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Nass gemacht

Occean lässt Alemannia untergehen





Es war der vorerst letzte große Gegner aus dem Oberhaus, bei dem die Alemannia am Freitagabend zu gastieren hatte. Und dieser war nicht ohne, wenn man bedachte, dass er sich nun schon seit Saisonbeginn im obersten Tabellendrittel aufhält. Denn die Spielvereinigung Greuther Fürth steht zudem seit wenigen Spieltagen wieder auf dem ersten Tabellenplatz und besitzt mit den meist gewonnen Spielen sowie den meist geschossenen Toren den besten Angriff der zweiten Bundesliga. Für die Alemannia dahingegen sieht es nach dem 25. Spieltag wieder düster aus, wo doch der FC Ingolstadt beim Geisterspiel in Dresden auf einen Punktgewinn kam und die Tivoli Kicker somit auf den Relegationsplatz abrutschen ließ.

Denn beim Spitzenreiter aus Fürth konnte das Team von Trainer Friedhelm Funkel nicht zu einem gewünschten Punkterfolg kommen – und das obwohl der Coach seine Elf nicht nur personell sondern auch taktisch ein wenig umgestellt hatte.
Denn da mit Streit, Olajengbesi (beide (Gelb-)Rot-Sperre) und Falkenberg (Knochenmarksödem) auf gleich drei Stammspieler verzichtet werden musste, hatte der erfahrene Übungsleiter notgedrungen zu reagieren. In der Viererkette kam Mirko Casper an der Seite von Tobias Feisthammel zu seinem ersten Saisoneinsatz. Shervin Radjabali-Fardi ersetzte Falkenberg auf der Rechtsverteidiger-Position, Timo Achenbach kam über Links. Im Mittelfeld der Schwarz-Gelben wurden die größten (taktischen) Veränderungen erst sichtbar: Im 4-1-4-1-System markierte Bas Sibum den einzigen Sechser, gleich vor dem Holländer starteten Manuel Junglas und Aimen Demai im zentralen Mittelfeld. Kevin Kratz und Alper Uludag kamen über Außen, während Sergiu Radu die einzige Spitze darstellte. Boy Watermann hatte ebenso in seinem Kasten Platz genommen, wie Benjamin Auer auf der ihm fremden Ersatzbank. Der Kapitän wärmte diese Plätze ebenso wie David Odonkor, Thomas Stehle und Marco Stiepermann.

Mit nur vier Ersatz-Feldspielern zu den Franken gereist zeigten diese von Beginn, dass sie nicht grundlos an der Tabellenspitze verweilten. Mit viel Druck ging es immer wieder in Richtung Keeper Waterman, welcher die Alemannia in den ersten Minuten vor Schlimmerem bewahrte. Doch abgesehen vom Aachener Schlussmann schien das Team vom Tivoli nur körperlich anwesend zu sein. So hatten die Fürther keine große Mühe, die Abwehrreihe der Schwarz-Gelben auseinander zu nehmen. Für Gefahr sorgten unter anderem immer wieder 
Sararer und Occean im Fürther Offensivzentrum, während die Alemannen sogar Mühe hatten, einmal über Mittellinie zu kommen. 
Unter'm Strich kam nichts von der Alemannia in Hälfte Eins, was nach rund 30 Minuten dann auch bestraft wurde. Occean ließ die gesamte Abwehrreihe der Alemannia alt aus sehen und setzte den Strafraum der Gäste mit einer schönen Einzelaktion gänzlich unter Wasser. Der Kanadier vollstreckte anschließend aus kurzer Distanz zur längst fälligen 1:0 Führung.

Der Gegentreffer schien den Alemannen nichts an zu haben. Sie blieben stur ihrer Linie treu, indem sie ideenlos durch die eigene Hälfte kickten und die Fehlpassquote vor der Pause nur noch erhöhten. Pünktlich zur 45. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie für eine gute Viertelstunde und gönnte damit nicht nur den Spielern auf dem Rasen eine kleine Verschnaufpause. Denn vor allem die Anhänger der Schwarz-Gelben benötigten eine Pause, um vielleicht zu begreifen, warum ihr Team so nachgelassen hatte. Warum sie so wenig zeigten, sich gegen den großen Gegner aus Fürth nicht einmal im geringsten anstrengten.

Man hatte die Hoffnung zwar noch nicht verloren, dass in Hälfte Zwei alles besser werden konnte – doch so wirklich daran glauben tat spätestens dann niemand mehr, als die Fürther nach dem Wiederanpfiff den ersten Angriff auf's gegnerische Tor starteten. Dieser brachte jedoch nichts Zählbares ein.
Die Alemannia dahingegen war von einem wirklichen "Angriff", einer guten "Torchance" noch meilenweit entfernt. Obwohl man bis zur Einwechslung von Benjamin Auer nur mit einer Spitze agierte, versuchten es die Schwarz-Gelben zunehmend mit hohen Bällen, die entweder erst gar keinen Abnehmer fanden oder durch Sergiu Radu stets in Ballverlusten endeten. Funkel reagierte erstmals, als er Kapitän Auer für Aimen Demai brachte. Der Tunesier war angeschlagen und verließ humpelnd das Feld.
Der für ihn eingewechselte "Torgarant" sollte den letzten Anstoß geben, noch einmal Druck machen. Doch so wirklich begreifen tat dies sein Team nicht. 10 Minuten vor Schluss war es David Odonkor, der sich noch eine kurze Spielzeit sicherte und die geringe Druckphase der Alemannia miterlebte, die allerdings zu keiner nennenswerten Aktion führte.

So blieb es nach 90 Minuten bei einem Spiel, dass zumindest aus der Sicht der Alemannia nicht zweitligareif war. Der Tabellenführer hatte beim abstiegsgefährdeten keine große Mühe, die drei Punkte in der Heimat zu belassen. Für die Schwarz-Gelben geht es damit in der Tabelle wieder tiefer. Durch das bereits angesprochene Remis von Mitkonkurrent Ingolstadt, dem Punktgewinn des MSV Duisburg und dem Dreier des FSV Frankfurt hat die Alemannia wieder einen Platz in der gefährlichen Zone eingenommen. Mit 21 Punkten markiert das Team von Friedhelm Funkel den Relegationsplatz, der Karlsruher SC hätte morgen im Spiel gegen den FC St. Pauli noch die Chance, an den Tivoli-Kickern vorbeizuziehen, die schon am kommenden Freitag zu Hause auf Union Berlin treffen.

1 Kommentare »

  • Christian said:  

    Schöner Bericht! Trifft den Nagel auf den Kopf. Witzloses Spiel :(