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Die Sache mit der Leiter

Immer tiefer versinkt die Alemannia in den letzten Wochen in den Tiefen des düsteren Tabellenkellers. Mit nur vier Punkten aus neun Ligaspielen steht das Team von Trainer Funkel als schlechteste Mannschaft der Liga dar. Und auch die Torausbeute zeugt nicht gerade davon, dass dieser Stand ziemlich ungerechtfertigt ist: Ein mageres Törchen gelang der Truppe am dritten Spieltag beim FC St. Pauli. Seitdem ist Schicht im Schacht - Alemannia hat die schlechteste Offensive aller Lizensmannschaften aus Liga 1-3.
Als man am Boden der Tatsachen angekommen war, nach einer miserablen Leistung beim SC Paderborn, hatte man Peter Hyballa entlassen. Man fragte sich, wer diese Leiter gestohlen hatte, die alleinig das Entkommen aus dem Tabellenkeller sicherte. Sieben Tage später kam ein Mann mit neuer Leiter: Doch auch diese zerbrach am vergangenen Samstag, als im ersten Spiel unter Trainer Funkel die nächste Pleite (0:2) eingefahren wurde.

Im übertragenen Sinne steht unsere Leiter für die Tore, die bei der Alemannia zur Zeit wirklich Mangelware sind. Neben "den Fans endlich ein Erfolgserlebnis schenken" steht das Ziel, die Bälle mal im gegnerischen Kasten zu versenken, ganz oben auf der Schwarz-Gelben To-Do-Liste.
Schon morgen könnten diese Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, wenn man am Tivoli den FSV Frankfurt empfängt. Noch nie zuvor hatte man gegen den Gegner aus Hessen, der erst einmal in dieser Saison einen Dreier einfahren konnte, verlieren können.
Um zu verhindern, dass sich alle Vorahnungen ins Gegenteil wenden, wird David Hohs am Freitag den Kasten hüten. Boy Waterman musste aufgrund wiederkehrender Hüftprobleme am Dienstag das Training abbrechen, wird dem Trainer daher nicht zur Verfügung stehen. Und auch auf Anouar Hadouir muss der erfahrene Fußballlehrer verzichten: Der Marokkaner hatte sich im Training am Knie verletzt und fällt damit bis auf weiteres aus. Benjamin Auer wird dahingegen wieder in die Startelf zurückkehren, soll mit Sergiu Radu für ein erfahrenes Sturmduo sorgen.

Wenn man den Zahlen der Alemannia trauen kann, wurden für die Partie gegen den Tabellenlelften nicht einmal 12.000 Karten verkauft. Es wäre nach der Partie gegen Tabellenführer Fürth der nächste negativ Rekord.

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Kein Funkeln in den Augen

Auch mit neuem Trainer altes Alemannia Leid: Keine Tore, keine Siege.


Friedhelm Funkel ist bei weitem nicht der einzige, der in dieser Saison versucht, mit seinem Team das erste Erfolgserlebnis zu feiern. Er ist der dritte Trainer im Bunde, der nach der Entlassung Hyballas Interimscoach Ralf Aussem am Dienstag ablöste. Peter Hyballa hatte gegen Paderborn noch auf der Bank gesessen, wurde vier Tage später dann aufgrund der abermals niederschmetternden Leistungen entlassen. U-23 Trainer Ralf Aussem musste einspringen und gegen Fürth das erste und einzige Mal an der Seitenlinie stehen. Denn schon wenige Tage nach dem überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft (Remis gegen Tabellenführer) musste er diese an den neuen  Trainer abgeben. Friedhelm Funkel hatte das Rennen gemacht und am Dienstag einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Nachdem der erfahrene Coach im Training erste Eindrücke sammeln konnte, hatte er bei seinem Debüt am Samstag zum ersten Mal auf der Bank Platz zu nehmen. 
Das Spiel an der alten Försterei stand unter einem weniger guten Stern, musste Funkel schließlich neben Junglas (Rotsperre) verletzungsbedingt auch auf Radjabali-Fardi und Mario Erb verzichten. Anouar Hadouir saß zudem nicht mit im Flieger nach Berlin, da er am Vortag Vater geworden war. Falkenberg und Hartmann feierten dafür ihre erste Nominierung in den Profikader.
Mit Boy Waterman stand Alemannias richtige Nummer Eins am Samstag wieder zwischen den Pfosten. In der Partie gegen Fürth hatte der Stammtorhüter aufgrund von Adduktorenproblemen passen müssen, wurde von David Hohs ersetzt, der am Samstag als Ersatz auf der Bank Platz nahm. 
Weil Radjabali-Fardi in seiner Heimat aussetzen musste durfte Jonas Strifler auf Rechtsaußen von Beginn an ran. Neben dem Neuzugang von Dynamo Dresden bestand die Viererkette aus Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Timo Achenbach. Im 4-3-3 markierten Kratz und Sibum die Doppelsechs, davor kam Ray Yabo. Über Außen stürmten David Odonkor und Marco Stiepermann, der den frischgebackenen Vater Hadouir ersetzte. Sergiu Radu blieb, wie in der vergangenen Woche, der zentrale Punkt im Aachener Angriff.

