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Ein kleines bisschen Sensation, bitte.


Eine Länderspielpause bedeutet für das Team von Friedhelm Funkel stets, dass es mehr Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner gibt. Angesichts der Tatsache, dass die Alemannia am Sonntag bei Eintracht Frankfurt, dem ungeschlagenen Tabellenzweiten mit 9 Siegen aus 14 Partien, zu Gast ist, bringt die Frage auf, ob da eine trainingsintensivere Woche mehr wirklich genug war.
Wie immer nach einem spielfreien Wochenende erwarten die Alemannen gespannt die nächste Begegnung, bei der es wegen des Tabellenplatzes immer gegen den Abstieg geht.

Die Winterpause liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne, die Alemannia verweilt seit dem ersten Spieltag durchgehend auf einem Abstiegsplatz. Nach dem Remis gegen die Duisburger Zebras hat es die Alemannia immerhin geschafft, das rote Tuch und den letzten Tabellenplatz an den FC Ingolstadt abzugeben, Aussicht auf bessere Zeiten gibt der Platzwechsel allerdings nicht. So ziert der siebzehnte Tabellenplatz auch weiterhin den Namen Alemannia Aachen - und das wird es auch weiterhin, wenn in Frankfurt am Sonntag kein kleines Wunder geschieht.
Doch die Alemannia hatte schon mehrfach gezeigt, dass ihnen dies vor allem gegen die Eintracht besonders gut gelang, erinnert man sich schließlich gerne an die letzten Partien gegen die Hessen. Nicht nur für viele Tore sorgten die Begegnungen stets (24 Stück in den letzten drei Spielen!), nach dem letzten Kick gegen die Frankfurter Eintracht konnte die Alemannia auch endlich wieder einen Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals vermelden, traf dann in der nächsten Pokal-Partie als "Herbstmeisterbesieger-Besieger" auf den Rekordmeister FC Bayern München.
Doch die Zeiten, in denen bei der Alemannia noch alles im Ruder lief, sind lange Geschichte. Als die Tivoli-Kicker das letzte Mal in Frankfurt auf die Heimmannschaft trafen, leuchtete auf der Videowand ein ähnliches Ergebnis auf, wie es das in der letzten Pokal-Partie gegeben hatte. Dieses Mal jedoch hatten die Frankfurter die Nase vorn - und trotzdem waren die Schwarz-Gelben einer Sensation nah gewesen. Bis zur 65. Spielminute hatten die Gastgeber mit 5:1 in Führung gelegen, womit man sie schon 25 Minuten vor Ende als klaren Sieger abstempelte. Doch dann geschah das, was heute bei der Alemannia noch schwerer vorstellbar ist, als es vor zwei Jahren war: Auer hatte mit seinem Doppelpack innerhalb von sieben Minuten noch einmal Mut gemacht, dann hatte Gueye in den Schlussminuten zum 5:4 verkürzt. Es waren dramatische Schlussminuten, bis der Frankfurter Selim Teber eine Minute vor Schluss auf 6:4 erhöhte. 

Eher unwahrscheinlich ist es, solche Ergebnisse auch am Sonntag vermelden zu können, kommt die Alemannia bislang schließlich insgesamt nur auf magere acht Zähler.
So wäre das Ergebnis, was man im drittletzten (der letzten Ligapartie) Spiel gegen die Eintracht erfuhr, als man noch erstklassig spielte, wohl realistischer. Mit einer 4:0 Klatsche hatte man die Aachener wieder in ihre Heimat geschickt, es waren schwere 3 Punkte, die nachher fehlten - wenige Spieltage später war der Abstieg dann vollkommen besiegelt.
Auch in diesem Jahr trifft die Alemannia spät in der Saison auf die Eintracht, ungern denkt man jetzt schon an die Rückpartie, in der ähnliches wie im Abstiegsjahr 2007 passieren könnte, wenn die Alemannia nicht endlich einen Weg aus dem finsteren Tabellenkeller findet, in dem allmählich die letzten Lichter ausgehen.
Aus 14 Partien holte die Alemannia im Gegensatz zur Eintracht nur einen Sieg, hat in Kombination mit den sechs Remis grade einmal 9 Punkte auf dem Konto. Für einen Klassenerhalt wäre dies eindeutig zu wenig.

