, ,

Schluss mit leeren Versprechungen

Alemannia will gegen die Kickers wieder ein Erfolgserlebnis feiern!


Auch drei Tage nach dem Unentschieden gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, das sich im Nachhinein mehr wie eine Niederlage angefühlt hat, ist die Stimmung am Tivoli immer noch angespannt. Zufrieden mit den Leistungen der letzten Wochen ist hier niemand, darauf schwören, dass Besserung schon in naher Zukunft in Sicht sein wird, tun sie dahingegen alle - und das schon seit Tagen. Denn bereits nach der Partie in Karlsruhe, in der man sich am vergangenen Samstag unter seinem Niveau präsentiert hatte, versprach nicht nur Trainer Ralf Aussem schnelle Besserung. Auch die Jungs, die im Wildparkstadion zum Einsatz gekommen waren, versprachen, sich mit einem Erfolgserlebnis für ihre desolaten Leistungen zu entschuldigen. Diese Worte blieben leere Versprechungen: Auch am Dienstag kam die Alemannia gegen den Tabellenletzten nicht über ein 1:1 Remis hinaus. Wenn die Elf nun am Samstag bei den Stuttgarter Kickers zu Gast ist, ergibt sich eine neue Chance, die Erwartungen der letzten Wochen zu erfüllen - nämlich endlich wieder ein Erfolgserlebnis zu feiern.

Eine Unterstützung für die personell leicht angeschlagenen Alemannen könnte Christian Weber sein. Der defensive Mittelfeldmann, der am heutigen Freitag seinen Kontrakt in Düsseldorf auflöste, sei bei Schwarz-Gelb laut Angaben der Aachener Zeitung schon lange im Gespräch. Jetzt, wo die Fortuna für den 28-Jährigen keine Option mehr ist, könnte sein Weg durchaus nach Aachen führen. Vor allem nach den Ausfällen von Demai und Rösler, die dem Kader nun mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen werden, käme Trainer Ralf Aussem ein weiterer Routine in den eigenen Reihen sehr gelegen.
Wenn in Liga 3 am morgigen Samstag der achte Spieltag anbricht, wird Weber seine Schuhe noch nicht schnüren. Bei der Partie gegen den Tabellenzwölften muss der Trainer mit dem auskommen, was ihm zur Verfügung steht. Neben den bereits angesprochenen Akteuren zählt auch Kristoffer Andersen dazu. Der belgisch-dänische Neuzugang plagt sich weiterhin mit muskulären Problemen herum.

Angepfiffen wird die Partie im Gazi-Stadion auf der Waldau morgen gegen vierzehn Uhr. Wie die Alemannia offiziell bestätigt hat, plant der SWR für alle, die das Spiel live nicht mitverfolgen können, die Highlights in einer Sondersendung „Sport am Samstag“ ab 17.15 Uhr zu zeigen.

, ,

Das Spiel geht weiter

Alemannia enttäuscht auch gegen Erfurt. Lichtblick: „Flo“ Müller!




Die Worte waren hart, die Pfiffe waren laut. Als am Dienstagabend der Schlusspfiff ertönte, hagelte es am Tivoli ordentlich Kritik. Auch wenn diese weitesgehend destruktiv und in Form von unangenehmen Pfiffen über die Ränge hallte, musste sich ein jeder eingestehen: Sie war berechtigt.
Denn über weite Strecken hatte die Alemannia nicht beweisen können, dass sie zurecht als Favorit in diese Partie gegangen war. Gegen einen Gegner wie den FC Rot-Weiß Erfurt, der am Samstagabend erstmals gegen die desolaten Vorstellungen in den bisherigen Ligaspielen vorgegangen war und als Tabellenletzter Trainer Emmerling den Laufpass gegeben hatte, hatten die Erwartungen aller über dem Gezeigten gelegen. Wieder einmal wurde ein Beispiel dafür aufgezeigt, dass in dieser Liga ein jeder einem jeden Konkurrenz machen kann. Geht man zu leichtsinnig in eine Partie, die gegen einen in der Tabelle schlechter platzierten Gegner ausgetragen wird, so wird man häufig böse überrascht, kann vorgegebene Erwartungen nicht erfüllen. Dies könnte mitunter ein Grund dafür gewesen sein, dass die Alemannia in den letzten drei Begegnungen mit Mannschaften aus dem Unterhaus (Kickers Offenbach, Karlsruher SC und Rot-Weiß Erfurt) nicht siegreich sein konnte. 
Doch diese Spiele zeigten viel mehr als das. Schwarz-Gelb tut sich schwer, steht der Gegner tief in der eigenen Hälfte, ihr eigenes Spiel selbstständig aufzuziehen. Ein einziger Moment der Unachtsamkeit genügt der Gegenseite dann meistens, die Alemannia für ihre fehlende Durchschlagskraft zu bestrafen - so wie auch am Dienstag, als es einem besonderen Mann zu verdanken war, dass man trotz fehlenden Impulsen am Ende nicht als Verlierer vom Platz ging.

