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Zoltán Stieber - Ein Mann, der hoch hinaus will.

Es ist der Traum eines jeden Jung-Kickers: der Sprung in die erste deutsche Bundesliga. Für Zoltán Stieber erfüllt sich dieser Traum jetzt. Der Youngster wechselt zum Ende der Saison zum Erstligisten Mainz 05, unterschrieb bei den Rot-Weißen einen 4 Jahresvertrag.

Stieber
Wenn man Stieber in den letzten Wochen auf dem Rasen der Alemannia betrachtete, wirkte der junge Ungar nicht immer ganz präsent. Doch wie will man auf dem Platz auch alles geben können, wenn man im Kopf schon viel weiter ist. Eine ungewisse Zukunft beschäftigt ein jeder Mann, egal in was für einer Situation er sich befindet. Schon in der Winterpause wurde über einen Wechsel Stiebers kräftig diskutiert. Gleich mehrere Bundesligascouts hatten den 22-Jährigen auf dem Zettel, mit seinen starken Spielen in den Wintermonaten wuchs die Liste der Interessenten. Lange war ungewiss, inwiefern Stiebers Karriere ab dem Sommer verlaufen würde. Einen großen Hehl hatte man nicht daraus gemacht, schließlich wurde urplötzlich ohne große Gerüchte ein Entschluss gefasst: Stieber wird ab Sommer Mainzer.


Den Fußball bei den Rheinhessen könnte man vergleichen mit jenem, den man seit dem letzten Sommer auch in Aachen an den Tag legt. Aggressiver, offensiver Fußball - auf der Bank einen Mann, der weiß, was er will. Thomas Tuchel, 37 Jahre jung, legt viel Wert auf taktische Disziplin, laufintensives Pressing und Spielkultur. Bereits in der vergangenen Saison hatte Thomas Tuchel den FSV Mainz 05 als Aufsteiger auf Platz 9 geführt - in der laufenden Saison knüpfte man daran an. In der Liga verweilt man momentan  mit 45 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz. Im Pokal ist der FSV jedoch nicht mehr vertreten - der Aufwärtstrend des damaligen Tabellenersten endete in Aachen. Der Favorit verlor am Tivoli mit 2:1. 
StieberDen Grundstein für den Erfolg gegen die Rot-Weißen setzte damals niemand geringeres als Zoltán Stieber. Mit einer perfekten Flanke auf den Kopf Auers netzte letzterer zur 1:0 Führung ein - der Startschuss, für eine längere Reise im DFB Pokal, die erst im neuen Jahr gegen den Rekordmeister endete. 
Nach dem Spiel fand man auf dem Tivoli wenig Worte für das Geschehene. Einzig und allein Stieber konnte damals seine Gefühle zum Ausdruck bringen: ›Das war das schönste Spiel meines Lebens!‹

Ein Spiel, an das sich Stieber wohl gerne zurück erinnert. Insgesamt absolvierte der zum Stürmer umfunktionierte Mittelfeldmann für die Alemannia bislang ganze 28 Ligaspiele, schoss dabei 6 eigene Tore und legte 14 mal vor. Der Top-Scorer kann in seiner Zeit in Aachen auf so manche schöne Partie zurück schauen - und das obwohl er noch nichtmal ein ganzes Jahr bei den Schwarz-Gelben unter Vertrag steht.
Stiebers Karriere begann in seinem Heimatland Ungarn, in welchem er bis zu seinem 17. Lebensjahr in Budapest spielte. 2005 wechselte Stieber dann zu Aston Villa, wurde dort ausgebildet und für ein Jahr an einen Drittligaverein des Landes ausgeliehen, ehe er 2009 zur TuS Koblenz kam. Stieber konnte sich unter Trainer Sander nicht etablieren. Die TuS stieg in die 3. Liga ab, in letzter Sekunde konnte der Mittelfeldmann auf sich aufmerksam machen. Ablösefrei wechselte der Ungar auf den Tivoli.
Wider Erwarten fand der Youngster gut in die neue Ordnung hinein. Der Trainer gab ihm das Vertrauen, Stieber wurde zum Publikumsliebling.

Ein Musterbeispiel dafür, wie rasch sich ein Spieler der Alemannia entwickeln kann. Innerhalb kürzester Zeit hat man aus einem Unterklassenspieler einen Erstligisten gemacht. Manager Meijer setzt die Lorbeeren vor allem auf die Häupter der Führungspersonen: es seie ein "Kopliment an das Trainerteam, das einige unserer Spieler ins Schaufenster gestellt hat." 
StieberDas jüngste Team der Liga hat neben Stieber noch so einige Talente im Kader. Dennoch gehe Meijer davon aus, "dass nun keiner mehr abwandert." Angebote ständen keine mehr aus, Meijer plant die kommende Saison mit den aktuellen Stammspielern. 

Zum Ende der Saison wird Stieber als ein solcher nicht mehr betitelt werden. Der Ungar wechselt, mit einer Ablöse, die nur die beiden Vereine ganz genau kennen, zum Erstligisten Mainz 05. Wer als Alternative für den flotten Ungar in der kommenden Saison auflaufen wird, behält Meijer noch für sich.

An dieser Stelle können wir uns bei "Stiebi" für das erfolgreiche Jahr nur bedanken. Viele schöne Tore und Assists gehen auf dein Konto. Auf das du in Mainz recht schnell Fuß fasst!

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Gelungene Generalprobe

Im akzeptabel gefüllten Tivoli kam die Alemannia am Samstag bei frostigen Temperaturen zum ersten Heimspielsieg der Saison. Gegen Ligakonkurent Karlsruhe kam man zu einem 4:2 Erfolg. Torschütze Arslan gelingt Kunstschuss - Radu entscheidet das Spiel spät.

Zum Auftakt der 3-Heimspiele-Woche am Tivoli empfing die Alemannia am Samstag den Karlruher SC. Nach der Pleite in Berlin kündigte Hyballa schon am Donnerstag eine Rege Veränderung in der Startelf an. Mehr oder weniger verstärkt wurde diese Tätigkeit durch den kurzfristigen Ausfall Kevin Kratz'. Für den "Sechser" rückte Manuel Junglas ins defensive Mittelfeld, während Marco Höger im Mittelfeld von Neuzugang Radjabali-Fardi unterstützt wurde. Der Berliner wirbelte auf der linken Außenbahn, Höger nahm seine Position auf rechts ein. Vor dem Spitzen agierte die HSV-Leihgabe Tolgay Arslan. Das Sturmduo bildeten wie gewohnt Zoltán Stieber und Benjamin Auer. In der Viererkette fand man dann die zunächst zweite und letzte Änderung vor. Aimen Demai bekam den Vorzug gegenüber Mirko Casper und rückte somit neben Thomas Stehle, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach in die Viererkette. Im Tor stand wie üblich David Hohs.