An was es der Alemannia fehlt ist im Prinzip an einer Hand abzulesen. Punkte, Tore - die, die sie machen; die, die sie vorbereiten, und Geld,- im Grunde wäre es das.
Doch so einfach wie man diese fünf Begriffe in den Raum werfen kann ist die Lösung dieses großen Problems nicht. Um für die nötigen Punkte zu garantieren sind Tore ebenso notwendig wie jene, die dafür sorgen, dass sie überhaupt geschehen. Doch wenn es am Geld fehlt und das aktuelle Aufgebot dazu nicht im Stande ist, dann liegt ein Ergebnis in weiter Ferne.
In der vergangenen Woche hatte die Alemannia gleich zwei Wiederkömmlinge zu vermelden, die nach ihrer Verletzungspause ins Mannschaftstraining einstiegen. Während sich der Trainer kurz vor der Abreise Gedanken darüber machte, ob Kevin Kratz den Kader am Sonntag schon wieder zieren darf, wäre Anouar Hadouir, der aufgrund von Knieproblemen pausierte, noch nicht bereit für die Partie am Sonntag. So ließ Trainer Funkel offen, welche Elf am Sonntag in der Commerzbank-Arena auflaufen wird, sowie neben ihm auf der Ersatzbank Platz nehmen wird. Hierbei versprach der Coach allerdings, dass es möglicherweise zu kleinen Änderungen käme; dass jene, die länger nicht mehr in Erscheinung getreten waren, vielleicht am Sonntag ihre Chance wittern.

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Auch kein Sieg zum Jubiläum

Drei Punkte Nullen hinter der 1




Wir schreiben den 16. Dezember 1900, die 18 Schüler, die den Grundstein der heutigen Alemannia markieren sollten, trainieren wie immer gemeinsam auf dem Kasernengelände der Marienthaler Kaserne, südlich des Kapuzinergrabens in Aachen, als sie auf die wahnwitzige Idee kommen, einen eigenen Fußballverein zu gründen. Was aus den ersten Anfängen erstand, findet sich jetzt - fast 111 Jahre später - zumindest in der ewigen Tabelle der zweiten Bundesliga ganz oben wieder. Mit der Partie gegen den MSV Duisburg (zum Vergleich: die Zebras aus dem Ruhrgebiet liegen mit 628 Spielen nur auf Platz 15.) hat die Alemannia ihr 1000. Zweitligaspiel bestritten und ist damit der Verein dieser Klasse, der es am längsten in ihr ausgehalten hat.

In allen Spielzeiten seit 1963 hat die Alemannia die Liga nur drei Mal verlassen, kehrte mit dem Abstieg aus der ersten Liga (Aufstieg 1967) 1970, mit dem Aufstieg aus der dritten Liga (Abstieg 1990) 1999 und dem Abstieg aus der ersten Liga (Aufstieg 2006) 2007 allerdings immer wieder zurück. So markiert die zweite Fußballbundesliga nun schon 28 Jahre lang, mit nur wenigen Ausnahmen, die Heimat der Schwarz-Gelben. 
Ein Verein mit viel Zweitligatradition also war es, der am Sonntag die Urkunde des DFBs überreicht und zum Jubiläumsspiel viel Erfolg gewünscht bekam. 
Mit dem MSV Duisburg empfing die Alemannia einen Verein, der in der aktuellen Saison an ähnlicher Stelle wie die Alemannia steht. Weit abgeschlagen vom angestrebten vorderen Tabellendrittel befinden sich die Kultklubs im düsteren Tabellenkeller, spielen dieses Jahr gegen den Abstieg anstatt - wie zumindest vor wenigen Jahren noch - um den Aufstieg in die Bundesliga. 
Mit diesem Vorwissen ist jetzt ersichtlich, warum das Spiel gegen den Mitkonkurrenten neben all den geschichtlichen Hintergründen so von Bedeutung war. Im Abstiegskampf zählt nunmal jeder Punkt, schließlich entscheiden diese später um den Verbleib in Liga Zwei und die Talfahrt in Richtung Liga Drei.