Dass Kapitän Auer zum zweiten Mal in Folge nur auf der Bank Platz nahm änderte in den Anfangsminuten nichts daran, dass in Alemannias Offensive ein frischerer Wind wehte. Beide Mannschaften kamen nicht so richtig aus den Puschen, was zur Folge hatte, dass die Torhüter in den Anfangsminuten nur bedingt gefordert wurden. 
Die Startschwierigkeiten der Alemannen bestimmten allerdings keinen Großteil des Spiels. Stiepermann ließ den Knoten platzen, als er mit der ersten richtig guten Chance Eindruck schindete. Sein Schuss aus spitzem Winkel brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, der Ball strich um Zentimeter am Kasten Glinkers vorbei.

Wirklich eingreifen musste Boy Waterman nur selten, was die Tatsache des plötzlichen Gegentors nicht gerade positiver machte. Nach einer Ecke kam der Ball über Umwege zu Markus Karl, der keine Probleme damit hatte, das Leder aus kurzer Distanz über die weiße Linie zu drücken.
Vor der Pause lag die Alemannia also aus heiterem Himmel zurück, was dazu führte, dass bis zum Pausentee bei ihr überhaupt nichts mehr ging. Der Gegentreffer schien die Tivoli-Kicker zu frusten, hatte man schließlich zuvor selbst die besseren Anteile am Spiel gehabt.
Nach 45 Minuten war dann auch Schluss, Schiedsrichter Rafati pfiff pünktlich zum Pausentee.


Ein guter Start sah anders aus, fand auch Trainer Funkel, beließ es zur Pause jedoch bei der Anfangself. Keine Wechsel brachten auch keinen frischen Wind in das Spiel der Alemannia, Union hatte Göhlert für Madouni gebracht und auch wenn der Verteidiger für das Offensivspiel der Berliner nicht viel konnte, kamen diese deutlich besser wieder ins Spiel. 
Ex-Aachener Mosquera, der schon häufiger gegen die Alemannia traf, hatte schon in der ersten Hälfte immer wieder angedeutet, dass er auch gerne in diesem Spiel scoren wollte. Nach einer knappen Stunde wäre es dann fast so weit gewesen, Boy Waterman musste sich ziemlich lang machen, um den Ball des Kolumbianers noch aus dem Winkel zu fischen. 

Alemannias Offensive hatte man sozusagen "auf Null geschaltet" und deswegen reagierte Funkel, indem er Benny Auer für den ausgelaugten Stiepermann brachte. Den aufgestauten Frust des 30-Jährigen, wieder einmal nur von der Bank aus zu gestartet zu sein, brachte dieser in seiner ersten Szene direkt ans Tageslicht; Auers ruppiges Einsteigen in einen Zweikampf gegen Zoundi wurde allerdings nicht geahndet.
Der Kapitän hatte Minuten später dann die größte Chance der zweiten Halbzeit auf dem Fuß: Nach einer Hereingabe in den Sechszehner rutschte der "Torjäger" neben den Ball, Glinker war bereits zur Stelle und versaute den Schwarz-Gelben somit die Hoffnung, doch noch einen Punkt aus der Hauptstadt mitzunehmen.
Denn auf der anderen Seite entschied sich schon im Gegenzug, dass man sich mit einer Niederlage bei den Eisernen zufrieden geben musste: Quiring wurde im Strafraum von Olajengbesi zu Fall gebracht, woraufhin Schiedsrichter Rafati ohne zu zögern auf den Punkt zeigte. Mattuschka verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0 Endstand.


