennt Mannschaft und Verein.“ – das seie der Hauptgrund dafür gewesen, sich für den Ex-Profi zu entscheiden, der zur Zeit neben der U23-Mannschaft auch das Nachwuchsleistungszentrum am Tivoli leitet. Denn der 51-Jährige hatte schon am siebten Spieltag das Vergnügen, bei der Partie der ersten Mannschaft gegen die Kleeblätter aus Fürth an der Seitenlinie Platz zu nehmen. Damals drohte die Mannschaft im Abstiegssumpf zu versinken, man hatte gerade sich gerade von Ex-Trainer Hyballa getrennt und sah in Aussem nur eine „Übergangs-Lösung“. Doch trotz der geringen Zeit, in der sich der Interimstrainer auf sein Team einstellen konnte, gewann man mit 0:0 gegen denjenigen, der jetzt nicht ohne Grund an der Tabellenspitze steht.
Wenige Tage nach dem Erfolg gegen die Grün-Weißen wurde dann der erfahrene Fußballlehrer Friedhelm Funkel verpflichtet, nachdem er zuvor beim Ligakonkurrenten aus Bochum (damals Platz 18) im Abstiegskampf gescheitert war. Doch auch in Aachen konnte der 57-Jährige die Alemannia nicht vor dem weiteren Absturz bewahren: Nachdem man auf den letzten Platz der Tabelle abgerutscht war, schaffte man es, sich bis auf den 13. Tabellenplatz vorzukämpfen. Doch man fühlte sich zu sicher, rutschte wieder in den Abstiegssumpf und markiert jetzt, vor der ersten Partie ohne Friedhelm Funkel, wieder das Schlusslicht der zweiten Fußballbundesliga.

Nachdem er zwanzig Spiele Zeit hatte, die Alemannia vor dem zu bewahren, was ihr jetzt unmittelbar bevorsteht, hatte man ihm am Sonntagvormittag den Laufpass gegeben – fristlos gekündigt, unspektakulär, voraussehbar. Nun soll Ralf Aussem den Kultklub vor dem Abstieg retten – und bekommt dafür gerade einmal sechs Spiele Zeit.
Seiner ersten Härteprobe muss sich der Neu-Coach gleich am Sonntag stellen, wenn er zusammen mit seiner Elf zum FC Ingolstadt reist, dem Tabellendreizehnten aus Franken, der sich mit 29 Punkten allmählich aus dem dunklen Tabellenkeller befreit hat. Auch wenn Aussem den Kader so zu übernehmen hat, wie ihn seine Vorgänger hinterlassen haben, könnte es durchaus möglich sein, dass auf dem Spielberichtsbogen andere Namen auftauchen, als zuvor. Schon bei seinem Amtsantritt hatte Aussem angekündigt, sollte es Spieler in seinem Team geben, für die der Klassenerhalt ihres Vereins zur Zeit nicht an erster Stelle steht, er diesem Weg eben ohne sie gehen wird. Zudem setzt der Coach auf Nachwuchs aus der Zweitvertetung. So könnten zum Beispiel Dennis Pozder und Sascha Marquet am Sonntag ihre Chance bekommen, wo die beiden Spieler aus Aussems U23 schon die ganze Woche über mit den Profis trainieren. Doch in dieser Hinsicht bleibt der Coach beider Teams zwiegespalten: Einerseits will er das Aufgebot der Amateure nicht zu sehr schwächen, wo diese in der NRW-Liga zur Zeit ja einen Aufstiegsrang belegen. Andererseits würde sich ein Aufstieg dieser nur bei Klassenerhalt der Profis ereignen, sodass Aussems Worte klar sind: „Die Profis stehen jetzt im Vordergrund!“

Diese allerdings müssen beim Auftritt im Audi-Sportpark auf Kevin Kratz verzichten, der sich einen Muskelfaseriss im Adduktorenbereich zugezogen hat. Der 25-Jährige, der sich zur Zeit im Aufbautraining befindet, wird allerdings schon Anfang der nächsten Woche wieder zur Mannschaft stoßen. Zur Mannschaft stieß unter der Woche auch Tobias Feisthammel. Nach seinem Bänderriss hat der 24-Jährige am Dienstag wieder zur Mannschaft gefunden, laut Trainer Aussem kommt ein Einsatz für den konstanten Innenverteidiger allerdings noch nicht in Frage.

Wie auch zur Auswärtspartie beim FSV Frankfurt stellt die Alemannia am Ostersonntag Busse zur Verfügung, um dafür zu garantieren, dass die Schwarz-Gelben von einer ausreichenden Masse an Fans begleitet wird. Angepfiffen wird die Partie um 13:30 Uhr, erwartet werden rund 500-700 Zuschauer aus der Heimat.

