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Keine leichte Beute

Alemannia sichert sich nur einen Punkt gegen die Löwen



Raubtiere bei ihrer Fütterung wären wohl gar nichts gegen die rund 17.000 Schwarz-Gelben Anhänger, die am Sonntag gespannt auf den Anpfiff der drittletzten Zweitligapartie dieses Jahres warteten. Denn zum Hinrundenende wurde es im Tivoli noch einmal richtig laut, als man mit 1860 München einen Gegner empfing, der es wirklich in sich hatte.
Denn erst am vergangenen Wochenende hatten die Löwen dafür gesorgt, dass der Bundesligaabsteiger aus Frankfurt nicht ungeschlagen überwintern kann. Noch im Spiel gegen die Schwarz-Gelben, gut eine Woche zuvor, hatte in der Statistik der Roten eine kleine '0' dort aufgeleuchtet, wo es in der Tabelle um die Niederlagen geht. Doch dies ist nun passé.

Und auch was die sportliche Misere der Schwarz-Gelben angeht war es in der letzten Woche zu einer Wende gekommen. Nach den zahlreichen Misserfolgen siegte die Alemannia am vorletzten Sonntag auswärts beim Karlsruher SC und konnte somit die ersten drei Punkte in der Ferne einfahren.
Friedhelm Funkel hielt es sich demnach vor, seine Elf auch gegen die Löwen in ähnlicher Startformation ins Rennen zu schicken und sie somit auf keiner Position zu verändern. Zwischen den weißen Pfosten sollte demnach Stammkeeper Boy Watermann die 'Null' halten und auch die Viererkette setzte sich wie zuletzt aus Kim Falkenberg, Seyi Olajengbesi, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach zusammen. Im 4-4-2-System bildeten Aimen Demai und Bas Sibum die Doppelsechs, während über Außen Shervin Radjabali-Fardi und Ray Yabo stürmten. Nach seinen drei Toren in den letzten drei Spielen durfte auch Sergiu Radu von Beginn an ran, er markierte zusammen mit Sturmpartner Auer die Doppelspitze.

Auch wenn es in den ersten Sekunden und Minuten des Spiels so aus sah, als würden die Hausherren munter in die Partie starten, so wurde man schon geraume Zeit später vom Gegenteil überzeugt. Eine schwache Anfangsphase zeichnete die Partie, in denen zunehmend die Gäste aus Bayern die Oberhand übernahmen.
Schon fünf Minuten nach dem Anpiff hatten diese nämlich die Gelegenheit dazu, in der Kaiserstadt in Führung zu gehen, doch Volland hatte nicht genügend Zielwasser getrunken und setzte das Leder deswegen Zentimeter neben den Kasten von Boy Waterman. 
Nachdem die Münchener Löwen einmal Blut geleckt hatten, ließen sie den Schwarz-Gelben nur selten Raum, den Plan der Münchener, auch in dieser Woche mit drei Punkten nach Hause zu kehren, zu durchkreuzen. Einzig und allein Kapitän Auer bekam die Gelegenheit dazu, sich vor'm gegnerischen Kasten zu beweisen, als er den Ball von der Strafraumgrenze aus auf den Kasten Kiralys schlug. Die Kugel ging allerdings knapp am Tor vorbei.

Von Anfangsschwierigkeiten war im laufe der Partie nichts mehr zu sehen: Die Schwarz-Gelben standen mit den Sechzigern schon nach geraumer Zeit auf gleicher Linie und suchten nun das Duell auf Augenhöhe. Im Minutentakt ließen beide Mannschaften Chancen vor dem gegnerischen Kasten liegen, wie zum Beispiel Buck, dessen Kopfball nach einem Freistoß den Weg zum Tor leicht verfehlt; oder Benny Auer, der nach einer Flanke Achenbachs den Ball nur gegen den Pfosten schlug. Letzteren Versuch hatten die Besucher des Südwalls schon fast drin gesehen, doch das Leder prallte an der Innenseite des Pfosten ab und kam somit nicht über die weiße Linie, die dafür gesorgt hätte, dass die Alemannia verdient in Führung ging.
Sergiu Radu hatte nur wenige Minuten später das 1:0 erneut auf dem Fuß, zögerte vor dem Kasten der Blau-Weißen allerdings zu lange, weswegen sein Schuss noch gerade so abgewehrt werden konnte.