Vor fast ausverkaufter Hütte (31.180 Zuschauer) hatte sich die Alemannia nun das Ziel gesetzt, den zweiten Dreier der laufenden Spielzeit einzufahren. Eine Woche vor der Pleite im Derby gegen Bochum hatte man in der letzten Partie vor heimischer Kulisse den ersten Punktgewinn einfahren können, sodass man nun natürlich an dieses Erfolgserlebnis anknüpfen wollte.
Auch wenn man aus Bochum keine Punkte mit an den Tivoli brachte, schenkte der Ex-Coach der Blau-Weißen exakt der Elf des letzten Spieltags sein Vertrauen. Demnach durfte Boy Waterman zwischen den weißen Pfosten ran, die Abwehrreihe davor bestand aus Kim Falkenberg, Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Timo Achenbach. Im 4-4-2 System markierten Bas Sibum und Aimen Demai die Doppelsechs, während David Odonkor und Ray Yabo über Außen stürmten. Kapitän Benny Auer, der im letzten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt seine letzte Bude gemacht hatte, sollte im Duo mit Sergiu Radu beweisen, warum man ihn vor rund drei Jahren an den Tivoli geholt hatte und seither nicht mehr abgeben wollte.
Schwungvoll ging es dann auch direkt los am proppevollen Tivoli. Einige Alemannen hatten ihren Platz noch gar nicht richtig eingenommen (meine Wenigkeit gehörte dazu) als die 30.000 Schwarz-Gelben ihre Bude das erste Mal zum kochen brachten. Die erste Möglichkeit, der erste Schuss, das erste Tor: Nach einer Ecke von Timo Achenbach gelang der Ball zu Sergiu Radu, der am langen Pfosten unbedrängt zum Ball kam und das Leder ins Tor köpfte. 

Während die Fans auf den Rängen noch feierten, hatte der MSV Duisburg längst schon wieder einen klaren Gedanken gefasst. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, legten ihr Konzept auch nach dem Gegentor konsequent an den Tag. So gelang es den Zebras, fortlaufend das Steuer in die Hand zu nehmen und die Aachener Hintermannschaft weit in die eigene Hälfte zurück zu drücken. Boy Waterman wurde so mehr gefordert, fasste Versuche von Domovchiyski zu Anfang allerdings immer sicher.
Auf der Gegenseite kam die Alemannia nur noch aus der Entfernung oder durch Standards zum Torabschluss. Weil Keeper Fromlowitz die schwachen Abschlüsse der Alemannen gut abschätzen konnte, kamen die Schwarz-Gelben nicht zum erneuten Torerfolg.
Im Gegenteil zum Gastgeber hatte hatte der MSV keine größere Mühe, den Sechzehner der Tivoli-Kicker zu erreichen. Nachdem Keeper Waterman eine Situation im Strafraum gut gegen Brosinski geklärt hatte, war es der eigene Mann, der wenig später eine erneute Szene einleitete, die dann auch zum Torerfolg führte. Innenvertediger Olajengbesi hatte beim Rückpass per Kopf nicht auf den Hintermann geachtet, womit das Leder unglücklich in den Besitz von Domovchiyski kam. Der Stürmer hatte im Duell gegen Waterman im Gegensatz zu seinem Kollegen das bessere Auge und ließ dem Schlussmann der Schwarz-Gelben mit seinem platzierten Schuss keine Chance.

Auch nach dem Ausgleichtreffer der Gäste agierte die Elf von Trainer Funkel weiter planlos. Auch wenn man die flötengegangene Führung schnell wieder herstellen wollte, gingen diese Versuche meist buchstäblich in die Hose.
Die Weiß-Blauen dahingegen fanden immer wieder den Zug zum Tor, hatten wenige Minuten nach dem ersten Treffer gleich die Chance zum nächsten, weil Brosinski den Ball im Sechszehner allerdings verstolperte, machten sich die Duisburger selbst einen Strich durch die Rechnung.
Denn auch weitere Versuche blieben erfolglos, nachdem die Alemannia für kurze Zeit die Riemen noch einmal an sich gerissen hatte, allerdings ebenso wie der MSV scheiterte, verabschiedeten sich beide Teams in die Kabinen.
Nach einer ordentlichen Ansprache schickte Friedhelm Funkel sein Team unverändert zurück auf den Rasen, der Trainer auf der anderen Seite machte ihm es gleich.

