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Schützenfest zum Saisonabschluss

Alemannia verabschiedet sich mit 7:0 in die Sommerpause





Zum Saisonabschluss hat sich die Alemannia gebührend von ihren Fans verabschiedet. In Siegen gelang der Elf aus der Kaiserstadt ein 7:0 Erfolg – der höchste Auswärtssieg der Saison und der höchste Sieg allgemein seit der Spielzeit 1941/42.

Beim letzten Kick unter Trainer Peter Schubert wollte die Alemannia noch einmal ein Ausrufezeichen setzten und sich vor der Viktoria aus Köln die Vizemeisterschaft sichern. Nach der fünften gelben Karte war sowohl Marcus Hoffmann als auch Bastian Müller in Siegen nicht mit von der Partie. Übungsleiter Schubert setzte im letzten Match vor allem auf Akteure, die im Verlauf der Spielzeit selten zum Zug gekommen waren. Und so hütete den Kasten von Schwarz-Gelb an diesem Spieltag zunächst Jonas Ermes, der zuletzt gegen Essen Stammkeeper Löhe vertreten hatte. Davor positionierte sich die Abwehrreihe um Ernst, Hackenberg, Thackray und Lejan. Auf der Doppelsechs ersetzte Lünenbach den verletzten Kapitän Demai neben Tim Jerat. Über die Außen stürmten Garcia und Graudenz, während Maier den Sturmpartner von Kevin Behrens markierte.

Auch wenn die Siegener bereits vor Anpfiff der Partie als Absteiger feststanden, erwarteten die rund 700 mitgereisten Aachener Anhänger einen offenen Schlagabtausch beider Teams.
Dennoch war es die Alemannia, die als Favorit in der Partie die ersten Akzente setzten und bereits frühzeitig den ersten Treffer erzielen konnte. Nach sieben gespielten Minuten stand Rafael Garcia perfekt, als er die reinkommende Graudenz-Flanke zur 1:0 Führung verwerten konnte (7').
Die Alemannia schien hochmotiviert und stürmte im Minutentakt auf den gegnerischen Kasten zu. Zehn Minuten nach dem ersten folgte dann sogleich der nächste Streich. Wieder war es Garcia, der die Graudenz-Vorarbeit zu nutzen wusste – 2:0 (18').
Von Seiten der Gastgeber war kaum eine Torraumszene zu verzeichnen, stattdessen kamen die Tivoli-Kicker auf der Gegenseite immer wieder zu schönen Aktionen. Zehn Minuten vor der Pause konnte Kevin Behrens das Ergebnis zur Pause noch weiter erhöhen, als er eine Ernst-Flanke volley zum 3:0 Halbzeitstand verwerten konnte (35').

Nach dem Seitenwechsel hatte Schwarz-Gelb Blut geleckt und wollte die Siegener Heimmannschaft sang und klanglos in die untere Spielklasse schicken. 20 Sekunden waren seit Wiederanpfiff vergangen, da hatte Viktor Maier das Leder abermals in die Maschen gejagt (46'). Nur vier Minuten später konnte der letzte Neuzugang am Tivoli seinen zweiten Treffer im Spiel erzielen, als er einen Abstauber nach Jerat-Freistoß zum 5:0 für Schwarz-Gelb verwertete (50').
Bevor er zu seinem nächsten Streich ansetzten konnte, brachte Schubert Abel für den Goalgetter. Zehn Minuten vergingen, da landete das Leder zum sechsten Mal hinter dem Siegener-Keeper. Dieses Mal hatte Lünenbach auf Graudenz zugesteckt, der ohne Probleme seinen 13. Saisontreffer erzielen konnte (63').
Im Anschluss ließ Schubert auch Fukudome und Opper noch einmal Debüt im Aachener Trikot feiern, ehe Graudenz den 14. Treffer noch hinterher schob und das 7:0 perfekt machte (79'). Wenig später war Schluss im Siegener Leimbachstadion. Mit einer Klatsche gegen den Vizemeister verabschieden sich die Sportfreunde Siegen aus der Regionalliga. Die Alemannen dahingegen verabschieden neben Trainer Peter Schubert mit Abel, Brauweiler, Duspara, Fukudome, Garcia, Lejan, Opper und Wirtz gleich acht Akteure zum Saisonende. 