Gerade als die Alemannia endlich die Zügel in die Hand genommen hatte, leuchtete auf der Videowand das 1:0 Zwischenergebnis für die Münchener Löwen auf. Bierofka zirkelte einen Freistoß genau auf den Kopf von Buck, der im zweiten Versuch Keeper Boy Waterman keine Chance ließ.
Doch gerade, als sich die Anhänger auf den Rängen damit abfinden wollten, dass man trotz Überlegenheit mit einem 0:1 Rückstand in die Halbzeitpause ging, ließen die Kicker auf dem Rasen ihre Fans noch einmal jubeln. Falkenberg hatte eine Flanke in den Strafraum geschlagen, Sergiu Radu kam unbedrängt an den Ball und verwandelte mit einem wunderschönen Fallrückzieher zum 1:1 Pausenstand. Der Rumäne schoss hierbei sein viertes Tor im vierten Spiel hintereinander, hatte die prompte Antwort auf die Führung der Löwen gegeben und sich mit seinem Treffer mindestens das Tor des Monats - wenn nicht sogar das Tor des Jahres - verdient.


Nach der Pause machte die Alemannia unverändert gleich da weiter, wo sie aufgehört hatte. Obwohl es nicht lange dauerte, bis mit Uludag für Demai ein neuer Mann kam, suchten sie weiter den Weg nach vorne. Begleitet von der umwerfenden Stimmung auf den Rängen konnte man den Kickern ansehen, dass sie nach neunzig Minuten nicht mit leeren Händen auf die Heimfans zu gehen wollten. 
Doch die Torchancen hatten rapide abgenommen. Das Spiel fand zunehmend rund um den Mittelkreis statt, kam das Leder einmal bis in den Strafraum, so konnten beide Keeper dieses leicht zu ihrer Beute machen.
Abwehrmann Kim Falkenberg hatte zwischenzeitig zwar noch einmal die große Möglichkeit, das Spiel zu Gunsten der Alemannia zu drehen, scheiterte jedoch an Keeper Kiraly. Obwohl der 35-Jährige das Leder nicht fassen konnte, schlug Auer die abgeblockte Kugel nur neben das Tor.

Um dem Spiel seiner Truppe in den Schlussminuten noch einmal Tempo zu verpassen, brachte Funkel Odonkor für Fardi, der erneut ein sehr starkes Spiel gemacht hatte. Doch die Einwechslung des schwächelnden WM-Stars brachte nun gar nicht den Erfolg, den sich der Coach damit erhofft hatte. Denn schon Sekunden später hatte einer der beiden Keeper die Kugel aus dem Netz zu fischen - und das war, wider Erwarten, erneut Boy Waterman.
Doch wie schon beim ersten Gegentreffer dauerte es nicht lange, bis die Alemannia mit einer Antwort kam. Der eingewechselte Uludag legte den Ball quer und Bas Sibum machte sich ganz lang, rutschte quasi mit dem Ball ins gegnerische Tor.

Der Jubel war groß am Tivoli. Die heiße Schlussphase hatte begonnen und es war wieder alles offen. Die Hausherren wollten unbedingt noch einen drauflegen, um nach neunzig Minuten mit drei Punkten gefeiert zu werden, spielten und kämpften bis zum Anschlag. Nach seinem Tor fasste sich Bas Sibum aus rund 25 Metern noch mal ein Herz, der Ball fand den Weg zum Tor allerdings nicht. Nur noch aus der Distanz kamen die Schwarz-Gelben zum Torabschluss, weil sich die Löwen nun vollends hinten rein gestellt hatten. Auch wenn Schiedsrichter Willenborg noch einmal drei Minuten drauflegte, blieb es am Ende beim verdienten Unentschieden, auch wenn die Alemannia vielleicht immer um eine Haaresbreite voran gewesen war.

Die Schwarz-Gelben beenden die Hinrunde somit auf einem Nichtabstiegsplatz. Mit einem Punkt Vorsprung auf den Karlsruher SC müssen die Tivoli-Kicker gegen Aue und in Braunschweig aber noch einen drauflegen, um auch nach 19 Spieltagen den 15. Rang noch zu zieren und während der Pause auf diesem zu überwintern.

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Des Löwen' Zahn

Alemannia will endlich "Gras über die Sache wachsen lassen"



Dass die Alemannen ausgerechnet im Wildparkstadion den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren konnten, mag für den ein oder anderen schon eine Garantie dafür sein, am Ende auch gegen die Münchener Löwen nicht mit leeren Händen da zu stehen.
Doch die Münchener reisen schon mit gewetzten Zähnen in die Kaiserstadt. Neben dem achtem Tabellenplatz stehen zwei Siege in Folge, über Ingolstadt und Frankfurt, über Tabellenschlusslicht und Aufstiegsaspirant.