Mit ähnlich viel Schwung wie in Halbzeit Eins starteten die Schwarz-Gelben auch in die zweite Hälfte. Allerdings reduzierte sich dieser Schwung auf das, was aus den Standardsituationen der Tivoli-Kicker entstand. Mehrere Ecken der Schwarz-Gelben brachten Keeper Fromlowitz zwar dazu, sich wieder aktiv am Spielgeschehen zu beteiligen, viel Gefahr versprühte die Aachener Offensivmannschaft allerdings nicht.
Nach gut einer Stunde war dies der erste und einzige Grund für Friedhelm Funkel, sein Team rotieren zu lassen. Für Reinhold Yabo stand eine viertel Stunde nach Wiederanpfiff Marco Stiepermann auf dem Platz, Torschütze Radu sollte von Manuel Junglas ersetztet werden.
Funkels taktischen Maßnahmen schienen schnell Früchte zu tragen, hatte Manuel Junglas schließlich schon Sekunden nach seiner Einwechslung die erste Chance zur erneuten Führung, fand jedoch in Schlussmann Fromlowitz seinen Meister.

Im Anschluss sorgten beide Teams für ein Wechselbad der Gefühle auf den Rängen: Nach einer langen Flanke in den Strafraum kam Andre Hoffmann viel zu frei zum Ball, Torhüter Waterman konnte nur zusehen, wie das Leder über seinen Kopf im eigenen Kasten landete.
Dahin nicht nur die Führung, der MSV schien das Spiel gedreht zu haben, dachte man noch, als der Tivoli neuerlich bebte. Die Alemannia hatte sich vom Gegentreffer alles andere als beirren lassen und richtig reagiert. Mit dem Anstoß leitete Manuel Junglas einen Traumpass in die Spitze ein, auch wenn Kapitän Auer gegen den Schlussmann der Blau-Weißen zu scheitern schien, konnte Fromlowitz das Leder nicht richtig fassen, sodass es zurück sprang, am eigenen Mann abprallte und langsam ins Tor kullerte. Vom Stadionsprecher wurde Benjamin Auer das Tor zugesprochen, auch wenn eigentlich Abwehrmann Branimir Bajic den Körper dazwischen gebracht hatte - wie dem auch sei, die Alemannia war direkt zurück im Rennen, es war wieder alles drin und das war nunmal das Wichtigste.

Die letzten Minuten der Partie wurden somit noch einmal richtig spannend, wollte sich schließlich keines der beiden Teams mit einer Punkteteilung zufrieden geben. So flogen noch einmal die Fetzen, hier und da kamen noch einmal die Ellbogen raus, der Zug zum Tor war zwar vorhanden, doch die Offensivakteure beider Mannschaften scheiterten am Schlussmann der Gegner oder an sich selbst.
So blieb es auch nach neunzig Minuten beim gerechten Remis. Zum tausendsten Spiel konnte die Alemannia ihre Fans nicht mit einem Sieg beglücken, hatte ihnen allerdings gezeigt, dass sie bereit waren, zu kämpfen, statt sich nach einem Gegentor einfach hängen zu lassen.
Über die Länderspielpause wird die Alemannia auf dem 17. Tabellenplatz verweilen, weil man aufgrund der Tordifferenz den punktgleichen Tabellennachbarn FC Ingolstadt hinter sich gelassen hat. Eine Woche später ist die Alemannia dann beim Tabellen Zweiten Eintracht Frankfurt zu Gast, wo man die Sensation schaffen und gegen den Aufstiegsaspiranten einen Dreier einfahren möchte.

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Frei nach Laotse

"Selbst eine Reise von tausend Meilen...



