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"Wir haben es selbst in der Hand"

Ausfall von Feisthammel bringt Probleme in der Defensive mit sich

 



Auch wenn die Alemannia nicht gerade von sich behaupten kann, dass die Abwehrmänner zur Zeit bei ihr Schlange stehen, hat sich kurzfristig auch Innenverteidiger Tobias Feisthammel für das Spiel gegen Union Berlin abgemeldet. Beim Training am Dienstag hatte sich der blonde Dauerbrenner einen Bänderriss im linken Sprunggelenk sowie eine Kapselverletzung zugezogen und fällt somit mindestens vier Wochen aus. 
Doch nicht nur Feisthammel fehlt der Aachener Innenverteidigung am Freitagabend, wenn das Team vom Tivoli auf die Gäste aus der Hauptstadt trifft. Der Ausfall von Kim Falkenberg, der sich in der Partie gegen Fortuna Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprung- und Kahnbein zugezogen hatte, Seyi Olajengbesi, der weiterhin seine Rot-Sperre vom Paderborn-Spiel abzusitzen hat und Shervin Radjabali-Fardi, der sich in der letzten Begegnung zum fünften Mal die gelbe Karte fing, sorgt für ordentliche Probleme in der Defensive der Tivoli-Kicker. Gerade einmal drei "waschechte" Verteidiger werden am Freitag auf dem Rasen stehen. Dauerbrenner Achenbach wird dabei seine linke Position verteidigen, Thomas Stehle und Mirko Casper dürfen erstmals in dieser Saison zusammen und sogar von Beginn an ran. Der konstante Sechser Aimen Demai wird für Fardi auf die Rechtsaußenposition wechseln, Patrico Frau aus der U23 darf aufgrund der Personalenge auf der Bank Platz nehmen.

In der laufenden Saison war es häufiger die Offensive, die den Schwarz-Gelben erhebliche Probleme gemacht hatte. Gerade einmal 19 Treffer (das zwanzigste Pflichtspieltor war ein Eigentor) gehen bislang auf das Konto der Hausherren, zum Gewinnen klar zu wenig – aber auch, um die Klasse zu halten? Nur 21 Punkte schmücken das Punktekonto der Funkel-Elf, womit sie zum 26. Spieltag wieder einen Abstiegsplatz zieren. Auch wenn es dieses Mal nur der Relegationsplatz ist: Bloß zwei Punkte trennen die Kaiserstädter vom KSC auf dem ersten, direkten Abstiegsplatz; Klubs wie der MSV aus Duisburg (ebenfalls 21 Punkte), der FC Ingolstadt (22 Punkte) und FSV Frankfurt (schon 24 Punkte) grüßen von oben und wollen den Abstand möglichst vergrößern.
Der Alemannia bleiben damit nur noch neun Partien, um sich zu fangen; dem Abstiegskampf die kalte Schulter zu zeigen. 

Nachdem man es in den vergangen Wochen zunehmend mit Gegnern aus dem Oberhaus zu tun hatte, machen die kommenden Mut: Mit Union Berlin, Dynamo Dresden und dem VfL Bochum reisen vorwiegend mittelklassige Klubs an den Tivoli, auswärts besucht man sogar direkte Konkurrenten wie den FSV Frankfurt, Ingolstadt und den MSV.
Trainer Friedhelm Funkel nennt das Kind beim Namen: "Wir haben es selbst in der Hand, genügend Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe zu gewinnen." Ob die Personalenge der Alemannia in dieser Hinsicht entgegen kommt? Ganz sicher nicht. Doch der Trainer betonte vor der Partie, dass unten auf dem Platz "erfahrene Männer stehen werden. Die werden ja nicht ins kalte Wasser geworfen!".
Neben den bereits angesprochenen "alten Hasen" wie Thomas Stehle und Mirko Casper wird auch Albert Streit nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zurück in den Kader kehren. Im Aachener Mittelfeld hat der Coach aber ja auch noch Spielraum, sein Team optimal für das Spiel gegen Union Berlin einzustellen, dass am morgigen Freitag gegen 18 Uhr am heimischen Tivoli angepfiffen wird.

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Nass gemacht

Occean lässt Alemannia untergehen





Es war der vorerst letzte große Gegner aus dem Oberhaus, bei dem die Alemannia am Freitagabend zu gastieren hatte. Und dieser war nicht ohne, wenn man bedachte, dass er sich nun schon seit Saisonbeginn im obersten Tabellendrittel aufhält. Denn die Spielvereinigung Greuther Fürth steht zudem seit wenigen Spieltagen wieder auf dem ersten Tabellenplatz und besitzt mit den meist gewonnen Spielen sowie den meist geschossenen Toren den besten Angriff der zweiten Bundesliga. Für die Alemannia dahingegen sieht es nach dem 25. Spieltag wieder düster aus, wo doch der FC Ingolstadt beim Geisterspiel in Dresden auf einen Punktgewinn kam und die Tivoli Kicker somit auf den Relegationsplatz abrutschen ließ.

Denn beim Spitzenreiter aus Fürth konnte das Team von Trainer Friedhelm Funkel nicht zu einem gewünschten Punkterfolg kommen – und das obwohl der Coach seine Elf nicht nur personell sondern auch taktisch ein wenig umgestellt hatte.
Denn da mit Streit, Olajengbesi (beide (Gelb-)Rot-Sperre) und Falkenberg (Knochenmarksödem) auf gleich drei Stammspieler verzichtet werden musste, hatte der erfahrene Übungsleiter notgedrungen zu reagieren. In der Viererkette kam Mirko Casper an der Seite von Tobias Feisthammel zu seinem ersten Saisoneinsatz. Shervin Radjabali-Fardi ersetzte Falkenberg auf der Rechtsverteidiger-Position, Timo Achenbach kam über Links. Im Mittelfeld der Schwarz-Gelben wurden die größten (taktischen) Veränderungen erst sichtbar: Im 4-1-4-1-System markierte Bas Sibum den einzigen Sechser, gleich vor dem Holländer starteten Manuel Junglas und Aimen Demai im zentralen Mittelfeld. Kevin Kratz und Alper Uludag kamen über Außen, während Sergiu Radu die einzige Spitze darstellte. Boy Watermann hatte ebenso in seinem Kasten Platz genommen, wie Benjamin Auer auf der ihm fremden Ersatzbank. Der Kapitän wärmte diese Plätze ebenso wie David Odonkor, Thomas Stehle und Marco Stiepermann.

Mit nur vier Ersatz-Feldspielern zu den Franken gereist zeigten diese von Beginn, dass sie nicht grundlos an der Tabellenspitze verweilten. Mit viel Druck ging es immer wieder in Richtung Keeper Waterman, welcher die Alemannia in den ersten Minuten vor Schlimmerem bewahrte. Doch abgesehen vom Aachener Schlussmann schien das Team vom Tivoli nur körperlich anwesend zu sein. So hatten die Fürther keine große Mühe, die Abwehrreihe der Schwarz-Gelben auseinander zu nehmen. Für Gefahr sorgten unter anderem immer wieder 
Sararer und Occean im Fürther Offensivzentrum, während die Alemannen sogar Mühe hatten, einmal über Mittellinie zu kommen. 
Unter'm Strich kam nichts von der Alemannia in Hälfte Eins, was nach rund 30 Minuten dann auch bestraft wurde. Occean ließ die gesamte Abwehrreihe der Alemannia alt aus sehen und setzte den Strafraum der Gäste mit einer schönen Einzelaktion gänzlich unter Wasser. Der Kanadier vollstreckte anschließend aus kurzer Distanz zur längst fälligen 1:0 Führung.

Der Gegentreffer schien den Alemannen nichts an zu haben. Sie blieben stur ihrer Linie treu, indem sie ideenlos durch die eigene Hälfte kickten und die Fehlpassquote vor der Pause nur noch erhöhten. Pünktlich zur 45. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie für eine gute Viertelstunde und gönnte damit nicht nur den Spielern auf dem Rasen eine kleine Verschnaufpause. Denn vor allem die Anhänger der Schwarz-Gelben benötigten eine Pause, um vielleicht zu begreifen, warum ihr Team so nachgelassen hatte. Warum sie so wenig zeigten, sich gegen den großen Gegner aus Fürth nicht einmal im geringsten anstrengten.

Man hatte die Hoffnung zwar noch nicht verloren, dass in Hälfte Zwei alles besser werden konnte – doch so wirklich daran glauben tat spätestens dann niemand mehr, als die Fürther nach dem Wiederanpfiff den ersten Angriff auf's gegnerische Tor starteten. Dieser brachte jedoch nichts Zählbares ein.
Die Alemannia dahingegen war von einem wirklichen "Angriff", einer guten "Torchance" noch meilenweit entfernt. Obwohl man bis zur Einwechslung von Benjamin Auer nur mit einer Spitze agierte, versuchten es die Schwarz-Gelben zunehmend mit hohen Bällen, die entweder erst gar keinen Abnehmer fanden oder durch Sergiu Radu stets in Ballverlusten endeten. Funkel reagierte erstmals, als er Kapitän Auer für Aimen Demai brachte. Der Tunesier war angeschlagen und verließ humpelnd das Feld.
Der für ihn eingewechselte "Torgarant" sollte den letzten Anstoß geben, noch einmal Druck machen. Doch so wirklich begreifen tat dies sein Team nicht. 10 Minuten vor Schluss war es David Odonkor, der sich noch eine kurze Spielzeit sicherte und die geringe Druckphase der Alemannia miterlebte, die allerdings zu keiner nennenswerten Aktion führte.

So blieb es nach 90 Minuten bei einem Spiel, dass zumindest aus der Sicht der Alemannia nicht zweitligareif war. Der Tabellenführer hatte beim abstiegsgefährdeten keine große Mühe, die drei Punkte in der Heimat zu belassen. Für die Schwarz-Gelben geht es damit in der Tabelle wieder tiefer. Durch das bereits angesprochene Remis von Mitkonkurrent Ingolstadt, dem Punktgewinn des MSV Duisburg und dem Dreier des FSV Frankfurt hat die Alemannia wieder einen Platz in der gefährlichen Zone eingenommen. Mit 21 Punkten markiert das Team von Friedhelm Funkel den Relegationsplatz, der Karlsruher SC hätte morgen im Spiel gegen den FC St. Pauli noch die Chance, an den Tivoli-Kickern vorbeizuziehen, die schon am kommenden Freitag zu Hause auf Union Berlin treffen.

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Mit viel Herz zum Erfolg

 Schon am Freitag ist die Alemannia zu Gast bei Spitzenreiter Fürth!


Es ist wohl das erste Mal in dieser Saison, dass Trainer Friedhelm Funkel sein Team notgedrungen auf gleich mehreren Positionen zu verändern hat. Denn die Partie gegen den SC Paderborn, welche die Blau-Weißen am vergangenen Wochenende mit 0:3 für sich entschieden, trug Folgen: Weil Schiedsrichter Ittrich am Samstag gleich zwei mal den roten Karton zückte, muss der erfahrene Fußballlehrer am Freitag auf Albert Streit und Seyi Olajengbesi verzichten. Nachdem Streit bereits in der ersten Halbzeit mit einer gelben Karte verwarnt wurde, durfte der Neuzugang gut eine Viertelstunde vor Spielende frühzeitig die Duschen aufsuchen. Wenige Minuten später folgte ihm dann auch schon Aachens nigeranische Abwehrrecke. "Ola" war seinem Gegenspieler bei einer Standardsituation unglücklich auf den Fuß getreten und sah für diese "Tätigkeit" glatt Rot – eine wohl mehr als fragwürdige Entscheidung.