In die Partie gegen die Tivoli-Kicker war der Bundesligaabsteiger vor gut zwei Wochen noch ungeschlagen gegangen, woran sich auch nach neunzig Minuten nichts geändert hatte. 
Der Auftritt der Münchener gestaltete sich dahingegen um einiges effektiver, leuchtete auf der Videowand in der Alianz-Arena nach neunzig Minuten schließlich ein deutliches '2:1' für die Heimmannschaft auf.
Die Münchener Löwen scheinen also Blut geleckt zu haben und erwarten nun auch beim Abstiegsgefährdeten eine Fortsetzung ihrer Serie.

Doch auch wenn Löwenzahn auf dem frostigen Boden zur Zeit zumindest bei uns nicht wachsen kann, hat sich die Alemannia für's drittletzte Spiel dieser Saison vorgenommen, den Löwen die letzten Zähnchen zu rauben. Denn zum ersten Mal in dieser Saison starten die Schwarz-Gelben mit drei Punkten im Rücken in ein Spiel vor heimischer Kulisse.
Beim Karlsruher SC war es der Elf von Trainer Funkel gelungen, zum Ende der Partie jubelnd in Richtung Gästekurve zu gehen. Der zweite Sieg hatte allerdings nicht nur dazu verholfen, die eigene Ecke endlich einmal feiernd zu erleben: Durch den Sieg beim Tabellennachbarn hatte man diesen überholt und stand somit erstmals seit Beginn der Spielzeit auf einem Nichtabstiegsplatz.
Genug Gründe, die Woche einmal mehr feiernd als tadelnd zu verbringen. Doch am Sonntag musste man "noch einen drauflegen", um auf dem Platz zu überwintern, der eine Aussicht nach oben mit sich bringt.

Nicht nur sportlich gesehen ist es dringend notwendig, die unteren Regionen endgültig zu verlassen. Die Finanzen sitzen den Verantwortlichen im Nacken, drängt die DFL schließlich darauf, einen Plan für das kommende Jahr vorzulegen.
Zumindest wenn es darum geht, wer auch im nächsten Jahr noch für die Alemannia kicken darf, scheinen konkrete Pläne bereits dingfest gemacht zu sein. Vier Profis sollen den Klub laut Presse noch in der Winterpause verlassen - Fehleinkäufe würden sich dann zwar nicht mehr im Kader tummeln, doch rückgängig gemacht hätte man sie auch damit nicht. Und das ginge wohl auch nicht.
Doch bis dass sich die Elf auf dem Platz über Umstrukturierungen größere Gedanken zu machen hat, muss sie mit dem auskommen, was sie hat. Das gilt auch für Trainer Funkel, der nach der Partie gegen den Karlsruher SC keine größeren Veränderungen in Erwägung zieht.

Allein Kevin Kratz könnte nach seiner Kapselverletzung wieder zurück in den Kader kehren. Der 24-Jährige hatte sich bereits nach seiner Leisten-OP wieder in den Kader gespielt, saß einst bei Eintracht Frankfurt noch auf der Bank, ehe er sich im Training erneut verletzte. Seit Freitag ist der Eschweiler wieder voll im Training dabei und könnte gegen 1860 zumindest erneut auf der Bank Platz nehmen.
Für Anouar Hadouir ist die Hinrunde allerdings gelaufen, wie die Alemannia in dieser Woche verkündete. Aufgrund anhaltender Probleme mit dem rechten Knie hat sich der Marokkaner aller Wahrscheinlichkeit nach unter's Messer zu legen. Der "Top-Einkauf" von Roda Kerkrade kam bei Alemannia bislang nur auf wenige Einsätze, in denen er aufgrund seiner Schmerzen nie 100% geben konnte.

Mehr noch soll die Alemannia allerdings am Sonntag geben, um aus dem letzten Sieg eine kleine Serie zu formen. Die Schlussphase der Liga könnte der Alemannia wichtige Punkte sichern, gelang den Schwarz-Gelben ein Aufbäumen in einer Partie schließlich auch stets gegen Ende.
Am Tivoli soll morgen allerdings über neunzig Minuten Löwenzahn geerntet werden; es bleibt zu hoffen, dass danach (in naher Zukunft) endlich Gras über die Sache "Abstieg" wächst.

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Kein "Schiffe versenken" in Karlsruhe

Alemannia holt die wichtigsten Punkte der Hinrunde!