Damit ist die Alemannia auch nach neun Spieltagen (wieder) Tabellenletzter. Mit nur einem, mageren Torerfolg (zur Erinnerung: Führungstreffer beim FC St. Pauli am 3. Spieltag - Endstand: 3:1) besitzt man nicht nur die schlechteste Offensive der eigenen, sondern auch der ersten und dritten Liga. Letztere haben schon jetzt die ersten im Visier, wenn es um Alemannias Zukunft geht. Doch wenn man wirklich schon jetzt kapitulieren möchte, sollte man wenigstens der nackten Tatsache ins Auge sehen, dass es die Schwarz-Gelben im Falle eines Abstiegs, was wohl eine Insolvenz nach sich ziehen würde, noch viel tiefer verschlagen würde, als "nur" in die dritte Liga.
Angesichts der Tatsache, dass den Tivoli-Kickern noch rund 25 Spiele bevor liegen, sind solche Rückschlüsse allerdings vollkommen überstürzt. Die ersten beginnen schon jetzt, am neuen (!) Trainer - der ja bekanntlich noch nicht einmal eine Woche mit der Mannschaft zusammen ist - zu zweifeln und den Kopf in den Sand zu stecken, weil man sich nicht verstanden fühlt. Andererseits hackt man auf der Mannschaft herum, die es - und das sollte man vielleicht auch einmal anmerken - momentan auch nicht allzu einfach hat, die sich vielleicht zur Zeit auch von niemandem verstanden fühlt. 

„In schweren Zeiten muss man zusammenhalten.“, heißt es. „Sich helfen, unterstützen und daran denken, dass es auch einmal anders - einmal besser - war.“
Auch wenn es schwer fällt, in der Dunkelheit an ein Licht zu glauben, sollten wir jetzt noch nicht den Teufel an die Wand malen. Et hätt' schließlich noch immer jot jejange! 

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Funkel, Funkel, kleiner Stern?

Funkel feiert Debüt in Berlin - Mark Flekken wird Profi




Aus dem Vollen schöpfen können - dies war schon zu Zeiten Peter Hyballas ein Vorhaben, dass nur schwer in die Tat umzusetzen war. Und auch Trainer Funkel hat es aktuell nicht einfacher. Mit Radjabali-Fardi, der sich seit der Partie gegen den Tabellenführer Greuther Fürth mit Meniskusproblemen herumschlägt, fehlt dem Coach am Samstag ein weiterer Bestandteil der Aachener Stammformation. Der 20-Jährige hatte sich bereits darauf gefreut, in seiner Heimatstadt wieder gegen den Ball treten zu können - und auch die Familie war für die Begegnung bereits in die alte Försterei geladen. Jetzt fällt "Radja" kurzfristig aus, soll allerdings laut Vereinsseite schon in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen können.
Auf Manuel Junglas wird der Trainer dahingegen noch etwas länger nicht zurückgreifen können. Nach seiner roten Karte in der Partie gegen Greuther Fürth wurde der Zehner für drei Meisterschaftsspiele gesperrt. Mario Erb fehlt zudem mit einer Kapselverletzung.

Für den neuen Trainer, der sein Amt erst am Dienstag angetreten war, könnte der Stand der Dinge also besser aussehen. Doch dass es der erfahrene Coach mit der Alemannia nicht immer leicht haben würde, hatte er gewusst, als er sich für zwei Jahre an die Schwarz-Gelben band.
Schon in der Pressekonferenz am Dienstag hatte der 57-Jährige erklärt, dass er sich trotz der aktuellen, sportlichen Situation auf seine Aufgabe am Tivoli freue. Er betonte, dass es ihm wichtig wäre, das Team in den wenigen Tagen kennen zu lernen und sich optimal auf den kommenden Gegner einzustellen.
Dieser nämlich ist angesichts der bisher absolvierten Spiele schwer einschätzbar. Union Berlin liegt mit 11 Punkten im guten Mittelfeld der Tabelle. Die Elf von Uwe Neuhaus kam dabei auf drei Siege, drei Niederlagen und zwei Remis.
Ziemlich ausgeglichen die Bilanz, was es für die Tivoli-Kicker natürlich nicht einfacher macht. "Im Training ist von großer Verunsicherung nichts zu erkennen.", weiß Trainer Funkel, der die Mannschaft bislang in fünf Einheiten begleitete. "Der Umgang stimmt, eine gewisse Aggressivität liegt in den Zweikämpfen die Bereitschaft ist absolut da. Das alles sind schon einmal Dinge, die ziemlich positiv sind."