Doch das Sportgericht hat es besiegelt: Zwei Spiele lang muss Friedhelm Funkel auf den Abwehrmann verzichten, der in dieser Saison bislang an jedem Spieltag auf dem Rasen gestanden hatte – und das ausgerechnet dann, wenn es für die Schwarz-Gelben zum wohl anspruchsvollsten Gegner der Liga geht. Denn die Spielvereinigung aus Fürth steht nicht ohne Grund seit Wochen an der Tabellenspitze, wo das Team von Trainer Mike Büskens doch über den stärksten Angriff der Liga verfügt (55 Tore) und mit 15 Siegen vor Kaltblütigkeit nur so trotzt. 
Kaltblütigkeit (vor allem vor dem Tor) ist genau das, was der Alemannia in dieser Saison fehlt. Nur 20 Treffer gehen zur Zeit auf das Konto der Funkel Elf – zu wenig, um von sich zu behaupten, den Sprung aus dem Tabellenkeller geschafft zu haben. Denn auch wenn die Platzierung in der Tabelle auf den ersten Blick Mut macht: Nur einen Punkt trennt die Alemannia von einem Abstiegsplatz, im unteren Tabellendrittel könnte es punktemäßig gar nicht mehr enger sein. Und genau in der Zeit, in der es im Abstiegskampf langsam aber sicher um's Eingemachte geht, muss die Alemannia gegen die Spitzenklubs der Liga ran! Doch das Gewissen, in der Rückrunde bereits gegen zwei von drei Topteams aus dem Oberhaus gepunktet zu haben (2:1 Erfolg über St. Pauli, 0:0 Remis in Düsseldorf), ermutigt die Elf vom Tivoli. Friedhelm Funkel ist sich daher sicher, genau zu wissen, zu was sein Team in der Lage ist. Vorallem auswärts hätten seine Jungs bereits gezeigt, dass sie große Gegner auch einmal alt aussehen lassen konnten. Um gegen den Spitzenreiter aus Franken aber nicht unterzugehen, müssen Auer & Co. "immer wieder in die Vorwärtsbewegung kommen", nicht aufgeben, stets weiterkämpfen. Dafür, so ist sich der Coach sicher, benötige es "Laufstärke, Einsatzbereitschaft und Herz" – diese zu zeigen gilt es schlussendlich am Freitag, wenn Schiedsrichter Markus Schmidt gegen 18 Uhr die Partie in der Trolli-Arena anpfeift.

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Doppelpack auf beiden Seiten

2 Mal ROT für Alemannia – 2 Mal TAYLOR für den SCP!

 

Der Rasen im Aachener Tivoli war vor der Partie am Samstag wohl der einzige, dem man die Strapazen der vergangenen Spiele eindeutig ansah. Denn auf Seiten beider Teams gab es dazu ja auch gar keine Anlässe. Der SC Paderborn war erst kürzlich auf einen 4:2 Erfolg über Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt gekommen und sich damit die Chancen, in der nächsten Spielzeit eine Klasse höher zu spielen, weiter offen gehalten. Die Alemannia dahingegen, die trotz acht ungeschlagenen Partien weiterhin um den Klassenerhalt zu kämpfen hat, hatte sich erst am Montag einen Punkt beim Lokalrivalen aus Düsseldorf gesichert.
Doch auch wenn beide Mannschaften verschiedener nicht hätten sein können – ihre Ziele an diesem Wochenende waren die selben: Die eigene Serie halten, die des Gegners brechen.

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen fehlte dem Coach Rechtsverteidiger Kim Falkenberg, der sich bei der Partie in Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprungbein und Kahnbein des rechten Fußes zugezogen hatte. Den Ausfall des Fürther Neuzugangs kompensierte Shervin Radjabali-Fardi. Ansonsten schenkte Friedhelm Funkel all denen sein Vertrauen, die auch schon beim ersten Montagsspiel der Saison von Anfang an auf dem Platz gestanden hatten: Neben Fardi kamen Seyi Olajengbesi, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach auf ihren Einsatz in der Aachener Viererkette. Die Doppelsechs wurde aus Aimen Demai und dem Holländer Bas Sibum gebildet, Kevin Kratz kam über rechts, während Albert Streit den Linksaußen markierte. Kapitän Auer sowie Sergiu Radu sollten für den nötigen Offensivwind sorgen, Stammkeeper Boy Waterman sollte wie gewohnt den Kasten hüten.

Auf der anderen Seite gab es wohl nur eine Personalie, über die man auf den Rängen vereinzelt ein Wort verlor; wahrscheinlich aus eben dem Grund, weil sie die einzige war, mit der man den Kader des SC Paderborns assoziierte: Nick Proschwitz. Der Torjäger der Blau-Weißen hatte schon in wie dem Hamburger Sportverein oder Hannover 96 kläglich versucht, seinen Durchbruch zu erlangen. Erst, als der heute 25-Jährige seine Chance beim Zweiligaklub suchte, gelang ihm das auch. Diverse Erstligaklubs sollen bereits angeklopft haben, sind hinter dem her, der für den SCP in dieser Saison die meisten Tore geschossen hat – 15 an der Zahl, fast so viele, wie die Alemannia insgesamt (20).

Doch am Tivoli sollte der Mittelstürmer nur wenige Minuten die Gelegenheit dazu bekommen, sein Talent unter Beweis zu stellen. Die Alemannia war besser in die Partie gekommen, als der Gegner aus Paderborn, hatte für mehr Wind gesorgt und öfter den Weg vor's gegnerische Tor gesucht. Als der SCP erstmals im Strafraum der Schwarz-Gelben aufkreuzte, war Nick Proschwitz ebenfalls mit von der Partie. Den strammen Schuss des Rechtsfuß konnte Boy Waterman gerade noch ablenken, doch es sollte seine letzte Parade gegenüber dem Angreifer in Blau und Weiß sein. Denn als Proschwitz das nächste Mal vor dem Holländer auftauchte, ging er zusammen mit Abwehrrecke Olajengbesi zu Boden. Beide waren bei einem Zweikampf mit den Köpfen zusammen gestoßen. Während es für "Ola" gleich weitergehen konnte, merkte der Paderborner schon auf dem Platz an, dass es für ihn nicht mehr weitergehen konnte. Mit einem Jochbeinbruch verließ er das Feld, für den Rest der Partie sollte Matthew Taylor Paderborns zweiten Angreifer markieren.
Doch der konnte den Ausfall des Taktgebers nicht gleich kompensieren. Vor dem Alemannen-Tor wurde es wieder ruhiger, nur selten schaffte es der SCP, vor dem Kasten Boy Watermans wirklich Druck zu machen. Doch auch die Gastgeber konnten ihren Vorteil aus der Auswechslung des "gefährlichsten Paderborners" nicht ziehen. Auch auf der anderen Seite ging bis zur Pause nichts mehr, es ging torlos in die Kabinen.

Die nächsten 45 Minuten wurden dann nur noch von den Paderbornern bestimmt. Alemannia fand nicht mehr ins Spiel, ließ sich vom Tabellenfüften komplett überlaufen, was nicht zuletzt darin sichtbar wurde, dass der SCP schon wenige Minuten nach Wiederbeginn erstmals einnetzen konnte. Einen Abstauber hatte der für Proschwitz gekommene Taylor zum 0:1 verwandelt.
Die Alemannia wusste sich nicht mehr zu helfen, für eine Schwalbe kassierte Timo Achenbach wenige Minuten nach dem Gegentreffer den gelben Karton. Doch es sollte nicht der letzte Rückschlag für die Schwarz-Gelben in dieser Partie bleiben. Denn schon kurze Zeit später leuchtete auf der Videowand der nächste Treffer der Blau-Weißen auf: Und wieder ging der Abstauber auf das Konto Matthew Taylors. Ein rabenschwarzer Tag für die Alemannia und ihre Fans, der seinen Höhepunkt noch gar nicht erfahren hatte.

Nach gut 75 Minuten durfte Albert Streit vorzeitig das Feld verlassen, weil er die Nerven Schiedsrichter Ittrichs einmal zu oft überspannt hatte. Bereits in der ersten Hälfte hatte der Neuzugang aufgrund eines Fouls verdient Gelb gesehen. Nachdem sich Streit nach einem Ballverlust zu sehr aufregte, griff Ittrich erneut zum Karton und verwies Streit des Platzes. Doch es sollte nicht die letzte fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen sein: Nur wenige Minuten später, während einer Standardsituation, sprintete der Referee mit erhobener Hand in den Strafraum der Paderborner – und gab glatt Rot. Doch wofür? Diese Frage stellt sich den mehr als 15.000 Besuchern wohl heute noch. Seyi Olajengbesi war einem Paderborner Defensivmann unglücklich auf den Fuß getreten – und durfte Streit dann in der Kabine Gesellschaft leisten.
Neun Aachener waren dem SCP in den letzten Minuten dann vollkommen unterlegen. Nachdem auch Co-Trainer Christoph Johnen auf die Tribüne verbannt wurde, musste sich der Cheftrainer alleine ansehen, wie die Hintermannschaft seines Teams einen weiteren Treffer kassierte. 0:3 hieß es am Ende zwischen dem, der durch seinen Sieg wieder an die Aufstiegsränge anknüpfen kann und dem, der dadurch den Abstiegsrängen gefährlich entgegen kommt. Schon am Freitag wartet ausgerechnet Tabellenführer Greuter Fürth auf das Team vom Tivoli – und zwei Ausfälle von Stammkräften sind da  schon jetzt vorprogrammiert!

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Wundertüte Blau-Weiß

Der SC Paderborn ist in der Liga zur Zeit wohl die größte Überraschung, mit der zu Beginn der Saison fast niemand gerechnet hatte. Mit 46 Punkten hat sich das Team von Trainer Roger Schmidt nämlich einen festen Platz unter den Top 5 gesichert und hat somit die besten Ambitionen, an die Aufstiegsränge anzuknüpfen. Zur Zeit liegen die Blau-Weißen auf dem vierten Tabellenplatz, punktgleich mit dem FC St. Pauli (3.) und Eintracht Frankfurt (2.), weswegen sie mit einem Dreier am Tivoli zumindest über Nacht die Aufstiegsränge zieren könnten.

Auf der anderen Tabellenseite, wo es um das "nackte Überleben" in Liga Zwei geht, ist von Aufstieg nicht einmal zu träumen. Die Schwarz-Gelben aus der Kaiserstadt scheinen sich mit dem 12. Tabellenplatz zwar aus den unteren Regionen befreit zu haben, die Abstiegsangst sitzt ihnen dennoch in den Knochen. Gerade einmal zwei Punkte trennt das Team von Trainer Funkel von einem direkten Abstiegsplatz, nur um einen Punkt unterscheiden sie sich damit von dem FC Erzgebirge Aue, der, punktgleich mit Ingolstadt (15.) und dem MSV Duisburg (14.) zur Zeit den Relegationsplatz Inne hat.