6 neue Flicken hätte sich die Alemannia am Samstag verdienen können, um die Segel ihres Schiffes zu flicken und auf offenem Meer nicht mit der nächsten Welle unterzugehen. Auch wenn die Punkteregelung für die Deutsche Fußballliga lediglich drei Punkte pro Spieltag vorsieht (und sich dabei auch nicht zu Ausnahmen überreden lässt), sprach man in der vergangenen Woche des Öfteren von einem sogenannten "sechs Punkte Spiel". Der Karlsruher SC nämlich, welcher der Alemannia schon aus der ersten Runde des diesjährigen DFB-Pokals bekannt war, markierte vor der Partie den unmittelbaren Tabellennachbarn der Schwarz-Gelben, und konnte demnach, mit einem Sieg letzterer, nicht nur die Aussicht nach oben verlieren, sondern wäre auf dem Tabellenplatz selbst noch weiter nach unten gerutscht. Der Turn- und Sportverein aus Aachen allerdings konnte sich mit einem Dreier erstmals seit Saisonbeginn von den gefährlichen Abstiegsrängen entfernen und sich Punktgleich mit dem KSC auf dem sechszehnten Tabellenplatz absetzen.
Doch um den rund 500 mitgereisten Alemannen diesen Traum "Wunsch" zu erfüllen, musste die Elf auf dem Rasen im Wildparkstadion erstmal beweisen, dass man diesen Sprung, diese Befreiung, überhaupt verdient hatte - dass man bereit war für einen Wandel, dass man jetzt endlich da unten raus kommen wollte.

Nach der phänomenalen Schlussphase am vergangenen Wochenende, als man einen Sieg über die Eintracht aus Frankfurt in den letzten Minuten des Spiels "aus der Hand gab" (4:3 nach 2:0 Rückstand), beließ es Trainer Funkel mit einer Ausnahme bei der Abschluss-Elf. Sergiu Radu und Shervin Radjabali-Fardi bekamen in der letzten Begegnung ab der 45. Spielminute das Vertrauen des Trainers - und enttäuschten diesen keines Falls. Während Sergiu Radu selbst an einem Anschlusstreffer (zum 3:2 Zwischenstand) beteiligt war, zeichnete sich Fardi dadurch aus, dass er das gesamte Aachener Offensivspiel ankurbelte. Der Coach musste nicht drei Mal überlegen und ließ beide am Samstagvormittag schon von Beginn an ran.
Während "Routinier" Radu sich neben Kapitän Auer anzuordnen hatte, rutschte Fardi für Manuel Junglas auf die linke Seite des Mittelfelds; Ray Yabo kam über Rechtsaußen. Im alten 4-4-2-System bildeten Bas Sibum und Aimen Demai die Doppelsechs; die Viererkette bestand wie gewohnt aus Kim Falkenberg, Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Timo Achenbach. Trotz der Patzer im Spiel gegen die Eintracht durfte Stammkeeper Boy Waterman den Kasten hüten. Seinen Ersatz markierte Tim Krumpen, da David Hohs weiterhin mit einem Anriss des Syndesmosebands fehlt.


In den ersten Minuten der Partie gab die Alemannia ein ähnlich schwaches Bild wie zuvor ab, wie in über 80 Minuten gegen Eintracht Frankfurt. Als Anhänger der Schwarz-Gelben auf der Tribüne oder vor dem Fernseher malte man sich schon die nächste Niederlage in Folge aus, als sich die Jungs auf dem Platz plötzlich fingen und sicherer nach vorne spielten. Einem jeden hing in den Köpfen, was nur wäre, wenn man wieder mit leeren Händen in die Heimat zurückkehrte; wenn man durch die ständigen Niederlagen irgendwann so weit vom rettenden Ufer abgeschlagen wäre, dass jede Hilfe zu spät käme.
Jeder noch so winzige Schuss mit Aussicht auf Erfolg sorgte für pure Gänsehaut, dafür, dass die Herzen schneller schlugen und auszusetzen drohten, wenn nicht endlich einer von ihnen den Weg in den gegnerischen Kasten fand.
Doch die Alemannia ließ es wie bekannt langsam angehen. Die Elf von Trainer Friedhelm Funkel ließ sich zunehmend von den Hausherren in die eigene Hälfte drängen, was den Blau-Weißen eine gewisse Überhand vor allem in den Anfangsminuten sicherte. 

Die "Null" sicherte der Alemannia in der jungen Spielzeit dahingegen nicht selten Boy Waterman. Der kritisierte Keeper wusste seine Fehler vom letzten Spieltag auszubügeln und ließ so eine Unsicherheit nicht spürbar werden.
Doch der KSC machte Druck, suchte immer wieder den Weg zum Tor - wenn es nicht aus dem Spiel heraus zu Großchancen führte, dann hämmerte Iashvili mal eben so einen fulminanten Freistoß auf den Kasten des Stammkeepers, wenn er nicht gerade dabei war, die Abwehrreihe der Alemannia ziemlich alt aussehen zu lassen, indem er unbedrängt in den Strafraum flankte, wo ein Abnehmer aus den eigenen Reihen schon wartete.