Durchweg positiv ist zudem, dass zum Ende der Woche auch im Bereich des Nachwuchs Fortschritte gemacht wurden. Mark Flekken, bis zur Vorsaison Stammtorhüter der U19 Mannschaft, hat gestern für drei Jahre bei der Alemannia unterschrieben. Der junge Holländer gilt als Nachwuchstalent und trainiert schon seit geraumer Zeit regelmäßig bei den Profis mit.
Der 18-Jährige wurde von Torwarttrainer Hans Spillmann vor zwei Jahren an die Alemannia geführt, spielte in seiner Jugend für Roda Kerkrade. Dass Flekken am Samstag als Ersatzkeeper auf der Bank Platz nehmen wird, ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich.

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Mit Funkel aus der Krise

Meijer findet in Funkel einen erfahrenen Hyballa-Nachfolger!


Eine gute Woche ist es jetzt schon her, als Erik Meijer auf einer spontanen Pressekonferenz bekanntgab, dass man eine schwere Entscheidung getroffen und Peter Hyballa mit sofortiger Wirkung entlassen hatte. 
Mit Interimstrainer Ralf Aussem, dem eigentlichen U23-Coach der Alemannia, hatte sich die Mannschaft auf die nächste Zweitligapartie vorzubereiten, während Manager Meijer nun in der Pflicht stand, sich nach einem neuen Mann für die Seitenlinie umzusehen. Für den 42-Jährigen stand schnell fest, dass Friedhelm Funkel genau in sein Bild passte.

Funkel ist der wohl erfahrenste Mann, den die Alemannia in dieser Woche hätte verpflichten können, hat er schließlich schon rund 1.100 Spiele auf dem Puckel. 
Die Spieler-Kariere des heute 57-Jährigen begann dort, wo sie 17 Jahre später wieder endete: Beim KFC Uerdingen. Zwischenzeitig hatte der Mittelfeldmann 3 Jahre beim FC Kaiserslautern unter Vertrag gestanden, schoss dort 24 Tore in nur 66 Meisterschaftspartien. Insgesammt kommt der Torjäger damit auf eine beachtliche Bilanz von 149 geschossenen Toren in 471 Ligaspielen.
Lange ist es her, dass Friedhelm Funkel noch selbst gegen den Ball tritt, denn heute ist es vielmehr seine Aufgabe, von Außen auf das Geschehen zu blicken. Nach seiner aktiven Zeit als Spieler wechselte er die Seiten und stand fortan nur noch für Vereine wie den MSV Duisburg, Hansa Rostock, Hertha BSC Berlin, den 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt an der Seitenlinie. 
Funkels letzte Station war der VfL Bochum, mit welchem er in der letzten Saison knapp am Aufstieg vorbeigeschrappt war. Vergangene Woche wurde der Coach dann vom Zweitligisten beurlaubt: Ligakonkurrent Bochum war ähnlich schlecht in die Liga gestartet, steht nach der 0:4 Pleite gegen Paderborn nun noch hinter der Alemannia auf dem letzten Tabellenplatz.

Doch mit der Alemannia möchte der erfahrene Trainer dem Tabellenkeller entkommen. "Sich stablisieren", fordert der neue Coach "und dann mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben." Schon am Samstag hat Funkel die Möglichkeit, dafür einen Grundstein zu setzen, wenn seine Elf beim Tabellenneunten Union Berlin geladen ist. 
Am Mittwochmorgen wird das Team mit Funkel und Co-Trainer Christoph John, den er mit an den Tivoli brachte, das Training nach der heutigen Pause wieder aufnehmen.

Funkel unterschrieb übrigens einen Vertrag bis 2013. Ausschlaggebend für eine Verpflichtung seie nicht nur gewesen, dass die Alemannia wieder auf einen erfahrenen Trainer setzen wollte; Erik Meijer kannte den Trainer noch aus seiner eigenen Spielerzeit! Unter Funkel durfte Meijer in Deutschland das erste Mal die Schuhe schnüren (und zwar für den KFC Uerdingen 05!), ehe dort seine eigentliche Kariere begann!