Sowohl oben als auch unten ist es in der Tabelle zur Zeit mehr als eng. Wenige Punkte trennen Kontrahenten, die um den Aufstieg kämpfen, während dort, wo Teams nicht einmal die Hälfte an Punkten erringen konnten (Vergleich: SpVgg Greuther Fürth - Tabellenerster: 47 Punkte; Hansa Rostock - Tabellenschlusslicht: 16 Punkte), nur wenige Punkte um den Verbleib in Liga Zwei entscheiden.
In diesen Wochen trifft die Alemannia mehrfach auf Teams aus dem Oberhaus: Nach dem Remis am Montag gegen Fortuna Düsseldorf (5.) empfängt die Elf um Auer & Co. den SC Paderborn, ehe es am darauffolgenden Freitag zur Spielvereinigung Greuther Fürth geht.
Doch der Coach vom Tivoli bleibt zuversichtlich. Seit nun schon acht Spieltagen ist seine Alemannia schließlich ungeschlagen - das gibt Mut und Zuversicht. Hinzu kommt, dass man in den letzten Wochen sogar gegen Teams aus dem Oberhaus punkten konnte, fuhr man schließlich am Montag einen Punkterfolg bei Fortuna Düsseldorf ein und schlug zum "Restrückrundenauftakt" am heimischen Tivoli sogar den SC St. Pauli.

Dennoch bleibt der SC Paderborn eine große "Wundertüte". Am vergangenen Spieltag kamen die Blau-Weißen zwar über einen beachtlichen und vor allem verdienten 4:2 Erfolg über Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt, in der Woche zuvor kam man bei Dynamo Dresden allerdings nicht über ein 2:2 Unentschieden hinaus, gerade nachdem die Spielvereinigung die lange Siegesserie der Paderborner durchbrochen hatte. Es ist also schwer einzuschätzen, wie die Elf um Toptorjäger Proschwitz am Samstag auftreten wird, wenn Schiedsrichter Ittrich die Partie gegen 13 Uhr anpfeifen wird. Definitiv fehlen werden dem SC Paderborn Langzeitverletzte wie Gonther, Wissing oder Krause.
Auf der anderen Seite ist die Liste derer, die zur Zeit nicht in den Spielbetrieb eingreifen können, nicht ganz so gering. Florian Müller ist trotz seiner Ankündigung vor knapp vier Wochen bislang nicht in das Mannschaftstraining eingestiegen. Zudem fehlen dem Coach Bilal Cubucku, Kevin Maek, Mario Erb und auch Kim Falkenberg, der sich in der Partie gegen Düsseldorf ein Knochenmarksödem im Sprungbein und Kahnbein des rechten Fußes zugezogen hat. Für den blonden Rechtsverteidiger könnte am Samstag Shervin Radjabali-Fardi in der Starfelf stehen.

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Sah ein Boy' ein Röslein steh'n

Alemannia sichert sich einen Punkt im ersten Montagsspiel der Saison



Hätte man einzig und allein den Tabellenstatistiken vertraut, dann hätte man der Alemannia wohl keinerlei Chancen zurechnen dürfen, als sie am Montagabend in Düsseldorf auf den Lokalrivalen stieß. Denn die Fortuna liegt mit 44 Zählern auf dem Punktekonto, was übrigens mehr als doppelt so viele als bei der Alemannia (20) sind, im obersten Tabellendrittel und träumt seit langem wieder einmal vom Aufstieg in die erste Bundesliga. Der Saisonverlauf spricht dafür, dass die Rot-Weißen schon in der nächsten Saison tatsächlich im Oberhaus kicken, wurden zum ersten Mal Herbstmeister, schossen bis dato rund 40 Tore und nahmen aus den ersten siebzehn Partien ganze 41 Punkte mit. Doch seit dem Rückrundenstart sieht es bei Fortuna alles andere als rosig aus. Mit fünf sieglosen Partien hintereinander lagen sie vor der Partie gegen die Kaiserstädter nur auf dem fünften Tabellenplatz.

"Gefrustet" von der Miserie wollte Fortuna also endlich wieder siegen, um sich den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga nicht noch selbst zu vermasseln. "Dagegen halten" war das Motto, mit dem Friedhelm Funkel sein Team zu ungewohnter Uhrzeit auf den Platz stellte – und dabei überraschender Weise sogar andere Namen ins Spiel brachte, als erwartet.
Der erfahrene Übungsleiter hatte lediglich angedeutet, dass ihm neuerlich Veränderungen "im Kopf herumschwebten" – dass er sie allerdings tatsächlich in die Tat umsetzte, kam überraschend und unerwartet. So sollte Kevin Kratz dieses mal auf dem rechten Flügel zum Spieleinsatz kommen, Neuzugang Streit rückte für den gebürtigen Eschweiler auf die linke Seite. In der Mitte bildeten Bas Sibum und Aimen Demai die Doppelsechs, im Aachener Offensivzentrum starteten wie gewohnt Benny Auer an der Seite von Sergiu Radu. Es bleib bei einem Wechsel, die Hintermannschaft setzte sich wie in den vergangenen Partien aus Kim Falkenberg, Seyi Olajengbesi, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach zusammen. Den Kasten hütete Stammtorhüter Boy Waterman. Einzig und allein auf der Bank hatte zum Wiederholten Male Rotation stattgefunden: Ersatztorhüter Krumpen nahm statt David Hohs, neben den Feldspielern um Odonkor, Fardi, Junglas, Stehle, Hadouir und Uludag Platz; Marco Stiepermann hatte der Coach dieses Mal zu Hause gelassen.

Die Aachener hatten bei der "großen Herausforderung" in Düsseldorf zu Beginn die größeren Schwierigkeiten, richtig mit dem Gegner umzugehen. Die Schwarz-Gelben gaben der Fortuna zu viel Platz, Ex-Alemanne Rösler suchte stets die Möglichkeit, Lücken in der Abwehr zu seinem Vorteil zu nutzen und dem ehemaligen Verein "eine rein zu drücken". Der blonde Angreifer bewies dabei aber stets, dass ihn nicht nur Torhüter Waterman am Torerfolg hinderte: Durch seine Übermotivation stand sich der 34-Jährige häufiger sich selbst als jedem anderen im Weg.
Lediglich Beister kam in den ersten Minuten wirklich gefährlich vor den gegnerischen Torkasten, als er den Ball an Keeper Waterman vorbei frei auf die weißen Pfosten zukullern ließ. Abwehrrecke Seyi Olajengbesi bewahrte die Alemannia vor dem frühen Gegentreffer.

Dass es auf der anderen Seite nahezu keine Gelegenheit dazu gab, war wohl mehr den Aachener Angreifern zuzuschreiben, als allen anderen. Abwehrmann (!) Falkenberg markierte den ersten Torabschluss der Schwarz-Gelben – und das weder nach einem Freistoß noch sonstiger Standardsituation.
Auch wenn die Fortuna weiterhin die Oberhand behielt, tauten die Kaiserstädter im Verlauf der Partie immer weiter auf. Im Anschluss an den ersten mikrigen Torversuch tauchte auch Neuzugang Streit plötzlich vor dem gegnerischen Kasten auf: Doch der 31-Jährige bewies, dass ihm die Erfahrung fehlte; seinen Abschluss fasste Schlussmann Almer sicher.

Beide Keeper bekamen bis zur Halbzeit nocheinmal viel zu tun: Alemannen-Keeper Watermann leitete einen Schuss Beisters gerade zur gefühlten Millionsten Ecke, als erstmals auch auf die medizinische Abteilung der Alemannia Arbeit zu kam. Mit schmerzverzertem Gesicht humpelte Falkenberg vom Feld, nachdem er in einem Zweikampf mit Lukimya zu Boden gegangen war. Auch wenn es vorerst so aus sah, als würde es für den Rechtsverteidiger weiter gehen können, tauchte sein Name gut zehn Minuten vor der Pause dann doch auf der Anzeigetafel auf. Wie die Kernspinuntersuchung am Dienstag ergab hat sich "Falke" ein Knochenmarksödem im Sprungbein und Kahnbein des rechten Fußes zugezogen und fällt damit erst mal eine Weile aus. Shervin Radjabali-Fardi nahm seine Position in der Viererkette ein, noch ehe Schiedsrichter Ayektin zur Pause pfeifen konnte.

Es fehlte an Konsequenz vor'm Tor, um endlich Zählbares zu erbringen, das stimmte so auf Aachener aber auch auf Seiten der Fortuna. Auch wenn die Elf von Trainer Norbert Meier leicht die Nase vorn hatte, war sie nicht konsequent genug, zeigte nicht das, was man von einem Tabellenfünften erwartete – zu wenig, um möglicherweise schon in der nächsten Spielzeit eine Liga höher zu kicken?
Vielleicht, wenn man bedenkt, wie viele Chancen die Fortuna auch im weiteren Verlauf der Partie nicht verwerten konnten. Die Fortuna drängte auf den Führungstreffer, doch weder Beister noch Ilsø nutzten Chancen, die sie sonst sicher verwandelten – beispielsweise, als Letzterer, nach einem Zuspiel mit Lambertz, Vollspann die lange Ecke anvisierte und am starken Torhüter aus den Niederlanden scheiterte.
Und auch Sascha Rösler war anzumerken, dass es bei ihm am Montag nicht ganz rund lief: Der Ex-Aachener vergab die größten Chancen, als Konsequenz dafür durfte er nach 74 Minuten – wie es schon in Zeilen des Liedes "Sah ein Knab' ein Röslein steh'n" geschrieben steht – "leiden" und vorzeitig das Spielfeld verlassen. Für den Stürmer stand Timo Furuholm die letzten Minuten auf dem Platz.

Und die hatten es auch noch einmal in sich. Denn der Joker hätte in den letzten Minuten noch einmal knipsen können, Furuholm hatte den Sechszehner schon erreicht, als Tobias Feisthammel ihn einem Toschuss hindern konnte. Der Innenverteidiger war allerdings an noch einer hartnäckigeren Chance in den Schlussminuten beteiligt: Bei der letzten Ecke der Aachener war Feisthammel der höchste, der hochstieg und das Leder am Kopf erwischte. Der Blonde zirkelte die Pille in die untere Ecke, doch dieses Mal war es Furuholm, der auf der Linie klärte und den Alemannen den "Lucky Punch" nicht gönnte. Ohne Tore, dafür mit einem gewonnen Punkt im Gepäck reisten die Alemannen mit rund 2.500 Anhängern zurück in die Heimatstadt.

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"Eine große Herausforderung"

  Funkel: Auch in Düsseldorf haben wir eine Chance!


Groß hätte die Freude gewesen sein können, wenn Ex-Alemanne Sascha Rösler seine letzte Gelb-Rot-Sperre nicht am vergangenen sondern an diesem Spieltag hätte absitzen müssen. Denn damit wäre der Blondschopf des Lokalrivalen nicht im Aufgebot gewesen, wenn seine Fortunen am morgigen Montagabend (20:15 Uhr) auf den Exklub des 34-Jährigen stoßen.