Nicht lange sahen sich die Alemannen dieses Spiel mit an, nahmen dann nämlich, mit zunehmender Spieldauer, die Führung selbst in die Hand - im wahrsten Sinne des Wortes: Nach einem schön rausgespielten Angriff über die rechte Seite flankte Kim Falkenberg das Leder perfekt in den Sechszehner. Auch wenn Kapitän Auer überfordert zu einem Abschluss nicht im Stande war, musste der Torerfolg nicht lange auf sich warten. Sergiu Radu markierte den Abstauber, indem er aus rund elf Metern in den Kasten von Keeper Robles traf. 
Der Führungstreffer bestärkte die Gäste nicht nur im weiteren Spielgeschehen, sondern auch auf dem Weg in Richtung Kabine, auf welchen sie sich fast unmittelbar nach dem Erfolg aufmachten.


Unverändert schickten beide Trainer ihre Teams zurück auf den Rasen, denn was hätte Friedhelm Funkel auch für eine Absicht gehabt? Seine Alemannia lag, vielleicht etwas glücklich, mit 1:0 in Führung und hatte sich zumindest kurzzeitig in der Tabelle von den Abstiegsrängen entfernt - und das, was seine Elf nach der Halbzeit auf die Beine stellte, sah ebenfalls nicht danach aus, als habe man an den Personalien irgendeine Kleinigkeit zu ändern.
Schon wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff kamen die Gäste nämlich prompt zur nächsten Großchance. Shervin Radjabali-Fardi hatte sich durchgesetzt und perfekt in den Strafraum geflankt, doch Kapitän Auer konnte das Geschenk des Linkaußen nicht verwenden. Ebenso wie Ray Yabo, der nur Minuten später ebenfalls auf des Gegners Seite scheiterte, fehlte ihm das Glück im Abschluss.

Die Alemannen schienen die Hausherren in der zweiten Hälfte komplett im Griff zu haben, näherten sich diese wenn überhaupt nur noch ganz langsam dem Kasten Boy Watermans. Der KSC versuchte sich mit unplatzierten Weitschüssen zu retten, was den Blau-Weißen allerdings nicht den gewünschten Erfolg bescherte. Jörn Andersen reagierte und brachte Fink für Haas (aufgrund einer Verletzung auch Stadler für Kempe), welcher im Karlsruher Offensivspiel noch einmal Gefahr ausüben sollte. 
Und auch die letzten zwölf Minuten sollte jenes der Schwarz-Gelben noch einmal bestärkt werden, indem Trainer Funkel David Odonkor für Reinhold Yabo brachte. Im Gegensatz zum Wechsel der Blau-Weißen schien dieser allerdings gleich Früchte zu tragen, denn mit seinem ersten Ballkontakt hatte der "WM-Star" das 2:0 direkt auf dem Fuß liegen. Keeper Robles war im Kasten der Karlsruher allerdings zur Stelle.


Die Schlussphase drohte neuerlich spannend zu werden, konnte Waterman im 1 gegen 1 Duell mit Fink gerade noch parieren. Gleich darauf schickte Fardi Demai auf die Reise, dessen Pass Kapitän Auer allerdings nicht erreichte.
Und wenn man dachte, dass der Wechsel Uludags für Fardi der Spannung in den Schlussminuten einen Strich durch die Rechnung machen würde, der hatte sich gewaltig getäuscht! Denn der Türke schickte nur Sekunden nach seiner Einwechslung Odonkor auf die Reise, der Auer das Leder klasse auf's Knie legte. Der Kapitän musste nur hinhalten.


Wenige Minuten später ertönte der erlösende Pfiff im Wildparkstadion. Die Alemannia sicherte sich ihren ersten Dreier in der Ferne und schafft damit erstmals den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Punktgleich mit dem KSC befindet sie sich jetzt, der besseren Tordifferenz wegen, auf dem 15. Tabellenplatz. Schon am Sonntag empfängt man mit 1860 München einen Gegner vor heimischen Publikum, dem am Wochenende die Sensation gelang, die sich die Aachener schon in der letzten Woche erwünscht hatten: Eintracht Frankfurt schlagen.
Doch nach der Niederlage der Schwarz-Gelben beim Tabellenzweiten schenkt man diesem rund anderthalb Wochen später keine wirkliche Beachtung mehr. Denn von nun an liegt die vollste Konzentration in der Vorbereitung auf den neuen Gegner, gegen welchen man im drittletzten Spiel vor der Winterpause den dritten Saisonsieg einfahren möchte.