Wir von typischlinksaussen.de wollen noch einmal DANKE sagen für eine tolle Saison, mit der wir zum Start im August so niemals gerechnet hätten. Viel Erfolg für die Zukunft ohne Schwarz-Gelb für alle scheidenden Spieler, die ihren Vertrag in Aachen nicht verlängern werden. Macht et jut und lasst euch auch in der Sommerpause von typischlinksaussen.de immer mit den neusten News rund um den Tivoli versorgen!

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Saison auf Rang Zwei beenden

Alemannia ist zum Saisonfinale in Siegen zu Gast


Für Trainer Peter Schubert und einige seiner Weggefährten ist Siegen die letzte Station auf ihrer Reise mit der Alemannia. Zum Saisonabschluss ist Schwarz-Gelb bei den bereits abgestiegenen Sportfreunden aus Siegen zu Gast und haben dort die Möglichkeit, sich mit einem besseren Abschneiden als die Kölner Viktoria Rang Zwei zu sichern.

Während am gestrigen Donnerstagmorgen Christian Benbennek als neuer Übungsleiter in der Soers vorgestellt wurde, bereiteten sich Mannschaft samt Trainerteam auf den letzten Kick der noch laufenden Saison vor. Bislang haben sich lediglich einige wenige Spieler aus dem aktuellen Kader zur Alemannia bekannt und einen Vertrag für die nächsten Jahre abgeschlossen. Am nun folgenden Pfingstwochenende möchte sich der neue Cheftrainer zusammen mit Alexander Klitzpera einigen Gesprächen widmen, um schon bald ersten neuen Stützen im schwarz-gelben Kader der neuen Saison zu präsentieren.

Rund 700 mitreisende Anhänger erwartet die Alemannia am Samstag in Siegen, wenn dort zum vorerst letzten Mal auf Regionalliga-Niveau der Ball rollt. Da Marcus Hoffmann und Bastian Müller beim letzten Heimspiel die fünfte gelbe Karte gesehen haben, werden sie nicht mit von der Partie sein. Ansonsten kann Peter Schubert bei seinem letzten Auftritt im schwarz-gelben Look aus dem Vollen schöpfen.

Geleitet wird die Partie von Schiesdsrichter Alexander Ernst, der die Partie um 14 Uhr anpfeift. Tickets sind noch vor Ort in ausreichender Menge vorhanden.

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Ein krönender Abschluss

Beim letzten Heimspiel diesen Jahres macht Leipertz den Sieg perfekt


Trotz gefühlter Minusgrade füllten sich die Ränge des Tivolis am Samstag gewaltig. Der Grund lag nahe: Wie es im kommenden Jahr am Tivoli weitergehen wird, liegt noch unbekannter Zukunft. Man nutzte die Gelegenheit, sich vom ein oder anderen bereits vorab zu verabschieden, obwohl um ihren Verbleib in der Soers noch kein Trubel gemacht wurde.

Vor der Partie gegen Arminia Bielefeld, welche die letzte Heimpartie der Schwarz-Gelben am Tivoli darstellen sollte, galt jegliche Aufmerksamkeit ohnehin der Drohung der Blau-Schwarzen, das Spiel vom DFB verschieben zu lassen. Grund hierfür war der Vorwurf sogenannter Wettbewerbsverzögerung, müsse der Aufstiegsaspirant aus Ostwestfalen schließlich noch vor der Winterpause (in denen der Kader von Schwarz-Gelb ja minimiert werden soll) ein zweites Mal gegen die "starke" Alemannia antreten, während Vereine, die erst nach der Pause auf den Verein trafen, gegen eine "schwächere" Alemannia.
Nach intensiven Gesprächen mit dem Deutschenfußballbund sah man von solch einem Antrag jedoch ab, der Austragung der Partie an diesem Wochenende stand demnach nichts mehr im Wege.