Doch Rösler wird im Kader sein, wird aller Wahrscheinlichkeit nach von Beginn an auf dem Platz stehen, wo der Mann mit der Nummer 30 in dieser Saison doch bis auf das letzte kein einziges Spiel im Fortunentrikot verpasst hatte.
Auf der anderen Seite gibt es gleich mehrere Alemannia-Akteure, die in dieser Saison bislang (fast) über die volle Distanz zum Einsatz kamen. Denn Trainer Friedhelm Funkel ist bekannt dafür, kontinuierlich auf die selbe Elf zu vertrauen – daran wird sich auch an diesem Spieltag nichts ändern. Im Vergleich zum vergangenen Wochenende reist Funkel mit ähnlichem Aufgebot nach Düsseldorf, wird erst dort entscheiden, ob er an seiner Startformation rütteln und schütteln, etwas verändern wird. "Jeder Spieler hat die Gelegenheit, erstmal in den Kader und dann möglicherweise auch in die Startelf zu kommen. Dass es keine grundlegenden Veränderungen geben wird, ist denke ich klar, auch wenn ich andere Variationen auf der ein oder anderen Position immer im Kopf habe. Ob ich diese am Spieltag selbst allerdings umsetze, ist eine andere Sache.", so Funkel.

Der erfahrene Fußballlehrer will also "die Spannung halten", wie er selbst sagt, und wird wie gewohnt erst kurz vor der Partie die endgültige Startformation offen legen. Diese wird in der nicht allzuweit entfernten Landeshauptstadt stattfinden, gegen einen Gegner, den der Coach selbst als eine "große Herausforderung" sieht.
Obwohl die Fortuna seit 5 Ligaspielen keinen Dreier mehr einfahren konnte, rechnet der Übungsleiter der Schwarz-Gelben damit, dass der "große Gegner" alles andere als frustriert und angeschlagen auftreten wird. Funkel erwartet eine Fortuna die weiß, was sie will – und die es seiner Alemannia alles andere als leicht machen wird.

Doch die Alemannia zeigte in der laufenden Saison bereits häufiger, dass ihr eine spielerische Mannschaft weniger Schwierigkeiten bereitet, als eine solche, die einfach hinten drin steht. Zuletzt kamen die Schwarz-Gelben zu einem 2:1 Heimerfolg über St. Pauli (z.Z. Tabellendritter), gleich vor dem Remis gegen Energie Cottbus (z.Z Tabellenplatz 11) und der gefühlen Niederlage, der Punkteteilung mit Schlusslicht Hansa Rostock. Doch der Tabellenplatz sei nicht entscheident, so Trainer Funkel. "Man hat gegen jede Mannschaft in der Liga eine Chance.", ist er sich sicher. Ob dies auch auf die Partie gegen Fortuna Düsseldorf zutrifft, wird sich morgen zeigen, wenn Schiedsrichter Deniz Aytekin (unter welchem die Alemannia übrigens kein einziges Mal, die Fortuna nur ein einziges und zwar gegen die Schwarz-Gelben, gewinnen konnte) das Spiel dieses Mal hoffentlich ohne größere Verspätungen gegen 20:15 Uhr anpfeifen wird. Laut Klub wird die Alemannia in Düsseldorf von rund 2500 Fans unterstützt, Karten sind an den Tageskassen vor Ort noch zu erwerben.

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Kein-Glück-Spiel

Alemannia und Hansa trennen sich torlos im Tivoli-Casino 

 


Ganz egal, ob man am Karnevalssonntag dem närrischen Treiben nachging und sich verkleidet an die Straßen stellte, oder – meist ähnlich kostümiert – den Tivoli aufsuchte: Zu warten hatte man in beiden Fällen. Denn das Schneetreiben sorgte nicht nur auf den Straßen dafür, dass die Festwagen kein Durchkommen mehr hatten. Auch dort, wo normalerweise Fußball gespielt wurde, war ein solcher nicht mehr möglich – da waren sich zumindest Verantwortlichen beider Klubs einig. Denn der Platz seie "unbespielbar gewesen", ein normales Spiel so nicht möglich. Zudem seie die Gefahr, dass sich die Spieler auf dem suboptimalen Boden verletzten, viel zu hoch gewesen. Doch Schiedsrichter Wingenbach sah das anders: Der 33-Jährige verschob den Anpfiff erst auf unbefristete Zeit nach hinten, entschied dann, 40 Minuten später, doch spielen zu lassen. "Ich sah keine erhöhte Verletzungsgefahr. Wenn auf dem Platz jetzt eine einzige Eisfläche gewesen wäre, hätte ich die Aufregung verstanden, doch es lag ja nur ein wenig Schnee."

Der "wenige" Schnee hatte den Rasen allerdings komplett aufgeweicht, ließ den Platz mehr einem Acker als einem normalen Fußballplatz gleichkommen. Doch den Worten des Schiedsrichter folgend mussten beide Cheftrainer, wenn auch empört über diese Entscheidung, ihre Teams gegen 14:10 Uhr auf's Feld schicken. Friedhelm Funkel ließ sowohl Aimen Demai als auch Alber Streit nach ihrem Fehlen am vergangenen Spieltag zurück in die Startelf kehren. Für die beiden Mittelfeldmänner mussten Shervin Radjabali-Fardi und Kevin Kratz weichen, Bas Sibum und Alper Uludag komplettierten das Aufgebot im Mittelfeld. Ansonsten änderte sich nichts: Wie gewohnt durfte Sergiu Radu neben Kapitän Auer ran, die Viererkette bildete sich aus Kim Falkenberg, Seyi Olajengbesi, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach. Den Kasten sollte Boy Waterman nicht nur von Schnee sondern auch vor Gegentreffern befreien. David Odonkor nahm überraschender Weise dieses Mal nichtmal auf der Bank Platz.

Ein flacher Ball war auf dem schneebedeckten Boden nahezu unmöglich, da die Kugel kaum rollte. So suchten beide Mannschaften einen Ausweg über lange Bälle, die dann meist aber keinen Abnehmer fanden. So beschränkte sich das Spiel auf das mindeste: Die Pille flog ziellos umher, einzig dann herrschte einmal "Torgefahr", wenn die Flanke in den Strafraum nach einem ruhenden Ball kam: Nämlich nach einem Standard. Doch die Anfänge waren ebenfalls nicht befriedigend, denn sowohl Timo Achenbach auf Aachener- sowie Timo Perthel auf Rostocker-Seite fanden zwar die Köpfe ihrer Mitspieler, doch diese konnten vor dem gegnerischen Kasten nicht verwerten.
Die schlechten Platzbedingungen zeigten ihre Wirkung, in Halbzeit Eins hätten sich die über 14.100 Zuschauer wohl gewünscht, den Karnevalssonntag lieber damit verbracht zu haben, wofür er gemacht worden war – nämlich mit Karneval. Doch dieser Gedanke stoppte wenige Minuten vor der Pause, als auf dem Rasen plötzlich wilde Aufruhr herrschte: Benjamin Auer wurde im gegnerischen Strafraum von Keeper Müller von den Beinen gerissen und prüfte den Boden neuerlich auf seine Verhältnisse. Der Stürmer reklamierte, die Fans tobten – doch Schiedsrichter Wingenbach ließ weiterspielen, entschied nicht auf einen fälligen Strafstoß. Der Hexenkessel Tivoli bebte nach dieser klaren Fehlentscheidung und der Unparteiische machte sich wenige Minuten später neuerlich unbeliebt, als er mitten in einem Angriff der Schwarz-Gelben zur Pause pfiff.

Die Gemüter waren auch nach 15 Minuten immer noch erhitzt – ähnlich wie die Seite des Spielfelds, die in der Zeit eine Sonneneinstrahlung genossen hatte und nun zumindest von der Schneefläche befreit war – doch Friedhelm Funkel entschied sich, seiner ruhigen Art treu zu bleiben und tobte nicht am Spielfeldrand. Er schickte seine Elf unverändert auf den Platz, der trotz verbesserter Verhältnisse immer noch nicht optimal war. Denn vor'm Tor waren die Stürmer weiterhin wie eingefroren, Torraumszenen ergaben sich selten – und wenn, dann konnten sie nicht genutzt werden, weder von Hanseaten wie Marek Mintal oder Timo Perthel, noch von den Kaiserstädtern um Auer, Streit & Co.

So blieb es nach 90 Minuten bei einer frostigen Rutschpartie, die mit einem torlosen 0:0 Remis endete. Während der Ostseeklub froh ist, einen Punkt aus Aachen mitnehmen zu können, sind die Verantwortlichen auf der anderen Seite immernoch darüber empört, dass das Spiel überhaupt angepiffen wurde. Friedhelm Funkel betitelte das Spiel als ein "Glücksspiel" und die wären ja, wie bekannt, "unter freiem Himmel in Deutschland verboten." Sportdirektor Meijer griff noch höher: "Unter normalen Umständen hätten wir Hansa heute geschlagen."

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Nicht nur ein Karnevalsverein

Am Sonntag wird das närrische Treiben für neunzig Minuten eingestellt, wenn die Alemannia zum 22. Spieltag den FC Hansa Rostock empfängt. Sollte das Ergebnis stimmen, wird diese Pause des Öcher Fastelovend allerdings nur von kurzer Dauer sein. Dann könnte die DFL wieder aus ihren Löchern kriechen, ohne Sorge zu haben, dass sie von der Aachener Anhängerschaft mit bösen Blicken gestraft wird, weil die Terminierung der Spieltage dieses Mal wirklich ungünstig ausgefallen ist. Dann könnte man sich erstmals mit einem Vorsprung von 6 Punkten (auf einen direkten Abstiegsplatz) absetzen. Und dann könnten auch die Kaiserstädter, in dem Wissen, dass sie mit dem Besuch des Tivolis keine Fehlentscheidung getroffen haben, endlich da weiter machen, wo sie aufgehört haben: Nämlich Karneval zu feiern. Denn das können sie ja bekanntlich am besten.

Dass man in Aachen neben Karneval feiern aber auch Fußball spielen kann, darauf ist vor allem Trainer Friedhelm Funkel fixiert. Sollte das Ergebnis stimmen werden nicht nur die rund 12.000 angekündigten Fans wieder auf die Straße ziehen - auch das Team um Auer & Co. wird dann vielleicht die Möglichkeit bekommen, in den Öcher Fastelovend zumindest reinschnuppern zu dürfen.
Doch bevor die Kostüme bereit gelegt werden, muss die Elf erst einmal zeigen, dass sie das Feiern überhaupt verdient hat. Nach dem gelungenen Start in die Restrückrunde vor gut zwei Wochen (2:1 Heimerfolg über den FC St. Pauli) und das Remis in der Niederlausitz (0:0 gegen Cottbus) möchte der erfahrene Übungsleiter an diese Erfolge anknüpfen, ehe es bereits in der nächsten Woche zum "Angstgegner" nach Düsseldorf geht.

Doch auch der FC Hansa Rostock ist nicht zu unterschätzen. Das Team von Wolfgang Wolf konnte am vergangenen Spieltag erstmals seit Mitte Oktober einen Sieg einfahren, liegt es doch, mit gerade einmal 15 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Doch mit dem neuen Mann an der Seitenlinie und einem erfolgsversprechenden Neuzugang aus Schweden soll beim Ostseeklub in Zukunft alles wieder besser laufen. Nur zwei Siege gehen bislang auf das Konto der Weiß-Blauen, zu wenig, um auch in der nächsten Saison in der zweiten Fußballbundesliga mitzumischen.