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Von Hoffnung(strägern) und Glück(spatronen)

Alemannia und der erste Sieg der Saison.

 



1.047 Minuten war es her, dass Benjamin Auer den Kasten nicht mehr getroffen hatte. Zuletzt schoss er am 34. Spieltag der vergangenen Saison das entscheidene Tor zum 1:1 Remis gegen Absteiger Bielefeld - seitdem steht beim ehemaligen Torschützenkönig der Liga die "Null".
Doch in seinem 200. Zweitligaspiel sollte endlich der Knoten platzen. Zum Kellerduell empfingen seine  Schwarz-Gelben Tabellennachbarn FC Ingolstadt, der mit nur 3 Zählern Vorsprung auf dem 17. Tabellenplatz verweilte, welchen man selbst mit einem Sieg jedoch einnehmen konnte.
Obwohl man oftmals nah dran gewesen war, wartete man am Tivoli bislang vergebens auf den ersten Erfolg. Die Tatsache, dass der Gast aus Oberbayern die schlechteste Defensive der Liga besaß, brachte allerdings Hoffnung auf einen Sieg, sah man darüber hinweg, dass man selbst über die schwächste Offensive dieser verfügte.

Auf drei Zähler war die Elf von Trainer Funkel bislang erst gekommen - das war Negativrekord. Um diesen Rekord nicht länger zu halten, durfte Kapitän Auer im Sturm beweisen, dass er schon gut 200 Ligaspiele auf dem Puckel hat. An seiner Seite markierte Sergiu Radu dahingegen seinen etwas unerfahreneren Sturmpartner.
Nach seiner abgesessenen Rot-Sperre rückte Manuel Junglas wieder in die Startformation. Obwohl man angenommen hatte, dass er die Position des gelbgesperrten Sibums im zentralen Mittelfeld einnehmen wird, stürmte Junglas über Außen. Während David Odonkor die rechte Seite dicht machte, durfte Ray Yabo den "Sechser" spielen. Direkt daneben fand man Aimen Demai wieder, der im letzten Spiel gegen Dresden ein überzeugendes Bild von sich gegeben hat. Und auch Debütant Falkenberg hatte in seiner ersten Partie alles richtig gemacht und durfte sich deswegen erneut auf alter Position beweisen. Die Abwehrreihe setzte sich wie folgt aus Falkenberg, Olajengbesi, Feisthammel und Achenbach zusammen.
Auch wenn Funkel sich nicht vorgenommen hatte, folgenschwere Wechsel in der Startformation vorzunehmen, war er kurzfristig doch noch dazu gezwungen. David Hohs, der den angeschlagenen Stammkeeper Waterman ersetzen sollte, hatte sich im Aufwärmtraining das Syndesmoseband angerissen, womit sofort feststand, dass er für mehrere Wochen ausfallen wird.
Weil die holländische Nummer Eins noch nicht ganz fit war, durfte U23-Keeper Krumpen den Kasten hüten. Wenn auch angeschlagen nahm Waterman auf der Ersatzbank Platz.


Nicht nur als neutraler Zuschauer langweilten die ersten Minuten. Es lag eine gewisse Anspannung in der Luft; keines der beiden Teams kam überdurchschnittlich gut ins Spiel. Hohe Bälle und Fehlpässe prägten die ersten Minuten und man konnte nahezu an einer Hand aufzählen, wie oft die Alemannia das gegnerische Tor erreichte.
Doch auch Ingolstadt fand keinen Weg nach vorne, stand tief und ließ die Schwarz-Gelben so kommen. David Odokor hatte die erste Möglichkeit, als er auf der rechten Außenbahn durchstartete und den Ball gen Tor flankte, Keeper Kirchstein klärte vor Auer und Co.
In einer Phase, in der man dann überhaupt nicht damit gerechnet hatte, dass dieses Spiel überhaupt noch an Spannung gewann, jubelte die Aachener Hälfte und auf den Rängen gab es kein Halten mehr. Benjamin Auer köpfte nach einer Flanke den Ball an den Pfosten, dann sprang das Leder zurück und Innenverteidiger Olajengbesi hielt "die Nase" hin. Dem Senegalesen war die Kugel ins Gesicht gesprungen, weswegen er für seinen ersten Treffer nur bedingt verantwortlich war.