Denn für Florian Müller hätte es kein besserer Einstand werden können. Zwei Jahre ist es her, dass der 26-Jährige letztmals in der Startelf gestanden hatte. Nach seinen beiden Kreuzbandrissen in den Jahren 2010 und 2011 feierte „Flo“ schon in Bielefeld am Anfang dieser Saison sein Debüt. Beim Remis gegen den Tabellenführer wurde er acht Minuten vor Schluss eingewechselt. Erst am Samstag durfte der Mann für die Außen beim Spiel gegen den Karlsruher SC dann wieder ran. In Minute 34. kam der gebürtige Eisenhüttenstädter für den enttäuschenden Marcel Heller und machte dabei einen solch guten Eindruck, dass er drei Tage später auch am heimischen Tivoli sein Debüt feiern konnte. Neben Streit, Kefkir und Brauer tauchte auch der Name Müller in der Startaufstellung auf - doch damit nicht genug. Besonders in Erscheinung trat „Flo“ erst, als rund zwanzig Minuten nach Spielbeginn sein Name wieder auf der Videowand aufleuchtete - und dieses Mal mit besonderem Grund: Seinem ersten Tor.

Getrübt wurde die Freude über seinen ersten Treffer von jenem, der rund zehn Minuten zuvor am Tivoli gefallen war. Denn Keeper Tim Krumpen hatte schon früh im Spiel erstmals hinter sich zu greifen. Es schien, als habe die Abwehrreihe um Fabian Baumgärtel, Seyi Olajengbesi, den herausstechenden Mario Erb und Kai Schwertfeger für einen Moment geschlafen, als Alemannia den ersten Rückschlag in diesem Spiel einstecken musste. Das Team von Interimscoach Preußer ging in Führung - und das war nur der Anfang. Denn wenige Minuten später gleich der nächste Schicksalsschlag: Verletzungsbedingt musste Sascha Rösler den Platz verlassen. Wie heute diagnostiziert zog sich der Routinier einen Kreuzbandriss zu und fällt damit nun mindestens sechs Monate aus. Für ihn kam Freddy Borg. 

Doch der schwedische Neuzugang, der vor allem in den Vorbereitungsspielen zusammen mit Timmy Thiele, der direkt hinter der einzigen Spitze agierte, ein sehr gutes Bild von sich gegeben hatte, enttäuschte wieder auf ganzer Linie. Nicht ein einziger Ball erreichte den Stürmer, doch allein mit seinen Sorgen war er nicht. Denn das Spiel war nun geprägt von unnötigen Ballverlusten und Fehlern im Spielaufbau - sowohl bei Schwarz-Gelb als auch bei Rot-Weiß. So war ein jeder auf dem Tivoli froh, als Schiedsrichter Timo Gerach nach rund fünfundvierzig Minuten erstmals zur Pfeife griff und zum anschließenden Pausentee lud.

An ein Aufbäumen in Halbzeit Zwei wurde in der Halbzeitpause zumindest auf den Rängen nicht im geringsten gedacht. Denn immer, wenn man in den Partien zuvor Hoffnung auf Besserung hatte, wurde diese eiskalt zunichte gemacht. Personell unverändert stiegen beide Seiten wieder in's Spiel ein und zeigten gleich, dass man sich mit dieser Annahme ausnahmsweise mal nicht getäuscht hatte.
So plätscherte die Partie dahin. Das Publikum wurde von Minute zu Minute ungeduldiger, spielte sich auf dem Platz schließlich wieder ähnliches ab, wie in den Wochen zuvor. Trainer Ralf Aussem reagierte nach rund einer Stunde und brachte für den schwachen Oguzhan Kefkir Offensivmann Sascha Marquet.
Und auch Florian Müller verließen wenige Minuten später die Kräfte. Mit einem Krampf ging der Torschütze zu Boden und in den Köpfen der Fans spielten sich schon wilde Szenarien einer erneuten Verletzung ab. Doch für ihn ging es noch weiter, für ein paar Minütchen, dann nahm ihn Coach Aussem doch vorsichtshalber vom Platz. Die letzten zwanzig Minunten sollte Marcel Heller seinen Platz einnehmen.

