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"Wir haben es selbst in der Hand"

Ausfall von Feisthammel bringt Probleme in der Defensive mit sich

 



Auch wenn die Alemannia nicht gerade von sich behaupten kann, dass die Abwehrmänner zur Zeit bei ihr Schlange stehen, hat sich kurzfristig auch Innenverteidiger Tobias Feisthammel für das Spiel gegen Union Berlin abgemeldet. Beim Training am Dienstag hatte sich der blonde Dauerbrenner einen Bänderriss im linken Sprunggelenk sowie eine Kapselverletzung zugezogen und fällt somit mindestens vier Wochen aus. 
Doch nicht nur Feisthammel fehlt der Aachener Innenverteidigung am Freitagabend, wenn das Team vom Tivoli auf die Gäste aus der Hauptstadt trifft. Der Ausfall von Kim Falkenberg, der sich in der Partie gegen Fortuna Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprung- und Kahnbein zugezogen hatte, Seyi Olajengbesi, der weiterhin seine Rot-Sperre vom Paderborn-Spiel abzusitzen hat und Shervin Radjabali-Fardi, der sich in der letzten Begegnung zum fünften Mal die gelbe Karte fing, sorgt für ordentliche Probleme in der Defensive der Tivoli-Kicker. Gerade einmal drei "waschechte" Verteidiger werden am Freitag auf dem Rasen stehen. Dauerbrenner Achenbach wird dabei seine linke Position verteidigen, Thomas Stehle und Mirko Casper dürfen erstmals in dieser Saison zusammen und sogar von Beginn an ran. Der konstante Sechser Aimen Demai wird für Fardi auf die Rechtsaußenposition wechseln, Patrico Frau aus der U23 darf aufgrund der Personalenge auf der Bank Platz nehmen.

In der laufenden Saison war es häufiger die Offensive, die den Schwarz-Gelben erhebliche Probleme gemacht hatte. Gerade einmal 19 Treffer (das zwanzigste Pflichtspieltor war ein Eigentor) gehen bislang auf das Konto der Hausherren, zum Gewinnen klar zu wenig – aber auch, um die Klasse zu halten? Nur 21 Punkte schmücken das Punktekonto der Funkel-Elf, womit sie zum 26. Spieltag wieder einen Abstiegsplatz zieren. Auch wenn es dieses Mal nur der Relegationsplatz ist: Bloß zwei Punkte trennen die Kaiserstädter vom KSC auf dem ersten, direkten Abstiegsplatz; Klubs wie der MSV aus Duisburg (ebenfalls 21 Punkte), der FC Ingolstadt (22 Punkte) und FSV Frankfurt (schon 24 Punkte) grüßen von oben und wollen den Abstand möglichst vergrößern.
Der Alemannia bleiben damit nur noch neun Partien, um sich zu fangen; dem Abstiegskampf die kalte Schulter zu zeigen. 

Nachdem man es in den vergangen Wochen zunehmend mit Gegnern aus dem Oberhaus zu tun hatte, machen die kommenden Mut: Mit Union Berlin, Dynamo Dresden und dem VfL Bochum reisen vorwiegend mittelklassige Klubs an den Tivoli, auswärts besucht man sogar direkte Konkurrenten wie den FSV Frankfurt, Ingolstadt und den MSV.
Trainer Friedhelm Funkel nennt das Kind beim Namen: "Wir haben es selbst in der Hand, genügend Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe zu gewinnen." Ob die Personalenge der Alemannia in dieser Hinsicht entgegen kommt? Ganz sicher nicht. Doch der Trainer betonte vor der Partie, dass unten auf dem Platz "erfahrene Männer stehen werden. Die werden ja nicht ins kalte Wasser geworfen!".
Neben den bereits angesprochenen "alten Hasen" wie Thomas Stehle und Mirko Casper wird auch Albert Streit nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zurück in den Kader kehren. Im Aachener Mittelfeld hat der Coach aber ja auch noch Spielraum, sein Team optimal für das Spiel gegen Union Berlin einzustellen, dass am morgigen Freitag gegen 18 Uhr am heimischen Tivoli angepfiffen wird.