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Noch immer kein Land in Sicht

Alemannia will "volle Fahrt voraus"




Wie ein Schiff ohne Segel schippert die Alemannia zur Zeit über's offene Meer. An Bord nicht nur ein Team, bestehend aus 11-Mann, nein; ein ganzer Verein, der droht, unterzugehen, ist nicht bald endlich wieder "Land in Sicht".
Unter der Woche wurde das "Boot Alemannia" erneut gekapert, nahm den Insassen erneut jegliche Hoffnungen darauf, in absehbarer Zeit auf bessere Zeiten zu stoßen.

Nicht nur sportlich laufen die Schwarz-Gelben momentan nämlich völlig neben der Spur. Dadurch, dass man vor der Saison niemals mit einem solchen "Absturz" gerechnet hatte, hatte man sich auch in Sachen Finanzen vollkommen falsch kalkuliert. Das Fazit: Der Alemannia fehlt es an Geld - und zwar an allen Ecken!
Um fast eine Millionen Euro hat sich der Verein verschätzt, jetzt greift die Deutsche Fußball Liga zu und fordert bis Anfang des nächsten Jahres eine Lösung dieser Probleme, ansonsten droht der Punktabzug.
Doch soweit will man es am Tivoli gar nicht erst kommen lassen! Eine Lösung sei bereits "erarbeitet", so die Alemannia - doch hatte man nicht ebenfalls, über die gesamte Länderspielpause hinweg, "erarbeitet", in Frankfurt keine Niederlage einzufahren?

Dem Schiff Alemannia fehlt es also an neuen Segeln; Männern, die auf dem Oberdeck den Ton angeben, um erst einmal sportlich Fuß zu fassen. Eine neue Chance, letzteres in die Wege zu leiten, bekommt die Alemannia am Samstag, wenn sie beim Karlsruher SC gastiert.


In der laufenden Saison waren die Schwarz-Gelben bereits Gast im Wildparkstadion gewesen, wurden nach 90 Minuten dann allerdings nicht nur mit einer 1:3 Pleite wieder nach Hause geschickt sondern auch vorzeitig aus der ersten Runde des DFB-Pokals gekickt. Sechszehn Spieltage weiter steckt der KSC in einer ähnlichen Situation wie die Alemannia, steht ihr, mit gerade einmal 3 Punkten mehr auf dem Konto, also auf direkter Augenhöhe.
Die Partie ist demnach ein "6-Punkte-Spiel", mit einem Sieg über den Tabellenfünfzehnten könnten die Tivoli-Kicker erstmals in dieser Saison einen Nicht-Abstiegsplatz erreichen. Ein Anfang wäre getan, dem zu sinken drohenden Schiff würden neue Segel verliehen werden, mit denen dann möglicherweise Aussicht auf eine bessere Zeit bestände; mit denen man dann ins Glück steuern könnte - "Volle Fahrt voraus!"

Um dieses Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen fehlt Steuermann Friedhelm Funkel am Samstag neben allen bekannten Langzeitverletzten auch Kevin Kratz. Nachdem der junge Eschweiler nach seiner zweiten Leisten-OP wieder zum Team zurück gekehrt war, hatte er sich im Training eine Kapsel- und Bänderzerrung im Sprunggelenk zugezogen, womit ein Einsatz beim Karlsruher SC für ihn nicht in Frage kommt. In den nächsten Tagen allerdings soll der 24-Jährige wieder ins Training zurück kehren.
Shervin Radjabali-Fardi dahingegen könnte auch bei den Blau-Weißen erneut auf dem Rasen stehen, hatte die Berlin-Leihgabe gegen den Bundesligaabsteiger schließlich ein gutes Bild von sich gegeben. Und auch Sergiu Radu hatte sich dem Trainer nicht nur mit seinem Tor zum 3:2 für die Startelf angeboten, habe er schließlich, wie Fardi, nach seiner Einwechslung dafür gesorgt, dass die Alemannia "besser ins Spiel kam, ballsicherer war und schneller nach vorne gespielt hat".

Sollte die Alemannia am Wochenende keinen Erfolg erlangen können, würde der Abstand nach oben immer größer werden. Dann gingen die Lichter langsam aus, dann stände das Schiff Alemannia einem Untergang noch viel näher, als zuvor. 
Denn wenn man nicht mal gegen einen Gegner gewinnt, mit dem man auf gleicher Augenhöhe (nämlich mit da ganz unten) steht, ja, gegen wenn denn dann?