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Klassenunterschied? Von wegen!

Alemannia lässt Spitzenreiter Fürth in starkem Remis alt aussehen!


Die Unterschiede beider Mannschaften, die am Sonntagvormittag aufeinandertrafen, hätte wohl größer nicht sein können. Während die einen die Liga stürmen und mit einer einzigartigen Siegesserie glänzen (6 Spiele, 6 Siege), geht es bei den anderen momentan einfach drunter und drüber. Nach 7 sieglosen Partien, aus denen nur magere drei Punkte hervorgingen, entließen die Schwarz-Gelben am Dienstagmorgen mit Peter Hyballa auch Kollegen van der Luer.
Ausgerechnet vor der Partie gegen den Spitzenreiter standen die Alemannen also ohne Trainergespann da, sodass es Interimscoach Ralf Aussem zu richten hatte. Neben dem U23-Trainer mit langjähriger Profierfahrung nahm unter anderem auch Erik Meijer auf der Bank Platz. Der Manager der Schwarz-Gelben hat bis zum heutigen Tag noch keinen endgültigen Nachfolger für Hyballa bestimmen können, dies solle sich allerdings schon in naher Zukunft ändern, versprach er im direkten Anschluss an die Begegnung.

Die Änderungen der Personalie Hyballa hatten zur Folge, dass sich auch auf dem Rasen etwas tat. Aussem veränderte die Elf der letzten Woche (schwaches Remis in Paderborn) auf gleich vier Positionen. Überraschend war, dass Benjamin Auer erstmals seit der Pleite in Pauli zu Beginn auf der Bank Platz nehmen musste. Der Kapitän gab die Binde an Sibum ab und machte somit Platz für Radu, der in der Aachener Offensive den zentralen Mittelpunkt markierte. Und auch über die Außen stürmten am Sonntag andere Gesichter: Anouar Hadouir bekam den Vorzug gegenüber Stiepermann und feierte damit, ähnlich wie David Odonkor, sein Debüt in der Startelf. Für den Ex-Nationalspieler musste Ray Yabo weichen.
Im 4-3-3 markierte Bas Sibum die Sechserposition, knapp davor kamen Kevin Kratz und Manuel Junglas. Die Viererkette bildete sich wie in der letzten Woche aus Achenbach, Feisthammel, Olajengbesi und Radjabali-Fardi, weil Thomas Stehle und Mario Erb weiterhin verletzt ausfielen.
Verletzungsbedingt auch der Wechsel im Aachener Kasten: David Hohs stand zwischen den Pfosten, weil sich Stammkeeper Boy Waterman mit Adduktorenproblemen quälte. Seinen Ersatz markierte der selbst nicht ganz genesene Tim Krumpen.


Die Alemannia ließ von einem scheinbaren Klassenunterschied in den Anfangsminuten nicht sehen, sondern spielte überraschender Weise befreit auf und hatte zu Beginn die klar besseren Chancen.
David Odonkor bewies Klasse, als er sich wenige Minuten nach dem Anpfif das erste Mal auf Rechts durchsetzen konnte. Der Abschluss des schnellen Flügelflitzers allerdings zu unplaziert, Radu schaffte es nichtmehr, die Flanke mit dem Kopf zu erreichen. Im zweiten Versuch war der 27-Jährige dann zu eigensinnig: Nachdem er wieder perfekt über Außen gekommen war, probierte er sich selbst an Keeper Grün. Sein Schuss erreichte den Schlussmann der Grün-Weißen allerdings nicht einmal.
Vor allem in Form von Odonkor ging von den Schwarz-Gelben in den Anfangsminuten mächtig Druck aus. Hinten stand man kompakt, vorne fehlten abermals wenige Zentimeter für den entscheideten Treffer. 