...beginnt mit dem ersten Schritt." Wohl ein jeder langjähriger Fan der Schwarz-Gelben erinnert sich noch daran, wie das war, als man damals zum ersten Mal einen Fuß in den Tivoli setzte. Als man das erste Spiel verfolgte und am Erlebten fest machte, dass man sich für die Alemannia entschieden hatte. 
Für den ein oder anderen, der auch heute noch regelmäßig die Tore des Schwarz-Gelben Kastens durchqueert, liegt dieses Erlebnis schon Jahre zurück liegt. Als die Alemannia damals gegründet wurde oder man das erste Mal im alten Kultkasten ein Spiel bestritt, hätte man es womöglich kaum für möglich gehalten, dass die Zahl der absolvierten Partien einmal auf 1000 einsteigt. Empfangen die Schwarz-Gelben am Sonntag den MSV Duisburg, dann kann dieser Rekord eingetragen werden: Kein Verein der zweiten Liga hat in dieser mehr auf dem Puckel.

Allein dieses Jubiläums wegen verspricht man sich viel von der Partie am ersten Novemberwochenende. Auch wenn es für diese Jahreszeit nicht üblich ist, dass man durchaus ohne dicke Winterjacke aus dem Haus gehen kann, klingt die Wettervorhersage vielversprechend. Das Thermometer soll auf ganze 15° ansteigen und auch die Sonne sollte sich am frühen Nachmittag über dem Himmel der Kaiserstadt blicken lassen - eigentlich das perfekte Tivoli-Wetter, oder?
Richtig! Gut 30.000 Aachener sahen dies nicht anders und sicherten sich schon im Vorverkauf ihre Karten für das Spiel unter besonderen Vorraussetzungen. Zu Folge hat dies, dass schon heute kaum mehr Tickets verfügbar sind. "Tivoli ausverkauft", könnte es deshalb am Sonntag endlich mal wieder heißen. Als diese freudige Aussage zum letzten Mal durch die Stadionboxen rauschte, war der FC Bayern München zum Viertelfinale des DFB-Pokal zu Gast auf dem Tivoli. Im Januar diesen Jahres verlor man hierbei mit 0:4.

Doch diese Tatsache soll die Tivoli-Kicker nicht schocken, konnte man in der letzten Heimpartie gegen den FC Ingolstadt schließlich den ersten Sieg dieser Saison einfahren.
Vor ausverkaufter Hütte soll es der Funkel-Elf erneut gelingen, einen solchen Erfolg zu einzufahren und womöglich an die Leistungen der zweiten Halbzeit in Bochum anknüpfen, auch wenn man dort in der vergangenen Woche unglücklich drei Punkte an den Gegner abgab.
Um zu garantieren, dass auch der MSV Duisburg die Heimreise am Sonntagnachmittag ohne Punkte antritt und die Schwarz-Gelben die Zebras somit in der Tabelle überholen, muss der Coach allerdings weiterhin auf Charaktere wie Kevin Kratz (Leisten-OP), Anouar Hadouir (Trainingsrückstand) und auch David Hohs (Syndesmosebandanriss), Kevin Maek (Innenminiskus-OP) und Lennart Hartmann (Hexenschuss) verzichten.

Weil auch für TypischLinksAussen dieses Spiel unter einem besonderen Stern steht, wird es in der kommenden Woche dazu ein kleines Spezial geben. Einmal Alemanne, immer Alemanne. - "Und wann haben Sie den ersten Schritt in ein Fußballstadion gemacht?"

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Marmor, Stein und Eisen bricht!