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Hoffnung ist kein Kochrezept


Unter einem "angenehmen Fußballsonntag" versteht ein Großteil der Schwarz-Gelben Anhänger wohl eher, zu Hause vor Kamin und Fernseher zu sitzen, anstatt sich schon am frühen Morgen, in klirrender Kälte, in Richtung Spielstätte zu begeben; schon gar nicht dann, wenn diese rund 260 Kilometer von der Heimat entfernt liegt.
Trotz alledem waren auf der Autobahn in Richtung Frankfurt am Main unzählige Aachener unterwegs, unschlüssig, vielleicht, ob sich das Ganze auch wirklich lohnen würde. Traf ihre Alemannia schließlich auf den Tabellenzweiten, den ungeschlagenen Bundesligaabsteiger, der einzig und allein das Ziel verfolgte, schnellstmöglich dahin zu gelangen, wo er hergekommen war. Vom Tabellenvorletzten wollte man sich dabei nicht in die Suppe spucken lassen.

Auch ohne Kochrezepte war sich Chefcoach Funkel sicher, den Frankfurtern ihre Suppe mächtig versalzen zu können. Hierfür vertraute der alteingesessene Fußballlehrer diesmal auf diejenigen, die in den letzten Wochen eher selten in Erscheinung getreten waren. So orderte er beispielsweise Shervin Radjabali-Fardi und Kevin Kratz (nach Leisten OP) zurück in den Kader, neben welchen auf der Ersatzbank Namen wie David Odonkor, Sergiu Radu und Marco Stiepermann Platz nahmen. 
Nicht nur die personellen Änderungen des Trainers wurden schnell sichtbar, ließ man seinen Blick einmal über die Startformation schweifen. Im neuen 3-5-2 System agierte man mit einer Dreier-Abwehrkette, die ebenfalls einen Namen enthielt, der schon länger nicht mehr in aller Munde gewesen war: Thomas Stehle. "Die Axt" sollte neben Seyi Olajengbesi und Tobias Feisthammel für eine gefestigte Defensive sorgen. 
Im defensiven Part des Mittelfelds kamen Kim Falkenberg und Timo Achenbach über Außen, während Aimen Demai die typische Sechser-Position markierte. Im offensiven Part durften Ray Yabo und Bas Sibum von Beginn an ran; Manuel Junglas bekam den Vorzug gegenüber Sergiu Radu, womit Auer in diesem seinen neuen Sturmpartner fand.


Mit einem Sieg über die Tivoli-Kicker konnte sich die Eintracht vorübergehend den Platz des Spitzenreiters sichern, womit die Motivation der Hausherren umso mehr anstieg. Aus diesem Grund war es nahezu absehbar gewesen, dass sie die Aachener mit ihrem sichern Auftreten in den ersten Minuten gänzlich beeindrucken würden. Dass dieses allerdings gleich zu einer Stockstarre der Gäste führte, in welcher diese nicht einmal einen geraden Pass über fünf Meter zu Stande brachten, hätten selbst diese nicht für möglich gehalten.
So war es kein Wunder, dass man sich als Gästefan in der Commerzbank-Arena auf etwas gefasst machen musste. 

In den frühen Anfangsminuten hatte man noch einmal durchatmen können, als der Ball das erste Mal Berührung mit dem Aachener Tornetz machte. Zwar hatten es die Hessen geschafft, das Leder über die Linie zu drücken, allerdings hatte ihnen Schiedsrichter Osmers einen Strich durch die Rechnung gemacht und den Treffer nicht gelten lassen.
Doch es war zunächst das letzte, tiefe Durchatmen, welches sich durch die Gästekurve zog. Schon wenige Minuten später hatten es die Kicker der Eintracht besser gemacht und neuerlich den Ball im Kasten der Schwarz-Gelben versenken können. Keeper Waterman hatte sich die Kugel mit links vorgelegt, um mit rechts abzustoßen, war dabei neben den Ball getreten und hatte Torschütze Idrissou somit ein leichtes Spiel gemacht; der Frankfurter musste nur noch einschieben - Waterman blieb geschlagen am Boden zurück.
Es blieb bei weitem nicht der einzige, bittere Rückschlag an diesem Tag, denn schon der nächste stand unmittelbar in den Startlöchern: Erneut war es Idrissou, der über Rechts kam und dort seelenruhig in den Strafraum flanken konnte. Über die Hereingabe des Torschützen rutschte Demai, Köhler ließ Keeper Waterman mit einem relativ unplatzierten Schuss aus 11 Metern neuerlich ziemlich alt aussehen.