Auch wenn sich das Team von Friedhelm Funkel aus dem Abstiegskampf noch nicht vollends befreit hat, stehen die Zeichen Mitte Februar viel besser, als zum Amtsantritt des Fußballlehrers Mitte September, wo die Schwarz-Gelben selbst noch das Tabellenschlusslicht markierten.
Jetzt quält man sich am Tivoli dagegen eher mit "Luxusproblemen" herum. Mit der vollständigen Genesung des Neuzugang Streits, der in der vergangenen Woche mit einem Magen-Darm-Virus ausgefallen war, und der Rückkehr Aimen Demais, der seine Gelbsperre abgesessen hat, ist im Mittelfeld des Aachener Aufgebots wieder Rotation angesagt. Sowohl Kevin Kratz als auch Shervin Radjabali-Fardi hatten in der letzten Woche die Möglichkeit bekommen, sich im Spiel gegen Cottbus zu beweisen - und das haben sie, "eindrucksvoll", so Trainer Funkel, der jetzt wortwörtlich die Qual der Wahl hat. Sechs Akteure auf vier Positionen zu verteilen gestaltet sich aber auch alles andere als einfach, nicht jeden kann der Übungsleiter einsetzen, das hatte er schon vor Wochen in einer Pressekonferenz zum Ausdruck gebracht.

Für wen sich Friedhelm Funkel am Sonntag also entscheiden wird, kann weiterhin nur spekuliert werden. Absehbar ist aber, dass sich der Coach für eine Raute im Mittelfeld entscheiden wird.

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Serie hält – Schiri gibt Gelb!

 Alemannia kehrt mit einem Punkt und fünf gelben Karten im Gepäck aus der Lausitz zurück!





Nicht nur auf suboptimale Platz- und Wetterbedingungen hatte sich das Team von Trainer Friedhelm Funkel einstellen müssen, als es schon am Donnerstagnachmittag mit dem Flieger in Richtung Lausitz ging. Denn ein Platz wurde kurzfristig von einem anderen Alemannia Akteur eingenommen, als ursprünglich geplant: Albert Streit hatte man in der neuen Heimat zurück gelassen, da den Neuzugang der Schwarz-Gelben ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus plagte.

Doch neben Streit hatten die Tivoli-Kicker noch einen weiteren Ausfall zum komplementieren, da mit Aimen Demai (Gelbsperre) ein weiterer Stammspieler fehlte. Den Stammsechser ersetzte Kevin Kratz, der im Duell mit Manuel Junglas die Nase vorn gehabt hatte. Zusammen mit dem glatzköpfigen Holländer Bas Sibum bildete der Eschweiler das zentrale Mittelfeld. Während Alper Uludag wie in der Vorwoche den Linksaußen markierte, rückte Shervin Radjabali-Fardi für den erkrankten Streit in die Startelf. Doch die Berliner Leihgabe ersetzte den routinierten Neuzugang nicht auf gleicher Position: Kim Falkenberg rutschte aus der Viererkette auf die Flügelposition im Mittelfeld, Radjabali-Fardi komplettierte die Viererkette um Achenbach, Feisthammel und Olajengbesi. Im Vergleich zur Pauli-Partie veränderte der Coach sein Team auf keinen weiteren Positionen; den Kasten hütete wie gewohnt Stammkeeper Watermann und Kapitän Auer behielt mit Sergiu Radu den altbekannten Sturmpartner. Auf der Bank dahingegen fanden sich alte Gesichter wieder: Anouar Hadoiur hatte die Reise in die Lausitz ebenfalls angetreten, auch wenn der Holländer aufgrund seines Trainingsrückstandes noch nicht bei vollen hundert Prozent und ein Einsatz somit eher unwahrscheinlich war.

Trotz bibbernder Kälte verlangte der Übungsleiter beim Rest seines Teams eine Leistung von hundert Prozent, um an den Erfolg über die Hanseaten am vergangenen Wochenende anknüpfen zu können. Friedhelm Funkel hatte unter der Woche von einem "Arbeitssieg" gesprochen – und auch in der Lausitz sah es zu Anfang schon danach aus, dass man sich drei Punkte auf dem schlechten Boden im Osten Deutschlands auch nur "erarbeiten" konnte. Denn die Kugel lief nicht rund für die Aachener. Die Hausherren erwischten den leicht besseren Start, doch zu platzierten Abschlüssen kam auch die Elf von Rudi Bommer nicht. Akzente setzte erstmals Alper Uludag, der das Leder auf den Kopf von Benny Auer zirkelte und der frei hätte an den Ball kommen können, doch der Torgarant verpasste knapp. Weil Ziebig die Kugel relativ nah am eigenen Tor vorbei klärte, hätte es fast noch zu einem Eigentor kommen können, doch das Glück lag auf Seiten der Cottbuser. Auf der anderen Seite konnten sie das Glück jedoch nicht in in Erfolg umwandeln, scheiterten schließlich auch die Stürmer der Rot-Weißen an Keeper Watermann im Kasten der Schwarz-Gelben.

Nach 45 Minuten war dann vorerst Schluss mit Zitterfußball, ohne sehenswerte Aktionen verabschiedeten sich beide Teams zum Aufwärmen in die Kabinen.
Unverändert ging es in Halbzeit Zwei weiter. Trainer Friedhelm Funkel schien seinen Jungs ordentlich eingeheizt zu haben, kamen die Schwarz-Gelben schließlich schon fünf Minuten nach der Pause zu ihrem ersten Torerfolg: Nach einem Freistoß Achenbachs kam Innenverteidiger Tobias Feisthammel frei an den Ball und köpfte gekonnt zum Führungstreffer ein.
Doch der Jubel der Aachener dauerte keine drei Minuten, da hatten die Cottbuser durch Uwe Möhrle den alten Abstand wieder hergestellt. Nach einer Ecke war es Roger, der das Leder an Möhrle weiter leitete. Ebenso frei wie es einst Tobias Feisthammel gewesen war köpfte der Abwehrmann zum 1:1 ein.

In den Restminuten im Stadion der Freundschaft überwiegte die Kleinlichkeit des Schiedsrichters, der seiner Linie treu blieb und – wie seit Anfang der Partie – pedantisch jedes noch so kleine Foul mit einer gelben Karte ahndete. Aufgrund von einer Gelb-Rot-Gefährdung nahm Funkel gleich zwei seiner Akteure vom Platz; für Sibum durfte Manuel Junglas noch einmal ran – den hibbeligen Türken Uludag ersetzte die letzten Minuten Flügelflitzer David Odonkor. Doch am Spielergebnis änderten diese Wechsel nichts mehr, Schiedsrichter Winkmann pfiff pünktlich nach 90 Minuten ab, in denen er, nur einmal für die Statistik, ganze 9 mal seine Karten zückte – Respekt, Respekt!

Und, apropos Statistik! Mit der Punkteteilung in der Lausitz ist die Alemannia über die Winterpause hinweg seit sechs Spielen ungeschlagen und klettert, durch den Ausfall der Partie des Mitkonkurrenten Erzgebirge Aue, in der Tabelle sogar einen Platz nach oben! Damit liegt das Team von Trainer Friedhelm Funkel ganze drei Punkte entfernt von Relagations- und direktem Abstiegsplatz! Na, wenn das nicht mal ein positiver Start in's neue Jahr ist!

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Keine "Tiefkühlkost"

Cottbus ist nicht "ausgeknockt" Alemannia darf sich nicht den Mund verbrennen


Ein Positives haben diese Freitagsspiele ja schon – als Fan der Schwarz-Gelben, der versucht, möglichst viele Spiele live zu verfolgen, wird man bei Partien an Wochentagen meist durch das eigene Berufsleben gebremst; vor allem dann, wenn der Austragungsort der Begegnung mehrere Autostunden entfernt liegt. Schneefall und eine Temperatur von -15 Grad sind die Vorzeichen, mit denen sich ein jeder abzufinden hat, der sich trotz alledem auf den Weg in die Lausitz macht.

Doch in Cottbus Gegner werden es nicht nur die mitreisenden Anhänger sein, die mit den mehr als üblen Witterungsbedingungen zu kämpfen haben werden. Schon in der Heimat ist die klirrende Kälte dafür verantwortlich, dass sich die Elf von Trainer Friedhelm Funkel nicht unter optimalen Bedingungen auf ihren nächsten Gegner vorbereiten kann. Oftmals musste in dieser Woche der Kunstrasenplatz hinhalten, weil der offizielle Trainingsplatz schon seit der vergangenen Woche nahezu unbespielbar ist.
Das Team aus der Kaiserstadt ist aber bei weitem nicht das einzige, das unter dem Wetter zu leiden hat. In ganz Deutschland ist die Kälte dafür verantwortlich, dass jedes ausgetragene Spiel prompt zu einer „Zitter“-Partie wird – auch wenn sich Friedhelm Funkel sicher ist, dass unter allzu schlechten Bedingungen ein Fußballspiel manchmal einfach nicht stattfinden kann. Als Beispiel hierfür nennt er das DFB-Pokalspiel zwischen Viertligist Holstein Kiel und Borussia Dortmund, bei dem sich der Übungsleiter sicher ist, dass „dieses nicht hätte angepfiffen werden dürfen.“  

Die Partie in der Niederlausitz wird allerdings stattfinden, da ist sich der Verein sicher. Die Rasenheizung läuft auf Hochtouren, um beiden Mannschaften zumindest einen bespielbaren Platz bieten zu können. Welche Elf diesen Rasen am Freitagabend jedoch betreten darf, wird der Chefcoach erst in letzter Sekunde verkünden – wie immer. Eines ist aber sicher: Im Flieger gen Osten wird noch ein Platz frei sein – und zwar für jemanden, der am Samstag nicht einmal auf der Bank Platz genommen hatte.
Denn durch den Ausfall des Stammsechsers Demai, der sich im Spiel gegen die Hanseaten die fünfte gelbe Karte abgeholt hatte, bekommt ein weiterer Reservist die Chance, sich in Cottbus zumindest auf der Ersatzbank einen abzufrieren.
Zudem wird durch das Fehlen des Franzosen ein Platz im Aachener Startaufgebot frei, den entweder Kevin Kratz oder Manuel Junglas am Freitagabend einnehmen darf. Beide hätten im Training gute Leistungen gezeigt und im Testspiel am Sonntag gegen RW Essen (4:1) geglänzt. Sie seien „die besten Spieler des Spiels“ gewesen und hätten sich empfohlen, wer am Ende allerdings den Vorzug erhält, lässt der Coach offen.
Da Funkel neben den Langzeitverletzten um Müller, Maek & Co. keine weiteren Ausfällen zu beklagen hat, sieht er keine Notwendigkeit, seine konstant bleibende Startformation auf einer weiteren Position zu verändern.

Mit Energie Cottbus erwartet die Alemannia ein Team, dass sich in der Winterpause gut umzustrukturieren wusste. Trotz der Niederlage zum Auftakt der Restrückrunde ist sich Funkel sicher, dass der Gegner alles andere als "ausgeknockt" sei. Denn mit dem neuen Mann an der Seitenlinie Rudi Bommer soll der FC in der Tabelle weiter nach oben klettern. Die Alemannia hingegen will mit einem Sieg den Abstand zum Tabellenelften verkürzen, ob ihr das gelingt, wird sich am Freitag zeigen, wenn die Mannschaft um Kapitän Auer um 18 Uhr im Stadion der Freundschaft gastiert.