Ganz dem Motto "Alles besser zu machen als in Berlin" getreu starteten die Alemannen frisch und locker in die Party. Knapp 19. 814 sahen in den Anfangsminuten ein schnelles Spiel der Schwarz-Gelben. Saubere Pässe, schöne Angriffe. Schnell trug diese Leistungsbereitschaft dann auch ihre Früchte: Achenbach kam über links, Stieber erwischte das Leder gradios und zimmerte den Ball aus geringer Entfernung in das Tor der Karlsruher (5.).

Die Alemannia machte weiterhin Druck. Im weiteren Verlauf bewies die Alemannia jedoch keine konstante Leistung wie zum Anfang der Partie. Wenig geschockt vom frühen Führungstreffer der Schwarz-Gelben kämpften sich die Karlsruher zurück ins Spiel. Keine Viertelstunde später zeigte der Nachlass der Hyballa-Elf seine Folgen: Nach einem Standart bekam man den Ball im Strafraum nicht geklärt, Staffeldt behielt als einziger den Überblick und verwandelte gekonnt zum 1:1 (19.).

Schier kalt gelassen vom Ausgleichtreffer der Blau-Weißen knüpfte die Alemannia an die anfängliche Lauf- und Leistungsbereitschaft an. Hinter dem Spiel der Tivoli-Kicker war jetzt wieder Dampf, man zielte auf die erneute Führung. Erneut war es Stieber, der sich über den zwei Köpfe größeren Abwehrmann durchsetze und gekonnt auf Sturmpartner Auer setzte. Der hatte wenig Probleme mit dem Kopf zu seinem zehnten Saisontor einzuköpfen (22.).

Schon früh merkte man als Gast auf dem Tivoli, dass die drei Tore die man bisher gesehen hatte nicht die einzigen geblieben sein sollten. Die Alemannia hatte Spaß am Spiel, versuchte, die Gäste aus Karlsruhe in die eigene Hälfte zu drücken. In Abständen von fünf Minuten bauten die Alemannen dann ihre Führung noch weiter aus: Arslan erkämpfte sich den Ball bis zur Strafraumgrenze. Obwohl auf rechts schon der Teamkollege wartete, entschied sich Arslan für die gewagtere Variante. Erkannt, dass Keeper Robles zu weit die weiße Linie verlassen hatte setzte der Deutsch-Türke mit einem gefühlvollem Heber das Leder über den Torhüter - 3:1.

Viel zu sehen bekam man in Hälfte eins bislang. Und die Alemannen machten auch in der Schlussphase der ersten Halbzeit keine Anzeichen, ihr schnelles Spiel zu stoppen. So hatten Stieber und Höger kurz vor dem Ende dieser noch einmal riesen Möglichkeiten, scheiterten in ihren Versuchen jedoch an Keeper Robles. Auf der anderen Seite bekam Keeper Hohs nicht allzuviel zu tun. So ging es für ihn fast nicht warmgeschossen nach 45 Minuten in die Kabine.

Vom Recht, auch in der Halbzeit schon auszuwechseln machte nur der Trainer des KSCs, Uwe Rapolder, gebrauch und brachte für einen Abwehrmann und einen Stürmer gleich zwei Offensivkräfte. Wirkung zeigte dies vorallem aufgrund der Tatsache, dass die Tivoli-Kicker nun überhaupt nicht das zeigten, was sie in Hälfte Eins begonnen hatten. Man ließ die Karlsruher nun kommen, setzte sich immer weiter nach hinten ab. Mit Höger und Arslan machte man Andeutungen, kam an das Niveau der Anfangsphase jedoch nicht heran.
So war es nach knapp einer Stunde dann mehr oder weniger vorauszusehen, dass die bis jetzt so alles versprechende Partie noch einige Highlights birgen würde. Denn obwohl die Alemannia eigentlich alles klargemacht haben müsste, ließen sie den Sportclub noch einmal kommen. Nach Gewurschtel im Strafraum hatte Krebs die Übersicht und schob den Ball aus 16 Meter Entfernung in die rechte untere Ecke Hohs' Kasten, schier unhaltbar für den 1,85 Mann (68.).

Die Blau-Weißen drückten in der Schlussviertelstunde noch einmal klar auf das Remis. Mit den Wechseln Hyballas, Offensivmann Cubukcu für Dribble-Künstler Arslan, sowie Neuzugang Sergiu Radu, welcher erst kurz vor der Partie zur Alemannia gestoßen war, für Auer, drückte man dagegen, und zwar auf die Entscheidung, ein 4:2. Radus höhere Laufbereitschaft im Gegensatz zu Teamkollege Auer war der Alemannia in den Schlussminuten ein wahrer Vorteil. Grade mal 5 Minuten auf dem Platz, fünf Minuten das Schwarz-Gelbe Trikot tragend machte der 33-Jährige alles klar und ließ die freudige Fanmenge im Tivoli ein viertes Mal aufjubeln: Nach einer perfekten Stieber-Flanke stand Radu in der Mitte einfach perfekt und verwandelte zum 4:2 Entstand (89.).

Nach der "Generalprobe" gegen den Karlsruher SC erwartet man am Mittwoch, 20:30 Uhr, den Rekordmeister Bayern am neuen Tivoli. Im Viertelfinale des DFB-Pokals heißt es vor ausverkaufter Hütte ein weiteres Mal alles geben. Volle Ränge wird es geben, und auch wenn die Alemannia seit knapp 2 Wochen schon keine Karten mehr in den Verkauf gab: Vor dem Spiel (Beginn heute) wird es bis Mittwoch noch einen Verkauf von 1.000 Karten bei 100,5 das Hitradio geben. Mehr Infos zum Verkauf dieser Tickets gibt es hier. Beim Kauf der im Schwarz-Handel vertickten Tickets sollte man jedoch vorsichtig sein. Die Alemannia soll dort kontrolieren, schließlich ist der Verkauf einer Karte, sowie das Erwerben dieser nicht gestattet.
Um 18:30 öffnen am Mittwoch die Tore. Die Alemannia empfiehlt eine frühe Anreise.