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Nass gemacht

Occean lässt Alemannia untergehen





Es war der vorerst letzte große Gegner aus dem Oberhaus, bei dem die Alemannia am Freitagabend zu gastieren hatte. Und dieser war nicht ohne, wenn man bedachte, dass er sich nun schon seit Saisonbeginn im obersten Tabellendrittel aufhält. Denn die Spielvereinigung Greuther Fürth steht zudem seit wenigen Spieltagen wieder auf dem ersten Tabellenplatz und besitzt mit den meist gewonnen Spielen sowie den meist geschossenen Toren den besten Angriff der zweiten Bundesliga. Für die Alemannia dahingegen sieht es nach dem 25. Spieltag wieder düster aus, wo doch der FC Ingolstadt beim Geisterspiel in Dresden auf einen Punktgewinn kam und die Tivoli Kicker somit auf den Relegationsplatz abrutschen ließ.

Denn beim Spitzenreiter aus Fürth konnte das Team von Trainer Friedhelm Funkel nicht zu einem gewünschten Punkterfolg kommen – und das obwohl der Coach seine Elf nicht nur personell sondern auch taktisch ein wenig umgestellt hatte.
Denn da mit Streit, Olajengbesi (beide (Gelb-)Rot-Sperre) und Falkenberg (Knochenmarksödem) auf gleich drei Stammspieler verzichtet werden musste, hatte der erfahrene Übungsleiter notgedrungen zu reagieren. In der Viererkette kam Mirko Casper an der Seite von Tobias Feisthammel zu seinem ersten Saisoneinsatz. Shervin Radjabali-Fardi ersetzte Falkenberg auf der Rechtsverteidiger-Position, Timo Achenbach kam über Links. Im Mittelfeld der Schwarz-Gelben wurden die größten (taktischen) Veränderungen erst sichtbar: Im 4-1-4-1-System markierte Bas Sibum den einzigen Sechser, gleich vor dem Holländer starteten Manuel Junglas und Aimen Demai im zentralen Mittelfeld. Kevin Kratz und Alper Uludag kamen über Außen, während Sergiu Radu die einzige Spitze darstellte. Boy Watermann hatte ebenso in seinem Kasten Platz genommen, wie Benjamin Auer auf der ihm fremden Ersatzbank. Der Kapitän wärmte diese Plätze ebenso wie David Odonkor, Thomas Stehle und Marco Stiepermann.

Mit nur vier Ersatz-Feldspielern zu den Franken gereist zeigten diese von Beginn, dass sie nicht grundlos an der Tabellenspitze verweilten. Mit viel Druck ging es immer wieder in Richtung Keeper Waterman, welcher die Alemannia in den ersten Minuten vor Schlimmerem bewahrte. Doch abgesehen vom Aachener Schlussmann schien das Team vom Tivoli nur körperlich anwesend zu sein. So hatten die Fürther keine große Mühe, die Abwehrreihe der Schwarz-Gelben auseinander zu nehmen. Für Gefahr sorgten unter anderem immer wieder 
Sararer und Occean im Fürther Offensivzentrum, während die Alemannen sogar Mühe hatten, einmal über Mittellinie zu kommen. 
Unter'm Strich kam nichts von der Alemannia in Hälfte Eins, was nach rund 30 Minuten dann auch bestraft wurde. Occean ließ die gesamte Abwehrreihe der Alemannia alt aus sehen und setzte den Strafraum der Gäste mit einer schönen Einzelaktion gänzlich unter Wasser. Der Kanadier vollstreckte anschließend aus kurzer Distanz zur längst fälligen 1:0 Führung.

Der Gegentreffer schien den Alemannen nichts an zu haben. Sie blieben stur ihrer Linie treu, indem sie ideenlos durch die eigene Hälfte kickten und die Fehlpassquote vor der Pause nur noch erhöhten. Pünktlich zur 45. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie für eine gute Viertelstunde und gönnte damit nicht nur den Spielern auf dem Rasen eine kleine Verschnaufpause. Denn vor allem die Anhänger der Schwarz-Gelben benötigten eine Pause, um vielleicht zu begreifen, warum ihr Team so nachgelassen hatte. Warum sie so wenig zeigten, sich gegen den großen Gegner aus Fürth nicht einmal im geringsten anstrengten.