Es waren die Bilder des Spiels, als sich Friedhelm Funkel nach der Partie gegen seinen Ex-Klub am Mittelkreis von jedem einzelnen Spieler verabschiedete. Die Rückkehr des erfahrenen Fußballlehrers überschattete das eigentliche Derby, was bei der Alemannia so auch noch nie vorgefallen war.
Ein Meisterschaftsspiel gegen den VfL Bochum bedeutete vor allem für die Schwarz-Gelben stets pralle Derbystimmung. Mit rund 2.000 Mann waren die Anhänger der Tivoli-Kicker nach Bochum gereist, um nach dem vielversprechen, ersten Sieg ihrer Elf vom vergangenen Spieltag auf den nächsten zu hoffen.
Personell gesehen standen die Zeichen vor dem Flutlichtspiel nämlich  noch besser als bei der Begegnung gegen Ingolstadt: Bas Sibum konnte nach abgesessener Gelb-Sperre auf seine alte Position zurück kehren, womit er Manuel Junglas wieder zurück auf die Ersatzbank kickte. Die Doppelsechs stellte sich daher aus dem Holländer und Aimen Demai zusammen, während David Odonkor und Ray Yabo über Außen kamen. Unverändert durfte Radu abermals neben Auer ran, die Abwehrreihe setzte sich wie in der letzten Woche aus den bekannten Gesichtern zusammen. Lediglich im Kasten der Schwarz-Gelben sollte der nächste Wechsel vollzogen werden: Der wiedergenesene Stammkeeper Waterman ersetzte den starken Krumpen der letzten Woche. Weil sich David Hohs zuvor das Syndesmoseband angerissen hatte, durfte der Schlussmann der zweiten Mannschaft seinen Ersatz markieren.

Nicht geschwächt von der Pokalpartie, welche die Blau-Weißen unter der Woche noch austragen mussten (4:1 gegen Unterhaching), kam die Elf von Andreas Bergmann besser in die Partie. Die Gäste standen sehr tief, was den Kickern aus dem Ruhrpott kaum entgegen kam. 
Durch Standards allerdings waren die Blau-Weißen gefährlich, gewannen die Mehrheit an Zweikämpfen und bereiteten Aachens Schlussmann mit ihren häufigen Abschlüssen aus der Entfernung schon früh Probleme. Doch Waterman ließ sich von den Angriffen der Gastgeber nicht beirren und pushte seine Jungs nach vorne, was mitunter auch zum Erfolg hätte führen können. Denn die erste Möglichkeit der Tivoli-Kicker hatte sich direkt sehen lassen können: Nach einer Ecke durch Timo Achenbach kam plötzlich Olanjengbesi, der Überraschungs-Torschütze der letzten Woche, ans Leder, zog allerdings unglücklich am Tor vorbei.
Auch wenn die Aachener alles ins Spiel warfen - viel kam bei dem Ganzen nicht heraus. Eine ganze Weile lang prägten Fehlpässe im Mittelfeld die Partie, vorne war Alemannia nicht aggressiv genug und hinten stand man neuerlich viel zu offen. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bochumer die Defizite ihrer Gegner zu ihrem eigenen Vorteil verwendeten. Die Alemannen ließen den Gastgebern Raum zu Spielen - und wurden damit kurz vor Ende der ersten Halbzeit dann selbst bestraft: Inui kam aus rund 20 Metern völlig frei zum Ball und ließ mit seinem nur leicht plazierten Schuss Keeper Waterman ziemlich alt aussehenen.

Die 1:0 Pausenführung der Bochumer hinderte die mitgereisten Fans in ihrer Kurve nicht daran, ihr Team weiter mit guter Stimmung zu versorgen. Nach 45 Minuten wurden die Kicker mit dem Spruch "Kämpfen, Aachen, Kämpfen und Siegen!" in die Kabine verabschiedet, was neben der harten Ansprache des Trainers zum Erfolg in der zweiten Halbzeit führen sollte.
Und als hätte man es herbei geschworen: Die Alemannen kamen in Hälfte Zwei tatsächlich besser ins Spiel als die Hausherren. Trainer Funkel hatte einen ungewohnt frühen Wechsel vollzogen, indem er für den schwachen, gelb-vorbelasteten Odonkor Manuel Junglas gebracht hatte. Weil Junglas wieder über Rechts kommen sollte, rückte Ray Yabo zurück auf Linksaußen, was der Köln-Leihgabe deutlich entgegen kam: Auf alter Position startete Yabo schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff durch, umkurvte einige Bochumer Abwehrmänner und zog dann schlussendlich auch noch selber ab. Luthe kam im Kasten der Blau-Weißen gerade noch an's Leder.
Der Schlussmann aus dem Ruhrgebiet wurde in den kommenden Minuten immer wieder in Szene gesetzt, weil die Aachener Offensivmannschaft jetzt die Führung übernahm. Immer wieder kreuzte der eingewechselte Manuel Junglas im gegnerischen Sechszehner auf, konnte allerdings nicht einmal kaltblütig vollstrecken.