Der Tivoli hatte sich vom ersten Jubel noch gar nicht erholt, als die Hände plötzlich wieder hochgingen. Was war denn da los in der Aachener Offensive? Nach einem Freistoß Achenbachs traf Feisthammel erneut nur den Pfosten. Den Abpraller nahm Kapitän Auer dieses Mal selbst zur Brust, vollstreckte aus kurzer Distanz zum 2:0.
Ein Assists und ein eigener Treffer - in seinem 200. Zweitligaspiel war Benjamin Auer wieder komplett mit von der Partie. Der Kapitän hatte sein Team im Griff, welches vorne überraschte und hinten relativ sicher stand. Auch wenn sich die Schwarz-Gelben nicht auf ihrer Führung ausruhten, wurden die Gäste bis zur Pause aktiver. Krumpen musste verstärkt eingreifen, am starken Jungkeeper ging jedoch kein Ball vorbei.
So blieb es zur Pause beim deutlichen und auch verdienten Ergebnis, welches auf den Rängen für einen erneuten Beifall sorgte.

Trainer Funkel vertraute auch in Hälfte Zwei auf sein "Erfolgsteam" der ersten 45 Minuten, während die Gäste direkt einen Doppelwechsel vornahmen. Diese trugen scheinbar auch direkt Früchte, denn kurz nach seiner Einwechslung stand Buddle bei einer Flanke Hartmanns genau richtig und köpfte den Ball unhaltbar vorbei an Tim Krumpen. Der hilflose Keeper musste zusehen, wie sein Team nach hinten einzubrechen drohte. Die Lücken wurden größer, Ingolstadt kam - der Anschluss schien nur der Anfang zu sein, denn die Oberbayern hatten sich mit dem Rückstand noch lange nicht abgefunden.
Die Gastgeber kamen dahingegen nur noch selten bis an die gegnerische Strafraumgrenze. Einzig und allein Jubilar Auer brachte die Hintermannschaft der Oberbayern noch einmal zum zittern. Seinen Lattentreffer konnte, wie es bei den ersten beiden Treffern der Fall gewesen war, allerdings niemand verwandeln.

Nach dem missglückten Versuch des Kapitäns zogen sich die Schwarz-Gelben wieder zurück. Man stand nun fast komplett in der eigenen Hälfte, hatte die Offensivarbeit eingestellt und sich vollkommen auf die Defensivarbeit konzentriert. Der Wechsel von Stehle für Yabo verstärkte das Gefühl, dass die Aachener das Ergebnis über die Zeit retten wollten.
Doch dazu sollte es nicht kommen. Die Ereignisse der letzten Woche lag den Tivoli-Kickern noch in den Knochen, hatte man in Dresden schließlich bis kurz vor Schluss geführt und dann - in der Nachspielzeit - noch einen Treffer kassiert. So ging ein Zittern um, bei einem Blick auf die Uhr. Zwei Minuten ließ Schiedsrichter Tobias Christ nachspielen, in denen die Gäste noch einmal alles nach vorne warfen.
Bei der letzten Ecke entschied sich deswegen FC Keeper KirchsteinAachener vor ihm klären. Auer spielte Odonkor in den Lauf, der zwei zurück gebliebene Abwehrmänner gekonnt zurück ließ und dann auf den leeren Kasten zulief. Kirchstein hatte dem schnellen Flügelflitzer nicht folgen können, der Ex-Nationalspieler versenkte das Leder gekonnt im Kasten und ließ sich dann feiern - zurecht.

Die Schwarz-Gelben hatten den ersten Sieg der Saison eingefahren, in einer Partie so viele Tore geschossen, wie bislang in der gesamten Spielzeit. In seinem Jubiläumsspiel hatte Kapitän Auer wieder den Kasten getroffen und sich mit zwei Assists nicht nur an allen Toren sondern am ganzen Spielgeschehen beteiligt.
Schon am Freitag geht es nun zum VfL Bochum, welcher dem Coach der Alemannen noch gut bekannt sein müsste. An alter Wirkungstätte soll seinem Team der nächste Dreier gelingen, denn nur mit einer Serie schafft es die Alemannia schnellstmöglich aus dem dunklen Tabellenkeller zu entfliehen.
Ein Anfang dafür sei gemacht. Mit dem Sieg über Tabellennachbarn Ingolstadt überholt man diesen und findet sich nach dem 12. Spieltag nun auf dem 17. Tabellenplatz wieder. Auch wenn der Stand immer noch keine vollkommene Erleichterung schafft, lässt das Ergebnis jedoch wieder hoffen.
Die Alemannia hat das Gewinnen nicht verlernt - für die Zukunft ein gutes Omen.

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Ein Engel ohne Flügel



Um nur noch an ein Wunder glauben zu können, ist es in dieser Spielzeit noch ein wenig zu früh. Wir schreiben den zwölften Spieltag, die Alemannia ist mit mageren fünf Punkten weiterhin im Tabellenkeller gefangen. Markiert nahezu ohne Pause seit der ersten Begegnung das Tabellenschlusslicht der zweiten Bundesliga.
Ein bitterer Start mit Folgeschäden, "Alemannia so schlecht wie nie!" kann man vielen Stellungnahmen entnehmen - und leider muss man sich eingestehen, dass diese Zeile die momentane Situation ziemlich gut beschreibt.