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Alemannia besiegt Schlusslicht Bielefeld

Ein krönender Ligaabschluss

Während es seit Wochen unuterbrochen schneit und die Stellen auf dem Thermometer auch nicht mehr über die Minusgrade hinaus kommen, bestritt die Alemannia am Freitag ihr letztes Ligaspiel der Saison. Beim Tabellenschlusslicht Arminia Bielefeld kam man zu einem 1:3 in letzter Sekunde, obwohl man im Laufe der Partie teilweise recht festgefroren aussah.

Sturmtief Petra hatte in der letzten Woche zahlreiche Absagen und Verspätungen nach sich gezogen und teilweise ganze Städte einschneien lassen. Beides traf auf die Partie der Alemannia gegen die Ostwestfalen nur bedingt zu. 
Während man am Donnerstag aus Angst vor dem drohenden Schneechaos die Abreise nach Bielefeld um 3 Stunden vorzog, verließ man sich am kommenden Freitag auf die zahlreichen Helfer und Helferinnen, die stundenlang den Schnee beseitigten, um das Spiel am Abend überhaupt möglich zu machen.

Viel Bedenkzeit hatte Alemanen-Coach Hyballa die Woche über gehabt, wie er sein Team beim Hinrundenfinale aufzustellen hatte. Aus dieser Bedenkzeit zogen sich schlussendlich 2 Änderungen. Der zuletzt Gelbgesperrte 'Sechser' Kevin Kratz rückte auf seine alte Position zurück. Der in der letzten Woche für ihn eingesprungene Abwehrmann Tobias Feisthammel rückte neben Stehle, Achenbach und Casper in die Viererkette. Auf der Bank nahm Aimen Demai wieder Platz. Ebenfalls zunächst auf der Bank saß zum Erstaunen zahlreicher Fans Dauerbrenner Zoltán Stieber. Für den möglicherweise für Mittwoch zu schonenden Stürmer markierte Babacar Gueye Kapitän Auers Sturmpartner. Die Raute im Mittelfeld bildete sich wie gewohnt aus den Flügeln um Höger und Junglas, sowie Kratz und Arslan auf der 'Sechs' und der 'Zehn'. Im Tor stand wie gewohnt Keeper Hohs.

Aufgrund des Dauerschnees und den immer noch frostigen Temperaturen war der Platz der Schüco Arena schwer bespielbar. Es kostete Kraft und Konzentration, den Ball auf dem Rasen unter Kontrolle zu kriegen. Die Alemannen machten dabei den Anschein, die Gegebenheiten schneller und besser ausnutzen zu können. So schaffte Torjäger Auer schon die frühe Überraschung: Nachdem Arslans Schuss von Keeper Fernandez noch abgeblockt werden konnte, nutzte Auer seine Chance des Abstaubers und schob ein zum 0:1 (4.).

Ein gelungender Start bei den Ostwestfalen, der jedoch nicht gerade zum weiter machen animierte. Von der Alemannia sah man jetzt kaum mehr etwas. Man stellte sich vielmehr in die eigene Hälfte und ließ den Gegner kommen. Während Hohs in den Anfängen noch Sieger blieb (34.), stärkte der Nachlass der Alemannia den Tabellenletzten zunehmend. Alemannia kam dann noch einmal, blieb im Abschluss durch Gueye jedoch trefferlos.
Auch Auers Versuche im weiteren Verlauf sollten wohl nicht sollen sein: Nach einem Freistoß Kratz' kam der Ball zu Auer, der sich durchsetzte und den Ball ins Bielefelder Tor setzte. Schiedsrichter Stieler sah jedoch ein Handspiel Auers, womit der Treffer nicht zählte.
Weite Bälle dominierten das Ende der ersten Hälfte. Unkreativ und mit schweren Waden schleppte man sich zum gegnerischen Strafraum, konnte die wenigen Chancen jedoch nicht nutzen und trat dann nach 45 Minuten den Weg zur Kabine mit einer 0:1 Führung an.

Die Ostwestfalen kamen in Halbzeit 2 besser ins Spiel als die Tivoli-Kicker. Einen Anfang brachte Heidingers Schuss vom zweiten Pfosten, der Bielefelder setzte jedoch knapp am Tor vorbei.
Nach einer Ecke der Schwarz-Gelben geschah dann trotzdem der verdiente Ausgleichstreffer. Die Arminen konterten im eigenen Stadion und ließen Hohs im Abschluss keine Chance mehr (53.).
Als Antwort auf den Treffer der Gastgeber reagierte Hyballa mit dem Wechsel Stiebers für Gueye. Sofort wurde wieder Schwung in die Partie gebracht. Die Chancen auf beiden Seiten waren abwechslungsreich, wobei dir Hausherren dennoch den leicht besseren Zug zum Führungstreffer hatten, Heidiger verpasste in Minute 58 jedoch knapp.

Wie in Hälfte Eins verlor sich das Spiel dann in ein Tief, dass sich mit Sturmtief Petra die Hand hätte geben können. Wobei letzteres da noch für mehr Wirbel gesorgt hatte.
Bis zum Einläuten in die Schlussphase geschah teilweise gar nichts auf beiden Seiten. Mit Arslans strammen Lattenschuss läutete die HSV-Leihgabe eine erfolgreiche Schlussphase ein: Denn nur 5 Minuten später machte es der Deutsch-Türke dann besser und netzte nach Stieber-Hereingabe zum 1:2 ein (86.).
Die Partie bekam nun mehr Pfeffer unter'm Hintern. Zwei Minuten vor Schluss hatten die Gastgeber die große Chance zum Ausgleich, doch Hohs war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und klärte auf der Linie den Sieg. In der Nachspielzeit machte nämlich Auer den Sack dann mit dem ersten Doppelpack der Saison zu. Nach erneuter Stieberflanke stand der Torjäger am Punkt goldrichtig und traf per Kopf zum 1:3 Endstand.
Nach einem müden Kick war es schlussendlich vorallem dem Ungar Stieber zu verdanken, der durch zwei Assist die Partie zu einem Erfolg werden ließ. Die Alemannia überwintert in der Liga nun mit 24 Punkten auf Rang 10. Am Mittwoch folgt der krönende Abschluss mit dem Highlight des Jahres. Gegen die Eintracht aus Frankfurt zieht die Alemannia ab 20:30 Uhr in den Kampf um den DFB-Pokal. Wie bereits mehrfach erwähnt sind alle Karten für das Spitzenspiel bereits vergriffen.