Nur zwölf Minuten waren nötig gewesen, um die ersten zu den Worten "Lasst uns geh'n, bringt doch eh' nichts mehr!" zu bewegen. Die Alemannen enttäuschten auf ganzer Linie, lieferten ein Spiel ab, das sich nicht mal mehr auf Zweitliganiveau bewegte.
Kein gerader Pass fand seinen Abnehmer, setzte man sich einmal in einem Zweikampf durch, so landete das Leder schon im nächsten wieder beim Gegner. Die Alemannia machte nicht den Anschein, als wolle man den Gegentreffern in irgendeiner Weise trotzen. Hinten offen wie ein Scheunentor fand die Alemannia vorne nicht den Zug zum Tor.
Das Resultat, die Eintracht spielte befreit auf, hatte man beim Abstiegsaspiranten scheinbar nichts mehr zu verlieren, wo man doch schon so früh mit 2:0 in Führung lag.

Abgesehen von der Tatsache, dass Trainer Funkel in der Halbzeitpause zwei neue Kräfte von der Bank brachte, regte sich nichts im Aachener Spielablauf. Sergiu Radu sollte die zweiten 45 Minuten die Aachener Offensive bewegen, Shervin Radjabali-Fardi sollte noch einmal beweisen, warum er (zurecht) unter Hyballa Stammspieler gewesen war. Für die beiden neuen Kräfte durften Thomas Stehle und Bas Sibum in Hälfte Zwei die Bank wärmen.
Erst 12 Minuten vor Abpfiff der Partie erlebten die Schwarz-Gelben Anhänger ein Aufbäumen. Feisthammel war aufgerückt und schlug den Ball in den Sechszehner, wo Auer das Leder mit einem feinen Hackentrick ins rechte untere Eck beförderte. Doch die Freude der Aachener sollte nicht von langer Dauer sein, beförderten die Hessen die Kugel schon im direkten Gegenzug auf anderer Seite in den Kasten. Durch einen Schuss aus der Distanz hatte Hoffer den alten Abstand wieder hergestellt, doch die Alemannen waren bissig hinterher, wollten in den Schlussminuten unbedingt noch einmal anknüpfen.
Acht Minuten vor Schluss schlug Achenbach das Leder noch einmal in den Strafraum, wo Radu unbedrängt zum Kopfball hochging und stark verwandelte.

Nur noch einen Treffer vom Ausgleich entfernt war die Freude auf den Rängen nicht mehr in Worte zu fassen. Wo man aufgehört hatte, Stimmung zu machen, wurde jetzt wieder auf die Trommeln geschlagen und fordernde Gesänge los gelassen. "Schießt ein Tor für uns!", hallte es von der Tribüne. Das ließen sich die Schwarz-Gelben Jungs auf dem Rasen nicht zwei Mal sagen, als Demai aus gut 25 Metern einen Freistoß an's Lattenkreuz zimmerte, von wo aus der Ball an Nikolov abprallte und hinter die Linie sprang.
Was in Sachen Emotionen auf den Rängen abging war nicht in Worte zu fassen und wahrscheinlich auch nicht mit denen zu vergleichen, die man nun vor dem Fernseher empfand. Man hatte das Spiel komplett auf den Kopf gestellt, hatte die Menge doch noch jubeln lassen. Noch gut zwei Minuten waren zu spielen und man ersehnte sich schon den endgültigen Pfiff des Schiedsrichters herbei, als dieser den Frankfurtern den letzten Freistoß in der gegnerischen Hälfte zusprach.
Schwegler schickte die Kugel auf die Reise, Matmour kam im Strafraum vor jeglichem Gegenspieler zum Ball, während Keeper Waterman dem Gegenspieler mit leeren Händen entgegen lief - und ihn nicht fasste.


In Frankfurt ließen die Schwarz-Gelben ebenso drei Punkte wie jegliche Hoffnung, schnellstmöglich aus dem Tabellenkeller zu entkommen, zurück. Getreu dem Motto "Die Hoffnung stirbt zuletzt" hatte man ein Spiel erst dann wirklich verloren, als es danach aussah, als würde der kleinen Sensation nichts und niemand mehr im Wege stehen. Als die Menge tobte, kein Halten mehr fand, und schlussendlich niedergeschlagen zu Boden ging.
Wo einst enthusiastische Schlachtrufe erklangen blieb beim Abpfiff nicht mehr als beängstigende Stille. Ein jeder ließ die Köpfe hängen, hatte die Sprache verloren, als der Abgrund vom Paradies nur einen Schritt entfernt war. Wohin man blickte starrte man in enttäuschte Gesichter mit leeren Blicken, ein jeder verzweifelt, gezeichnet vom Abstiegskampf, der die Alemannia mitten in der Saison nun komplett in seinen Bann gezogen hat. Und aus dem so schnell kein Ausweg mehr in Sicht ist.