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Ordentlich eingeheizt

 Alemannia bricht das Eis und sichert sich den Dreier gegen Pauli





Eine Woche ist es her, dass sich die Temperatur letztmals über dem Nullpunkt aufhielt. Seitdem ist ganz Deutschland gefangen im Tiefkühlschrank. Doch trotz der eisigen Temperaturen ist die zweite Fußballbundesliga am Wochenende in die Restrückrunde gestartet. Zum Auftakt empfing die Alemannia hierfür niemand geringeres als den FC St. Pauli, der im Gegensatz zur Alemannia einen besseren Saisonstart hingelegt und die Ausdauer bewiesen hat, auch im Verlauf konstant eine gute Leistung zu bringen.
Denn von guter Leistung konnte bei der Alemannia in der letzten Halbserie nicht wirklich die Rede sein. Auch wenn man im Hinspiel gegen den Kiezklub zum ersten Mal in dieser Saison zu einem Torerfolg gekommen war, zeigten die Schwarz-Gelben kein Durchhaltungsvermögen. Es dauerte keine zehn Spielminuten, bis der alte Abstand wieder hergestellt worden war, bis man das Gegentor kassiert und somit das Spiel aus der Hand gegeben hatte. Denn dieses endete, wie wohlbekannt, mit 3:1 für die Hanseaten.

Die Bilanz gegen den Klub aus dem Norden fällt allesamt also nicht allzu positiv aus, erinnert man sich allein an das Ergebnis, das am Ende des Auftaktsspiels am neuen Tivoli stand, als der FC St. Pauli die Alemannia an neuer Wirkungstätte mit 0:5 deklassierte.
Damit sich die 22.752 Zuschauer am Samstag nicht mit einer annährend so desolaten Leistung zufrieden geben mussten stellte Friedhelm Funkel sein Team im Vergleich zum Hinrundenspiel auf gleich mehreren Positionen um. Während Boy Waterman wie gewohnt den Kasten hütete, wurden die ersten Änderungen gleich in der Viererkette sichtbar. Kim Falkenberg ersetzte den verletzten Erb, der noch beim letzten Aufeinandertreffen beider Klubs in der Startelf gestanden hatte. Während Seyi Olajengbesi und Tobias Feisthammel die Innenverteidiger markierten, kam Timo Achenbach über Linksaußen. Bas Sibum bildete zusammen mit Aimen Demai die Doppelsechs, während Alper Uludag und Debütant Albert Streit über die Außenbahnen stürmten. Benny Auer bekam mit Sergiu Radu einen altbekannten Sturmpartner an seine Seite gestellt.

Die Alemannia kam unerwartet gut aus der Wintervorbereitung, war sogleich präsent und gab den Ton an. Trotz schlechter Platzverhältnisse und eisiger Temperaturen heizten die Schwarz-Gelben den Paulianern ordentlich ein, sodass diese nur selten selbst den Weg vor's gegnerische Gehäuse fanden. Die Gastgeber hingegen waren vor'm Kasten ihrer Gegner ein häufig gesehener Gast, doch erste Möglichkeiten konnten die Tivoli-Kicker in Form von Auer und Radu nicht verwandeln.
Die Chancenverwertung war im ersten Abschnitt der laufenden Saison oftmals ein großes Manko gewesen, weswegen es vielleicht passend für einen Neuanfang gewesen war, welchen die Alemannia im neuen Jahr ja geplant hatte, dass ausgerechnet Neuzugang Streit den "Grundstein" für einen ersten Erfolg setzte. Der Mittelfeldmann, der aufgrund seiner Vergangenheit in der letzten Zeit ein großes Medieninteresse geweckt hatte, wurde zur vierzehnten Minute im Strafraum von Zabrano gen Boden gerissen - Schiedsrichter Willenborg zögerte nicht lange und zeigte augenblicklich auf den Punkt.
Im neuen Jahr sollte der Kapitän getreu dem Motto "Neues Jahr, neues Glück" wieder das Zepter in die Hand nehmen und nach mehreren vergebenen Strafstößen wieder Verantwortung übernehmen. Erwartet souverän versenkte der Torgarant ins linke untere Eck zum verdienten 1:0 Zwischenstand.

Auch wenn der Führungstreffer nur durch einen Strafstoß zustande gekommen war, gab der neue Spielstand neue Sicherheit. So dauerte es nicht lange, bis die Alemannen dieses Ergebnis erneut zu ihren Gunsten verändern konnten. Wie aus dem Nichts hatte Demai an der Linie den Spielball ergattert und sich anschließend nicht die Mühe gemacht, sich mit dem Leder auch noch einen Zentimeter zu rühren. Doch die Entfernung hinderte den Mann mit den tunesischen Wurzeln nicht daran, in seinem Schuss jegliche Präzision zu entladen - der nach rund 20 bestrittenen Metern im Kasten Pliquetts landete. Was für ein Tor!

Das durchaus positive Ergebnis bewirkte nicht nur auf dem Platz, dass die Kicker mit neuem Selbstvertrauen in die Zweikämpfe gingen; auch auf den Rängen war den Schwarz-Gelben anzumerken, dass der Zwischenstand eine Erleichterung schaffte. Auch wenn die Alemannia den FC St. Pauli in der ersten Halbzeit kaum zum Zug kommen ließ, schafften es die Gäste dennoch, erste Akzente zu setzen. Eine Möglichkeit genügte den Kiezkickern, den Anschluss wieder herzustellen. Boll kam nach einer Flanke Kruses im Strafraum der Funkel-Jungs frei zum Zug und verwandelte gekonnt zum 2:1 Halbzeitstand.

Nach dem Pausentee setzte der FC St. Pauli da an, wo er aufgehört hatte. Der Klub aus dem Norden forderte den Ausgleich, schaffte es jedoch nicht, die Konsequenz aus dem Ligaverlauf auf den aktuellen Spielbetrieb zu übernehmen.
Ein Duell auf Augenhöhe entstand, bei dem die Alemannia weiterhin die Nase vorn hatte, auch wenn die Tabelle derzeit wohl Umgekehrtes vermuten ließe. Der Tabellenvierzehnte führte im Spiel gegen den Tabellenvierten - und das (soweit) sogar verdient! Denn unter'm Strich muss man sagen, dass die Kicker von der holländischen Grenze in dieser Saison bislang oft genug Punkte dort vergaben - dort Pech hatten - wo sie eigentlich verdient gewesen wären, die Punkte, das Glück und all das, an was es der Alemannia in der Hinrunde so alles gefehlt hatte.

Doch mit dem neuen Jahr sollte ein erneuter Umbruch vollzogen werden. Der neue Trainer hatte mit seinem Team die erste Pause genossen, in der er sich insbesondere mit diesem auseinander setzten und sich mit ihm vorbereiten konnte. Und dies zeigte erste Früchte, denn das Ergebnis blieb und stimmte nach 90 Minuten erstmals wieder, womit die Alemannia nun stolze 5 Ligaspiele ungeschlagen ist. Ob sich diese Serie fortsetzen kann, wird sich am Freitag zeigen, wenn die Tivoli-Elf in der Lausitz beim FC Energie Cottbus zu Gast ist.

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Rutschpartie zum Wiederbeginn

Alemannia will gegen Pauli nicht in's Schlittern geraten


Trotz der unerwünschten Minusgrade, welche die Thermometer in der Aachener Umgebung in den letzten Tagen mehr und mehr einnahmen, ist die Freude auf den Wiederanpfiff der zweiten Bundesliga am Tivoli alles andere als eingefroren. Denn zum Rückrundenstart empfängt das Team von Trainer Friedhelm Funkel das Spitzenteam aus der Hansestadt, bei welchem die Aachener in der Hinrunde den ersten Torerfolg der Saison verzeichnen konnten.

Doch die Ausgangsbedingungen am dritten Spieltag waren gänzlich andere, als sie es zum Start des neuen Fußballjahres sind. Denn der späte Winter zeichnet sich nicht nur auf den Straßen in der Aachener Innenstadt ab. Vor allem die Trainingsplätze der Schwarz-Gelben wurden durch den Winter „Einbruch“ mitgenommen, sodass der Trainer seine Jungs unter der Woche in der Halle sowie im Stadion trainieren ließ, wo als einziges die Möglichkeit besteht, eine Rasenheizung zu besseren Bedingungen zu nutzen. Optimal sind natürlich keine, doch der Coach ist sich sicher, dass dies „nicht als Ausrede nach dem Spieltag dienen darf. Wir spielen am Samstag mit dem FC St. Pauli auf dem selben Rasen, wo für uns dann gleiche Bedinungen herrschen.“

Doch nicht nur die Witterungsbedinungen haben sich geändert, auch die Konstellation auf der Trainerbank ist eine andere und der Kader enthält auf beiden Seiten im Jahr 2012 wieder andere Namen.
Noch kurz vor dem Weihnachtsfest verpflichtete die Alemannia mit Albert Streit einen weiteren Mann für das offensive Mittelfeld. Der 31-Jährige hatte bereits in Frankfurt unter Funkel seine Schuhe geschnürt, ehe er nach Gelsenkirchen wechselte und nach einem halben Jahr als Leihgabe beim Hamburger Sportverein dorthin zurückkehrte. Das Ende auf Schalke ist dann jedoch ein Thema, dass man dem Mann mit dem auffälligen Nachnamen heute noch nachträgt. Die Auseinandersetzung zwischen Verein und Spieler ging bis vor das Gelsenkirchener Arbeitsgericht, womit Streit in aller Munde, bei vielen „unten durch“, war.
Erst in Aachen bekam der in Bukarest geborene eine zweite Chance, als die Befürchtung, nie wieder einen Ball an den Fuß setzen zu dürfen, längst über ihn gekommen war.

Im Gegensatz zu Mario Erb und der Kölner Leihgabe Ray Yabo könnte Streits Name schon am Samstag in der Startaufstellung auftauchen. Beide hatten sich beim kurzfristigen Testspiel am vergangenen Samstag gegen den Vfl Osnabrück eine Knieverletzung zugezogen; der geborene Münchener musste sich deswegen schon heute einer Operation unterziehen und wird demnach rund 5 Wochen ausfallen. Yabo soll allerdings schon in 2 Wochen wieder ins Training einsteigen, teilte der Chefcoach auf der heutigen Pressekonferenz mit.
Beim FC St. Pauli muss Trainer Schubert auf gleich mehrere seiner Stammkräfte verzichten: Bereits im Oktober hatte sich Lasse Sobiech eine Bänderverletzung zugezogen, die den 21-Jährigen bisweilen an einem Einsatz im Spielbetrieb hinderte. Zudem fehlen gleich zwei Paulianer aufgrund einer Gelb-Sperre, weswegen sowohl Fin Bartels als auch Sebastian Schachten die Partie nur von der Tribüne aus verfolgen dürfen.