Man hatte die Hoffnung zwar noch nicht verloren, dass in Hälfte Zwei alles besser werden konnte – doch so wirklich daran glauben tat spätestens dann niemand mehr, als die Fürther nach dem Wiederanpfiff den ersten Angriff auf's gegnerische Tor starteten. Dieser brachte jedoch nichts Zählbares ein.
Die Alemannia dahingegen war von einem wirklichen "Angriff", einer guten "Torchance" noch meilenweit entfernt. Obwohl man bis zur Einwechslung von Benjamin Auer nur mit einer Spitze agierte, versuchten es die Schwarz-Gelben zunehmend mit hohen Bällen, die entweder erst gar keinen Abnehmer fanden oder durch Sergiu Radu stets in Ballverlusten endeten. Funkel reagierte erstmals, als er Kapitän Auer für Aimen Demai brachte. Der Tunesier war angeschlagen und verließ humpelnd das Feld.
Der für ihn eingewechselte "Torgarant" sollte den letzten Anstoß geben, noch einmal Druck machen. Doch so wirklich begreifen tat dies sein Team nicht. 10 Minuten vor Schluss war es David Odonkor, der sich noch eine kurze Spielzeit sicherte und die geringe Druckphase der Alemannia miterlebte, die allerdings zu keiner nennenswerten Aktion führte.

So blieb es nach 90 Minuten bei einem Spiel, dass zumindest aus der Sicht der Alemannia nicht zweitligareif war. Der Tabellenführer hatte beim abstiegsgefährdeten keine große Mühe, die drei Punkte in der Heimat zu belassen. Für die Schwarz-Gelben geht es damit in der Tabelle wieder tiefer. Durch das bereits angesprochene Remis von Mitkonkurrent Ingolstadt, dem Punktgewinn des MSV Duisburg und dem Dreier des FSV Frankfurt hat die Alemannia wieder einen Platz in der gefährlichen Zone eingenommen. Mit 21 Punkten markiert das Team von Friedhelm Funkel den Relegationsplatz, der Karlsruher SC hätte morgen im Spiel gegen den FC St. Pauli noch die Chance, an den Tivoli-Kickern vorbeizuziehen, die schon am kommenden Freitag zu Hause auf Union Berlin treffen.

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Mit viel Herz zum Erfolg

 Schon am Freitag ist die Alemannia zu Gast bei Spitzenreiter Fürth!


Es ist wohl das erste Mal in dieser Saison, dass Trainer Friedhelm Funkel sein Team notgedrungen auf gleich mehreren Positionen zu verändern hat. Denn die Partie gegen den SC Paderborn, welche die Blau-Weißen am vergangenen Wochenende mit 0:3 für sich entschieden, trug Folgen: Weil Schiedsrichter Ittrich am Samstag gleich zwei mal den roten Karton zückte, muss der erfahrene Fußballlehrer am Freitag auf Albert Streit und Seyi Olajengbesi verzichten. Nachdem Streit bereits in der ersten Halbzeit mit einer gelben Karte verwarnt wurde, durfte der Neuzugang gut eine Viertelstunde vor Spielende frühzeitig die Duschen aufsuchen. Wenige Minuten später folgte ihm dann auch schon Aachens nigeranische Abwehrrecke. "Ola" war seinem Gegenspieler bei einer Standardsituation unglücklich auf den Fuß getreten und sah für diese "Tätigkeit" glatt Rot – eine wohl mehr als fragwürdige Entscheidung.