Auch wenn die Funkel-Elf in der letzten Partie gegen Aufsteiger Dresden ein um Längen besseres Bild als in den Wochen zuvor von sich gab, sprach das Ergebnis wieder einmal für sich. Trotz guter Leistung hatte man in der Landeshauptstadt Sachsens nur einen Punkt geholt, war ganz knapp an einem Dreier vorbei geschrappt - dem ersten Dreier der Saison, auf den man am Tivoli so sehnlich wartet.
Ohne die dafür notwendigen Tore zu schießen sollte es der Alemannia allerdings umso schwerer fallen, ihren Fans endlich das erste Erfolgserlebnis zu bereiten. Drei Tore gehen aus elf bereits absolvierten Partien hervor - das ist absoluter Negativrekord in allen drei Profiligen.
Auch wenn es der Alemannia nicht um Rekorde-Sammeln geht, scheint sie wenigstens in dieser Hinsicht ein "Spitzenreiter" zu sein. Keine Siege, keine Tore und der Torschützenkönig ein Innenverteidiger, bei der Alemannia läuft momentan einfach so ziemlich alles falsch, was auch nur falsch laufen kann. 
Um alles wieder in ein angenehmes Gleichgewicht zu bringen fehlt vor'm Tor ein kaltblütiger Vollstrecker. Ein Angreifer, der die Buden macht, der stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht.

In den vergangenen Jahren verband man mit Kaptän Auer immer denjenigen, der folgerichtig all diese Kriterien erfüllte. Noch vor zwei Jahren teilte sich dieser mit zwei seiner Kollegen aus der Liga den Platz des Torschützenkönigs, in seinen elf Partien der laufenden Saison hat Auer allerdings nur minimal den Anschein gemacht, als würde er jemals wieder an Vergangenes anknüpfen, traf bislang nicht einmal selbst für sein Team. Beim erfahrenen Stürmer ist scheinbar die Luft raus - und das obwohl er mit seinem Einsatz morgen sein 200. Zweitligaspiel bestreiten wird.
Alternativen, die halten, was sie versprechen, müssen also her. Mit dem wenigen Etat, was der Alemannia zur Verfügung stand, konnte in der Sommerpause allerdings nicht korrekt aufgestockt werden. Man holte die falschen Leute, von denen man schlichtweg mehr erhofft hatte. 
Dahingegen ließ man Leute außen vor, die sehrwohl ihre Leistung erbrachten, auch wenn nicht auf einer mit der zweiten Liga vergleichbaren Ebene. Konkret ist die Rede von Daniel Engelbrecht, dem Toptorschützen der zweiten Mannschaft.

Schon im letzten Jahr durfte Engelbrecht immer wieder einmal Profiluft schnuppern. Der 20-Jährige sollte an die Mannschaft herangeführt werden, trainiert seither fast regelmäßig mit dem A-Kader - doch wirklich einbezogen wurde das Aachener Urgewächs nie. Häufiger hatte der beidfüßige Mittelstürmer unter Hyballa die Bank wärmen dürfen, doch auf einen Einsatz wartete das Talent vergeblich. 
Seit Wochen nun ist Engelbrecht im Aachener Profikader nicht aufzufinden. Nur mit ansehen darf er, wie es für die Alemannia sportlich immer weiter bergab geht, während er selbst nur für die Amateure seine Schuhe schnüren darf.
Für viele Anhänger der Schwarz-Gelben markiert Engelbrecht schon lange jemanden, der in das oben genannte Register fällt. Während ihn die Verantwortlichen noch für zu unentwickelt halten, was sie angeblich bislang davon abhielt, dem Jungen eine Chance zu geben, spricht die Statistik eine Tatsache an: In 10 Partien der NRW-Liga traf der Stürmer bislang 9 Mal; im letzten Jahr kam er auf rund 21 Zähler bei  rund 30 absolvierten Spielen. Würde er für die Profis auch nur halb so viele Treffer machen, würde er der Alemannia schon immens unter die Arme greifen.

