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Ordentlich Rückenwind

Hyballa fordert ähnliches Temperament wie in Augsburg

Nach dem phänomenalen Auswärtserfolg bei Aufstiegsaspirant FC Augsburg, empfängt die Alemannia am Freitagabend Rot-Weiß Oberhausen. Die Gemüter schienen sich also wieder beruhigt zu haben, die hitzige Atmosphäre aus der vergangenen Woche – nach der Heimpleite gegen Erzgebirge Aue – wieder abgeklungen. Dennoch gab es unter der Woche wieder einen Auslöser, der vor allem in den Reihen der eingefleischten Fans für mächtig Diskussionsstoff sorgte. Wie die Aachener Nachrichten heute morgen in ihrer Printausgabe publik machten, wird Marco Höger den 2012 auslaufenden Vertrag nicht vorzeitig verlängern. Die Gerüchteküche brodelt schon seit längerer Zeit. Höger soll schon so manch einen Bundesligaklub auf sich aufmerksam gemacht haben.
"Es gibt derzeit nichts zu vermelden.", dementiert sein Berater diese Vermutungen. Ein konkretes Angebot solle nicht vorhanden sein. Höger lehnt also ab, verfrüht seine Zukunft am Tivoli zu sichern. Der Vertrag des 21-Jährigen läuft im Sommer des nächsten Jahres aus, gerne hätte Meijer mit dem Mann aus der Region schon vorzeitig verlängert, man plante, eine Mannschaft um den brillanten Sechser aufzubauen.
Höger lässt derzeit jedoch alles offen. "Es kann alles passieren.", verrät der Mittelfeldmann. Nur noch in diesem Jahr könnte die Alemannia Profit aus einem Wechsel schlagen. Falls Höger die Alemannia im nächsten Sommer verlassen würde, müsste man ihn ablösefrei ziehen lassen.


Auf der entgegengesetzten Seite um mögliche Wechselgerüchte kreisten in dieser Woche Namen wie Deniz Naki und Lasse Sobiech. Ersterer übte das Interesse an den Schwarz-Gelben schon vor zwei Jahren aus; der gebürtige Dürener wollte einst an den Tivoli wechseln. Dieses Interesse scheint jetzt auf der anderen Seite zu existieren. Laut den Aachener Nachrichten sollen Gespräche bereits geführt sein.
Naki steht momentan bei St. Pauli unter Vertrag, sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2012. In der laufenden Saison bestritt der Stürmer 18 Partien. Meist kam er dabei von der Bank, nur einmal stand er über 90 Minuten auf dem Platz.

Lasse Sobiech hingegen ließ man direkt Luft am Tivoli schnuppern. Ihm seie von Sportdirektor Meijer der Tivoli und dessen Umgebung vorgestellt worden, eine Leihe des 20 Jährigen scheint wohl wahrscheinlich. Sobiech kommt aus der "Hyballa-Jugend" – der Trainer der Schwarz-Gelben hatte ihn schon zu seinen Dortmunder Amateurzeiten in seinem Team. Sobiech sollte mit dem Wechsel des Trainers in die erste Elf rutschen, bestritt für die erste Mannschaft Borussia Dortmunds jedoch bislang keine Spiele.
Der Innenverteidiger durchlief ab der U-18 Nationalmanschaft, auch die U-19. Der Youngster übersprang die U-20, etablierte sich direkt in der oberen Klasse der U-21.
Trainer Hyballa legt große Worte auf seinen Ex-Schützling. Kurz und knapp seie der ein "Top Profi".