Und der Flügelflitzer bekam auch noch die Chance, sich für seine desolate Vorstellung am Samstag zu entschuldigen. Der 26-Jährige lief wenige Minuten vor Schluss alleine auf den Kasten Rickerts zu und hätte Schwarz-Gelb glücklich noch in Führung bringen können, doch sein zu eigensinniges Verhalten im Abschluss machte dem einen Strich durch die Rechnung. 
Auch Timmy Thiele, von dem man im Spiel ebenfalls selten etwas gesehen hatte, bekam noch die Chance, alles klar zu machen, doch auch er vergab eine Großchance in der letzten Spielminute.

So blieb es nach neunzig Minuten bei einem beschämenden Remis gegen den Tabellenletzten aus Erfurt. Wieder hat sich gezeigt, dass die dritte Liga eine verdammt harte ist, von der man nicht erwarten kann, dass die Alemannia - vor allem nach dem Abstieg und mit einem komplett neu zusammengestellten Kader - so durch sie hindurchmarschieren kann. Es bedarf einer gewissen Zeit, bis sich ein gesamtes Team darauf eingestellt hat und zusammen zu einem Ergebnis kommt, das Erfolg verspricht. Und Erfolg verspricht diese Mannschaft ohnehin, sieht man sich allein die Vorstellungen in der Vorbereitung, den ersten Spielen der Saison oder auch jener im DFB Pokal an. Vielleicht muss man ihr nur ein wenig Zeit geben.

, ,

Es kann nur besser werden!

Alemannia empfängt Rot-Weiß Erfurt in der englischen Woche!


Eine Woche, drei Spiele - die dritte Liga ist bekannt für ihren strengen Zeitplan, in welchem den Akteuren der einzelnen Klubs nur selten eine Auszeit gegönnt wird. Doch denkt man zurück an die Partie in Karlsruhe, die desolate Leistung gegen den Mitabsteiger aus der zweiten Bundesliga, dann verfällt ganz schnell der Wille, den Kickern genügend Verschnaufspausen zu gönnen. Mehr und vor allem härteres Training wird schnell gefordert, sollte es auf dem Platz einmal nicht rund laufen - es wird nach Gründen gesucht, die das entschuldigen, was passiert ist.

Auch Alemannias nächster Gegner, der FC Rot-Weiß Erfurt, hat nach der Partie gegen Arminia Bielefeld am Samstagvormittag nach Gründen gesucht; Gründen dafür, auch nach dem sechsten Spieltag mit gerade einmal einem Zähler auf dem letzten Tabellenplatz zu verweilen. In der thüringischen Landeshauptstadt wurde umgehend gehandelt: Für Stefan Emmerling ist die Zeit bei RWE vorbei. Der Cheftrainer hinterlässt einen riesigen Scherbenhaufen und ein Team, das jetzt nicht nur die rote Laterne inne hat, sondern auch noch unter besonderem Druck steht. Ab sofort gäbe es keine Ausreden mehr, das Team wäre gefordert, so Rolf Rombach, Präsident der Rot-Weißen am Samstag.

Während man in Erfurt also auf das Wunder hofft, dass unter Interimscoach Christian Preußer der Knoten endlich platzt, ist man am Tivoli gewillt, das angeknackste Selbstvertrauen wieder zu stärken. Nach zwei verlorenen und einer gefühlt verlorenen Partie soll wieder dreifach gepunktet, die Fans wieder glücklich gestimmt und ihnen für die Unterstützung in den vergangenen Wochen gedankt werden. Um das Ziel, gegen Erfurt ein Erfolgserlebnis zu feiern, zu erreichen steht dem Coach neben Aimen Demai wohl der ganze Kader zur Verfügung. Kristoffer Andersen ist nach muskulären Problemen wieder im Mannschaftstraining, ob es allerdings für eine Nominierung in den Kader reicht, bleibt abzuwarten.