Zum "Kellerduell" gegen Tabellennachbarn Ingolstadt könnte Engelbrecht erstmals die Chance bekommen, sich vor dem heimischen Publikum zu beweisen: Trainer Funkel hatte ihn in den Kader berufen, seine Position allerdings erstmal mit der Ersatzbank verbunden.
Ersetzen wird der mögliche Debütant Kevin Kratz, der am vergangenen Freitag erneut an der Leiste operiert worden war. Mit dem Eschweiler fällt ein weiterer, gesetzter Sechser aus, da sich Bas Sibumin in der Partie gegen Dresden zum fünften Mal den gelben Karton abholte. Der Holländer wird seine Sperre aussitzen müssen und schlüpft somit in die Rolle von Manuel Junglas, der nach einer roten Karte im Spiel gegen Fürth drei Spiele pausieren müsste.
Der junge Mittelfeldmann könnte schon morgen wieder in die Startelf rücken und zusammen mit Aimen Demai die Doppelsechs bilden. Der vor der Dresden-Partie bereits abgeschobene Defensivmann überzeugte ähnlich wie Abwehrkollege Kim Falkenberg. Beide sollten für morgen bereits gesetzt sein.

Und auch zwischen den weißen Pfosten wird es zu keiner Veränderung kommen. Da Boy Waterman weiterhin mit Hüftproblemen hantiert, wird David Hohs den Stammtorhüter ersetzen. Anouar Hadouir und Lennart Hartmann fallen zudem mit Knie- und Rückenproblemen aus.

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Bellende Hunde beißen nicht

Kläffende Alemannia kann in Oberbayern nicht überzeugen.

Größe Worte hatte man unter der Woche seitens Alemannia-Verantwortlichen über die Lippen gebracht. "Viel besser" wolle man sich in Ingolstadt präsentieren. "Einiges" habe man "wieder gut zu machen." Diesen aussagekräftigen Worten sollten harte Taten folgen. 
Die Startelf wurde - im Vergleich zur letzten Partie gegen den Tabellenführer - radikal durcheinander gemixt. Vorallem die Abwehr bekam ordentlich ihr fett weg. Mit Achenbach stand der einzige Abwehrmann auf seiner gewohnten Position. Auf der Gegenseite war Mirko Casper für Tobias Feisthammel auf die Außenbahn gerückt. Während Feisthammel von Beginn an auf der Bank Platz nahm, füllte Stehle die Lücke Caspers. Olajengbesi rückte in der Innenverteidigung nach links.
Im zentralen Mittelfeld fand Kevin Kratz seinen Stammplatz. Auf links wirbelte wie gewohnt Berlin-Neuzugang Shervin Radjabali-Fardi. Marco Höger ersetzte Manuel Junglas, wurde mit des Trainers Worten "so lange ihn die Füße tragen" in die Partie geschickt. Auf der "Zehn" bekam Bilal Cubukcu den Vorzug gegenüber Tolgay Arslan. Das Sturmduo bestand aus Stieber und Auer.

In den frühen Anfangsminuten wurde dann treu nach dem Motto der zuvorgelassenen Floskeln mutig aufgespielt. Von vorne rein wollte man den Gegner unter Druck setzen - nach nichtmal 120 Sekunden wurde dies auf der Anzeigetafel sichtbar. Cubukcus Torversuch noch abgeblockt gelang der Ball zu Kapitän Auer, der das Leder aus kurzer Distanz in den Kasten hämmerte.
Ein perfekter Start der eine gewisse Basis setzte und den Rückhalt im mutigen Voranspielen gab - könnte man meinen. Mit der Führung im Rücken setzte sich die Alemannia in den Hintergrund. Man ließ den FC Ingolstadt spielen. Manchmal schien es so, als hätte man seine Pflichten jetzt erfüllt. Das verlorene Interesse hatte man auf der Gegenseite wiedergefunden. Wenig beeindruckt von der Führung der Schwarz-Gelben trotzten sie nach weiteren fünf Minuten. Nach einer Ecke kam der Ball zu Matip der sicher zum 1:1 einköpfte (7').

Die Oberbayern machten nun weiter Druck. Auch wenn in der Offensive der  Rot-Schwarzen zunächst mehr Wind herrschte, schwächte dieser im Laufe der Partie weiter ab. Man hielt sich ruhig, Torchancen waren Mangelware. Die Keeper nicht gefordert war kein wirkliches Tempo in der Partie. Man machte allen Anschein, als wolle man sich mit einem Remis in die Pause verabschieden. Doch da hatte man die Rechnung ohne den FC Ingolstadt gemacht. Der Tabellenvorletzte, der sich nach einer turbulenten Anfangsphase ebenfalls zurückgezogen hatte, warf kurz vor dem Pausentee noch einmal alles nach vorne. Zu Folge hatte dies, dass das Leder zum Einläuten in die 45. Spielminute dann wieder Netz lag - Keeper Hohs konnte da nur noch hinter sich greifen. Leitl hatte aus kurzer Distanz dem jungen Keeper keine Chance gelassen. Obwohl der Mittelfeldmann aus einer Abseitsposition heraus traf, nahm Schiedsrichter Robert Kampka die Pfeife erst wenige Sekunden später in den Mund. Doch da war der Anlass wieder ein anderer - der Mainzer entschied das Tor für Rechtens und bot zum Pausentee.