Um den akutellen Kader der laufenden Saison muss sich Hyballa in den letzten Tagen jedoch auch sorgen. Mirko Casper wird ebenfalls wie Thomas Zdebel am Freitabend nicht einsatzfähig sein. Der Innenverteidiger plagte schon beim Spiel gegen Augsburg über Adduktorenprobleme, kurze Zeit später nahm ihn Trainer Hyballa vom Platz. Ein weiteres "Wehwehchen" beklagte zuletzt auch Thomas Zdebel. Der 37-Jährige wird am Freitag aufgrund von Beschwerden an der Achillessehne nicht im Kader stehen.
Mit Rot-Weiß Oberhausen empfängt die Tivoli-Elf einen komplett anderen Gegner als zuletzt FC Augsburg. Der Gegner aus dem Ruhrgebiet kämpft ums nackte Überleben, steht mit 28 Punkten punktgleich mit dem VfL Osnabrück, aufgrund der schlechten Tordifferenz einen Platz hinter dem Tabellen 16.
Der letzte Dreier gegen den KSC sowie der Punktgewinn bei Schlusslicht Bielefeld lässt die Rot-Weißen wieder hoffen. "Ich denke, Oberhausen wird sehr abwartend agieren.", erklärt Hyballa. "Es wird sich wohl alles hauptsächlich in deren Hälfte abspielen."


Hyballa fordert und erwartet gegen den "kleinen Gegner" von seinem Team eine ähnliche Leidenschaft und Begeisterung wie zuletzt beim Erfolg bei den Schwaben. Ob die Elf um Trainer Hyballa dessen Anweisungen folgen kann, kann morgen ab 18 Uhr im Tivoli live verfolgt werden.
Zum vorletzten Heimspiel der Saison hatte die Alemannia eine Aktion gestartet, bei der Dauerkarteninhaber bis zum heutigen Tag unter Vorlage der Dauerkarte eine zusätzliche Freikarte für die morgige Partie abstauben konnten.

Und auch Tageskartenkäufer werden morgen auf ihre Kosten kommen. Zu jeder verkauften Tageskarte gibt es eine weitere zum halben Preis. Diese Ermäßigungen beziehen sich jedoch alle nur auf Vollzahlertickets.

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Alemannia hat die Fäden in der Hand

In der Augsburger Puppenkiste tanzte wider Erwarten alles nach der Pfeife der Schwarz-Gelben. Die verdorbene Party fand man am Ende auf der entgegengesetzten Seite wieder – Fardi und Kratz setzten den Grundstein für einen verdienten 2:1 Erfolg.



Sonnige 25 Grad maß das Thermometer vor der Augsburger impuls Arena am Sonntag vor der Partie gegen den Aufstiegsaspiranten. Bei schönstem Wetter hatten rund 200 Aachen er den Weg in den Süden Deutschlands gefunden. Nach der 1:5 Heimpleite gegen Aufsteiger Erzgebirge Aue in der vergangenen Woche forderten nicht nur die Fans auf den Rängen eine "Wiedergutmachung". Hinter geschlossenen Türen hatte es auch bei der Alemannia unter der Woche "gekracht", wie Trainer Hyballa berichtete. Zu dem Debakel am vergangenen Sonntag folgten unter der Woche zwei 'denkwürdige' Entscheidungen - Aimen Demai und Thorsten Stuckmann wurden, wie zuvor hier schon einmal berichtet, mit sofortiger Wirkung vom Profikader suspendiert, trainieren in der angebrochenen Wochen weiterhin bei den Amateuren mit.
Im Fokus am Sonntag stand jedoch hauptsächlich das Debakel gegen die Veilchen. Während man bis zur 69. Minute eigentlich relativ kompakt gestanden hatte, folgte innerhalb der folgenden 7 Minuten ein kompletter Einbruch. 4 Tore in verflixten Sieben Minuten - etwas, das man im deutschen Profifußball auch nicht täglich zu sehen bekommt.
Dementsprechend reagierte der Coach was die Startaufstellung gegen den designierten Aufsteiger betraf: Junglas, Arlsan und Feisthammel, von denen vor allem letzterer in der letzten Woche viel Kritik einstecken musste, weil er  bei allen Gegentreffern nicht sonderlich gut aussah, mussten für Uludag, Casper und Olajengbesi das Feld räumen. Eine - abermals - veränderte Viererkette sollte es also richten. Viel defensiver als zuletzt begann man in dieser mit Oljajengbesi und Stehle, sowie Achenbach und Casper auf den Außenbahnen. In einem 4-3-3 agierten gleich drei Alemannen vor der Abwehr. Neben Kratz im zentralen Mittelfeld agierten daneben Höger auf Rechts, sowie Radjabali-Fardi auf Links. Im Sturm fand man neben Auer in der Mitte Stieber auf Rechtsaußen, sowie Uludag auf Linksaußen. Im Tor stand wie gewohnt David Hohs.