Die Alemannia, die im Gegensatz zur vorherigen Woche mit einer kleinen Änderung in die Partie startete, dominierte das Spiel von vornherein. Der satte Unterschied beider Mannschaften wurde nur in der Tabelle sichtbar, auf dem Platz dahingegen standen sie sich in nichts nach. Denn das Team von René van Eck machte Druck, vor dem gegnerischen Kasten blieb man jedoch der gewohnte Chancentod.
In Persona Thiele hatte die Alemannia in der Anfangsphase die größten Chancen, vergab diese jedoch auch am großzügisten. Neben dem Neuzugang vom FC Schalke 04 waren die Chancen von Leipertz oder auch Kollege Drevina präziser, zum Torerfolg führten sie jedoch nicht.

So plätscherte die Partie vor sich hin. Die Gäste zogen sich in die eigene Hälfte zurück und nutzten ihre Gelegenheiten zum Kontern. Schwarz-Gelb machte das Spiel dahingegen breit, nutzte die Flügel und hatte - alles in allem - mehr vom Spiel.

Nach einer jedoch torlosen ersten Hälfte lud Schiedsrichter Unger nach fünfundvierzig Minuten zum Pausentee. Trainer van Eck entschied sich, nicht zu wechseln, und behielt die Anfangsformation somit bei. Wie auch zu Beginn dieses Spiels kamen beide Mannschaften ähnlich gut zurück ins Spiel. Auch wenn die erste Szene den Gästen galt, Alemannia hielt dem Druck stand und schien genau dort weiter machen zu wollen, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten, als plötzlich der herbe Rückschlag folgte: Aus der Entfernung flog der Ball auf den Kasten Melkas zu, Hille tauchte plötzlich am Elfmeterpunkt auf und lenkte die Kugel unhaltbar in die Maschen. Die Aachener reklamierten - auf dem Platz und auf den Rängen - hatten sie den Torschützen schließlich alle im Abseits gesehen, dabei jedoch Wilschrey vergessen, der mit einem Sturz das Abseits aufgehoben hatte.

Dem Frust über den unverdienten Gegentreffer folgte etwas, das man am Tivoli lange nicht mehr gesehen hatte. Wie ausgewechselt erhöhte Schwarz-Gelb sogleich den Druck, den Siegeswillen jedes einzelnen hätte man gefühlt noch kilometerweit spüren können.
Und der Kampf des Team, das in dieser Saison so viel gegeben doch beinahe alles verloren hat, sollte sich ausgezahlt haben: Schon im direkten Gegenzug brachte Youngster Robert Leipertz den alten Spielstand zurück auf die Anzeigetafel. Doch damit nicht genug: Wenige Minuten später kam der Ball nach einem Traumdoppelpass zwischen Baumgärtel und Kefkir erneut zu Leipertz, der mit einem Schuss aus naher Entfernung zum 2:1 Siegtreffer einnetzte.

Denn wenige Minuten später war Schluss. Die Fans auf den Rängen tobten, riefen den doppelten Torschützen zum "HUMBA" auf den Zaun und feierten ihr Team, dass nach all dem Kämpfen endlich das erreicht hatte, wonach sie sich schon so lange gesehnt hatten: Dem Dreier vor heimischen Publikum.

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Ein krönender Abschluss zum Saisonfinale?

Letztes Ziel: 50-Punkte

Am Sonntagvormittag ruft die Alemannia zum letzten Heimspiel der Saison gegen Arminia Bielefeld. Der Tabellenletzte hat in der Liga schon seit Wochen nichts mehr zu melden, steht mit nur 16 Punkten ganze 12 hinter Rot-Weiß Oberhausen.
Im Bereich eines einstelligen Tabellenplatzes hat die Alemannia seit der letzten Woche auch nichts mehr zu melden. Nach der überraschenden 3:1 Pleite im Derby gegen Tabellenachbar Düsseldorf ist die Chance das Saisonziel zu erreichen sehr gering. Derweil belegt die Alemannia den 10. Tabellenplatz. Der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf ist mit drei Punkten scheinbar noch einzuholen, nach einem Blick auf die Tordifferenz der beiden Klubs erscheint die Situation jedoch aussichtslos.


Kurzerhand musste für die Schwarz-Gelben ein neues Motto her. Das Ziel war schnell gefunden: 50 Punkte sollten am Ende der Saison stehen. Mit einem Sieg gegen Tabellenschlusslicht Bielefeld zumindest diese Forderungen erfüllt.