Alemannia hatte die größeren Spielanteile, doch dass man vor'm Tor generell nicht gerade die größte Gefahr ausstrahlt, wird schon dann sichtbar, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft. Mit dem Remis des FC Ingolstadt beim Tabellenzweiten aus Frankfurt ist die Alemannia Tabellenletzter. Gerade einmal sechs geschossene Tore zieren die Statistik, das ist - immer noch - ein absoluter Negativrekord.
Dass man die schlechteste Offensivmannschaft im bezahlten Profifußball besaß, sollte selbst bis in den Ruhrpott langsam vorgedrungen sein, was im Laufe der zweiten Halbzeit dazu führte, dass sich die Bochumer immer weiter in die eigene Hälfte drängen ließen. Nun stand der VfL tief, sodass die Alemannia nur noch aus der Distanz zu einem Abschluss kam. Bas Sibum hatte eine Viertelstunde vor Schluss die größte Möglichkeit aus rund 30 Metern, sein Schuss ging jedoch knapp am Tor vorbei.
Es sah mal wieder danach aus, als würde die Alemannia ein Spiel aus der Hand geben, dass man in der zweiten Halbzeit vielleicht sogar noch hätte drehen können. Die eingewechselten, neuen Kräfte, wie Stiepermann und Uludag, konnten in den letzten Minuten auch nicht mehr die Akzente setzen, die man sich gewünscht hatte, sodass der Coach nur noch einen Apell an sein Team hatte: "Schmeißt jetzt alles nach vorne!"
Diese Ansprache schien Früchte zu tragen; ein Mann, den man - wenn überhaupt - nur bei Standards vor dem gegnerischen Tor vorfand, wurde in der 90. Minute von Torhüter Luthe zu Fall gebracht. Es war wieder einmal Tobias Feisthammel, seines Zeichens Torschützenkönig der Alemannia (und das als Innenverteidiger!), der einen Elfmeter für sein Team rausholte. Mit der gelben Karte war Luthe gut bedient, hätte es für den Schlussmann der Blau-Weißen schließlich auch glatt Rot geben können. Doch der Stammkeeper hatte noch einmal Glück gehabt und sollte somit wenigstens die Chance bekommen, seinen Fehler wieder glatt zu bügeln. Der bereits aussortiert gewesene Aimen Demai sollte den späten Erfolg der Aachener garantieren - doch er scheiterte. Der sichere Elfmeterschütze der letzten Wochen hatte sich die falsche Ecke ausgesucht, mit seinem schwach geschossenen, unplatzierten Schuss hatte er es Luthe dazu noch umso leichter gemacht.

Mit dem Strafstoß ertönte der Schlusspfiff im alten Ruhrstadion. Nach dem vielversprechenden Sieg über den FC Ingolstadt folgte in Trainer Funkels alter Heimat der nächste, herbe Rückschlag. Nach der Niederlage im Bochumderby sanken die Köpfe der 2.000 mitgereisten Fans gen Boden - dahin, wo sich die Alemannia momentan befindet. Als Tabellenschlusslicht, ganz unten - trotzalledem ertönten weder Pfiffe noch böse Worte, während die Heimfans ihr Gewinnerteam feierten. "Marmor, Stein und Eisen bricht!", hallte es aus der Gästekurve. "Aber Alemannia nicht. Alles, alles geht vorbei, doch wir bleiben treu - treu!"
Und vielleicht gab wenigstens das Kraft, zu Hause - vor voller Hütte - den nächsten Erfolg einzufahren.

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Die Pappenheimer sind wieder da

Alle nach Bochum, gegen den Abstieg! 