Als Reaktion auf die knappe Führung der Gastgeber wechselte der junge Trainer doppelt durch. Für Mirko Casper rutschte Shervin Radjabali-Fardi in die rechte Abwehrkette. Die entstandene Lücke füllte Manuel Junglas.
Tolgay Arslan sollte hinter den Spitzen in der zweiten Hälfte für mehr Druck sorgen. Für ihn nahm Bilal Cubukcu jetzt auf der Bank Platz.

Eine wirkliche Trotz-Reaktion der Gäste aus Aachen folgte auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht. Vielmehr setzten die Bayern auf ein nächstes Tor, Hohs kam nach einer Ecke der Gastgeber jedoch dieses Mal besser weg (51').
Seitens der Alemannia war im Voranschreiten nur ein leichtes Aufbäumen zu erkennen. Nur aus Standarts heraus sorgte die Alemannia für Gefahr vorm gegnerischen Tor. Während Stiebers Freistoß von Keeper Kirschstein entscharft wurde (59'), kam nach einem weiteren Freistoß Kratz' Olajengbesi noch an den Ball, fand den Weg in den Kasten Kirschsteins jedoch nicht (68').

Mit dem Wechsel Guyes für Kratz (77') setzte der Trainer auf volle Offensive. Der Neu-Eingewechselte hatte wenige Minute später dann auch die größte Chance zur Führung. Frei vor dem Gäste-Tor behielt der Senegalese nicht die Nerven und setzte am Tor vorbei (80').
Aachens Aufrücken zog Löcher in der Defensive zur Folge. Geschickt nutzten die Gastgeber die sich ergebenen Lücken. Nachdem ein Schuss Bambaras' aus kurzer Distanz vom Aluminuium gerettet wurde, die letzte Situation der Partie galt Hartmann, dessen Schuss konnte von Achenbach jedoch grade noch zur Ecke abwehren.

Nachdem Schiedsrichter Kampka den Schlusspfiff setzte, fand man auf Seiten der Aachener keine richtigen Worte für das Geschehene. Nachdem Trainer und Verantwortliche kläglich daran scheiterten, genau zu beschreiben, was im Spiel wieder falsch gelaufen sei, formulierte es Keeper Hohs knackig und auf den Punkt gebracht: "Wir nehmen uns jedes Mal vor, zu Null zu spielen, und schießen uns dann selbst ins Knie." Laut Kapitän Auer habe dieses Spiel sie "zurück auf den Boden der Tatsachen geholt". Und wenn die Tatsachen darin bestehen, Worten endlich Taten folgen zu lassen, sollte man davon ausgehen, dass es bei der nächsten Partie gegen Bochum (13.03.11 - 13:30 Uhr, Tivoli) wieder besser läuft. Wenn man dann großen Reden folgt. Nicht nur kläfft, sondern zu schlägt. Denn schon im Sprichwort heißt es: "Hunde die bellen, beißen nicht."

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Die Straßenkötermentalität wieder reinbekommen.

Gegen Ingolstadt soll Vieles besser gemacht werden

Während in der Heimat die Närrinnen und Narren im Laufe der jecken Karnevalstage gut auf ihre Kosten kommen, ist die Alemannia am Karnevalssonntag zu Gast im Süden Deutschlands, wo die fünfte Jahreszeit wenig bis gar keinen Anklang findet. Der Öcher Feierdrang soll die rund 569 Kilometer dennoch überstehen, zur Wiedergutmachung will die Alemannia ihre Fans versöhnen. Nach der 0:5 Klatsche gegen die Hertha am vergangenen Samstag trifft man in Oberbayern auf den Tabellenvorletzten aus dem 125.000 Seelenort Ingolstadt. Trainer Hyballa findet an der Elf von Benno Möhlmann viel Sympathie. Vor der Partie am Sonntag schwärmt er von der spielerischen Mannschaft und erwähnt das "gleichwertige" Hinspiel. 

"Viel zu holen", sei beim Aufsteiger aus Liga Drei, es sei Vieles besser zu machen als am vergangenen Spieltag, an welchem man mit 0:5 von der Hertha deklassiert wurde. In der Partie gegen die Blau-Weißen ließ die Elf von Trainer Hyballa dessen taktischen Anweisungen teilweise komplett vermissen. Im 1 gegen 1 gab man nicht die beste Figur ab, beispielsweise ließ man Lustenberger einfach so vorbeiziehen. Man öffnete dem Tabellenführer zu große Räume. Am Ende wurde man mit dem Endergebnis bestraft: 0:5 vor 20.758 Zuschauern - die höchste Niederlage der Saison, die ein bisschen an den Auftakt im neuen Stadion gegen St. Pauli erinnern lässt.