Doch der Kader der Hamburger weist natürlich noch andere Namen auf, die für das erste Pflichtspiel des Jahres zumindest auf Aachener Seiten ganz interessant sein könnten. Gleich zwei Offensivkräfte, die einst bei den Schwarz-Gelben unter Vertrag standen, werden am Samstag voraussichtlich für den Gegner auflaufen. Florian Bruns hat es schon vor sechs Jahren in den Norden getrieben, absolvierte bislang 139 Ligaspiele für den Klub an der Alster, und schoss ganze 19 Tore. Die Bilanz seines Kollegen, der dahingegen vor noch gar nicht allzu langer Zeit zum Ligakonkurrenten wechselte, sieht dazu ähnlich positiv aus, kann der Mann aus Essen schließlich trotz der kürzeren Vertragsspanne beim FC St. Pauli an dessen Einsatzzahlen anknüpfen. Denn wenn „Ebbe“ am Samstag im Tivoli aufläuft, dann beläuft sich diese auf ganze 100 Einsätze. Zudem könnte der Stürmer seine Anzahl an geschossenen Toren im Spiel gegen den Ex-Klub „glätten“, wo sich diese zur Zeit ja auf stolze 39 Zähler beruft. Ob dies dann allerdings noch im Sinne derjenigen ist, die noch vor wenigen Jahren im Stadion seine Rückennummer auf den Trikots trugen, ist eher unwahrscheinlich.
Doch Marius Ebbers ist dafür bekannt, dass er gegen den Ex-Klub gerne extra zuschlägt. Ungern erinnert man sich beispielsweise an den Auftakt am neuen Tivoli, als der FC St. Pauli als erster Klub der Liga an die neue Spielstätte der Aachener reisen durfte - und sie gleich mit einer 0:5 Klatsche deklassierte. Der blonde Torgranat war damals an drei Toren beteiligt.

Um die Alemannia am Samstag vor einem ähnlichen Ergebnis zu bewahren, fehlen dem Coach neben den bereits angesprochenen Ausfällen von Erb und Yabo weiterhin Langzeitverletzte wie Florian Müller, Bilal Cubukcu und Kevin Maek. Kevin Kratz ist nach der erneuten Leistenverletzung vollständig genesen und könnte am Samstag auch wieder über die volle Distanz zum Zug kommen. Inwiefern der Mann an der Seitenlinie Änderungen in seiner Startelf im Vergleich zum letzten Punktspiel vornehmen wird, hielt er wie gewohnt offen. „Der FC St. Pauli ist natürlich in Kontern stark.“, weiß der Trainer. „Egal welche Bedingungen herrschen, müssen wir also grelliger und aggressiver agieren. […]  Da ist jeder Spieler wichtig.“, versichert Funkel, auch wenn er natürlich nicht jeden einzelnen am Wochenende einsetzen kann. Aber „so ist das nun mal im Fußball“.

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Kein "richtiges" Derby

Alemannia verliert im Testspiel gegen den 2. FC Köln




Bevor es für das Team von Friedhelm Funkel am Sonntag ins Trainingslager nach Side ging, sollte am heimischen Tivoli ein letzter Abschlusstest durchgeführt werden. Für jenen gastierte niemand geringeres als der 1. FC Köln beim Lokalrivalen, der allerdings, wider Erwarten der Veranstalter, nicht eine einzige Stammkraft im Gepäck hatte.

Ohne große Namen trat also der Club auf, der die zahlreichen Zuschauer, ganz egal in welcher Fanbekleidung, am Freitagabend in den Tivoli lockte. Beim Gastgeber sah das Ganze dahingegen ein bisschen anders aus. Während der Coach zu Anfang der Partie seine Elf, bestehend aus Stammkräften und Ersatzleuten, auf den Platz schickte, nahmen noch rund 11 Profis auf der Ersatzbank Platz, die sich fast allesamt in der zweiten Hälfte zu präsentieren hatten.
So startete der erfahrene Fußballlehrer mit Stammkeeper Waterman zwischen den Pfosten. Weil Timo Achenbach ebenso wie Kim Falkenberg und Shervin Radjabali-Fardi aufgrund eines Magendarminfekts kurzfristig ausfiel, zierte Andreas Korte die Viererkette der Startelf. Neben dem Jungakteur bekam auch Mirko Casper die Chance, sich schon frühzeitig zu beweisen und war demnach neben Seyi Olajengbesi und Aimen Demai in der Abwehrreihe auffindbar.
Bas Sibum, den man bei den beiden Erfolgen in der Halle nicht zu Gesicht bekommen hatte, durfte auf dem Rasen nun wieder zeigen, wofür man ihn im Sommer an den Tivoli geholt hatte - ebenso wie Neuzugang Albert Streit, der jenes allerdings zum ersten Mal abseits der vier Wände zu beweisen hatte. 
Ray Yabo, der beim Kölner Publikum wohl für den einzigen Trostspender für die fehlenden "Profis" in derem Aufgebot sorgte, stürmte zu Beginn über Links. Marco Stiepermann fiel noch in den offensiveren Part des Mittelfelds, während Alper Uludag direkt hinter Benjamin Auer den Sturm markierte.


Der Tivoli, gefüllt mit über 13.000 Zuschauern, erlebte zu Anfang eine "lahme" Partie. Die Gastgeber bewiesen nicht gerade, dass sie das Ganze mit viel mehr Ernsthaftigkeit bedachten, als es die Kölner taten, während man dem Erstligisten ihre Demotivation förmlich ansah.
"Erste Liga, keiner weiß warum!", hallte es durch den Kasten aus Stahl und Beton - und auch, wenn die Kölner damit, zumindest in den Anfängen, auf eine Ebene mit den Aachenern gestellt wurden, konnte man schon wenige Minuten später differenzieren: Zwischen Erstligist und Zweitligist, zwischen Reservisten aus Liga Eins und Profis aus Liga Zwei, zwischen dem FC und der Alemannia - zwischen dem, der nun mit 1:0 führte und dem, der dadurch in Rückstand geriet.

Es war nahezu das erste Mal, dass die Rot-Weißen vor dem Kasten Watermans auftauchten - und dann bewiesen, warum sie vielleicht zurecht der Favorit in dieser Partie waren. Kaltblütig verwandelte der Erstligist durch Freis in der 16. Minute, nutzte der Stürmer hiermit die erste Chance, die sich ihm bot, während die Aachener auf der anderen Seite schon einige Male am Kölner Keeper gescheitert waren.
Doch die Gastgeber steckten den Rückschlag schnell weg, agierten mit nun viel mehr Elan, als vor dem Gegentreffer - und wurden belohnt!

Keine zehn Minuten brauchten die sie, um den gleichen Abstand und somit ein ähnliches Ergebnis wieder herzustellen. Dabei bewies Albert Streit erstmals, warum man gerade ihm eine zweite Chance geben wollte: Der 31-Jährige zirkelte eine Flanke auf den Kopf von Benjamin Auer, der bedrängt von Spielern des FC's zu Boden ging. Keeper Horn hatte das Leder jedoch nicht im Griff und musste so mit ansehen, wie die Kugel hinter ihm ins Tor kullerte.

Das Ergebnis, was einen Großteil der Zuschauer nun wohl wieder zufrieden stellte, veränderte sich bis zur Pause nicht mehr, sodass beide Teams mit einem Remis in die Kabinen zogen.
Bis auf Andreas Korte und Marco Stiepermann durften die verbleibenden Akteure, die bereits auf dem Rasen gestanden hatten, frühzeitig die Duschen aufsuchen. In der zweiten Halbzeit enthielt die Aufstellung dann nämlich ganz andere Namen. 
Im Tor durfte Ersatzkeeper Tim Krumpen ran, der bisweilen den verletzten David Hohs ersetzt. Mark Flekken markierte demnach dessen Ersatz auf der Reservebank.
In der Abwehrreihe bekam Andreas Korte neue Partner: Tobias Feisthammel und Thomas Stehle ersetzten Seyi Olajengbesi und Mirko Casper, Mario Erb durfte sich auf der rechten Abwehrseite beweisen. Auf der Sechs kamen Kevin Kratz und Manuel Junglas zum Einsatz, Stiepermann lief nun den rechten Flügel entlang, während Odonkor über Links kam. Der Angriff setzte sich aus Sergiu Radu und Nachwuchstalent Engelbrecht zusammen.

Letzterer hatte im zweiten Durchgang insgesamt wohl die meisten Torchancen, konnte diese, möglicherweise aufgrund seiner "Übermotivation", leider nicht verwerten. Doch das Aachener Eigengewächs zeigte sich von einer durchaus positiven Seite und kurbelte das Offensivzentrum der Tivoli-Kicker damit enorm an. 
Und auch David Odonkor suchte in Halbzeit Zwei oftmals den Weg nach vorne, war vor dem Tor des FC Keepers allerdings das ein oder andere Mal zu eigensinnig.
So ergaben sich eine Vielzahl von Chancen, die durch Versuche durch Junglas, Radu, Stiepermann oder auch Kevin Kratz nur noch erhöht wurden. Das Ergebnis blieb jedoch unverändert.

Bis zum Anschlag der letzten 10 Minuten sah es auch danach aus, als würde der Schlusspfiff das lasche Remis nach 90 Minuten besiegeln - doch da hatte man die Rechnung wohl ohne die Geißböcke gemacht. Die schafften es nämlich tatsächlich, ohne zuvor groß den Anschein danach gemacht zu haben, die Kugel noch einmal in's Aachener Gehäuse zu befördern. Uth ließ dabei Schlussmann Krumpen keine Chance.

Es war der vorläufig erste und letzte Test am heimischen Tivoli, ehe in weniger als drei Wochen die Liga wieder startet. Zuvor verabschiedet sich das Team um Friedhelm Funkel (leider in diesem Jahr ohne TypischLinksAussen) ins Trainingslager in die Türkei, wo noch einmal drei Testspiele (gegen den FC Erzgebirge Aue, den FC Wacker Innsbruck und den VfL Bochum) auf dem Programm stehen. Mit dem Spiel gegen den FC St. Pauli (04. Februar) begrüßt die Alemannia die verbleibende Rückrunde am heimischen Tivoli.

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Derby zwischen vier Wänden

Alemannia überzeugt beim Hallenkick in Essen




Zum Start der Rückrundenvorbereitung hat die Alemannia in den vergangenen Tagen an zwei Hallentunieren teilgenommen. Während sich die Elf von Trainer Friedhelm Funkel beim Licher Hessen-Cup in Frankfurt in allen Runden durchsetzte und zum Ende hin den Siegerpokal in die Höhe halten durfte, hat es am Montag dafür nicht ganz gereicht. Beim Derby-Cup 2012 in Essen zierte die Mannschaft vom Tivoli zwar auch das Treppchen, hatte sich allerdings im Finale gegen Ligakonkurrent Duisburg geschlagen geben müssen.

So groß wie das Aufgebot der Alemannia-Akteure war wohl auch der Anteil der mitgereisten Fans zum Austragungsort in Essen. Die Gruga-(Messe-)Halle wurde einzigst für das Turnier am Montagabend mit Kunstrasen ausgelegt, um das abgegrenzte Spielfeld teilten sich Sitzplätze in abgetrennte Fanlager auf. In großer Zahl erschienen die Anhänger von RW Essen, im unteren Rang Fortuna Düsseldorf, neben denen die geringe Anzahl an Aachenern Platz nehmen durfte. Auf den gegenüberliegenden Rängen hatte sich der MSV Duisburg zusammen mit RWO niedergelassen, die Bielfelder hatten sich hier und da ein freies Plätzchen gesichert, waren auch sie in nicht vergleichbarer Masse erschienen wie vergleichsweise Rot-Weiß Essen.
Die legten auch gleich los, durften im "Eröffnungsspiel" gegen Arminia Bielefeld ran und verloren, deutlich, mit 0:4. Der Gastgeber rutschte damit zunächst auf den letzten Platz ihrer Gruppe, die zusätzlich zu den bereits genannten Mannschaften auch die Alemannia enthielt.