Mit einem Sieg würde sich die Alemannia gerne bei ihren Fans für eine durchwachsene Saison bedanken. Vor allem bei den Pokalspielen gegen Mainz, Frankfurt und Bayern standen abertausende Schwarz-Gelbe-Anhänger hinter ihrem Team. Ein Sieg wäre da der krönende Abschluss. "Der schönste Saisonabschluss ist doch, sich mit einem Sieg von den eigenen Fans zu verabschieden.", findet Peter Hyballa. Im Interesse der Anhänger sollte dies auch liegen.

Um einen krönenden Abschluss zu gewähren würde Trainer Hyballa gerne aus dem Vollen Schöpfen. Doch diese Hoffnungen werden schneller wieder zu Nichte gemacht, als er sich erdenken kann.
David Hohs sah am vergangenen Sonntag in der Partie gegen den Lokalrivalen glatt Rot, weil er die Notbremse als letzter Mann vollzog. Damit fällt der Keeper für das Saisonfinale aus. Tim Krumpen wird die Nummer Eins zwischen den weißen Pfosten vertreten.
Ebenfalls gesperrt für das letzte Spiel vor heimischer Kulisse ist Thomas Stehle (10. gelbe Karte). Mirko Casper steht dem Team aufgrund einer Zerrung nicht zur Verfügung. Der Einsatz von Shervin Radjabali-Fardi ist fraglich. Im letzten Training am heutigen Tag gastierte der Berlin Neuzugang aus der Winterpause bei Physiotherapeut Oliver Dipper.
Was den Kader der Alemannia für die kommende Saison betrifft, gab es in dieser Woche zwischen den Ankündigen der zahlreichen Abgänge auch etwas positives zu verkünden. Andreas Korte, der seit dieser Saison bei den Profis mittrainiert, im Laufe der Saison des öfteren im Kader stand und vor zwei Wochen sein Debüt feierte. Der Mann aus der Region, der schon seit 2003 für Schwarz-Gelb seine Schuhe schnürt, unterschrieb einen Vertrag für ein Jahr.
Wie bereits erwähnt wird es neben diesen Ereignissen am Sonntag noch ein weiteres, großes Gesprächsthema geben. 8 Profis wird die Alemannia nach der Partie verabschieden. Die Leihgabe Tolgay Arslan wird nach einem Jahr in Aachen den Weg zurück in die Hansestadt nach Hamburg machen, Zoltán Stieber wird ab der nächsten Saison für Bundesligsten Mainz 05 auflaufen, wohin der Weg für Thorsten Burkhardt, Nico Herzig,  Thorsten Stuckmann und Thomas Unger führen wird, ist noch nicht bekannt. Ob Markus Daun und Thomas Zdebel ihre Karriere im Profifußball fortsetzen können, bleibt ebenfalls abzuwarten (Mehr dazu).

Nach der Partie gegen Tabellenschlusslicht Arminia Bielfeld möchte die Alemannia die Saison ruhig ausklingen lassen. Wenn die Abgänge auf dem Rasen verabschiedet wurden, ruft die Alemannia unter den Südwall. Dort und im Klömpchensklub werden die Spieler den Bierausschank übernehmen. Zeit also, sich die Saison noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Doch vorher muss diese erst einmal beendet werden. Anstoß zum letzten Heimspiel ist um 13:30 Uhr, gleichzeitig wie die Partien der restlichen 16 in Liga 2 vertretenen Mannschaften.
Das Match auf dem Aachener Tivoli wird geleitet von Frank Willenborg. Ihm assistieren Arne Aarnink und Dirk Wijnen. Vierter Offizieller ist Marcel Pelgrim.


Wer noch nicht in den Genuss einer Karte gekommen ist, kann dies an den Tageskassen (geöffnet wie gewohnt 2 1/2 Stunden vor Spielbeginn) noch nachholen. Laut Alemannia wurden bereits knapp 17.600 Karten verkauft.

Nicht wundern sollte man sich über das Outfit der Tivoli Kicker auf dem Rasen. In dieser Woche wurde das neue Trikot für die kommende Saison vorgestellt, das am Sonntag erstmals präsentiert wird. 