Von Anfang an hatte man sich vom potenziellen Aufsteiger wohl viel mehr erwartet. Mit 61 Punkten residierten die Schwaben auf dem zweiten Tabellen Platz, 5 Punkte auf Verfolger Bochum. Dazu lag die letzte Niederlage der Rot-Grün-Weißen eine halbe Ewigkeit zurück. 534  Minuten waren sie ohne Gegentreffer. Dementsprechend war man in den Anfangsminuten wohl von mehr ausgegangen. Auch wenn der FCA seinen klaren Spielzeugen weiterhin treu blieb, den Weg zum Tor suchten die Schwaben jedoch nicht. So waren es die Schwarz-Gelben, die nach etwas mehr als 10 Minuten den ersten Angriff starteten und direkt punkteten. Brillant hatte sich Marco Höger auf Rechts durchgesetzt, der Ball kam zu Radjabali-Fardi, der die Übersicht behielt und aus spitzem Winkel einnetzte (13').
Etwas schockiert vom frühen Gegentreffer trat der Favorit in den Folgeminuten auf. Es dauerte jedoch nur knappe fünf Minuten, bis sie wieder zurück ins Spiel fanden. Ein Schuss aus kurzer Distanz lenkte Hohs zur Ecke, ein erstes Signal vom Gastgeber (19').

Es bleibt die erste und einzige Empfehlung für die Bundesliga in den fortgeführten Anfangsminuten der ersten Hälfte. Während die Alemannia im Laufe der Saison gefühlte tausend Chancen für einen Treffer brauchte, schien es gegen die Bayern einfach besser zu laufen. Denn auch die zweite Chance der Gäste trug zum überraschenden Erfolg bei. In der Mitte kommt Kevin Kratz zum Ball, spielt den in der Defensive aushelfenden Oehrl gekonnt aus, fasst sich aus rund 20 Metern ein Herz und versenkt das Leder mit viel Fingerspitzengefühl in der linken unteren Ecke. Keine Chance für Keeper Jentzsch, 2:0 aus Sicht der Alemannia (24') - so konnte das doch weiter gehen.
Eiskalt in der Offensive, hinten ließ man nichts anbrennen. Die Alemannia spielte munter auf, zeigte ein komplett anderes Bild als in den vergangenen Wochen. Kratz hatte mit einem Freistoß wenige Minuten nach seinem zweiten Saisontor direkt die nächste dicke Chance, welche jedoch zur Ecke geklärt werden konnte. Die folgende Hereingaben köpften die Augsburger ohne Mühe aus dem eigenen Strafraum (29').
Auch die Augsburger kommen im Verlauf einmal bis an den gegnerischen Strafraum. Einen Schuss von Baiers kann Hohs parieren, die nachfolgende Ecke setzte Oehrl über das Gehäuse der Schwarz-Gelben (32').
Als Oehrl das nächste Mal im Strafraum der Schwarz-Gelben auf sich aufmerksam machte, hatte das jedoch einen weniger glimpflichen Ausgang. Der Stürmer wurde von Thomas Stehle vor dem Kasten Hohs' zu Fall gebracht, Schiri Dingert zeigte ohne mit der Wimper zu zucken auf den Punkt. 
Für die Schwaben trat Stephan Hain an, der für seinen Club noch keinen Elfmeter verwandelt hatte. Doch es gab schließlich immer ein erstes Mal - Hain trat locker an, verwandelte eiskalt und ließ damit Keeper Hohs auf der Linie keine Chance - nur noch 2:1 (39').
Die Antwort der Schwarz-Gelben lässt nicht lange auf sich warten.Bei einen Stieber Freistoß geht Höger in die Luft, um Keeper Jentzsch zu täuschen, dieser lässt sich jedoch nicht beirren und kann das Leder gerade noch entschärfen, ehe es im langen Eck untergehen kann (42').
Es blieb die letzte Aktion in Hälfte Eins. Pünktlich pfiff Schiedsrichter Dingert zum Pausentee, mit einer Führung im Nacken traten die Alemannen den Weg zur Kabine an.

