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Kein gewöhnlicher Abschied

Mit "Humba, Humba - Täterä" in die Regionalliga




Es war ein Tag, von dem man bereits im Voraus wusste, dass er viele Tränen mit sich bringen wird. Ausgerechnet am Todestag des Mannes, der die Alemannia vor über 14 Jahren wieder zurück in den Profifußball brachte, sollte Schwarz-Gelb ihr letztes Heimspiel in ebenjenem für ungewisse Zeit austragen. Gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart sollte jedoch nicht nur ein traditionsbewusster Kultklub dem Profigeschäft Adieu sagen. Auch René van Eck, der schon vor Wochen angekündigt hatte, den Verein in die Regionalliga zu begleiten und ihn dort neu aufzubauen, gab vor wenigen Tagen bekannt, nun doch seine Koffer zu packen. Im letzten Spiel wollte er zusammen mit seinem Team beweisen, dass schöner Fußball am Tivoli keine Seltenheit sein muss, den Fans zum Abschied noch einmal etwas bieten, dass sie in Erinnerung behalten.

So gab die Elf, wie sie wohl auch in Zukunft in ähnlicher Formation zusammen auflaufen wird, von Beginn an Gas. Kevin Rauhut ersetzte Stammtorhüter Flekken zwischen den weißen Pfosten. Davor bildete Kapitän Herröder zusammen mit Robert Wilschrey, Marvin Ajani und Sasa Strujic die Viererkette. Im zentralen Mittelfeld agierten Kristoffer Andersen und Sascha Marquet während Robert Leipertz die Zehnerposition bedeckte. Im Sturm durften Timmy Thiele, Norikazu Murakami und Oguzhan Kefkir von Beginn an ran.
Mit dem Startschuss der Partie war klar: So, wie man sich die letzten Wochen präsentiert hatte, sollte dieses Spiel auf keinen Fall enden, war es letztlich für die Wertung allerdings per se egal.

Das Tempo gaben demnach die Hausherren vor. Die Gäste, die aufgrund des nahezu parallel laufenden Spiels der ersten Elf ohne eigene Fans angereist waren, schienen nicht gewillt, dem standzuhalten, weswegen es schon früh danach aussah, als würde Schwarz-Gelb an diesem Tag als Sieger vom Platz gehen.
Den ersten Anstoß, der zu dieser Erkenntnis führte, gab Eigengewächs Leipertz nach rund dreißig Minuten. Schon zuvor hatte der Angreifer Druck auf die Gäste ausgeübt, es bis zum Torerfolg jedoch nicht geschafft. Nach einer Kefkir-Hereingabe hatte der 20-Jährige aus kurzer Entfernung dann jedoch keine Probleme mehr, zum 1:0 Halbzeitstand einzunetzen.

Denn bis zur Pause passierte nichts mehr am Tivoli, weswegen beide Mannschaften mit der schwarz-gelben Führung in die Kabinen gingen. Während René van Eck sein Team zur Pause nicht veränderte, wechselte der Coach der Rot-Weißen gleich zwei Mal. Am Lauf der Tivoli-Kicker sollte dies jedoch nichts ändern, zunächst waren sie am Zug. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es Murakami, der den Ball von Thiele perfekt zugespielt bekommen hatte und zum 2:0 vollstreckte. Doch der Höhenflug der Hausherren sollte schon sieben Minuten später ein Ende haben, als der eingewechselte Maletic den Anschlusstreffer einleitete. Nachdem Keeper Rauhut wenige Minuten später aufgrund von Problemem an den Aduktoren vom Holländer Flekken ersetzt werden musste, hagelte auf Schwarz-Gelb auch noch der Ausgleichstreffer ein.
Doch statt nachzugeben, wie es die Alemannen sonst immer getan hatten, erhöhten sie in der Schlussphase noch einmal den Druck - mit sichtbarem Erfolg. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende, war es Kefkir, der das Ergebnis zur erneuten Aachener Führung noch einmal erhöhte, bevor ein erneuter Treffer Leipertz den Sack endgültig zumachte und den 4:2 Endstand besiegelte.

Anders, als es bekanntlich andere Absteiger in der Vergangenheit taten, verabschiedete sich Schwarz-Gelb im Anschluss mit einem HUMBA von ihrem Publikum. Auf dem Zaun: Niemand geringeres als René van Eck, ein Trainer, den man ähnlich wie seine Zeit hier in Aachen so schnell wohl nicht wieder vergessen wird.

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