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Die Ära Tivoli

83 Jahre Hexenkessel

Bis zum Mai 2009 war es für abertausende Anhänger der Schwarz-Gelben vollkommen das Nämliche, jedes zweite Wochenende den Stammplatz im Aachener Tivoli einzunehmen. Wenn die Mannschaften am frühen Vormittag eines Sonntages durch den engen Spielertunnel hindurch den Rasen betraten, wurde aus dem scheinbar kleinen, unspektakulären Stadion ein richtiger Hexenkessel. 
Am alten Tivoli fand sich die Ganze Alemanniafamilie zusammen. Der Opa, der noch aus der Oberligazeit stammt, zusammen mit dem Sohnemann, der jedoch die drei höchsten Ligen im deutschen Profifußball auch schon auf dem Puckel hat, und an seiner Hand die wieder nächste Generation führte. Der Tivoli war für viele Alemannenfans also so etwas wie ein zweites zu Hause geworden. Und wie das mit dem Eigenheim so ist, wird dieses auch einmal gewechselt. Am 17. September 2007 wurde das neue Stadion der Alemannia erstmals präsentiert. Mitte 2008 begannen die Bauarbeiten, zur Saison 2009/2010 wurde das erste Heimspiel im neuen Kasten ausgetragen. Doch was ließ man nur wenige Meter neben der neuen Arbeitsstätte der Schwarz-Gelben jetzt überhaupt zurück? 

 Der alte Tivoli hat schon so manche Meisterschaftsspiele auf dem Rücken. Angefangen mit einfachen Sportplätzen pachtete man im Februar 1908 zum ersten Mal das heutige Trainingsgelände Tivoli, gelegen an der Krefelderstraße. Das Terrain war von der Stadt gekauft und mit den Zahlungen der Alemannia an jene begonnen deren erste Umbauarbeiten. Es ging schleppend voran, bis man im Jahre 1928 den Tivoli erstmals als Stadion betiteln durfte. 
Ganzer Stolz der Schwarz-Gelben war die überdachte Sitztribüne, deren Entwurf erstmals Mitte der 50er Jahre aufgetaucht war, weitere 10 Jahre später dann in die Tat umgesetzt wurde. 
In dieser Zeit feierte die Alemannia erstmals den Aufstieg in die höchste Spielklasse Deutschlands. Als erster der Regionalliga West (der damaligen ‘2. Liga’) stieg die Alemannia in der Saison 66/67 in die Bundesliga auf, 3 Spielzeiten später fand man sich jedoch wieder im Tabellenkeller dieser wieder, nachdem man in der Saison zuvor noch Vizemeister geworden war, und stieg 1970 als Tabellenletzter wieder ab. 
Durchwachsene Zeiten der Alemannia läuteten ein. Man qualifizierte sich für die zweite Bundesliga, die bis 1981 in Nord und Süd geteilt war, bis man nach nicht einmal 10 Jahren diese auch wieder Verlassen musste. Diesmal führte der Weg der Alemannia doch in entgegengesetzte Richtung. Oberliga Nordrrhein/Regionalliga West/Südwest - das war die Liga, in der die Alemannia spielte, bis man 1999 unter der Leitung Werner Fuchs den Aufstieg in die zweite Liga schaffte. Das Erinnerungsvermögen vieler reicht noch bis zu jenem Tag, an dem im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 98/99 der Wiederaufstieg besiegelt wurde. 
Nach diesem Ereignis spielte man auf dem Tivoli also endlich wieder hochklassig. Und auch in der Neuzeit war es nicht das letzte Mal, dass der alte Kasten einen Aufstieg mit zu erleben hatte. Wie vielen noch gänzlich vor Augen feierte man im Jahr 2006 den erneuten Aufstieg in die erste Fußballbundesliga. Knappe drei Jahre nach dem Erreichen des DFB-Pokal-Finales (2004) stieg man nur eine Saison nach dem Aufstieg wieder in die Zweite Bundesliga ab. 
Der Tivoli hatte in seinen Jahren also wirklich so manch ein Fest gefeiert und so manche Tränen der Schwarz-Gelben-Anhänger zu verkraften gehabt. Beide Ereignisse kreuzten sich, als man in der Saison 2008/2009 den Abschied des Kultkastens feierte. Der FC Augsburg gastierte am 24.Mai 2009, als die Alemannia auf dem alten Tivoli zur letzten Bundesligapartie rief und ging nach 90 Minuten mit einem deutlichen 4:0 als Sieger vom Platz. Ein würdiger Abschied wurde dem ‘alten Kasten’ zuteil, als man während der Sommerpause Werder Bremen für ein Freundschaftsspiel an den Tivoli zitierte. Im Rahmen des Spieles stieg an alter Wirkungsstätte eine riesige Abschiedsfeier, Alemannia gewann mit 3:2 gegen den Bundesligisten und eröffnete das neue Stadion knapp einen Monat später mit der ersten Zweitligapartie der Saison 2009/2010. 