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Zebras gehören in den Zoo!

Schiri Brych macht sich in Aachen keine großen Freunde.

Mit circa 1.500 Fans im Gepäck reisten die Duisburger an den vom Regen mitgenommenen Tivoli an. Da es in den letzten Tagen so stark geregnet hatte war es am frühen Morgen noch nicht bekannt, ob das Spiel denn nun überhaupt statt finde. Bei anhaltendem Nieselregen gab Schiri Brych um 13:30 Uhr dann den Startschuss für ein spannendes West-Derby, bei dem es schien, als würde er selbst den Sieger dessen bestimmen wollen..

Dass nach Peter Hyballas ausdrücklichen Ankündigungen nun auch Taten folgen sollten, bekam man schon mit, als man die Namen auf dem Spielbogen mit denen der letzten Woche verglich. Der Wiedergenesene Abwehrmann Mirko Casper rückte zurück in die Viererkette neben Thomas Stehle, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach. In der Raute im Mittelfeld vollzog sich dann Hyballas zweite Änderung. Auf der 'Sechs' und auf den Außenbahnen blieb vorerst alles beim Alten: Kevin Kratz wirbelte vor der Abwehr und an den Seitenlinien suchten sich Höger und Uludag ihre Gegner. Das Mittelfeld komplettierte Manuel Junglas, der den Vorzug gegenüber Tolgay Arslan erhielt. Das Sturmduo bildeten wie gewohnt Zoltán Stieber und Benjamin Auer. Im Kasten der Gastgeber stand David Hohs. Nicht zur Verfügung standen dem Team Markus Daun, Thorsten Burkhardt, Florian Müller, Thorsten Stuckmann und Seyi Olajengbesi. 

Hyballas Ziel vor der Partie war eigentlich schlüssig: Dem 'großen' Gegner die Parole bieten, 3 Punkte zu Hause behalten und somit den Abstand nach oben minimieren. In den ersten 20 Minuten blieben die großen Worte jedoch vorerst nur Schall und Rauch. Stieber verpasste Auers Hereingabe nur knapp und die Gäste aus Duisburg fanden in Keeper Hohs zu Anfang auch ihren Meister. Im weiteren Verlauf näherten sich die Alemannen dann weiter dem Sechszehner der Gäste aus Duisburg. Bei diesen Offensivaktionen stand immer wieder der junge Ungar Zoltán Stieber im Mittelpunkt, der jedoch Auers sowie Högers Hereingabe nicht verwerten konnte. 
Das Spiel war nicht vergleichen mit Topspielen wie gegen Mainz oder Cottbus, jedoch auch nicht mit Flops wie Union Berlin oder Ingolstadt. Es war ein Mittelding, was die nötige Spannung in sich hatte, nie langweilig war und den besonderen Reiz darin fand, dass der Gegner nur wenige Kilometer Anreise hatte. Dass es zu einem fulminanten Derby werden würde - ähnlich wie es die Erzrivalen Gladbach und Köln gestern vormachten - bestätigte sich in Halbzeit Eins jedoch nicht. Mit dem Punkt genauen Abpfiff Brychs, welcher sich schon in Hälfte Eins merkwürdige, nicht ganz nachvollziehbare Aktionen leistete, traten beide Teams torlos den Weg zum Pausentee an.

Wie zu es zu erwarten war, schickten beide Trainer ihre Mannschaften unverändert wieder auf's Feld. In Hälfte Zwei hatten dann jedoch die Gäste die ersten Möglichkeiten zum ersehnten Treffer, scheiterten jedoch in Keeper Hohs und dem Netz, dass hinter dessen Tor die Bälle vor der Tabaktribühne auffing.
Auf der Gegenseite machten die Alemannia das Spiel breit. Stieber und Auer scheiterten jedoch ähnlich am Gästekeeper.
Mit dem Einläuten in die 60. Minute, kündigten die Gastgeber dann den weiteren Verlauf des Spiels an. Nachdem knapp eine Stunde gespielt war, ließen die Tivoli-Kicker ihren Kasten beben. Nach einer Flanke Achenbachs kam Höger frei zum Zuge und hämmerte das Leder mit einem platzierten Kopfball in den Kasten des Chancenlosen Yelldells. Wenige Sekunden später sollte sich das Blatt wieder wenden. Sahan stolzierte mit dem Ball in Richtung David Hohs. Vor dem Strafraum klärte Feisthammel schier ohne Berührung des Gegenspielers. Wider Erwarten zeigte Schiri Brych schnurstracks auf den Punkt. Wie Keeper Hohs im Nachhinein berichtete, suchte er dann lange Zeit einen Schuldigen, da er sich selbst nicht mehr ganz schlüssig war, und nannte nach einer Weile den bereits seit einem Jahr verletzten Markus Daun - unfassbar.
Genau so unfassbar,wie der fragwürdige Elfmeter von Ex-Alemanne Sukalo auch noch verwandelt wurde, war die Minuten später  vergebene Rote Karte gegen Bruno Soares, der nach Meinung des Schiedsrichters zu brutal gegen Höger zu Werke ging – eine ebenfalls äußerst fragwürdige Entscheidung (68.). 
Beide Seiten drängten nun auf die Führung. Während Junglas Versuche äußerst läpsche schienen, zirkelten die Duisburger im Gegenzug den Ball erneut ins Tor: Nach einem Fehler der Aachener Abwehr stand Baljak auf einmal völlig frei vor'm Aachener Tor und lupfte die Kugel gekonnt über den Kasten Hohs'.