Nur 44 Tage nach seiner Beurlaubung kehrt Friedhelm Funkel an alte Wirkungstätte zurück. Über Jahre hatte der ehemalige Trainer der Blau-Weißen an der Seitenlinie getobt, Niederlagen über sich ergehen lassen und Siege gefeiert. Am Freitag würde der 57-Jährige allerdings lieber mit seinen Schwarz-Gelben den nächsten Erfolg einfahren, wenn diese zur 13. Meisterschaftspartie in das rewirPOWER-Stadion geladen werden. 
Es wird voll werden in der Arena, nicht weit entfernt vom heimischen Tivoli. Der alte Hase im Geschäft hat seinen neuen Kasten bestückt mit über 30.000 der Schwarz-Gelben Anhänger noch nicht einmal zu Gesicht bekommen - jedenfalls nicht dann, wenn er selbst für sie auf der Trainerbank Platz nahm.
Doch dies solle sich ändern, schnellst möglich, fordert der Coach. Man will den Tivoli wieder besucht sehen, von jung und alt, ob gegen den FC Bayern München oder Wegberg Beek. Sicher ist, dass nur eine entsprechende Leistung ein "volles Haus" nach sich zieht. Wie oft ist einem in den letzten Wochen zu Ohren gekommen, wie man denn nur "Fan" von so einer "schlechten Mannschaft" sein kann. Sie würden ja eh "immer nur verlieren, die Pappenheimer". 
Wer diesen Worten trotzte und am Sonntag dennoch den Kasten der Schwarz-Gelben aufsuchte, konnte diesen Leuten schon am nächsten Tag mit breitem Grinsen gegenüber sitzen. Die Alemannia hatte nämlich einen Anfang gemacht. Auf gut Deutsch: Die Pappenheimer sind sind wieder da.

Nach einer beachtlichen Reihe an sieglosen Partien konnte die Alemannia am Sonntag das Eis brechen und die ersten 3-Punkte der Saison am Tivoli behalten. Wo zuvor magere fünf Punkte aufleuchteten strahlen jetzt immerhin acht - gleich wie Tabellennachbar Ingolstadt, mit welchem direkt nach der Partie die Plätze getauscht wurden. Die Alemannia markiert demnach nicht mehr das Tabellenschlusslicht, hat es erstmals seit dem achten Spieltag geschafft, sich nicht nur auf der Stelle zu bewegen.
Um in der Tabelle auch noch weiter anzusteigen und an den Erfolg vom vergangenen Sonntag auch in Bochum anzuknüpfen, fehlen dem Coach jedoch wichtige Stammkräfte der letzten Wochen.
David Hohs hatte sich in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Ingolstadt das Syndesmoseband angerissen, Kevin Kratz fehlt weiterhin nach erfolgreich überstandenen Leisten-OP. Und auch bei Namensvetter Kevin Maek stehen die Zeichen auf ein Comeback eher schlecht. Der 22-Jährige hat sich neben seinem Syndesmosebandriss noch einen Meniskusriss zugezogen; Lennart Hartmann und Anouar Hadouir plagen sich weiterhin mit altbekannten Problemen herum.
Schon öfter hatte der Coach aufgrund von personellen Engpässen in die Trickkiste gegriffen, ob er sein Erfolgsteam auf gleich mehreren Positionen umstellen wird bleibt jedoch zweifelhaft. Bislang steht lediglich fest, dass Stammkeeper Boy Waterman nach Verletzungspause wieder zwischen die weißen Pfosten zurückkehren wird. Tim Krumpen, der Schlussmann der zweiten Mannschaft, wird für David Hohs auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Seitens der Fans steht bereits fest, wer morgen den Weg ins Ruhrgebiet antreten wird. Über 1250 Karten wurden bereits im Vorverkauf an den Mann gebracht - vor Ort werden noch einige folgen. Denn der Auftritt bei den Blau-Weissen steht unter einem besonderen Motto. Alle nach Bochum, gegen den Abstieg! - Hieß es noch am Sonntag.
Und um dies zu versichern ist ein Sieg von Bedeutung.