Neben den Schwarz-Gelben hatte auch Ligakonkurrent Fortuna Düsseldorf bisweilen auszusetzen. In der Gruppe der Rot-Weißen machten nämlich Duisburg und RWO den Anfang, trennten sich, nach 20 Minuten, mit 5:3. Die Zebras gingen dabei als Sieger hervor.
Im Anschluss an diese Partie bekam die Funkel Elf die Chance, sich erstmals nach dem Turniersieg am Freitag in der Halle zu beweisen. Der Regionalligist aus Essen durfte bereits zum zweiten Mal ran, was sich nach abgelaufener Spielzeit auch als letztes Mal herausstellte. Denn auch wenn die Tivoli Kicker nicht das beste Bild von sich gaben, ging der Zweitligist schnell in Führung und konnte diese, bis auf einen Patzer Krumpens (der zwischenzeitig für den Ausgleich sorgte) über zwanzig Minuten halten. Den Fehler seines Keepers hatte Stiepermann nämlich schon wenige Minuten später ausgebügelt, indem er einen Strafstoß zur erneuten Führung verwandelte. Nach diversen (positiven) Veränderungen des Spielstands durch Fardi, Engelbrecht und Demai und einem weiteren (unglücklichen) Gegentreffer endete die erste Partie der Schwarz-Gelben mit 5:2.

Die Gastgeber demnach schon in der ersten Runde ausgeschieden (Niederlage in beiden Vorrundenspielen) wurde es in der Gruga-Halle deutlich ruhiger. Das Fanlager der Hausherren verkleinerte sich drastisch, ebenfalls wie jenes der Oberhausener, die nach einer 3:0 Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf nicht ins Halbfinale einziehen konnten.
Das zweite Spiel der Aachener war demnach nur noch Formsache: In der Partie gegen Arminia Bielfeld sollte sich herausstellen, wer den kommenden Gegner der Funkel-Elf markieren sollte. Bei einem Sieg wäre dies der Tabellenzweite, bei einer Niederlage der Tabellenerste der anderen Gruppe gewesen. Bei einem Unentschieden (sowie gleicher Tordifferenz im ersten Spiel) hätten die meistgeschossenen Tore dazu beigetragen, dass die Alemannia in ihrer Gruppe den Tabellenführer markiert hätte.
Doch ehe es überhaupt zu solchen großen Mathematikübungen kommen konnte, mussten sich die Aachener erst gegen den Drittligisten beweisen - und scheiterten dabei im Ganzen. 
Nicht nur die Gäste in der Gruga-Halle bekamen die wohl langweiligste Partie des Turniers zu sehen: Auch vor den heimischen Fernsehern ist der ein oder andere Zuschauer wohl gerade so am Schlaf vorbeigekommen. 
Für beide Teams ging es um nichts mehr, waren sie schließlich beide bereits (durch das Ausscheiden RW Essens) in die nächste Runde eingezogen. Für die Alemannia bedeutete dies konkret, dass sie scheinbar gar nichts mehr zu tun hatte. Nach vorne ging über lange Zeit nichts, hinten bereitete man den Bielefeldern ebenfalls keine große Mühe, den Torerfolg zu suchen. Hätten diese nicht eine ähnliche Antriebslosigkeit an den Tag gelegt, hätte das Ergebnis nach der abgelaufenen Spielzeit wohl noch deutlicher ausfallen können. Doch der Tabellenvierzehnte der dritten Liga schien sich mit dem 2:0 Erfolg über den Ligahöheren zufrieden zu geben, standen sie nach beendeter Vorrunde dann schließlich als Gruppenerster da.

In der anderen Gruppe hatte sich im letzten Spiel vor dem Halbfinale zwischen Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg kein Sieger ermitteln lassen, weswegen nach einem Endstand von 4:4 die leicht bessere Tordifferenz den Fortunen den ersten Gruppenplat sicherte. 
Die folgenden Begegnungen standen damit fest: Im ersten Spiel traf der MSV Duisburg auf Gruppensieger Bielefeld; die Alemannia durfte sich im Anschluss mit dem Rivalen aus Düsseldorf messen.

Nach einer kurzen Pause startete das Halbfinale demnach mit der Partie der Zebras gegen die "gleichfarbigen" Bielefelder, in welcher es auf dem Platz wohl zu den heftigsten Aufsehern des Turniers kam. Nach einem harten Foul eines Bielefelders an Maurice Exslager musste dieser von den Sanitätern vom Spielfeld getragen werden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sich der 20-Jährige "nur" eine schwere Schultereckgelenkprellung zugezogen hatte.
Trotz des "Unglücks" für den MSV setzte sich dieser mit 1:3 gegen die Arminia durch und sicherte sich somit das erste Ticket für das Finale des Schauinsland-Reisen Derby-Cups 2012.
Um es dem indirekten Tabellennachbarn in Liga 2 darauffolgend gleich zu tun, musste sich die Alemannia im Halbfinalspiel gegen den Herbstmeister aus Düsseldorf durchsetzen. Doch der Gegner aus dem Oberhaus erwischte den besseren Start, ging schon nach wenigen Minuten durch Lambertz in Führung. Auf der anderen Seite glich Junglas allerdings noch in der gleichen Halbzeit wieder aus. Fortan übernahmen dann die Alemannen: Wenn man dachte, dass sich schon der Führungstreffer durch Andreas Korte hatte sehen lassen können, dann fand man für den anschließenden Treffer Marco Stiepermanns nur schwer die richtigen Worte. Nachdem Radjabali-Fardi in der gegnerischen Hälfte zu Boden gegangen war, entschied der Schiedsrichter auf Freistoß. Indirekt ausgeführt jagte die Leihgabe von Borussia Dortmund die Kugel anschließend ins Netz, unhaltbar, Vollspann, direkt unter die Latte.

Es war der Siegtreffer für die Schwarz-Gelben, der ihnen garantierte, erneut ins Finale des Hallencups einzuziehen. Nachdem sich Fortuna Düsseldorf im "kleinen Finale" den dritten Platz gesichert hatte (9:3 gegen Arminia Bielfeld), erwartete der MSV Duisburg die Tivoli-Kicker zum vorgezogenen Derby (Ligaspiel Mitte April).
Nach vielen lahmen Kicks und enttäuschender Stimmung im Inneren der Gruga-Halle sorgte das Finale dann doch dafür, dass man im Endeffekt behaupten konnte, dass es sich schon irgendwie gelohnt hatte, einmal selbst mit vor Ort zu sein.
Denn die übrig gebliebenen Fanlager schlossen sich für's große Finale zusammen: Auch wenn wohl keiner der gegnerischen Fangemeinden so richtig "für" die Rivalen war, ertönte hier und da ein gemeinsamer Fangesang, der sich dann aber meist gegen den MSV Duisburg statt für das Team vom Tivoli richtete. 

Die Aachener zumindest was die Anfeuerungen betraf in der Überzahl erwischten neuerlich den schlechteren Start: Mark Flekken geriet unglücklich an einen Bandenabpraller, der hinter dem Keeper dann in's Tor kullerte. Auch wenn der Fehler auf der anderen Seite im Anschluss beseitigt werden konnte, ging es auf und ab was die Toranzeige betraf. Im Sekundentakt wechselten die Mannschaften die Seiten, standen sich einander in nichts nach. Mit leichter Führung gingen die Zebras in die Pause, mussten im Anschluss dann doch wieder den Anschlusstreffer einstecken. Und auch Keeper Flekken musste sich im Turnier noch ein letztes Mal hinter sich greifen. 4:2 hieß es wenige Minuten vor Ende der Partie, als Daniel Engelbrecht mit seinem Treffer zum 4:3 noch einmal die Gemüter erhitzen ließ. Alemannia wollte sich um jeden Preis den zweiten Hallencup in Folge sichern, kam dann, wenige Sekunden vor dem Ende auf die glorreiche Idee, einen weiteren Feldspieler für Keeper Flekken zu bringen, was vom Schiedsrichter prompt mit einer gelben Karte geartet wurde. Auch bei einem Hallentunier muss der Torwart sichtbar gekennzeichnet sein und schließlich "sind wir hier nicht beim Eishockey".

Viel Trubel, viel Aufwand, der nach gespielten 24 Minuten (im Finale wurde die Spielzeit pro Hälfte auf 12 Minuten erhöht), nicht belohnt wurde. Mit dem zweiten Platz im Schauinsland-Reisen Derby-Cup 2012 kehrten die Schwarz-Gelben an den Tivoli zurück, wo sie am Freitag der 1. FC Köln erwartet. Im Testspiel kehrt die Elf um Lukas Podolski um 20:15 zum Lokalrivalen, bislang hat der Verein, laut eigenen Angaben, rund 10.200 Karten verkauft.

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Aktion Libero

Gegen Homophobie im Fußball 


Es ist schon eine Weile her, dass sich TypischLinksAussen dazu entschloss, die Aktion Libero zu unterstützen und das Aktionslogo im Blog anzuzeigen  jetzt, in der Winterpause, ist endlich Zeit gefunden, zu erklären: Was ist eigentlich die Aktion Libero? Und, kann ich da eigentlich auch mitmachen?


Am Aachener Tivoli gehen fast wöchentlich abertausende Menschen ein und aus; zu Glanzzeiten schon einmal über 20.000. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie einen hellen oder eher dunkleren Teint haben, ob ihre Augen blau, grün oder braun sind, ob sie dick oder dünn sind, welche Haarfarbe haben, ob sie aus Deutschland, der benachbarten Niederlande oder einem anderen Land unseres Planeten kommen  und auch nicht, welche Sexualität sie haben. Auf den Rängen wird man nämlich schnell zu einer Gemeinschaft, die ihr Team gemeinsam unterstützt, weil man, wie schon der Titel dieses Blogs verrät, nur gemeinsam wirklich stark sein kann.
Denn nicht nur die Alemannia wäre ohne ihre Fans nahezu aufgeschmissen. Ein jeder Verein im deutschen Profifußball setzt auf die Unterstützung ihrer Fans, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft. Was wäre es auch für ein Gefühl, wenn man alleine in einem großen Stadion stände. Wenn die Ränge leer wären, niemand sänge, niemand den Verein repräsentierte. Dann würde man sich selbst alleine fühlen. So, wie es bis heute jene tun, die nicht über das reden können, was sie bewegt, was sie denken und fühlen.
Die Rede ist von schwulen Profifußballern, die bis heute nicht die Chance dazu haben, sich zu outen.

Ein jeder sollte die Gelegenheit dazu haben, im Fußball er selbst zu sein  und dabei ist es vollkommen irrelevant, ob man nur vor dem heimischen Fernseher sitzt, von den Rängen zuschaut oder selbst auf dem Platz steht.
Doch vor allem letztere bekommen selten die Gelegenheit dazu  vor allem nicht dann, wenn sie anders sind, als es die breite Masse wünscht. Wenn sie schwul sind. Denn im Fußball ist Homosexualität nach wie vor ein Tabuthema.

Und genau da setzt die Aktion Libero an. Während es in der Gesellschaft allmählich kein Problem mehr ist, sich als homosexuell zu outen, sollte diese Bewegung der Toleranz auch in den Profisport eingreifen können. Über 100 Sportblogs haben sich der Aktion bereits angeschlossen und sich zu ihrer Haltung bekannt. Denn ihr Motto ist vielsagend:
Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.
Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.
Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.