Verletzungsbedingt musste Trainer Hyballa zur Pause wechseln. Mirko Casper klagte mit Problemen an den Adduktoren, für ihn stand in Hälfte Zwei Babacar Gueye auf dem Platz. Und auch die Augsburger hatten in der Halbzeit gewechselt. Für Oehrl agierte im Augsburger Sturm nun Toptorjäger Michael Thurk.
Anders als in den ersten Minuten der vergangenen Halbzeit kam Augsburg deutlich frischer aus der Kabine. Die erste Aktion galt somit den Gastgebern, Olajengbesi kann jedoch klären, bevor Werner im Aachener Strafraum an den Ball kommen kann (47').
Eine weitere Änderung in der Aachener Viererkette stand schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff auf dem Programm. Ebenfalls Verletzungsbedingt schied Thomas Stehle aus, für ihn stand nun Tobias Feisthammel in der Innenverteifigung (53').
Wenige Sekunden nach dem frühzeitigen Wechsel dann die dicke Chance zum nächsten Schwarz-Gelben Treffer: Der zuvor eingewechselte Feisthammel kam am nach einem Kratz-Freistoß am langen Pfosten zum Ball, köpft jedoch knappe 2 Meter neben den Kasten Jentzsch'.

Auf der Seite der Gastgeber folgte nun ein weiterer Wechsel. Traore sollte es statt Werner richten, die Augsburger wollten dem Aufstieg heute nun sichtbar näher kommen. 2 Siege fehlten dem FCA noch, im Ergebnis gegen den Tabellen 10. aus Aachen spiegelte sich der Wunsch der Erfüllung dieses Traumes jedoch nicht wieder. 
Um dies zu ändern ist es der frische Mann Traore, der die ersten Weichen zu setzten versucht. Seinen Schuss aus 20 Metern konnte Hohs jedoch parieren (65').
Hüben wie drüben boten sich jetzt Chancen im Minutentakt. Alemannia hätte durch das Duett Auer/Stieber alles klar machen können, der Ungar setzte sich auf Rechts durch und ließ den Ball wie gewohnt in den Strafraum fliegen, wo Auer am langen Pfosten schon lauerte, den Ball jedoch nicht im Tor versenken konnte (67').


Leichtfertig ging man mit der Führung um. Die Alemannia scheinte es spannend machen zu wollen, schafft es nicht, die Führung zu erhöhen und alles klar zu machen. Stattdessen rückte man immer weiter in die Defensive. Der Sturm half hinten aus, teilweise war es nur der Linksaußen Gueye, von dem man in der kompletten zweiten Halbzeit überhaupt nichts sah, der irgendwo in der Gegnerischen Hälfe verweilte, ungedeckt, weil er zuvor schon öfters bewiesen hatte, dass wenn ein langer Ball Hohs ihn erreichte er den Ball sogar ungedeckt ins Seitenaus katapultierte.
Die Alemannia also nun komplett defensiv eingestellt, versuchte ihr Ergebnis nun über die Zeit zu drücken. Mit dem einläuten in die "verflixte siebzigste Minute" (wenn man nur einmal auf den vergangenen Spieltag zurückblickt) kam für die Augsburger der Ex-Alemanne Daniel Brinkmann ins Spiel. Am Zuge waren jetzt nur noch die Gastgeber: Nachdem Traore es mit einem Lupfer über Schlussmann Hohs versucht hatte (73'), hatte Augsburg die große Chance zum Ausgleich schon auf dem Fuß liegen. Eine Ecke der Schwaben rutschte Hohs durch die Finger, Hain kam ungedeckt zum Abschluss, zog jedoch deutlich über den Kasten der Schwarz-Gelben (74').

Keeper Hohs stand nun unter Dauerbeschuss. Erst parierte er gegen Thurk und Hain, dann musste er nach einer Hereingabe Brinkmanns nicht mehr eingreifen, weil Baier und Hain knapp über den Ball rutschten (78').