Das Spiel nun komplett auf den Kopf gestellt - die Alemannia umgestellt auf ein 3-4-3 durch eine Einwechslung Gueyes für Stehle - drängten diese nun aggressiver auf den verdienten Ausgleich. Torraumszenen fanden sich hauptsächlich auf Aachener Seite, welche nach viel Hin und Her in der 86. Minute dann auch belohnt wurden. Nach viel Gewusel im Duisburger Strafraum, nachdem sich Stieber gegen den Duisburger Abwehrmann durchsetzt und die Flanke in den Strafraum bringt, wird diese abgefälscht und der Ball landet bei Timo Achenbach. Dieser bringt die erneute Flanke, die jedoch ebenfalls abgeblockt wurde und Marco Höger an den Ball kommen lässt. Dieser schaltet schnell genug und steckt zu Kapitän Auer durch, der keine Mühen hat, Torwart Yelldell alt aussehen zu lassen.
Wenig später ist dann auch Schluss auf dem Tivoli. Der Entstand 2:2 geht - alles in allem - dann ja doch irgendwie in Ordnung, auch wenn Schiedsrichter Dr. Felix Brych heute nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Erik Meijer brachte die Leistung dessen dann geschmackvoll auf den Punkt: ›So wie ein Spieler mal einen schlechten Tag haben kann, so kann es auch einem Schiedsrichter ergehen. Die vier Schiedsrichter heute - Schiedsrichter, die beiden Linienrichter und der vierte Offizielle - wären dann heute jedoch lieber im Bett geblieben‹

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Kein König der Löwen.

Stieber: ›Das war nicht gut von uns.‹

Vielleicht sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben - oder halt vor Spielen die Klappe nicht so weit aufreißen. Bei der Partie gegen 1860 München hatte der Gastgeber die Hosen an und ließ damit die Siegesserie der Aachener platzen. Ein insgesamtes schwaches Spiel der Schwarz-Gelben war dabei nicht immer ganz so schön mit anzuschauen, wie aus manche aus den vergangenen Wochen.

Mit der Ausbreitung des Alemannia-Lazaretts stand die letzte Woche nicht gerade unter einem guten Stern. Nach einer Kernspinuntersuchung Mirko Caspers, der nach dem Spiel gegen den VfL Osnabrück über starke Schmerzen im Oberschenkel klagte, stellte man bei dem 28-Jährigen einen Muskelfaserriss zu, sodass er, ebenso wie die Langzeitverletzten Markus Daun, Thorsten Burkhardt, Thorsten Stuckmann, Seyi Olajengesi und Florian Müller, die Reise nach Oberbayern nicht antrat.
Für den dritten Verletzten Abwehrmann rückte Aimen Demai auf dessen rechte Seite neben Timo Achenbach, Tobi Feisthammel, sowie Abwehrchef Thomas Stehle. Auf der 'Sechs' agierte erneut Kevin Kratz. Auf dem rechten Flügel kam Marco Höger zum Einsatz. Auf links rückte Alper Uludag wieder für Manuel Junglas in die Startelf. Vor dem Sturmduo Stieber - Auer wirbelte wie gewohnt Tolgay Arslan. Zwischen den Pfosten stand Keeper Hohs.

Mit ein wenig Phantasie erkennt man hier die Alianz-Arena.
Es war ein holpriger Start beider Teams, die vor der Partie auf eine Linie gestellt wurden. Beide hatten eine ähnliche Serie vorzuweisen und prophezeiten dem jeweils anderen ein Ende ihrer positiv ausfallenden Vorgeschichte. In der Anfangsphase bewies man jedoch nicht direkt, dass all das nur auf dem Papier stand und dass nach großen Worten Taten folgen sollten. Der erste Versuch Ideen umzusetzen endete dann direkt im Toresrausch. Nach einer Stieber-Flanke kam der Ball zum Sturmpartner Auer der Keeper Kiraly keine Chancen ließ und zum 1:0 Führungstreffer einnetzte (8.).
Die frühe Führung der Aachener brachte jedoch dann auch nicht den ersehnten Pfeffer ins Spiel. Beide Mannschaften machten zwar Druck im Mittelfeld, spielten die Außenbahnen schnell an und suchten den Kontakt zum Gegenspieler; relevante Torchancen blieben vorerst jedoch aus.
So dauerte es bis in die 23. Minute, bis die Münchener ein 'Hallo-Wach'-Signal sendeten. Ein Weitschuss Ludwigs ließ Hohs keine Chance - 1:1. Folgend machten die 60er dann richtig Druck und ließen die Alemannen teilweise richtig alt aussehen. Keine 60 Sekunden später rette dann das Aluminium für die Schwarz-Gelben: Nach gewonnenem Laufduell Bierofkas gegenüber Aimen Demai setzte der Münchener das Leder nur knapp an den Pfosten.
Die Alemannia nun extremst unter Druck gesetzt kam aus der eigenen Hälfte kaum noch raus. Die Löwen hingegen drückten vor der Pause auf den Führungstreffer; Ignjovski setzte ebenfalls wie Teamkollege Ludwig das Leder jedoch neben den Kasten, sodass es mit einem Remis in die Kabine ging.

  
Bombastisch: 400 mitgereiste Fans in München.
Zur zweiten Halbzeit schickte Hyballa frischen Wind auf's Feld. Für den schwachen, gelb-vorbelasteten Aimen Demai kam Nico Herzig in die Partie; Tobi Feisthammel rückte auf dessen Position. Direkt nach Wiederanpfiff schien es, als würden Hyballas Wechsel direkt Früchte tragen. Nico Herzogs dicke Chance zum Führungstreffer konnte der Innenverteidiger nicht verwandeln, da sein Schuss nach einer Ecke noch von einem 60er abgeblockt werden konnte. Sekunden später war es auch nicht der Tag Stehles'. Dieser verfehlte nach erneuter Ecke nur knapp den Kasten Kiraly's.
Dann war auch vorzeitig wieder Ende mit spanendem Fußball. Bis zur Schlussviertelstunde taten beide Mannschaften nur noch begrenzt etwas für den Führungstreffer. Lässige Angriffe scheiterten in der Abwehr des Gegners und ließ den Ansporn nur noch weiter sinken. Stieber rüttelte die Menge zwar mit einem Freistoß wach (77.), der erwünschte, zu dieser Zeit jedoch unverdiente, Führungstreffer für die Schwarz-Gelben blieb jedoch aus.