Doch das Sportgericht hat es besiegelt: Zwei Spiele lang muss Friedhelm Funkel auf den Abwehrmann verzichten, der in dieser Saison bislang an jedem Spieltag auf dem Rasen gestanden hatte – und das ausgerechnet dann, wenn es für die Schwarz-Gelben zum wohl anspruchsvollsten Gegner der Liga geht. Denn die Spielvereinigung aus Fürth steht nicht ohne Grund seit Wochen an der Tabellenspitze, wo das Team von Trainer Mike Büskens doch über den stärksten Angriff der Liga verfügt (55 Tore) und mit 15 Siegen vor Kaltblütigkeit nur so trotzt. 
Kaltblütigkeit (vor allem vor dem Tor) ist genau das, was der Alemannia in dieser Saison fehlt. Nur 20 Treffer gehen zur Zeit auf das Konto der Funkel Elf – zu wenig, um von sich zu behaupten, den Sprung aus dem Tabellenkeller geschafft zu haben. Denn auch wenn die Platzierung in der Tabelle auf den ersten Blick Mut macht: Nur einen Punkt trennt die Alemannia von einem Abstiegsplatz, im unteren Tabellendrittel könnte es punktemäßig gar nicht mehr enger sein. Und genau in der Zeit, in der es im Abstiegskampf langsam aber sicher um's Eingemachte geht, muss die Alemannia gegen die Spitzenklubs der Liga ran! Doch das Gewissen, in der Rückrunde bereits gegen zwei von drei Topteams aus dem Oberhaus gepunktet zu haben (2:1 Erfolg über St. Pauli, 0:0 Remis in Düsseldorf), ermutigt die Elf vom Tivoli. Friedhelm Funkel ist sich daher sicher, genau zu wissen, zu was sein Team in der Lage ist. Vorallem auswärts hätten seine Jungs bereits gezeigt, dass sie große Gegner auch einmal alt aussehen lassen konnten. Um gegen den Spitzenreiter aus Franken aber nicht unterzugehen, müssen Auer & Co. "immer wieder in die Vorwärtsbewegung kommen", nicht aufgeben, stets weiterkämpfen. Dafür, so ist sich der Coach sicher, benötige es "Laufstärke, Einsatzbereitschaft und Herz" – diese zu zeigen gilt es schlussendlich am Freitag, wenn Schiedsrichter Markus Schmidt gegen 18 Uhr die Partie in der Trolli-Arena anpfeift.

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Doppelpack auf beiden Seiten

2 Mal ROT für Alemannia – 2 Mal TAYLOR für den SCP!

 

Der Rasen im Aachener Tivoli war vor der Partie am Samstag wohl der einzige, dem man die Strapazen der vergangenen Spiele eindeutig ansah. Denn auf Seiten beider Teams gab es dazu ja auch gar keine Anlässe. Der SC Paderborn war erst kürzlich auf einen 4:2 Erfolg über Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt gekommen und sich damit die Chancen, in der nächsten Spielzeit eine Klasse höher zu spielen, weiter offen gehalten. Die Alemannia dahingegen, die trotz acht ungeschlagenen Partien weiterhin um den Klassenerhalt zu kämpfen hat, hatte sich erst am Montag einen Punkt beim Lokalrivalen aus Düsseldorf gesichert.
Doch auch wenn beide Mannschaften verschiedener nicht hätten sein können – ihre Ziele an diesem Wochenende waren die selben: Die eigene Serie halten, die des Gegners brechen.

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen fehlte dem Coach Rechtsverteidiger Kim Falkenberg, der sich bei der Partie in Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprungbein und Kahnbein des rechten Fußes zugezogen hatte. Den Ausfall des Fürther Neuzugangs kompensierte Shervin Radjabali-Fardi. Ansonsten schenkte Friedhelm Funkel all denen sein Vertrauen, die auch schon beim ersten Montagsspiel der Saison von Anfang an auf dem Platz gestanden hatten: Neben Fardi kamen Seyi Olajengbesi, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach auf ihren Einsatz in der Aachener Viererkette. Die Doppelsechs wurde aus Aimen Demai und dem Holländer Bas Sibum gebildet, Kevin Kratz kam über rechts, während Albert Streit den Linksaußen markierte. Kapitän Auer sowie Sergiu Radu sollten für den nötigen Offensivwind sorgen, Stammkeeper Boy Waterman sollte wie gewohnt den Kasten hüten.

Auf der anderen Seite gab es wohl nur eine Personalie, über die man auf den Rängen vereinzelt ein Wort verlor; wahrscheinlich aus eben dem Grund, weil sie die einzige war, mit der man den Kader des SC Paderborns assoziierte: Nick Proschwitz. Der Torjäger der Blau-Weißen hatte schon in wie dem Hamburger Sportverein oder Hannover 96 kläglich versucht, seinen Durchbruch zu erlangen. Erst, als der heute 25-Jährige seine Chance beim Zweiligaklub suchte, gelang ihm das auch. Diverse Erstligaklubs sollen bereits angeklopft haben, sind hinter dem her, der für den SCP in dieser Saison die meisten Tore geschossen hat – 15 an der Zahl, fast so viele, wie die Alemannia insgesamt (20).