Nachdem man am alten Tivoli die letzten Segel eingefahren hatte, nutzte man ihn fortführend als Spielstätte der Zweiten Mannschaft der Alemannia - zu besonderen Anlässen (beispielsweise im Winter, wenn auf den Trainingsplätzen der Profis Schneemassen nicht mehr zu überblicken waren) trainierte auch die erste Mannschaft auf dem Rasen der Kultstätte. All das hat jetzt ein Ende. Die Stadt gab bekannt, dass zum ersten Juni die Abrissarbeiten des alten Tivolis beginnen werden. Die ersten Bagger sind schon angerückt. 
Am vergangenen Samstag rollte zum letzten Mal ein Ball in der alten Hütte. Die Amateure der Alemannia riefen zum letzten Heimspiel ihrer Saison. Gingen nach 90 Minuten verdient mit 3:1 vom Platz. 
 Zahlreiche Alemannenfans hatte es an diesem Tag an den alten Tivoli getrieben. Im Anschluss an die Partie der NRW Liga folgte ein Freundschaftskick einer Fanauswahl gegen die Traditionself der Alemannia, die Namen wie Jupp Martinelli, Jo Montanes oder Günter Delzepich im Kader aufwies. Das Ergebnis (13:1) war am Ende nebensächlich. Die Alemannia plante den Abend friedlich ausklingen zu lassen und am letzten Spieltag gegen Arminia Bielfeld am kommenden Sonntag eine Saisonabschlussfeier auf dem alten Rasen zu veranstalten. Doch nicht alle Fans nahmen das Spiel am vergangen Samstag zum Anlass, sich würdig von der alten Spielstätte zu verabschieden. Nach der Partie der Amateure stürmten Fans den Platz, zündeten Feuerwerkskörper und randalierten, rissen beispielsweise Sitzschalen von der überdachten Tribüne und sicherten sich ihre Andenken an den Kultkasten. Dies hat nun zu Folge, dass die geplante Abschlussfeier nicht im alten Aachener Tivoli statt finden wird. Seit Wochen ist die Alemannia nun schon dabei, alte Erinnerungsstücke aus dem alten Zuhause zu sichern, um sie nachher für einen guten Zweck zu versteigern oder sie auszustellen. Weil die Randalierer dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, ist die Absage eine logische Schlussfolgerung. 

Im Nachhinein ist es schade, dass die Ära Tivoli ein solches Ende findet. Nach 83 Jahren, in denen der Tivoli nun besteht, hat man so manche Dinge gefunden, auf die man gerne zurück blickt. Ein Ereignis der letzten Woche fällt nicht in ein solches Register. 
Dennoch blickt man mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die alte Spielstätte zurück. 83 Jahre Tivoli. Das ist nicht nur Magenkribbeln, wenn man auf dem Würselner-Wall stand und, weil es um den Tivoli immer düsterer würde, das Flutlicht auf einen hinabstrahlte. Das sind nicht nur Erinnerungen an Bayern, Mönchengladbach und FC Köln. Das sind Impressionen, Kindheitserinnerungen, Momente und Gefühle. Alter Tivoli - das war eine lange Zeit die legendäre Heimat der Alemannia. Jetzt winkt die berühmte Kultstätte ab.

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Kein gewöhnliches Westderby

Rund 2.100 Schwarz-Gelbe-Anhänger begleiten die Alemannia!