, ,

Total-Ausfall im Wildparkstadion

Alemannia präsentiert sich schwacher denn je beim Karlsruher SC




Das Pokalaus noch in den Knochen, im Kopf schon eine Partie weiter. Wenn in Liga 3 mal wieder englische Woche ansteht, dann fällt es nicht nur uns Bloggern schwer, diesem enormen Zeitdruck Stand zu halten. Auch an den Jungs auf dem Platz geht dieser "Druck" nicht spurlos vorüber. Vor allem dort, wo es drauf ankommt, muss darauf geachtet werden, dass der Kopf frei ist, der Körper fit und die Konzentration nur auf einer Sache liegt.
Als die Elf vom Tivoli am Samstagvormittag zu Gast im Karlsruher Wildparkstadion war, dann entstand selten bis gar nicht der Eindruck, als wäre an all diese Faktoren gedacht. Müde und schlapp, ohne jegliche Angriffslust präsentierte sich die Elf, die von Trainer Ralf Aussem im Vergleich zur Pokalpartie auf keiner Position verändert worden war.

Dass nach neunzig Minuten trotzalledem die "Null" stand, war einzig und allein Keeper Tim Krumpen zu verdanken. Der 23-Jährige, der Schwarz-Gelb schon in der vergangenen Woche vor einer Blamage bewahrt hatte, parierte auch am Samstag immer wieder auf's Neue. Der Schlussmann der Kaiserstädter war mit Mario Erb (ebenfalls positiv aufgefallen im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach) der einzige, der eine konstant gute Leistung zeigte. Total-Ausfälle wie Marcel Heller wurden schon frühzeitig aus dem Spiel genommen. Für ihn stand ab Minute fünfunddreißig Florian Müller erstmals seit Ligastart wieder auf dem Rasen.
Der wiedergenesene Flügelflitzer passte sich gut an, fand auf der rechten Außenbahn schnell in's Spiel - schneller, als alle jene, die schon seit dem Spielanpfiff "Einfluss" auf's Spielgeschehen nahmen. Dass einzelne Akteure überhaupt aktiv auf dem Rasen standen, wurde dem ein oder anderen mitgereisten Anhänger erst klar, als er im Anschluss den Spielberichtsbogen analysierte - und das obwohl er trotz brüllender Hitze seine Aufmerksamkeit über neunzig Minuten dem Spiel gewidmet hatte.

Als Schiedsrichter Daniel Siebert nach rund fünfundvierzig Minuten zum Pausentee lud, war im Wildparkstadion noch zu gut wie nichts nennenwertes passiert. Alemannia stand tief in der eigenen Hälfte, hatte gefühlt nicht einen Schuss auf's gegnerische Gehäuse losgelassen. Hinten sicherte ein konstant stehender Tim Krumpen das 0:0 Pausenergebnis, die mehr oder minder kompakt stehende Abwehr um Baumgärtel, Erb & Co. trug ihren Teil dazu bei.
Wer hoffte, dass sich an Alemannias so gut wie nicht vorhandener Offensivstärke in Halbzeit Zwei etwas änderte, der täuschte sich. Einzig und allein Kapitän Streit sowie der in Hälfte Eins eingewechselte Florian Müller setzten ab und zu Akzente, doch so wirklich angekurbelt wurde die Durchschlagskraft in der Offensive damit nicht. Trainer Ralf Aussem reagierte nach gut einer Stunde und brachte Angreifer Freddy Borg für Sascha Rösler. Vom Neuzugang aus Düsseldorf, auf den bereits vor der Saison große Stücke gehalten wurden, kam nichts in dieser Partie. Wie Marcel Heller präsentierte er sich als zweiter total-Ausfall. 
Doch auch Freddy Borg, Neuzugang von Hansa Rostock, konnte in den Schlussminuten nichts mehr reißen. Eine Torchance - die wohl einzige in diesem Spiel - ging noch auf sein Konto, doch die vergab der glatzköpfige Offensivmann um ein Haar. Ein Tor wäre an diesem Tag eh nicht verdient gewesen, am wenigsten für das Team von Schwarz-Gelb, bei dem sich fünf von vierzehn Akteuren als total-Ausfall herausgestellt hatten. 

Das Endergebnis - nicht wirklich verdient für die Kicker aus der Kaiserstadt, wahrscheinlich ebenfalls wie der Applaus, den die rund fünfhundert mitgereisten Anhänger trotzalledem spendeten. Denn die Kicker hatten es nicht nötig, noch einmal richtig in die Kurve zu kommen. Bis zur Eckpfane kam man, klatschte und streckte beinahe notgedrungen ein paar Daumen in die Höhe, obwohl man genau sah, dass die Fans schon zum Abklatschen bereit auf und an den Zäunen hingen. Mario Erb, der einzige, der seine Kollegen zumindest auf die wartende Fanmeute aufmerksam machte, erntete ablehnendes Kopfschütteln. 
Es blieb bei einer Partie, die man ungerne in Erinnerung behält. Einem schwachen Remis ohne jegliche, nennenswerte Aktion, die vom Gast aus Aachen ausging - und einer Auswärtsreise nach Karlsruhe, die man sich mal wieder hätte sparen können.

