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Das Siegen nicht verlernt

In Chemnitz gibt's endlich wieder drei Punkte für Schwarz-Gelb


Chefcoach René van Eck schien ein riesengroßer Stein vom Herzen zu fallen, als im Stadion an der Gellertstraße nach neunzig Minuten der Schlusspfiff ertönte. Erstmals unter der Leitung des Holländers hatte es die Alemannia nämlich geschafft, drei Punkte über die Zeit retten zu können - doch damit nicht genug. Durch den Erfolg beim Chemnitzer FC verlassen die Schwarz-Gelben auch den Abstiegsplatz, auf den sie nach der Heimniederlage gegen Preußen Münster gerutscht waren.

Der Blick auf die Tabelle am vergangenen Dienstag fühlte sich an wie ein wiedergekehrter Albtraum. Nach dem elften Spieltag hatte das Team vom Tivoli den achtzehnten und damit drittletzten Platz der Tabelle inne. Schon in der letzten Saison hatten verkorkste Spiele dazu geführt, dass sich die Jungs aus der Kaiserstadt allmählich im Tabellenkeller festgesetzt hatten. Trainer van Eck wollte es soweit gar nicht erst kommen lassen und nahm im Vergleich zur Partie am Tivoli abermals zahlreiche Wechsel vor.
Erstmals seit Saisonbeginn war es nicht Tim Krumpen, der für Schwarz-Gelb am Samstag zwischen den Pfosten stand. Michael Melka, der zuletzt nicht einmal im Aufgebot gewesen war, bekam den Vorzug gegen Stammkeeper Krumpen und Mark Flekken. Die Viererkette vor dem erfahrenen Drittligatorwart blieb mit Baumgärtel, Olajengbesi, Stehle und Weber unverändert. Die gesperrten Streit und Heller rutschten für Brauer und Müller zurück auf ihre gewohnten Positionen und markierten mit Kefkir, Erb und Schwertfeger das Gerüst im Mittelfeld. Für den wiedergenesenen Timmy Thiele musste Youngster Pozder weichen. Dieser nahm zu Beginn neben Ersatzkeeper Flekken sowie Andersen, Herröder, Schaffrath, Brauer und Müller Platz.

Die Alemannia kam anscheinend gut ins Spiel, soll in Hälfte Eins die bessere Mannschaft gewesen sein - doch zwingende Torchancen, der lang ersehnte Torerfolg blieb zunächst aus. Auch wenn der Gastgeber mit der Zeit besser in's Spiel fand behielt Schwarz-Gelb die Überhand. Apropos Hand - einen Handelfmeter forderten die Himmelblauen, nachdem Thomas Stehle das Leder im Sechszehner unglücklich an den Arm geprallt war. Trotz Reklamation der Hausherren wurde das Spiel nicht unterbrochen. Erst eine gute Viertelstunde nahm Schiedsrichter Norbert Giese die Pfeife in den Mund, als er zum Pausentee lud.
Mit gleich zwei personellen Veränderungen starteten die Schwarz-Gelben in die zweiten fünfundvierzig Minuten. Timo Brauer ersetzte in Halbzeit zwei Mario Erb, für den gelb-rot gefährdeten Kefkir durfte Joker Pozder ran. Nachdem van Eck bemerkte, dass der CFC um einiges besser aus der Kabine gekommen war, als sein eigenes Team, reagierte er zum dritten Mal. Für Angreifer Timmy Thiele stürmte nun Florian Müller.

Der Ex-Magdeburger war gerade einmal zehn Minuten im Spiel, da landete das Leder erstmals im Kasten von Keeper Pentke. Nach einer Standardsituation von Kapitän Streit erwischte Thomas Stehle das Leder goldrichtig, weil Schiedsrichter Giese Kai Schwertfeger jedoch noch am Ball gesehen hatte, der zur Zeit im Abseits gestanden hatte, gab der Unparteiische den Treffer jedoch nicht.
Im beinahe direkten Gegenzug kam es für Schwarz-Gelb dann noch dicker. Im Duell mit Keeper Melka behielt le Beau die Überhand und erzielte den 1:0 Führungstreffer für die Hausherren.

Doch mit einer erneuten Niederlage wollten sich die Gäste nicht zufrieden geben. Sogleich wurde das Tempo erhöht und der Druck verstärkt. Es dauerte keine fünf Minuten, da brachte dies auch den gewünschten Erfolg. Florian Müller ergatterte den Abpraller, der auf einem Distanzschuss von Weber beruhte, und erzielte mit seinem zweiten Treffer nach seiner Rückkehr den Ausgleich.
Im Stadion an der Gellertstraße liefen die Schlussminuten. Alemannia schmiss alles nach vorne, um hier und heute endlich die so lang ersehnten drei Punkte zu ergattern. Es lief schon beinahe die letzte Minute, da war es Denis Pozder, der den Kasten von Keeper Pantke abermals zu wackeln brachte. Der Torschützenkönig der NRW Liga aus der letzten Saison machte mit seinem dritten Treffer für die Profis von Schwarz-Gelb alles klar und sicherte Trainer René van Eck den ersten Sieg als Coach in der Soers. Denn wenige Minuten später war Schluss. Alemannia hat das Siegen nicht verlernt - und es geschafft, dem Bann des Tabellenkeller zumindest vorzeitig zu entfliehen.

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