Doch am Tivoli sollte der Mittelstürmer nur wenige Minuten die Gelegenheit dazu bekommen, sein Talent unter Beweis zu stellen. Die Alemannia war besser in die Partie gekommen, als der Gegner aus Paderborn, hatte für mehr Wind gesorgt und öfter den Weg vor's gegnerische Tor gesucht. Als der SCP erstmals im Strafraum der Schwarz-Gelben aufkreuzte, war Nick Proschwitz ebenfalls mit von der Partie. Den strammen Schuss des Rechtsfuß konnte Boy Waterman gerade noch ablenken, doch es sollte seine letzte Parade gegenüber dem Angreifer in Blau und Weiß sein. Denn als Proschwitz das nächste Mal vor dem Holländer auftauchte, ging er zusammen mit Abwehrrecke Olajengbesi zu Boden. Beide waren bei einem Zweikampf mit den Köpfen zusammen gestoßen. Während es für "Ola" gleich weitergehen konnte, merkte der Paderborner schon auf dem Platz an, dass es für ihn nicht mehr weitergehen konnte. Mit einem Jochbeinbruch verließ er das Feld, für den Rest der Partie sollte Matthew Taylor Paderborns zweiten Angreifer markieren.
Doch der konnte den Ausfall des Taktgebers nicht gleich kompensieren. Vor dem Alemannen-Tor wurde es wieder ruhiger, nur selten schaffte es der SCP, vor dem Kasten Boy Watermans wirklich Druck zu machen. Doch auch die Gastgeber konnten ihren Vorteil aus der Auswechslung des "gefährlichsten Paderborners" nicht ziehen. Auch auf der anderen Seite ging bis zur Pause nichts mehr, es ging torlos in die Kabinen.

Die nächsten 45 Minuten wurden dann nur noch von den Paderbornern bestimmt. Alemannia fand nicht mehr ins Spiel, ließ sich vom Tabellenfüften komplett überlaufen, was nicht zuletzt darin sichtbar wurde, dass der SCP schon wenige Minuten nach Wiederbeginn erstmals einnetzen konnte. Einen Abstauber hatte der für Proschwitz gekommene Taylor zum 0:1 verwandelt.
Die Alemannia wusste sich nicht mehr zu helfen, für eine Schwalbe kassierte Timo Achenbach wenige Minuten nach dem Gegentreffer den gelben Karton. Doch es sollte nicht der letzte Rückschlag für die Schwarz-Gelben in dieser Partie bleiben. Denn schon kurze Zeit später leuchtete auf der Videowand der nächste Treffer der Blau-Weißen auf: Und wieder ging der Abstauber auf das Konto Matthew Taylors. Ein rabenschwarzer Tag für die Alemannia und ihre Fans, der seinen Höhepunkt noch gar nicht erfahren hatte.

Nach gut 75 Minuten durfte Albert Streit vorzeitig das Feld verlassen, weil er die Nerven Schiedsrichter Ittrichs einmal zu oft überspannt hatte. Bereits in der ersten Hälfte hatte der Neuzugang aufgrund eines Fouls verdient Gelb gesehen. Nachdem sich Streit nach einem Ballverlust zu sehr aufregte, griff Ittrich erneut zum Karton und verwies Streit des Platzes. Doch es sollte nicht die letzte fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen sein: Nur wenige Minuten später, während einer Standardsituation, sprintete der Referee mit erhobener Hand in den Strafraum der Paderborner – und gab glatt Rot. Doch wofür? Diese Frage stellt sich den mehr als 15.000 Besuchern wohl heute noch. Seyi Olajengbesi war einem Paderborner Defensivmann unglücklich auf den Fuß getreten – und durfte Streit dann in der Kabine Gesellschaft leisten.
Neun Aachener waren dem SCP in den letzten Minuten dann vollkommen unterlegen. Nachdem auch Co-Trainer Christoph Johnen auf die Tribüne verbannt wurde, musste sich der Cheftrainer alleine ansehen, wie die Hintermannschaft seines Teams einen weiteren Treffer kassierte. 0:3 hieß es am Ende zwischen dem, der durch seinen Sieg wieder an die Aufstiegsränge anknüpfen kann und dem, der dadurch den Abstiegsrängen gefährlich entgegen kommt. Schon am Freitag wartet ausgerechnet Tabellenführer Greuter Fürth auf das Team vom Tivoli – und zwei Ausfälle von Stammkräften sind da  schon jetzt vorprogrammiert!