Die Alemannia verteidigte jetzt mit (fast) allen Spielern. Hohs sah (angeblich wegen Spielverzögerung) die gelbe Karte, Dingert hatte nicht gesehen, dass der Keeper der Schwarz-Gelben vom Balljungen den Ball in Mitten seines Gesichtes gekriegt hatte. Von der Bank griff nun auch noch einmal Hyballa ein. Er brachte den schnellen Radu für den ausgelaugten Auer, der im kompletten Spiel sehr wenig vor dem gegnerischen Kasten aufgetaucht war.

Die reguläre Spielzeit neigte sich dem Ende, Schiri Dingert setzte noch einmal drei Minuten drauf. Thurk versuchte es in diesen letzten Minuten noch einmal aus der Distanz, dies brachte jedoch auch nichts zählbares ein. Es war dann auch die letzte Aktion des Spiels. Augsburg spielte in Hälfte eins einfach nicht wie ein Aufsteiger, Alemannia hatte das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Die Aufstiegsfeier der Schwaben gesprengt waren es die Tivoli-Kicker, die nach dem Spiel überglücklich ihren Sieg feierten. 11 Mann auf dem Platz, die Trainer auf den Bänken und knapp 200 mitgereiste Fans erlebten einen überraschenden, jedoch verdienten Sieg in der impuls Arena.  

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Zu Gast in der Augsburger Puppenkiste

Drunter und drüber ging es für die Alemannia in der letzten Woche, nachdem auf der Videowand nach der Partie  gegen Aufsteiger Erzgebirge Aue eine saftige 1:5 Niederlage aufgeleuchtet war. Innerhalb von 7 Minuten war das komplette Grundgerüst der Aachener Verteidigung zusammengeklappt - 4 Tore hatte man sich in dieser recht kurzen Zeitspanne eingefangen. 
Doch auch beim Rest des Schützenfest ging am Sonntag nicht viel. Siebzig Minuten lang war man die dominierende Mannschaft, hatte auf dem Papier die besten Anteile, die größten Chancen. In der Realität sah das Ganze jedoch anders aus. 

Wo die Alemannia zig tausend Anläufe brauchte, genügte den Veilchen lediglich fünf - fünf Chancen, fünf Tore. Trainer Hyballa würde von seine Team von solch einer Konstante wohl auch gerne einmal sprechen.

Doch der hatte sich - neben Kritik von allen Seiten - über die Woche noch viel mehr anzuhören. Nachdem diverse Gerüchteküchen Mitte der Woche zu brodeln begannen, was einen möglichen Wechsel des Mannes an der Seitenlinie betraf, begann Hyballa gestern mit dem Aufräumen. „Ich werde auch in der nächsten Saison Trainer bei Alemannia Aachen sein.“ Dabei ließ es der Coach bestehen, fügte lediglich hinzu: "Ich habe ein Ziel mit dieser Mannschaft und mit diesem Club."
Kein Ziel mit dem bestehenden Team haben in der auslaufenden Saison wohl Aimen Demai und Thorsten Stuckmann. Unter der Woche gab man den beiden bekannt, dass sie mit sofortiger Wirkung vom Profikader suspendiert wurden. Als Grund für die Abmahnung Demais schob die Alemannia ein "am Rande gelaufenes" Interview vor. Es hätte "alles seine Gründe", erklärte Sportdirektor Meijer. Es seie "Intern noch mehr abgelaufen". Was die Situation um Stuckmann angeht, lässt man Außenstehende weiter im Unwissenden. Viel gemunkelt wird auf den billigen Plätzen, das Debakel am letzten Spieltag ließ auch nicht wenige Fans hellhörig werden.

Diese gilt es am kommenden Ostersonntag wohl wieder zu besänftigen, wenn man beim Aufstiegsaspiranten Augsburg zu Gast ist. Aus dem Fiasko in der vergangenen Woche sei gelernt, mögliche Wechsel in der Startaufstellung lässt der Trainer jedoch weiter offen. 