, , ,

Eine Re­van­che für Spieltag 34

Alemannia ist am Samstag (14 Uhr) zu Gast beim Karlsruher SC


Eine gute Woche nach dem Pokalaus gegen Erstligist Borussia Mönchengladbach konzentriert man sich rund um den Tivoli wieder vollends auf das Ligageschehen. Zum sechsten Spieltag wird das Team von Trainer Ralf Aussem vom Karlsruher SC empfangen, der in der letzten Saison einen von zwei Mitabsteigern aus der zweiten Bundesliga markierte. 

Es war wie ein Schlag in's Gesicht, als man am 06. Mai diesen Jahres erfuhr, dass man trotz eines Sieges bei Ligakonkurrent 1860 München den Klassenerhalt nicht geschafft hatte. Der Grund hierfür war naheliegend: Der Karlsruher SC hatte gewonnen - und die Aachener damit geradewegs in die Drittklassigkeit gekickt.
Zwei Punkte trennten die beiden Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt damals, als es am letzten Spieltag für beide Mannschaften noch einmal um alles ging. Eine Woche nach dem direkten Aufeinandertreffen, in dem die Alemannia nach neunzig Minuten als Sieger vom Platz gegangen war, entschied sich, wer sich endgültig das Ticket für die Relegation sicherte, um in zwei weiteren Partien abermals um den Klassenerhalt zu spielen. Die Bedingungen waren simpel: Nur ein Sieg und eine gleichzeitige Niederlage der Karlsruher hielt Schwarz-Gelb die Türen zur Relegation offen. Alles andere bedeutete der direkte Abstieg in Liga 3.

Der Ausgang ist jedem Alemannia-Fan noch allgegenwärtig. Nach einer tollen Partie in München, in dem man sich einen 2:1 Erfolg wahrlich erkämpft hatte, musste man nach minutenlangen Warten auf die Spielergebnisse traurig feststellen, dass es dennoch nicht gereicht hatte. Durch den Sieg des KSC gegen die bereits aufgestiegene Eintracht aus Frankfurt musste man den Weg in die Drittklassigkeit antreten. Die Kicker aus dem Wildpark bekamen die zwei-Spiele-Verlängerung - und stiegen ebenfalls ab. Zwei schwache Remis gegen Jahn Regensburg reichten für einen Klassenerhalt nicht aus. Jetzt, rund drei Monate nach dieser turbulenten Schlussphase, treffen beide Teams wieder aufeinander - dieses Mal jedoch unter vollkommen anderen Bedingungen, in einer vollkommen anderen Liga.

Der Ligastart in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands liegt nun schon einige Wochen zurück. Beide Teams wurden nach dem Abstieg als vollkommene Liganeulinge in's kalte Wasser geschmissen - die einen lernten schnell das Schwimmen, die anderen können sich bislang noch nicht über Wasser halten. Mit zwei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage stellt die Alemannia den positiveren Teil dar. Das Team vom Tivoli hat sich gefunden, erwischte den wohl besten Start aller drei Absteiger und kann sich nun mit acht Punkten im oberen Tabellendrittel halten. 
All dies ist bislang nur ein Traum des KSC. Nach fünf Spielen kann die Elf vom Wildpark nicht einen Sieg verzeichnen, liegt derzeit mit gerade einmal drei Punkten auf einem Abstiegsplatz in die Regionalliga. 

Beim Spiel am Samstag könnte sich die Alemannia für den Sieg der Karlsruher gegen die Eintracht revanchieren. Verzichten muss Trainer Ralf Aussem sowohl auf Kristoffer Andersen als auch auf Aimen Demai. Während den Belgier lediglich muskuläre Probleme plagen, bezieht sich der Ausfall des Franzosen auf einen längerfristigen Zeitraum. Wie die Alemannia heute bekannt gab, wurde beim 29-Jährigen ein komplexer Innenknieschaden diagnostiziert, den ihn bis Ende des Jahres außer Gefecht setzt.