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Wundertüte Blau-Weiß

Der SC Paderborn ist in der Liga zur Zeit wohl die größte Überraschung, mit der zu Beginn der Saison fast niemand gerechnet hatte. Mit 46 Punkten hat sich das Team von Trainer Roger Schmidt nämlich einen festen Platz unter den Top 5 gesichert und hat somit die besten Ambitionen, an die Aufstiegsränge anzuknüpfen. Zur Zeit liegen die Blau-Weißen auf dem vierten Tabellenplatz, punktgleich mit dem FC St. Pauli (3.) und Eintracht Frankfurt (2.), weswegen sie mit einem Dreier am Tivoli zumindest über Nacht die Aufstiegsränge zieren könnten.

Auf der anderen Tabellenseite, wo es um das "nackte Überleben" in Liga Zwei geht, ist von Aufstieg nicht einmal zu träumen. Die Schwarz-Gelben aus der Kaiserstadt scheinen sich mit dem 12. Tabellenplatz zwar aus den unteren Regionen befreit zu haben, die Abstiegsangst sitzt ihnen dennoch in den Knochen. Gerade einmal zwei Punkte trennt das Team von Trainer Funkel von einem direkten Abstiegsplatz, nur um einen Punkt unterscheiden sie sich damit von dem FC Erzgebirge Aue, der, punktgleich mit Ingolstadt (15.) und dem MSV Duisburg (14.) zur Zeit den Relegationsplatz Inne hat.

Sowohl oben als auch unten ist es in der Tabelle zur Zeit mehr als eng. Wenige Punkte trennen Kontrahenten, die um den Aufstieg kämpfen, während dort, wo Teams nicht einmal die Hälfte an Punkten erringen konnten (Vergleich: SpVgg Greuther Fürth - Tabellenerster: 47 Punkte; Hansa Rostock - Tabellenschlusslicht: 16 Punkte), nur wenige Punkte um den Verbleib in Liga Zwei entscheiden.
In diesen Wochen trifft die Alemannia mehrfach auf Teams aus dem Oberhaus: Nach dem Remis am Montag gegen Fortuna Düsseldorf (5.) empfängt die Elf um Auer & Co. den SC Paderborn, ehe es am darauffolgenden Freitag zur Spielvereinigung Greuther Fürth geht.
Doch der Coach vom Tivoli bleibt zuversichtlich. Seit nun schon acht Spieltagen ist seine Alemannia schließlich ungeschlagen - das gibt Mut und Zuversicht. Hinzu kommt, dass man in den letzten Wochen sogar gegen Teams aus dem Oberhaus punkten konnte, fuhr man schließlich am Montag einen Punkterfolg bei Fortuna Düsseldorf ein und schlug zum "Restrückrundenauftakt" am heimischen Tivoli sogar den SC St. Pauli.

Dennoch bleibt der SC Paderborn eine große "Wundertüte". Am vergangenen Spieltag kamen die Blau-Weißen zwar über einen beachtlichen und vor allem verdienten 4:2 Erfolg über Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt, in der Woche zuvor kam man bei Dynamo Dresden allerdings nicht über ein 2:2 Unentschieden hinaus, gerade nachdem die Spielvereinigung die lange Siegesserie der Paderborner durchbrochen hatte. Es ist also schwer einzuschätzen, wie die Elf um Toptorjäger Proschwitz am Samstag auftreten wird, wenn Schiedsrichter Ittrich die Partie gegen 13 Uhr anpfeifen wird. Definitiv fehlen werden dem SC Paderborn Langzeitverletzte wie Gonther, Wissing oder Krause.
Auf der anderen Seite ist die Liste derer, die zur Zeit nicht in den Spielbetrieb eingreifen können, nicht ganz so gering. Florian Müller ist trotz seiner Ankündigung vor knapp vier Wochen bislang nicht in das Mannschaftstraining eingestiegen. Zudem fehlen dem Coach Bilal Cubucku, Kevin Maek, Mario Erb und auch Kim Falkenberg, der sich in der Partie gegen Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprungbein und Kahnbein des rechten Fußes zugezogen hat. Für den blonden Rechtsverteidiger könnte am Samstag Shervin Radjabali-Fardi in der Starfelf stehen.