Mit dem FC Augsburg erwartet die Alemannia "ein komplett anderes Team als am Sonntag." Bei dem sie, laut Coach Hyballa, "nichts zu verlieren hat."
"Die ersten 70 Minuten gegen Aue zeigten das Sinnbild dieser Mannschaft.", erklärte Hyballa. "Wie ein Kartenhaus sind wir dann eingestürzt. Vielleicht kannst du das bei so einer Mannschaft auch mal akzeptieren."
Beim kommenden Gegner soll Hyballas Kartenhaus gefestigt sein. Der Trainer warnt vor der Partie vor der starken Mittelfeldreihe der Rot-Weißen, sowie der starken Abwehrkette, die in der laufenden Saison nur 21 Gegentore zuließ. 
Auf die stärkste Abwehrkette der Liga trifft am Sonntag eine - mehr oder minder - starke Offensive aus Aachen (mit 50. Toren weit oben in der Liga, nur drei Vereine schossen mehr, darunter FC Augsburg).

Die Hütte schein voll zu werden, wenn der FC Augsburg zum vorletzten Mal in dieser Saison zum Heimspiel ruft. Laut Verein wurden bislang rund 17.000 Karten für die Partie gegen die Schwarz-Gelben verkauft, von denen rund 120 mit in den Süden reisen.
Der Vorverkauf für die Partie gegen die Schwaben ist bereits beendet. An den Tageskassen vor Ort sind jedoch noch Karten zu erwerben.

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Alemannia kassiert Veilchen

Debakel am Tivoli 

Am Sonntagvormittag empfing die Alemannia im Duell "Ost gegen West" Erzgebirge Aue. Nach dem negativen Vorfall am Mittwoch hatte man zum Training erst wieder am Freitag gerufen, wo man direkt den nächsten Ausfall zu beklagen hatte. Mit muskulären Problemen hatte Aimen Demai das Training abbrechen müssen, in der kurzen Zeitspanne schaffte es der Abwehrmann nicht, seine Beschwerden zu lindern - zum wiederholten Mal in dieser Saison stand ein Umbau der Viererkette auf dem Programm. 
Diese begann, einzig und allein auf der Position Demais verändert, mit Feisthammel und Stehle in der Innenverteidigung, sowie Achenbach und Radjabali-Fardi auf den Außenbahnen. Marco Höger kehrte nach Gelbsperre in's zentrale Mittelfeld zurück. Über Links kam Kevin Kratz, über Rechts Manuel Junglas. Hinter den Spitzen um Auer und Stieber agierte Tolgay Arslan. Im Kasten der Schwarz-Gelben stand wie gewohnt David Hohs. 

Trotz des sonnigen, Fußball tauglichen Wetters fanden nur rund 16.600 Schwarz-Gelbe zur Partie gegen den Gegner aus dem Osten. Tabellarisch lag dieser wider den Erwartungen vor der Saison nun vor der Elf von Peter Hyballa, hielten weiterhin beachtlich den Anschluss nach oben, den Relegationsplatz nicht aus den Augen verlierend, schließlich fehlten für einen Sprung auf ebendiesen nur wenige Punkte.
Nach dem Aufstieg in Liga Zwei ging es für die Lila-Weißen stetig bergauf. Zwischenzeitig fanden sich diese  auf dem ersten Tabellenplatz wieder, momentan nur ganze vier Ränge weiter unten. Gegen den "großen" Gegner aus dem Erzgebirge hatte sich das Team von Trainer Hyballa reichlich viel vorgenommen. "Gewinnen", wolle man schließlich. Und schon in den Anfangsminuten sollten diesen aussagekräftigen Worten Taten folgen. 

Mit beachtlich hohem Tempo starteten beide Mannschaften in die Partie, Torchancen ergaben sich jedoch keine. Es dauerte bis in die elfte Minute, dass die Schwarz-Gelben mit positivem Resultat vor dem Gästetor auftauchten. 
Keeper Hohs hatte einen langen Ball genau in die Laufbahn Stiebers geschlagen. Der Ungar setzte sich am Strafraum der Gäste gegen zwei Verteidiger durch, ließ im Abschluss Keeper Flauder keine Chance, der durch die Verletzung Männels nach 3 Jahren das erste Mal wieder im Kasten der ersten Mannschaft in Liga 2 stand. Für David Hohs war dieses Tor ebenfalls eine "Premiere". Es war das erste Mal, dass ein Assists gänzlich auf die Kosten der Nummer 22 ging. 