Die Alemannen spielten nicht so, als würden sie seit dem ersten Spieltag im Tabellenkeller gefangen sein - und auch der Tabellenerste bewies nicht, dass er zurecht dort oben stand. Die Alemannen hatten die Kleeblätter in der Hand, ließen diese kaum bis an den eigenen Sechszehner vorstoßen. Doch gerade in einer Druckphase der Gastgeber erlitten diese einen herben Rückschlag. Nachdem Junglas mit gestrecktem Bein in einen Fürther  gegangen war, zog Schiedsrichter Stieler glatt Rot. 
Doch es blieb nicht das einzige Pfeifkonzert, wenn es um Entscheidungen des Unparteiischen ging. Nur vier Minuten später nämlich hatte dieser abermals eine schwere Entscheidung zu treffen: In einer ähnlichen Situation wie zuvor ging Edgar Prib mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf. Sergiu Radu ging darauf zu Boden und Schiedsrichter Stieler zögerte nicht lange, auch in diesem Fall die Rote Karte gegen den Foulenden zu zeigen. Beide Karten waren im Endeffekt vertretbar, das Spiel basierte in der verbleibenden Stunde auf einem Zehn gegen Zehn.

Immer wieder war es auch im Anschluss David Odonkor, der vor dem gegnerischen Tor für Gefahr sorgte. Die Fürther statteten Keeper Hohs dahingegen nur selten Besuch ab, viel davon, weiterhin Spitzenreiter zu sein, zeigten sie nicht.
Die größte Chance der ersten Halbzeit wurde dann allerdings doch nicht in der Personalie Odonkor ausgeführt. Shervin Radjabali-Fardi hatte sich wunderbar auf Außen freigespielt, umrannte gleich mehrere Fürther Abwehrspieler und versuchte sich aus spitzem Winkel dann selbst. Der Abwehrmann zwang Keeper Grün zu einer Parade, wenige Minuten später war dann auch Schluss. Es ging torlos in die Kabinen, auch wenn sich vorallem die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte einen Treffer verdient gehabt hätten. Es war wohl mit die stärkste Halbzeit der Tivoli-Kicker der ganzen Saison.


Ralf Aussem zog es wie Trainerkollege Michael Büskens vor, seine "Zehn" in der Halbzeit noch nicht zu verändern. Die Personalien also die selben, starteten die Schwarz-Gelben mit nicht ganz so viel Elan in die zweite Hälfte. Das hohe Tempo der bereits vergangenen 45 Minuten hing ihnen in den Knochen, sodass man als Fan auf der Tribüne die Augen schon einmal zukneifen musste, als beispielsweise das Leder einmal nur wenige Zentmeter von einem Fürther neben den Kasten gesetzt wurde.
Die Alemannen waren fast nur noch nach Standards gefährlich: Hadouir zwang Keeper Grün nach einer guten Stunde dazu, sich ordentlich lang zu machen. Ohne die Parade des Schlussmanns hätte der Freistoß so gepasst. Auch Kratz versuchte es aus ähnlicher Position wenige Minuten später, der Mittelfeldmann setzte das Leder jedoch knapp über die Latte.
Mit frischen Leuten versuchte Aussem noch einmal etwas Schwung in das geschwächte Spiel der Alemannen zu bringen. Für den müden Odonkor kam Marco Stiepermann und auch Ray Yabo durfte Anouar Hadouir in den letzten Minuten ehrenvoll vertreten. Beide Akteure wurden unter tosendem Applaus verabschiedet.

Die beiden Neuen versuchten sich in den Schlussminunten noch einmal zu präsentieren, während Ray Yabo vor Grün jedoch zu egoistisch war, scheiterte Stiepermann klar an diesem. In den letzten Sekunden der Partie hätten die Gäste das Spiel dann allerdings im Handumdrehen für sich entscheiden können. Hohs fasste den Ball gegen zwei Angreifer jedoch sicher und garantierte somit wie Waterman in Paderborn und Rostock in den Schlussminuten das torlose Remis.
Die Alemannia hat damit nach der Pleite des Tabellennachbarn Bochum (0:4 gegen Paderborn) den letzten Platz an diesen abgegeben und steht nach 8 Spieltagen - immer noch mit nur einem erzielten Tor - auf dem 17. Tabellenplatz. Schon am Samstag könnte man nach 4 Niederlagen und 4 Remis dieser "Serie" einen neuen Namen verleihen, indem man den ersten von 4 Siegen erziehlt. Vielleicht wird bei Union Berlin schon ein neuer Coach im Alemannengewand auf der Bank sitzen.