Um einen erneuten "komplett Ausfall" zu vermeiden wurden unter der Woche reichlich Gespräche geführt. Die Partie wurde ausgearbeitet und die vollste Konzentration auf den kommenden Gegner gerichtet: den FC Ingolstadt.
Bei diesem wird man am Sonntag Vormittag (13:30 Uhr) dann auch empfangen. Personell gesehen wird es am Sonntag einige Veränderungen geben. Peter Hyballa setzt auf eine veränderte Startelf, was nicht nur an Verletzungbedingten Ausfällen liege. Marco Höger quält sich immer noch mit einer Knochenhautentzündung herum. Der 21-Jährige hatte sich die Verletzung in der Partie gegen Paderborn zugezogen, musste die komplette zweite Halbzeit passen. Gegen die Hertha kam der Mittelfeldakteur nur in Halbzeit Zwei zum Einsatz. Kompliziert an dieser Verletzung seie, wie Hyballa betonte, nicht das Schwerwiegende, sondern den Schmerz, den Höger damit verbinde. Auf alle Fälle stände der gebürtige Kölner jedoch im Kader, am liebsten sogar von Anfang an auf dem Rasen.
Während sich Kapitän Auer nur mit leichten Wadenproblemen herum schlug (was aber keine weiteren Konsequenzen für den Sonntagvormittag haben wird), gibt es bei den Schwarz-Gelben keine weiteren, schwerwiegenden, Personellenausfälle zu beklagen. Thorsten Burkhardt meldete sich unter der Woche wieder krank ab, Alper Uludag ist laut Trainerteam in der letzten Runde seines Comebacks, er wird in naher Zukunft wieder im Mannschaftstraining sein. Damit ist der Deutsch-Türke der letzte, der in dieser Saison als Langzeitverletzer zurückkehrt. Florian Müller wird erst in der nächsten Saison wieder durchstarten können.

Aufgrund der Rückkehr der "Axt", Thomas Stehle, hat Trainer Hyballa in der Innen- und Außenverteidigung wieder mehr Spielraum. Wer am Sonntag jedoch auf dem Spielberichtsbogen erscheinen wird, lässt er offen. Fakt sei, dass "vorallem auf der Position des Rechtsverteidigers" noch tricksen angesagt ist. Im Laufe der Saison wechselten die Namen auf dieser Position ständig.
Mit der Partie gegen Ingolstadt will die Alemannia also Vieles besser - oder lieber gesagt wieder gut machen. Vermissen tat man in den letzten Wochen vorallem diese "Straßenkötermentalität". Mit der Partie gegen Ingolstadt soll diese wieder reingekriegt werden. Ob und wie den Alemannen das gelingen wird, ist ab Sonntagvormittag, 13.30 Uhr, im Audi-Sportpark zu begutachten. Schiedsrichter der Partie ist Robert Kampka. Ihm assistieren Malte Dittrich und Dominik Schaal. Vierter Offizieller Rafael Foltyn.

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Elegant ist' anders.

'Ein schmutziger Dreier' schrieb die Homepage der Alemannia am heutigen Nachmittag zum Spiel gegen den 1. FC Ingolstadt. Viel besser betiteln hätte man dieses wohl auch nicht. Vor rund 17.000 Zuschauern kam die Alemannia zu einem alles in allem glücklichen Sieg über einen starken Gegner aus der unteren Tabellenregion. Zum 2:1 Sieg trugen sich jeweils Benjamin Auer mit seinem 50. Bundesliga-Tor, sowie Stieber mit einem Geburtstagstrefferchen, in die Torschützenliste ein.

Nach einem aus Trainers Sicht gerechtfertigtem Remis beim Aufstiegskandidaten Berlin war es nicht gerade eine Überraschung, dass Hyballa eine identische Elf auf den Platz schickte. Nach vielen gerechtfertigten Lobpreisungen war diese Entscheidung auch mehr als nachvollziehbar.