Fünf Minuten später dann der Schock für die knapp 400 mitgereisten Alemannen-Fans in der Gästekurve: Leitners Flanke kam zu Münchens Superwaffe Benjamin Lauth, der ließ Keeper Hohs keine Chance und markierte mit einem gekonnten Kopfball das 1:2 aus Aachener-Sicht. (82.) Viel Zeit zum 'Sacken-Lassen' blieb der Alemannia dann nicht mehr. Nach einer erneuten Chance der Löwen hatte Zdebel in der Nachspielzeit noch einmal die Chance zum Ausgleich, nachdem ihm das Leder günstig vor die Füße fiel, dieser ließ sie jedoch ungenutzt, sodass mit dem Endstand 2:1 die Siegesserie der Aachener in München liegen gelassen wurde.
Im Anschließenden Interview mit Trainer Hyballa, sowie mit dem quirligen Zoltán Stieber fanden beide Akteure nur wenig bis keine Worte. Wie sollte man diese zu so einem Spiel auch finden. ›Das war nicht gut von uns.‹, wiederholte der junge Ungar immer wieder. Hyballa ergänzte ›Jetzt heißt es Wunden lecken.‹

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Die Feistzeit auf dem Tivoli

 - Keine 100%.

Es war vielleicht nicht die beste Leistung der Alemannia in dieser Saison. Das Pokalspiel noch in den Knochen traf die Elf um Peter Hyballa am gestrigen Sonntag auf den VfL Osnabrück. Eine lustlose und träge Vorstellung, bei der man nicht mehr geglaubt hatte, dass man aus ihr noch einen Erfolg ziehen kann.

Man sah der Elf von Coach Hyballa an, dass sie mit ihren Nerven und ihrer Leistung am Ende war. Mit der Partie gegen den VfL Osnabrück vollzog man nämlich nun schon das dritte Pflichtspiel innerhalb einer Woche; und auch zum dritten mal wurden die Rollen nur begränzt getauscht. Die Viererkette vor Keeper Hohs leuchtete im selben Stern wie beim Mainz-Spiel. An der Seite des Abwehrchefs Stehle spielte Tobias Feisthammel, daneben Dauerläufer Timo Achenbach und der für den Verletzen Müller schon am Mittwoch eingesetzte Mirko Casper. Im Mittelfeld tauchte dann der einzigste Wechsel auf; Manuel Junglas wirbelte auf der linken Seite für den aufgrund einer Wadenprellung nicht verfügbaren Alper Uludag. Auf der 'Sechs' kam Kevin Kratz zum erneuten Einsatz; auf rechts wie gewohnt Marco Höger. Vor dem Sturmduo um Benjamin Auer und Zoltán Stieber agierte erneut Tolgay Arslan.

Schon in den Anfängen erkannte man, dass dieses Spiel an den Kräften der Schwarz-Gelben zerrte. Sie waren unkonzentriert; im Kopf schon weiter - oder eher noch zurück. Osnabrück dagegen war mutiger in ihren Vorwärtsbewegungen. Der Aufsteiger in Liga Zwei hielt Stand gegen die wacklige Alemannia. Nach 10 Minuten zeige man dann, das man mit dem ersten Dreier als Gast nach Hause fahren wollte; Hohs blieb jedoch Sieger gegen Hansen. Im Gegenzug verpasste dann Stieber den Kasten der Gäste knapp.
Nach 14 Minuten löste man das  bestehende 0:0 dann auf. Feisthammel steckte auf Stieber durch, dieser flankte im richtigen Moment auf Sturmpartner Auer, der das 1:0 makierte. Es war der vierte Torerfolg des Kapitäns in dieser Saison, der vom Spitzenreiter der 'Top-Scorer-Liste' Zoltan Stieber eingeleitet wurde. Dieser bereitete nun nämlich seine sechste Vorlage für einen Schwarz-Gelben-Teamkollegen vor.

Der Treffer der Tivoli-Kicker brachte Mut ins eigene Spiel. Die Alemannen schienen aufgeweckter und leistungsbereiter. Junglas nächster Torversuch wurde jedoch von Gästekeeper Berbig gestoppt (24.). Der VfL hatte nun Mühe, die Alemannen zu kontrolieren. Man versuchte sich nun mit Distanzschüssen über Wasser zu halten. Unteranderem Lindemann scheiterte jeodch kläglich, da er das Leder weit über den Kasten setze (31.). Auf der Gegenseite fand man ebenfalls keinen erneuten Torerfolg. Vor dem Halbzeitpfiff  scheiterte Kapitän Auer an der Abwehr der Lila-Weißen, sodass es mit der 1:0 Führung in die Kabine ging.

Mit Halbzeit eins konnte man zwar zufrieden sein, doch hätte man sich das Spiel irgendwie anders vorgestellt. Der Ligaalltag hatte einen wieder eingeholt, vielleicht waren deshalb auch die Erwartungen insgesamt etwas höher. In Halbzeit 2 startete man dann leicht verändert: Mirko Casper blieb auf Grund einer Muskelverhärtung in der Kabine, für ihn stand Aimen Demai in den zweiten 45 Minuten auf dem Platz. Dieser bekam dann auch direkt zu spüren, was die Gäste sich von Halbzwei erhofften: Den Anschluss. Sie fanden besser ins Spiel und makierten schon zu Anfang, dass bei ihnen da vielleicht doch noch etwas ginge. Lindemann zwang in Minute 51 Keeper Hohs zu einer Parade. Auf der anderen Seite war man nicht bemüht genug, Arslan setze die Kugel per Kopf jedoch deutlich über die Latte (55.)

Dass der Wunsch der Lila-Weißen in Erfüllung gehen sollte, bewies man dann nur drei Minuten später. Nach einem Freistoß Lindemanns konnte der Ball nicht entschärft werden konnte und so - unglücklich - ohne weitere Berührung ins Tor der Schwarz-Gelben kugelte (58.). Man wurde mutiger auf der Seite der Gästemannschaft, knapp 5 Minuten später ließ man Hohs jedoch die Kugel wieder packen (63.).
'Hey, Hey' - ein tobender Beifall für eine tolle Woche.
Mit langen Bällen nach vorne versuchten die Tivoli-Kicker das aus der Hand gegebene Spiel wieder zu drehen. Ihre schwachen Versuche blieben jedoch ungenutzt. Die Schlussphase blieb gar ohne  Torchancen beider Seiten. Doch dann hatte man auf einmal ein richtiges Quäntchen Glück aus Aachener Sicht. Zuerst ließ Schiri Bandurksi nach Foul von Feisthammel an Siegert im Sechzehner weiterlaufen; im Gegenzug gelang dann der Glückstreffer der Saison. Nachdem einige Alemannen schon aus dem Stadion geflüchtet waren, wurde in der Nachspielzeit noch einmal ein Freistoß für die Schwarz-Gelben Tivoli-Kicker eingeläutet. Nach langer Flanke des eingewechselten Demais stand auf einmal Innenverteidiger Tobias Feisthammel mehr als Goldrichtig, kam irgendwie an das Leder und setzte, durch die Beine des Keepers Berbig, das Leder in das Tor der Gästemannschaft. Kurz danach war Schluss am Tivoli - der gesamte Kader, voran Peter Hyballa stürzte sich auf den jungen Innenverteidiger, der mit seinem ersten Saisontreffer die knappe und späte Entscheidung brachte.