Die Landeshauptstadt Düsseldorf wird am morgigen Sonntag vollends ausgelastet sein, wenn der schwarz-gelbe Alemanniabus das Revier der Rot-Weißen erreicht hat. Neben einem packenden Westderby erwartet die Stadt nämlich zusätzlich einen Marathon, eine Messe läuft in vollen Gängen und für den Eurovision Song Contest laufen alle Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Weil letzterer aufgrund des Sieges Deutschlands im letzten Jahr in der Landeshauptstadt ausgetragen wird, ließ die Stadt Düsseldorf kurzerhand ein Ersatzstadtion für ihre Fortuna errichten, in denen die letzten drei Heimspiele der Saison ausgetragen werden sollten. Die AirBerlin world ist das Resultat aus sechs Wochen Bauzeit. Im eigentlichen Stadion der Fortuna (der ESPRIT arena) laufen derweil alle Vorbereitungen für das Musikspektakel.

Dieses 'Spektakel' ließ den letzten Tagen und Wochen sogar die Hotelpreise rundum den Austragungsort so in die Höhe schießen, dass man bei der Alemannia kurzerhand entschloss, erst am Spieltag selbst die Anreise zu starten. Der Schwarz-Gelbe Alemanniabus wird also erst morgen den Weg über die Autobahnen finden - ähnlich wie einen Großteil der mitreisenden Alemanniafans. Rund 2.100 Schwarz-Gelbe haben für das West-Derby bereits zugesagt und eine Karte erworben. Auch wenn viele von diesen schon den bereitgestellten Entlastungszug in Anspruch nehmen, werden sich wohl auch ein paar PKWs mit dem Kennzeichen "AC" auf den Weg machen. "Frühzeitige Anreise", empfiehlt also die Alemannia. Wenn möglich sollte auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden - wer dennoch die Reise mit dem eigenen Wagen antreten möchte, sollte sich um Umleitungen kümmern und die Reise so früh wie möglich starten. Voraussehbar wird es morgen zu sämtlichen Verkehrsstaus rund um die Landeshauptstadt kommen.

Auch wenn der Busfahrer der Tivoli Kicker bereits einmal versichert hatte, dass er es bis zum heutigen Tag immer geschafft hat, größere Engpässen zu vermeiden, wird er morgen (Abreise 10:45 Uhr) wieder auf die Probe gestellt. Auf den Sitzen seines Busses wird eine Stammkraft der Alemannia diesmal jedoch nicht vertreten sein. Tobias Feisthammel hatte sich in der Partie gegen RW Oberhausen in der letzten Woche eine Bänderdehnung zugezogen und wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Reise nicht antreten. Ob es Shervin Radjabli-Fardi auf die Außenbahnen ziehen wird oder der bereits abgeschobene Aimen Demai den Weg zurück ins Team finden wird, bleibt abzuwarten.
Neben dem "minimalen Anreiz, dass wir wohl die einzige Mannschaft sein könnten, die in der AirBerlin world jemals gewonnen hat" sieht Peter Hyballa einen viel größeren noch darin, die 50-Punkte Marke endlich zu durchbrechen und die Fortuna zu "überqueren", schließlich liegt der Tabellen 9. nur einen Tabellenplatz über den Schwarz-Gelben.

"Wir müssen ein gutes Spiel ablegen. Punkt, Aus, Ende.", damit schloss Hyballa seine Gründe ab, wegen welchen er im morgigen Derby einen Sieg gegen die Fortuna "umbedingt" erringen möchte. "Die Stimmung in diesem engen Stadion wird unheimlich gut sein.", verspricht sich der Trainer. 

Eine gute Stimmung unter den Alemanniafans wird es allerdings nicht nur morgen im vorletzten Ligaspiel dieser Saison geben. Gegen 15 Uhr wird heute zum letzten Mal der Ball auf dem alten Tivoli der Alemannia rollen. Zum Abschlussspiel hatte man gerufen, die zweite Mannschaft der Alemannia wird im Spiel gegen ETB Schwarz-Weiß Essen dem Tivoli seine letzte Ehre erweisen. Im Anschluss trifft eine Fanauswahl auf eine Alemannia Traditionself (Anstoß etwa 17 Uhr), es wird das wirklich allerletzte Mal sein, dass in diesem altehrwürdigen Stadion der Ball laufen wird.