Und auch direkt zu Anfang der Partie machten die Hausherren dann klar, dass diese Lobpreisungen heute kein Ende finden sollten. Die Gastgeber spielten im flotten Tempo nach vorne und drängten Ingolstadt so immer weiter in die eigene Hälfte. Schnell war dann auch festgestellt, dass diese mit der Situation leicht überfordert waren: Ein Schlenzer Stiebers genügte; Benjamin Auer kam vor Keeper Kirschstein frei zum Ball und hatte nach Stellungsfehlern dessen keine Probleme mehr damit, den Ball im Tor unter zu bringen. Die 1:0 Führung in den Anfangsminuten - nicht ganz gerechtfertigt. Denn wenn man in der Videoaufnahme noch einmal genauer hinschaut, erkennt man die deutliche Abseitsstellung des Torjägers. Unter den Augen des Linienrichters, der das Tor zählen lässt - eine Fehlentscheidung, doch das ist halt Fußball!
Die Minuten bis zur Halbzeit gehörten dann jedoch den Gästen aus Ingolstadt. Die Gastgeber nahmen die Luft aus dem Spiel und zogen sich gar freiwillig in die eigene Hälfte zurück - bissige Straßenköter sahen da schon anders aus! Die Alemannen ließen die Gäste kommen und waren es schier selber Schuld, dass sie zeitweise nach gewagten Rettungsversuchen der Aachener Innenverteidiger einmal tief durchatmen mussten. Ingolstadt dominierte, schaffte es jedoch (wie in ähnlichen Spielen zb. gegen Greuther Fürth) nicht zum erneuten Treffer. Nach 45 Minuten bat Schiri Tobias Christ zum Pausentee.

Nach kurzen Schrecksekunden zum Wiederanpfiff, als der Chef der Innenverteidigung Thomas Stehle kniehaltend am Bodenlag, war es jedoch nur eine Sache der Minuten, bis 'die Axt' nach kurzer Behandlung am Spielfeldrand wieder ins Spielgeschehen eingriff. Mit seiner Wiederkehr kam jedoch auch ein Bruch ins Spiel: Torszenen waren mangelware, 'Zeitlang passierte einfach gar nichts' wie es der Autor des Spielberichts der Alemannia auf den Punkt brachte.

Diese leicht ungerechte Führung der Aachener kehrte nach knapp einer Stunde komplett ins Gegenteil. Nach einer Kerze Müllers im Strafraum, der den Ball halt irgendwie falsch erwischte, kam das Leder an den Ingolstädter Hartmann der Keeper Hohs im Kopfballduell alt aussehen ließ - 1:1 (59.).

Im weiteren Spielverlauf zeigte sich fortführend ein ähliches Bild: Die Alemannia war zu harmlos in ihren Angriffen, Konter der Gastgeber gestalteten sich daher weitaus einfacher. Mit einem Kopfball Witteks zwang der Abwehrmann Hohs zu einer Glanzparade (78.).

Wie aus dem Nichts gelang den Schwarz-Gelben dann der Führungstreffer. Nach einer Vertendelung der Gäste aus Ingolstadt im Mittelfeld stand Stieber goldrichtig, dribbelte ungedeckt auf den Kasten Kirschsteins zu und zog aus größerer Distanz dann zum 2:1 Entstand ab. Der von Koblenz ablösefrei Gekommene Stürmer schoss in seinem achten Spiel für die Alemannia sein viertes Saisontor. 'Kein größeres Geburtstagsgeschenk hätte er sich wünschen können', wie der Ungar selbst im Interview preisgab. Der erst gestern 22 Jahre gewordene Youngster blühte in den letzten Spielen auf und verhalf der Alemannia nun erneut zum Dreier.

In genau einer Woche gastiert die Alemannia im nicht all zu weit entfernten Bochum (weitere Infos folgen!). Der 1. FC Ingolstadt empfängt am Samstag den FSV Frankfurt.

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'Erwartungen erfüllen' - Favorit steht auf Papier.

Eine harte Trainings-Woche neigt sich der Alemannia dem Ende hin. Die Meisterprüfung dessen wartet auf die Schwarz-Gelben dann am Sonntag beim Heimspiel gegen den 1. FC Ingolstadt.
Dank harterkämpften, ungeschlagenen Sonntagsspielen, aus denen von jeweils Dreien ganze 7 Punkte mitgenommen wurden, geht die Alemannia das erste Mal in dieser Saison als klarer Favorit gegen den Tabellen 16. in eine Partie.


Nach den in Anlehnung an das Benefizspiel in Übach zweitägigen freien Tagen ging es ab Dienstag an der Soers wieder richtig zur Sache - am kommenden Tag sogar mit dem von einem U21-Länderspiel Rückkehrenden Türken Alper Uludag.
Die Woche über wurde wieder einmal hart trainiert, die Liga-Pause gut genutzt. Jedenfalls machte Trainer Hyballa da so seine Andeutungen.
Trotzalledem ginge man "normal" in die Partie am Sonntag. Der 34-Jährige warnt: "Der FC Ingolstadt ist nicht so schwach, wie es die vier Punkte vielleicht ausdrücken.“


Allen am Sonntag im Tivoli Anwesenden Alemannen wünsche ich ein schönes Spiel. Es wird wohl eines der wenigen, vielleicht sogar das einzigste Heimspiel sein, dass ich nicht live verfolgen werden kann. Doch ich denke ja, es wirkt sich nicht irgendwie negativ auf das Ergebnis aus :-D