Sah beim Gegentreffer ganz schön
 alt aus: Tobias Feisthammel
Dass "Konsequent" nicht grade eine Beschreibung ist, die auf die Alemannia zutrifft, dürfte allgemein bekannt sein. So konnte man beinahe an einer Hand abzählen, wie lange es zum Ausgleichstor der Veilchen dauerte. Eine Hereingabe Schlittes überschätzte Feisthammel, Kern kam am langen Pfosten ungedeckt an den Ball, ließ Hohs aus geringer Entfernung keine Chance (17'). 

Ausgeglichen war die Partie Mitte der ersten Hälfte. Chancen gestalteten sich hüben wie drüben, auch wenn die Alemannia in ihrem Vorhaben weitesgehend aggressiver schien, schafften sie es nicht, dass Remis zur Führung zu drehen. Doch Keeper Hohs wäre beispielsweise in der 30. Minute beinahe wieder an einem Treffer der Schwarz-Gelben beteiligt gewesen. Ein langer Ball kam, mit Zwischenstation per Kopfball Auers, zu Zoltan Stieber. Der junge Ungar versuchte es mit einem Heber, setzte jedoch knapp über den Kasten Flauders. Wenige Minuten später versuchte es auch Manuel Junglas aus ähnlicher Position, der 21-Jährige zog jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (33'). Von Aue kam bis kurz vor Schluss der ersten Hälfte kaum mehr etwas. Überraschender Weise waren es jedoch die Gäste, die, wie aus dem Nichts einen Konter startend, die letzte Aktion der ersten 45 Minuten markierten. Klingbeil steckte perfekt durch zu Ramaj, der jedoch den Kasten Hohs knapp verfehlte.

In Hälfte zwei starteten beide Teams unverändert. Die ersten Möglichkeiten boten sich jedoch auf Seiten der Gäste. Schröder bediente erneut Ramaj, scheiterte jedoch diesmal an Torhüter Hohs (50').
Auf der anderen Seite hatte die Elf von Coach Hyballa die größte Chance zur erneuten Führung: Durch Höger kam der Ball zu Manuel Junglas, der das Leder aus mittlerer Entfernung nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeisetzte (54'). 
Alemannia war nun stärker am Zuge als die Gäste aus Aue. Eine Hereingabe Kratz' wurde gerade noch entschärft, wenig später kam Torschützenkönig Auer wieder zum Ball. Der Kapitän vergab die Chance zur Führung jedoch knapp (69'). 

Beschämend: Ein Einruch in Minuten
Im direkten Gegenzug machte der unberechenbare Gast aus dem Erzgebirge den Aachenern einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Ecke der Lila-Weißen war es Hensel, der, unbeachtet von der Aachener Abwehr zum Kopfball kam. Ohne Gegenwehr landete das Leder Sekunden später im Tor der Schwarz-Gelben - 1:2, die frühe Führung mal wieder aus der Hand gegeben. 
Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Alemannen und deren Fans. Die Abwehrreihe der Tivoli-Kicker schien wie vom Blitz getroffen, nur drei Minuten später war das Durchkommen durchebenjene ein Kinderspiel für Ramaj, welcher mit seinem Abschluss Hohs mächtig alt aussehen ließ - 1:3. 
Einmal geladen ließen sich die Gäste kaum stoppen, ohne mit der Wimper zu zucken netzten sie in der Folgeminute durch Hochscheidt zum 1:4 ein. Ein Aufbäumen der Schwarz-Gelben war nicht mehr zu erwarten. Sie gaben Aue vorallem hinten alle möglichen Chancen - Enrico Kerns Doppelpack in der 77. Minute war dann nur noch Formsache, das Debakel war mit dem 4. Treffer der Auer innerhalb von sieben Minuten komplett. 

Aachens "Blackout" ab der 70. Minute wurde bestraft mit einer 1:5 Heimniederlage gegen den Aufsteiger aus dem Erzgebirge. Viel fälschen konnten die Tivoli-Kicker am Ergebnis nicht mehr. Pünktlich pfiff Schiedsrichter Stark die Partie ab - während die Gäste am Mittelkreis noch ausgelassen feierten, ging es für die Schwarz-Gelben mit gesenktem Blick zurück in die Kabine.