Wotax hat genau gezählt.
Knapp 19.500 Zuschauer lockte die Alemannia zur Partie gegen den VfL Osnabrück ins Stadion. Ein Anstieg der Zuschauerzahlen nach dem Pokalhit gegen den FSV Mainz 05. Außerdem ist die Alemannia seit nun 7 Pflichtspielen ungeschlagen. Der jüngsten Erfolg ist nicht zuletzt dem Innenverteidiger Tobias Feisthammel zu verdanken. Kapitän Auer und Coach Hyballa witzeln: ›Der Tobi Feisthammel, der trifft nicht mal im Training das Tor.‹

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Den Mainzern geh'n die Lichter aus

     - Stieber: Das war das schönste Spiel meines Lebens!

Ganz leise wurde die rot-weiße Ecke der Mainzer, als Schiri Gagelmann die Pfeife in die Hand nahm und dem Spiel ein Ende setzte. Der Rest des Stadions verweilte noch einige Zeit am gestandenen Ort; applaudierend und stolz. Und warum? Weil am Tivoli etwas geschehen war, was man als Öcher sobald nicht mehr wieder vergessen mag..

David gegen Goliat. Mit diesen einfachen Worten hätte man noch vor der Partie das Kommende beschreiben können. Der Tabellenführer der ersten Bundesliga war zu Gast auf dem Tivoli - da war es irgendwie ja auch verständlich, dass die Presse den großen Mainz 05, welcher in der Liga bislang erst einmal geschlagen wurde, seit Wochen als Favorit betitelte. Aus Aachener Sicht wollte man sich so natürlich nicht abstempeln lassen! Nach einem fulminanten Spiel gegen den VfL Bochum am Sonntag hielt Hyballa seine Rede kurz. ›Auf Mainz konzentrieren.‹, hieß es. Schließlich wolle man ja ›gewinnen.‹ Um dieser Rede Taten folgen zu lassen schickte Hyballa eine nur leicht veränderte Elf auf den Platz. Für den verletzten Florian Müller rückte Mirko Casper in die Viererkettette zwischen Thomas Stehle, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach. Auf der 'Sechs' agierte trotz Verletzungbedingter Auswechslung beim Spiel gegen Bochum wie gewohnt Kevin Kratz. Außen wirbelten die beiden Youngster Alper Uludag sowie Marco Höger. Vor den beiden Spitzen Benjamin Auer und Zoltán Stieber flitzte Tolgay Arslan auf der 'Zehn' hin und her. Im Kasten der Schwarz-Gelben stand wie gewohnt David Hohs.

Es war nicht nur ein sonderbares Ereignis, dass anstatt eines Zweitligaclus auf einmal der Tabellenführer der ersten Liga auf der Matte stand. Ebenfalls war ein Spieler zu Gast, der den heutigen jungen Wilden zu seiner Alemannen-Zeit ein Vorbild war. Der das geschafft hatte, was sie sich erträumten: in der ersten Elf der A-Mannschaft zu stehen. Wo Lewis Holtbys Weg hinging, ist jedem bewusst: Er trennte sich von der Alemannia um zum FC Schalke zu wechseln. Nach nur knapp einem Jahr lieh dieser ihn dann an den VfL Bochum aus. Holtbys Reise ging dann zu Anfang des Sommers in die rheinhessische Richtung. Beim Highlight gegen seinen Ex-Club durfte der Erkelenzer da natürlich keines Falls fehlen! Auch er stand zu Beginn der Partie auf dem Rasen.

Doch anfänglich bewies der Favorit nicht gerade, dass er als solcher betitelt werden wollte. Mainz war nicht aggressiv genug in ihren Angriffen. Die Alemannen setzten dazu auf Druck nach nur kurzen Ballverlusten der Gästen. Ihr offensives Pressing, dazu ein gestandenes Gerüst im Mittelfeld und die nur schwer auseinanderreissbare Abwehr waren den Mainzern dabei ein Dorn im Auge - es infernen kam ihnen jedoch nicht in den Sinn. Die Alemannia entwickelte sich klar zum dominierenden Team, hatten schier keine Scheu, keine Angst vor dem großen Gegner aus Mainz und schienen diesen damit zu überrumpeln. Stiebers, Auers, sowie Uludags Versuche in den Anfängen brachten jedoch nicht den gewünschten Torerfolg.
Es dauerte dann knapp 20 Minuten bis die Mainzer mit der neuen Situation klar gekommen waren, ihr erster Torversuch jedoch kein Problem für Torwart Hohs im Alemannen Tor.
Sensation-Kulisse: 25.657 Zuschauer lockte die Alemannia
Es waren zeitweise kleine Brüche im Spiel. Diesen ersten hätte man wohl als 'Die Ruhe vor dem Sturm' bezeichnen können. Denn direkt im Anschluss erfolgte etwas, das für einen Ausbruch der Gefühle sorgte: Nach einer Stieber Flanke im Richtigen Moment kam der Ball zu Benny Auer der vor heimischer Kulisse das erste Pokaltor im neuen Tivoli-Schoss. Auf der Tribühne herrschte seitdem pure Party. Die Fans waren nahezufassungslos, dass ihre kleine Alemannia die großen Mainzer so gut im Griff hatte - und sogar führte! Dementsprechend ließen die Jungs auf dem Platz ihre Fans auf den Rängen nach diesem Mut machenden Treffer nicht im Stich und setzten da an, wo sie aufgehört hatten. Mit aggressiven Pressing, kurzen, sauberen Pässen versuchte man die Mainzer schwindelig zu spielen und somit gelang es, einige Male mehr als der Erstligist an den Strafraum anzustoßen; Uludags Weitschuss ging jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (27.). Dass man die Mainzer nicht ganz ausschalten konnte, wurde spätestens im Anschluss bewusst; Alaguis Treffer vor der Halbzeit wurde aufgrund einer angeblichen Abseitsstellung jedoch nicht gegeben. Nach einem nur kurzen Verschnaufen und Durchatmen setzten die Aachener wieder an. Kratz Freistoß setzte der Ex-Leverkusener nur knapp über die Latte - Kapitän Auer erwischte das Leder falsch am Fuß und setze daneben. Mit dem Halbzeit-Pfiff fiel der Stein ein wenig vom Herzen der Alemannia-Fans, die rasten als die Spieler sich in die Kabine verabschiedeten - denn langsam konnte man sagen, dass sich die Partie zu einem Duell auf Augenhöhe entwickelt hatte; und doch hatte die Alemannia die Nasenspitze noch etwas vorn'.