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Ein Aufsteiger der besonderen Art

Erzgebirge Aue zu Gast am Tivoli

Die Trainingswoche der Alemannia wurde vom tragischen Unfall Cubukcus am Mittwochmorgen gänzlich überschattet. Die Vorbereitung auf das Spiel gegen Aue war unterbrochen, das Training am Morgen sogar abgebrochen. Unüblich lud das Trainergespann am Nachmittag sogar zum Waldlauf.
Cubukcu hatte sich am Mittwochmorgen beim Zusammenprall mit Mittelfeldakteur Höger Schien- und Wadenbein gebrochen. "Wir sind Profis, und Verletzungen gehören dazu." Kalt ließ die Schwarz-Gelben der Unfall des Türken jedoch nicht - eher ganz im Gegenteil.

"Das war ein harter Tag am Mittwoch.", berichtet Hyballa in der Pressekonferenz und zieht aus dem ganzen negativen Höhepunkt schlussendlich noch einen kleinen Funken des Positiven. "Das schwört die Mannschaft auch zusammen. Alle haben sich rührend um ihn gekümmert, ich wünsche ihm gute Besserung." 
Cubukcu war inmitten seines Aufbauprogrammes. Weil der Türke noch nicht fit genug war, dachte man sogar darüber nach, ihm in der kurzen Sommervorbereitung einen Personaltrainer an die Seite zu stellen. Die Entwicklung des Mittelfeldakteurs wurde jetzt jedoch jäh gestoppt, wie lange er ausfallen wird ist noch unbekannt.


Stressig war die Woche zwischen dem letzten Auswärtsspiel in Duisburg und dem nächsten Termin am Sonntag gegen Aue (13:30 Uhr) nicht nur aufgrund von Cubukcu. Zwei Neuzugänge hat die Alemannia in diesen Tagen zu verzeichnen gehabt. Kevin Maek (Werder Bremen II) und Fabian Bäcker (Borussia Mönchengladbach) wurden für die kommende Saison an den Tivoli geholt, unterschrieben beide bis 2013. Eine starke Defensivkraft und einen schnellen Stürmer, für beide Defizite sei also gesorgt. "Kevin Maek ist ein kopfballstarker Spieler.", unterstreicht Hyballa. "Fabian Bäcker kann in die Lücken reingehen. Beide sind Spieler aus der Stieber Generation. Sie kommen zu uns und wir wissen nicht genau, was wir aus ihnen machen können. Vielleicht verkaufen wir sie später für ein paar Millionen oder aber sie schaffen es nicht." 

Doch bislang muss Trainer Hyballa erst einmal mit seinem aktuellen Kader auskommen. Fehlen werden dem jüngsten Trainer der Liga neben Bilal Cubukcu die Langzeitverletzten Florian Müller und  Markus Daun. Der Einsatz Aimen Demais ist weiterhin fraglich. Der Defensivmann klagt über muskuläre Probleme, musste das Training am Freitag abbrechen.
Gegen Erzgebirge Aue will der Trainer der Schwarz-Gelben nicht noch einmal "so eine dumme Niederlage" wie in Duisburg am letzten Wochenende erleben. Mit 17 Standardtoren sind die stärken des kommenden Gegners schnell aufgezählt. "Erzgebirge Aue ist eine sehr positive Mannschaft in dieser Saison." Mit 49 Punkten hat die Elf von Coach Schmitt sogar noch Chancen auf den Relegationsplatz. 
Neben den gefährlichen Standards warnt der Trainer zudem vor den Zweikämpfen mit den Veilchen. "Die wollen uns immer im Nahkampf haben. Sie gehen immer mit vollem Mut und voller Dynamik in den Mann und in den Raum rein. Das sind ihre Stärken.", weiß Hyballa.

Ob man diesen "Stärken" der Lila-Weißen trotzen kann, wird sich am Sonntag zeigen, wenn Schiedsrichter Wolfgang Stark gegen 13:30 zum Anpfiff bittet. Bislang wurden gerade einmal knapp 14.500 Karten verkauft. Für alle die, die noch nicht in den Genuss einer Karte gekommen sind, öffnen die Tageskassen am Tivoli rund 2 1/2 Stunden vor dem Spiel.