Lewis Holtbys Rückkehr, die er selbst als Reise ›back to the roots.‹ bezeichnete, fand schon nach 45 Minuten ein jähes Ende, indem er für die zweite Halbzeit Platz auf der Ersatzbank nahm. Vielleicht, weil er emotional so unter Strom stand, dass seine Gedanken um viel mehr schweiften und er sich nicht mehr konzentrieren konnte. Vielleicht aber auch nicht. Wir wissen es nicht genau - mit seinem rätselnden Gesichtsausdruck, mit dem er aus der Kabine zurück kam, verdeutlichte er, dass er da wohl selbst nicht ganz eine Antwort fand. Für ihn stand Marcel Risse auf dem Feld; die Schwarz-Gelben zogen ohne Wechsel in Halbzeit 2.

Es machte jedoch nicht den Anschein, als würde dieser Wechsel große Früchte tragen. Die Mainzer versuchten zwar , Druck zu machen, wurden jedoch immer wieder von den neon-gelben Jungsfrühst gestört und leiteten mit blitzschnellem Umschalten Konter im eigenen Stadion ein. Die Partie zerrte nun wirklich an den nerven der angereisten Fans. Hin und her ging es. Zoltán Stieber hatte mit einem Volley Schuss das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Keeper Wettklo (50.). Auf der Gegenseite bot sich ein ähnliches Bild; die Mainzer Stürmer scheiternden jedoch ebenfalls am Keeper der Gästemannschaft.
Das von Peter Hyballa geforderte Schnelle umschalten, den Kopf bewahren und mitdenken bewies sich auch beim fast entschiedenen Schuss, dem Schuss des Tages. Als die Mainzer mit einem abgefangenen Ball einer zuvor gekommenen Flanke schon mit dem Angriff abgeschlossen hatte, stürmte Marco Höger in den Rücken der Abwehr und zimmerte das Leder perfekt ins linke Eck - Ein Kunstschuss, die Entscheidung? Natürlich nicht.
Wie hätte man bei so einer Partie nur von vorzeitiger Entscheidung reden können? Es ging heiß her, niemand war mit dem Ergebnis so zu Frieden. Die Aachener wollten's noch deutlicher machen, um vielleicht doch von vorzeitiger Entscheidung sprechen zu können, die Mainzer waren am Anschlusstreffer dran.
Knapp 10 Minuten nach dem 2:0 erfüllte sich dann einer der Wünsche der beiden Teams - und zwar der der Mainzer. Blitzschnell, wie aus dem Nichts, tauchte Szalai nach Schürrle-Flanke vor Keeper Hohs aus und lenkte das Leder geschickt mit dem Kopf ins Tor (68.).
Den Alemannen-Fans perlte wahrlich der Schweiß von der Stirn. Noch knapp 20 Minuten hieß es, das beste aus der Situation zu machen - und bloß nicht noch einen hinten rein kriegen! Mit den Wechseln von Junglas für Arslan, sowie Gueye für Auer, machte der Trainer jedoch auch klar, dass man sich nicht hinten reinstellen sollte - was gegen Mainz ein wahrlich großer Fehler gewesen wäre - sondern weiter die Offensivchancen nutzen und auf das 3:1 Endergebnis drängen sollte.
Der Druck in der Schlussviertelstunde war dann wirklich Nervensache. Beide Mannschaften hielten auch nach 90 Minuten das Tempo gewaltig hoch - eine Reihe hinter mir brüllte man schon fünf Minuten vor Ende ›wann der denn endlich abpfiffe‹. Es war einfach nicht mehr auszuhalten. Dann noch eine Ecke für die Mainzer in der Nachspielzeit und man hätte diese Anspannung - nein, man konnte sie spüren! Die Erleichterung, die dann zu Ende von all den Schultern der Schwarz-Gelben Fans - sowie Spieler - fiel artete in bombastisches Toben aus. Die Mannschaft wurde minutenlang gefeiert: die Fans hingen auf den Zäunen, nach dem Humba nahm man sich die Fahne der Ultras und schwenkte sie auf dem Elfmeterpunkt. Man hatte Mainz geschlagen! Den Tabellenführer der ersten Fußballbundesliga! Und das nicht nur Glück, sondern durch Beweis dessen, was da in ihr steckt. Der jungen Alemannia. Zurecht verweilte mannoch minutenlang, applaudierend, auf den Rängen und bereitete den Spielern einen würdigen Abgang nach diesem grandiosen Spiel, das bestimmt so schnell nicht wieder vergessen werden wird.

Und die Mainzer und ihre Anhänger? Die wurden zum Ende der Partie immer kleiner - und leiser. Da war wohl jemand sprachlos. Doch man fand diese Sprachlosigkeit ja nicht nur im Mainzer Abteil. Auch die Alemannen und ihre Kicker im Interview fanden nicht so richtig die Worte. Keeper David Hohs stammelte nur vereinzelt ein paar Worte in die Kamera, Benjamin Auer erklärte wieder einmal warum  und wieso das alles so wichtig war und wer besonders von allem profitiert. Und was sagt der Mann der Partie, abermals die ungarische Wunderwaffe Zoltán Stieber, zum Sensations-Sieg über einen Bundesligisten? ›Das war das schönste Spiel meines Lebens!‹